Der elfjährige Martin besitzt nichts bis auf das Hemd auf dem Leib und seinen schwarzen Hahn, Behüter und Freund zugleich. Die Dorfbewohner meiden den Jungen, der zu ungewöhnlich ist. Viel zu klug und liebenswürdig. Sie behandeln ihn lieber schlecht, als seine Begabungen anzuerkennen. Als Martin die Chance ergreift und mit dem Maler zieht, führt dieser ihn in eine schauerliche Welt, in der er dank seines Mitgefühls und Verstandes widerstehen kann und zum Retter wird für jene, die noch unschuldiger sind als er.
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Junge mit schwarzem Hahn von Stefanie vor Schulte ist ein berührender und fesselnder Roman, der die Leser in die bewegende Welt des elfjährigen Martin entführt. Mit seinem schwarzen Hahn an seiner Seite, der nicht nur sein treuer Begleiter, sondern auch sein Schutzengel ist, entfaltet sich eine Geschichte über Freundschaft, Mut und die Kraft des Mitgefühls.
Martin, der in einem Dorf lebt, das ihn aufgrund seiner Andersartigkeit ablehnt, wird von der Autorin sowohl als verletzlicher Junge als auch als aussergewöhnlich kluger Charakter dargestellt. Vor Schulte gelingt es meisterhaft, die innere Stärke und die emotionalen Kämpfe des Protagonisten zu skizzieren, was den Leser sofort in seinen Bann zieht. Die Abneigung der Dorfbewohner gegenüber Martin wirft ein Licht auf die Schwierigkeiten, die Menschen mit besonderen Fähigkeiten oft erleben, und regt zum Nachdenken über Vorurteile und Akzeptanz an.
Die Wendung, als Martin die Möglichkeit erhält, mit einem Maler zu ziehen, eröffnet eine schauerliche, aber gleichzeitig faszinierende Welt, in der er seine Fähigkeiten und seinen Verstand einsetzen muss, um nicht nur sich selbst, sondern auch andere zu retten. Die bildreiche Sprache der Autorin und die tiefgründige Charakterentwicklung machen das Lesen zu einem echten Erlebnis. Die Beziehung zwischen Martin und seinem schwarzen Hahn ist besonders herzergreifend und symbolisiert die unerschütterliche Treue und den Schutz, den wahre Freundschaft bieten kann.
Stefanie vor Schulte schafft es, komplexe Themen wie Isolation, Selbstfindung und das Streben nach Anerkennung auf eine einfühlsame Weise zu behandeln. Junge mit schwarzem Hahn ist nicht nur eine fesselnde Geschichte über das Aufeinandertreffen von Gut und Böse, sondern auch eine inspirierende Erzählung über die Kraft des Mitgefühls und den Mut, für das Richtige einzustehen.
Diese Lektüre ist ein absolutes Muss für alle, die Geschichten lieben, die das Herz berühren und zum Nachdenken anregen. Vor Schulte hat mit diesem Werk ein kleines Meisterwerk geschaffen, das lange nach dem Lesen im Gedächtnis bleibt.
NiWa
5/5
22.01.2023
Buch (Taschenbuch)
Märchenhafte Geschichte
Martin ist elf und hat nichts außer seinen treuen Freund und Beschützen: einen schwarzen Hahn. Von dem ungewöhnlichen irritiert, meiden ihn die Menschen, anstatt sich seiner anzunehmen. Aber dann begegnet Martin einen Maler, der ihn anerkennt und mit ihm die grausame Welt hinauszieht.
„Junge mit schwarzem Hahn“ ist ein ungewöhnlicher, ergreifender und tiefgründiger Roman, der mit der Grausamkeit eines Märchens eine verzückende Geschichte erzählt.
Weder der Klappentext noch das Cover haben bei diesem Buch mein Interesse geweckt. Vielmehr waren es die begeisterten Stimmen und Meinungen dazu, die mit beinah andächtigem Ton von diesem Werk berichten. Deshalb musste ich mir selbst ein Bild von der Geschichte von Martin und seinem schwarzen Hahn machen, und ich stelle fest, dass die Begeisterungsstürme vollkommen berechtigt sind.
Der Roman spielt irgendwann in einem europäischen Land. Über den historischen Kontext kann ich nur Mutmaßungen anstellen. Es wirkt eher mittelalterlich auf mich oder könnte im Rahmen des Dreißigjährigen Kriegs sein. Relativ sicher bin ich mir, dass das Umfeld deutsch oder zumindest germanisch ist. Viele Sitten lassen auf die hiesige Kultur schließen. Demzufolge habe ich für mich beschlossen, dass die Handlung im deutschen Sprachraum angesiedelt ist.
