»Auf unsere Liebe. Auf die Kriege, die wir im Innern, in aller Stille führen. Bis aufs Messer.«
Frech, provokant, hemmungslos: Maria Pourchet erzählt von einer verhängnisvollen Liebe in Paris, von einer Frau und einem Mann, die in einer leidenschaftlichen Affäre aus den vorgezeichneten Bahnen ihres Lebens ausbrechen. Ein faszinierender Roman über die Komplexität der Liebe und die großen gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit.
Laure ist Dozentin an einer Pariser Universität, verheiratet und Mutter von zwei Töchtern. Mit vierzig ist sie im Leben angekommen und hat doch das Gefühl, in der Summe zu vieler Kompromisse zu erstarren. Sie beneidet ihre älteste Tochter Véra um deren Glühen, deren feministische Wut. Clément, Single, fünfzig Jahre alt, joggt morgens an der Seine und spricht abends mit seinem Hund. Er hat einen gutdotierten Job in der Finanzwelt und angesichts des ständig drohenden Crashs an der Börse jeglichen Glauben an die Welt verloren. Die eine erwartet vom Leben die Überraschung. Der andere, unfähig zur Illusion, wartet darauf, dass es zu Ende geht. Kurzum, beide wünschen sich, dass ihnen endlich etwas passiert. Doch dann entfacht ihre Begegnung ein Feuer, das schnell außer Kontrolle gerät.
Ungekürzte Lesung mit Melika Foroutan, Nico Holonics
8h 14min
Kundinnen und Kunden meinen
3.6/5.0
Zauberberggast
aus München
5/5
30.09.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Amour fou deluxe: Feuer trifft Eis zu Corona-Zeiten
Von Gustave Flaubert über André Bréton (der den Begriff 1937 "erfand") bis Leïla Slimani - die "Amour Fou" ist ein Lieblingsmotiv der französischen Literatur. Auch Maria Pourchet hat sich in "Feuer" (Frz. "Feu", übersetzt von Claudia Marquart, erschienen bei @luchterhand_verlag) diesem Thema gewidmet.
Laure ist 41 Jahre alt und Literaturprofessorin (ja, sie ist in der internationalen Literaturgeschichte als Protagonistin nicht allein mit diesem Job, wie ich immer zu betonen pflege) an einer Pariser Universität. Sie hat eine 17-jährige Tochter, Véra, Ergebnis eines One-Night-Stands, die sie viele Jahre alleine erzogen hat. Mit Anton, einem Arzt, ist Laure seit einigen Jahren verheiratet. Mit ihm hat sie nochmal eine Tochter bekommen, Anna, die in die Grundschule geht. Die über Jahre aufgebaute Patchworkidylle beginnt zu bröckeln: Véra, die als Freigeist und Feministin den Unterricht sabotiert und schwänzt, sorgt für Probleme. Ihr Abitur ist in Gefahr. Außerdem liebt Laure ihren pragmatischen Ehemann Anton nicht mehr, die Leidenschaft ist auf der Strecke geblieben.