Die Geschichte handelt vom kleinen Martin. Dieser ist hochintelligent und lässt sich nicht beirren. Obwohl er auf sich allein gestellt ist, hat er zumindest in seinem schwarzen Hahn einen Freund. Die Erwachsenen gehen ihm aus dem Weg, nehmen ihn nicht ernst und denken teilweise, dass der Junge zurückgeblieben ist. Er vagabundiert statt einen Platz in der Gemeinschaft zu finden und wird für dreckige und schwere Arbeiten für ein paar Krumen Brot allgemein ausgenutzt.
Beim Lesen war ich von diesem Verhalten entsetzt. Nach und nach kommen die Gründe dafür hervor, welche den Umstand aber nicht weniger grausam machen. Am liebsten hätte ich mich vor Martin gestellt und ihn vor der Dorfgemeinschaft beschützt.
Dies ändert sich, als Martin auf einen Maler trifft, der im Dorf einen Auftrag erfüllt. Der Maler erkennt, was Martin ist: Ein gescheiter Junge mit einem goldenen Herz, welcher ihm für seine Anerkennung Warmherzigkeit schenkt.
Und so ziehen diese beiden - oder eher drei, weil der Hahn ist natürlich dabei - in die grausame Welt hinaus, wo sie in märchenhafter Manier lehrreiche Abenteuer bestehen und dem:der Leser:in das Herz stehlen.
„Eines Tages wirst du wissen, wie alles ausgegangen sein wird. Eines Tages magst du Alpträume haben, denn alles wird entsetzlich gewesen sein. Aber du wirst auch erzählen können, wie einfach es gewesen sein wird.“ (S. 115)
Die Geschichte von Martin und dem schwarzen Hahn ist ergreifend und wühlt die Seele auf. Dunkelheit und Brutalität legen sich über die Menschen und das Land, was zu Verschlagenheit, Ignoranz und Ellbogeneinsatz führt. Gleichzeitig erlebt man wohlwollende Gesten, liest goldene Gedanken und merkt, dass das Gute am Ende doch über das Böse siegt.
Stil und Sprache sind gewöhnungsbedürftig. Auf mich wirkte beides eher antiquiert, in kurzen Sätzen und Passagen erzählt, wie ein Märchen in alten Worten verfasst. Nichtsdestotrotz hatte ich mich rasch darauf eingestellt und bin der Meinung, dass dadurch die Besonderheit des Romans erst zur Geltung kommt.
Am Ende angelangt, war ich vom Jungen mit dem schwarzen Hahn bezaubert, weil mir dieses Werk die Seele gestreichelt hat. Ich empfehle es an Leser und Leserinnen, die sich im Charme einer originellen Geschichte in märchenhafter Ausstattung verlieren und davon berühren lassen möchten.
hamburg.lesequeen
aus Bargfeld-Stegen
5/5
27.09.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Berührendes Buch
JUNGE MIT SCHWARZEM HAHN
Stefanie vor Schulte
Der 11-jährige Martin ist Waise. Damals musste er miterleben, wie sein Vater in ihrer Hütte seine ganze Familie mit der Axt erschlug. Nur ihn verschonte er.
Das Dorf nahm sich seiner nicht an. Im Gegenteil, fast wäre er verhungert. Sie haben Angst vor ihm, sagen, dass er mit dem Teufel im Bunde sei. Dabei ist es kein Teufel, den er immer auf seiner Schulter trägt, sondern nur ein schwarzer Hahn. Dass dieser sprechen kann, verschweigt Martin geflissentlich.
Dieser Hahn schützt ihn vor den Dorfbewohnern. Doch immer öfter rücken die ungebildeten Dorftölpel ihm zu Leibe. Eines Tages wird er sein Dorf verlassen müssen, denn nur der Stärkere kann überleben.
Als eines Tages ein Maler in sein Dorf kommt, beschließt Martin, mit ihm das Dorf zu verlassen. Auf dem ersten Blick, so scheint es, haben sie kein konkretes Ziel, doch Martin möchte das Geheimnis lüften und dorthin gehen, wohin die schwarzen Reiter die Kinder bringen, die bereits seit Jahren von ihnen entführt werden.