Für ein Kolloquium über "unsere Epoche" sucht Laure einen Banker, der über die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftswelt referieren soll. Sie trifft auf Clément. Der knapp Fünfzigjährige hat im Leben nichts, außer seinem Berner Sennenhund "Papa", eine religiöse alte Mutter und sehr viel Geld, mit dem er nichts anzufangen weiß. Es kommt, wie es kommen muss: Die beiden beginnen eine Affäre, die zum Wendepunkt ihrer beiden Leben werden soll…
Die Handlung des Romans spielt hauptsächlich während des ersten Corona-Jahres. Masken am Restauranttisch sind Pflicht, es wird von Ansteckungsgefahr, FFP2-Masken und neuen Virusvarianten gesprochen. Eigentlich eine Situation, die eine spontane Affäre nahezu unmöglich macht. Was ich sehr ungewöhnlich und lebensnah fand, ist die Tatsache, dass einfach mal thematisiert wird, dass es per se schon schwierig genug für eine verheiratete Frau mit zwei Kindern und Vollzeitjob ist, eine Affäre logistisch in die Tat umzusetzen - von Corona mal abgesehen. Zumal Laure auch noch in einem Vorort wohnt, der eine Stunde mit der Bahn entfernt ist, die Affäre und ihr Job als Professorin aber in Paris stattfinden. Außerdem sind sie von Anfang Juli bis August drei Wochen im Familienurlaub in Italien, den Laure am liebsten "schwänzen" würde, um bei ihrem Geliebten in Paris zu bleiben…
Was an diesem Roman besonders ist: Der Mann ist nicht der aktive Part. Er ist nicht derjenige, der die Affäre vorantreibt, unbedingt möchte. Es findet sozusagen eine Rollenumkehr statt. Der männliche Part hat Probleme mit dem tatsächlichen Akt, der langjährige Konsum von Internet-Pornos zollt seinen Tribut. Teilweise wird Laure Clément gegenüber sogar übergriffig, drängt ihm zum Sex. Laure steht unangemeldet vor seiner Tür, wenn Clément einfach nur einen ruhigen Samstag mit Joggen, Pornos und seinem kranken Hund verbringen will. Um die Unterschiedlichkeit ihrer Hauptcharaktere zu unterstreichen, benutzt Pourchet die allegorischen Gegensätze Feuer und Eis. Laure ist gleichzusetzen mit Feuer, sie "brennt" für die Affäre, während Clément, der bei der "EisBank" arbeitet, für die Kälte bzw. Eis steht. Sie sagt ihm, dass sie ihn liebt, er ist "emotional nicht verfügbar", wie man in amerikanischen Datingshows sagen würde.
Was macht diesen Roman so gut? Immerhin war er für den Prix Goncourt, den wichtigsten französischen Literaturpreis, nominiert. Er ist ein schonungsloser Kommentar auf "unsere Epoche" und ihre vielen Unsicherheiten und Unzulänglichkeiten, vor allem auch im Zwischenmenschlichen. Nicht nur die Corona-Situation macht es schwierig, Bindungen mit anderen Menschen einzugehen. Wir selbst sind es, die uns oft die größten Steine in den Weg legen. Auch die Erzählweise dieses Romans ist ungewöhnlich und sehr experimentell. Es wird abwechselnd aus Laures und Cléments Sicht erzählt. Laures Geschichte wird in der zweiten Person erzählt, die Erzählinstanz spricht Laure mit "Du" an. Die Du-Anrede erzeugt zugleich Unmittelbarkeit und Distanz. Cléments Innensicht bekommen wir aus der Ich-Perspektive dargeboten und zwar erzählt er die Geschichte seinem todkranken Hund. Bei der Ich-Perspektive ist es das teilweise Stakkato-Hafte des Inneren Monologs, das fasziniert. Wobei durch den Adressaten der Erzählung eine gute Portion Skurrilität hinzukommt.
"Feuer" ist ein sehr komplexer Roman, der viel möchte, aber auch viel erreicht. Das Ende war mir etwas zu skurril und hat viele Fragen offen gelassen, vor allem was die mentale Gesundheit von Clément angeht.
nil_liest
aus RheinMain Gebiet
5/5
01.07.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Klassisches französisches Sujet
Wenn man es nicht schon etliche Male gelesen hätte in der französischen Literatur, wäre man inhaltlich stärker berührt. So stellte sich bei mir mit „Feuer“ eher ein positives Gefühl des Wiedersehens ein. Denn die brillant schreibende Maria Pourchet, die zugleich auch Soziologin und Drehbuchautorin ist, präsentiert eine Fremdgeherin und ihr Leben. Die französische Literatur hat da so seinen ganz eigenen Sound und beleuchtet auch hier wieder brutal ehrlich und gnadenlos was passiert, wenn das Feuer der Ehe erlischt und ein anderer ins Spiel kommt. Lesenswert!
Laure ist Universitätsdozentin, über 40 Jahre alt, gut situiert, 2 Töchter, wohnt im Großraum Paris und ist gelangweilt vom Leben. Und dann taucht da Clément auf, ein Banker, den sie aus der Praxis für ein Kolloquium an die Uni holt. Die beiden kommen sich näher und es endet in einer Affäre.
Spannend ist wie die Entfremdung Laures zu ihrer eigenen Familie geschildert wird und zugleich der depressive Clément, dem der Glaube an alles verloren gegangen ist. Sei es der Sinn des Lebens, seines Job. Eigentlich kennt nur sein krebskranker Hund die volle Wahrheit.
Der Strudel wird im Laufe der Handlung stärker und die Fängen hinterlassen Spuren. Vor allem die 17jährige Tochter Véra hat eine Antenne dafür, dass ihre Mutter sich verändert hat und kommt ihr auf die Schliche. Auch hier wieder gut aufgearbeitet wie die junge Frau und ihr Blick auf das Leben eine erweiterte Perspektive bietet und indirekt reflektiert, dass die Welt andere Sorgen hat als die Langeweile der Mutter.
Literarisch ist die Situation großartig eingefangen und wirklich nicht verschönend erzählt. Ich hatte Mitleid mit den Protagonisten so schwarz und düster das Innenleben gezeichnet. Eine gute Lektüre, die uns dank der sehr guten Übersetzung von Claudia Marquardt zugänglich ist.
Fazit: Wer Leila Slimani gerne liest, wird hier auch literarisch reich beschenkt!
YukBook
aus München
5/5
05.06.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Roman, der unter anderem…
Ein Roman, der unter anderem für den Prix Goncourt nominiert und in Frankreich ein Bestseller war, macht neugierig. Das Thema Ehebruch mag banal erscheinen, doch Maria Pourchet bringt eine ganz individuelle Note ein. Zum einen schreibt sie in der zweiten Person, so dass man sich direkt angesprochen fühlt und sofort in das unheilvolle Geschehen hineingezogen wird. Zum anderen schreibt sie schonungslos direkt, scharfzüngig, zuweilen sarkastisch. Ich habe mir immer vorgestellt, dass in einer Amour Fou beide Seiten mit gleicher Intensität hineinschlittern, doch hier ist es anders. Erzählt wird abwechselnd aus der Perspektive von Laure, einer verheirateten Uni-Dozentin, und dem alleinstehenden Investmentbanker Clément, so dass das Ungleichgewicht immer deutlicher wird. Während sich Laure mit Haut und Haaren ihrer Begierde hingibt, zu allem bereit ist und ihre Familie und Kollegen belügt und betrügt, ist Clément der Zögernde, der Skrupel hat, Grenzen setzt, immer wieder einen Rückzieher macht und andere in sein Geheimnis einweiht. So assoziiere ich den gut gewählten Titel vor allem mit der weiblichen Hauptfigur, die durch ihre Besessenheit und Fixierung auf Clément einen Flächenbrand auslöst. Zum Glück stürzt sich ja nicht jeder, der in einer Krise steckt, gleich in eine Liebesaffäre, doch die Leere, die sich in einem festgefahrenen Leben auftut, und der Wunsch, sich wieder lebendig zu fühlen, beschreibt Maria Pourchet so eindringlich und fesselnd, dass sie sich gut nachvollziehen lassen.
Bewertung
5/5
09.05.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
... mitten in Paris
Was für eine Geschichte - eine Amour Fou, die es in sich hat. Auf Seite 201 hat Clément um 16.02Uhr eine KT von 37,6°, eine AF von 19/min, HF 90/min, BD 170 - so weit, so gut. Er mit seinen 50 Jahren hat alles unter Kontrolle, einen gut dotierten Job in der Finanzwelt und glaubt nicht an die echte Liebe. Sie hat mit 40 einen Lehrstuhl inne, 2 Kinder und einen Mann und hat einfach Lust auf Sex und Abenteuer. Ich bin beeindruckt von Tempo und Sprache, eher verlegen bei detailreichen Beschreibungen, hoch erstaunt über eine Welt, die ich nicht kenne und überhaupt nicht neidisch auf Menschen, für die Geld keine Rolle spielt. Neben der exzessiven Liebesgeschichte werden auch sehr eindrücklich hochaktuelle Themen unserer Zeit aufgegriffen.