Stefanie vor Schulte hat hier ein besonderes Märchen geschrieben. Aus der Sicht des jungen Martins in einer wunderbar passenden Sprache erzählt, scheint sie uns in eine Zeit zurück zu katapultieren, die höchstwahrscheinlich im Mittelalter spielt.
Ich habe das Buch gerne gelesen. Der kleine Martin ist mir mit seinem Hahn ans Herz gewachsen und ich bin froh, das Buch endlich von meinem Sub befreit zu haben, auf dem es viel zu lange lag.
4½/ 5
Daniela Heinen
aus Sankt Augustin
5/5
16.04.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein toller Debütroman
Dies ist kein Buch, das ich in einem Rutsch weglesen konnte. Hätte ich aber auch nicht gewollt. Der Schreibstil ist relativ anspruchsvoll und ich kann mir vorstellen, dass er nicht jedem gefällt- ich würde empfehlen, vielleicht erstmal in eine Leseprobe hinein zu schauen.
Mir hat der Stil unheimlich gut gefallen, da es der Autorin damit unheimlich gut gelungen ist, die Düsternis der Geschichte noch zu verstärken. Und ebenso, den Jungen Martin, den Protagonisten des Buches in das Licht zu rücken, das er in sich trägt.
Im Grunde geht es um den Mut, anders zu sein, Gutes zu tun, Herausforderungen anzunehmen und sich gegen das Schlechte in der Welt zu behaupten. Für mich ein wundervolles Romandebüt!
Bewertung
5/5
18.03.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Er ist hilfsbereit, intelligent...
Er ist hilfsbereit, intelligent und reinen Herzens. Der Junge Martin verkörpert in einer düsteren Zeit das Gute im Menschen. Diese Geschichte, ich würde sie eher als fabel bezeichnen, hat mich wirklich tief gerührt und ich konnte das Buch keine Sekunde aus der Hand legen.
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5/5
13.05.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein wirklich bemerkenswertes Debüt,...
Ein wirklich bemerkenswertes Debüt, das mit einer ganz eigenen Sprache und Atmosphäre daherkommt. Schwer in eine Schublade zu stecken, aber die Entdeckung dieses literarischen Kleinods sei allen ans Herz gelegt, die sich auf etwas Besonderes einlassen wollen.
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5/5
17.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Es gibt so Bücher, die passen...
Es gibt so Bücher, die passen in keine Schublade. ‘Junge mit schwarzem Hahn’ ist so ein Buch. Die Sprache und die erzählte Geschichte sind so besonders, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen will. Eine echte Entdeckung!!!
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5/5
16.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch steckt voller Gegensätze:...
Dieses Buch steckt voller Gegensätze: wenige Worte, die so viel erzählen; einfache Sprache, die die Komplexität der Zeit und dieser Geschichte jedoch so gut erfasst; ein kleiner Junge, der Großes bewirkt. Dieses Buch hat mich sehr zum Staunen gebracht!
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5/5
05.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Märchen, eine Geschichte, eine Fabel
Der Herbst und Winter eignet sich gut für schauerliche Geschichten. Darum schauen sie sich diesen märchenhaften Roman an, der sie in eine unbekannte, gottesfürchtige Zeit, irgendwo nach Deutschland entführt.
Das Waisenkind Martin hat ein gutes Herz, trotz seinem harten Lebens. Er wird immer begleitet von seinem schwarzen Hahn, der gleichzeitig sein Freund und Beschützer ist. Martin erlebt eines Tages den Raub eines Mädchens durch einen schwarzen Reiter. Die Geschichte ist in der Gegend bekannt: Einmal im Jahr stiehlt ein schwarzer Reiter einen Jungen und ein Mädchen. Beide blond und immer im gleichen Alter. Martin macht es sich zur Lebensaufgabe, diese Kinder zu finden und zu retten. Er begegnet einem reisenden Maler, der ihn mitnimmt auf die Reise, die beide durch unglaubliche Ereignisse führt.
Ein großartiges Buch, was von Anfang bis Ende restlos überzeugt! Sehr gut für Leser, die den „Medicus“ mochten und offen für das Unbekannte sind.
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5/5
11.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Geschichte eines Waisenjungen,...
Geschichte eines Waisenjungen, der mit seinem Begleiter, einem schwarzen Hahn, durch eine dunkle frühe Zeit zieht. Aberglaube, Unwissenheit & Armut erschweren seinen mutigen Kampf, die noch Schwächeren zu finden und zu retten.
Ein Debüt, das einen bis zum Ende fesselt!
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