Maria Pourchet hat einen fulminanten Roman geschrieben - schockierend, bewegend, ergreifend und unbedingt lesenswert.
Dorothea
aus Berlin
4/5
16.12.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
einzigartig
Der Schreibstil von Maria Pourchet ist wirklich einzigartig, und ich bin mir sicher, dass wir von Ihr noch viel preisverdächtiges erwarten dürfen! Allerdings hält dieser Schreibstil den Leser*, nach anfänglicher Überraschung, merkwürdiger Weise auf Abstand, und man entwickelt eher Empathie mit Ihrer Familie, als mit den beiden Hauptprotagonisten. Vielleicht ist es aber auch das „Feuer“ , warum der Leser* sich innerlich distanziert, zu zusehen wie die Beiden sich beim Spielen die Hände verbrennen! Einzig, das Ende lässt Einen merkwürdig melancholisch zurück.
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5/5
13.10.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Un amour fou par excellence. Trés francais!
Angezogen hat mich an dem Buch anfangs nur das mondrianähnliche Cover und natürlich der Titel, der meines Erachtens absolut hält, was er verspricht, ein zwischenmenschlicher Brand, der vor nichts halt macht und auch die Leser*innen nicht kalt lässt. Laure steht mitten im Leben, ist Dozentin an der Pariser Universität, verheiratet, Mutter von zwei Töchter. Clément, Single, hat einen hochdotierten Job in der Finanzwelt, ist desillusioniert und leicht depressiv. Die stärkste Bindung spürt er zu seinem Hund. Der Zufall bringt beide zusammen und entfacht einen Flächenbrand. Ich mag Maria Pourchets Sprache sehr, diesen ganz eigenen Rhythmus. Und das Ende ist harte Kost, bitter und äußerst originell. Danach werden Sie sich eine Gauloise anzünden und ein Glas Bourdeaux auf Ex trinken ... versprochen!
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5/5
09.05.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
L'amour fou Alarm! Beißende Sätze...
L'amour fou Alarm! Beißende Sätze im Fegefeuer einer verhängnisvollen Affaire in Zeiten des Börsencrashs.
"Er spricht von seinem Penis wie von einem pflegebedürftigen Angehörigen, der immerzu Versprechungen macht und einfach nicht sterben will, lästig, enttäuschend,"
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4/5
27.09.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Anti-Liebesgeschichte
Laure, Professorin, verheiratet, zwei Kinder, und Clément, hohes Tier in der Finanzwelt, Single, ein Hund (der eine besondere Rolle in der Geschichte einnimmt, weil Clément seine Kapitel des Romans an ihn adressiert) beginnen eine Affäre.
Ihre Beweggründe? Vor allem Langeweile, vielleicht Begehren, aber keinesfalls amouröse Gefühle. Stellenweise hat man das Gefühl, sie mögen sich nicht einmal. Aber sie brauchen sich, denn das Leben muss doch noch mehr für sie bereit halten als die bisherige Vorhersehbarkeit ihres Alltags.
Laure verheimlicht die Affäre zwar, aber unterschwellig hatte ich beim Lesen immer das Gefühl, sie hat diese Affäre, weil sie möchte, dass sie entdeckt wird, weil sie möchte, dass es endlich knallt in ihrem Leben. So ist es auch Laure, die diese Affäre vorantreibt, während Clément es gleichgültig passieren lässt als hätte er innerlich mit seinem Leben schon angeschlossen. Und schließlich ist es auch Laure, die Clément, die die Affäre nicht loslassen, nicht verlieren will, weil sie Angst hat, dass ihr Leben dann endgültig in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.
Eine Anti-Liebesgeschichte - temporeich, sprachlich raffiniert, mit einem Ende, das mich sehr amüsiert hat.
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4/5
25.08.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Amour fou zwischen Leidenschaft und Zerstörung
Laure, vierzig, verheiratet, zwei Kinder, Professorin an einer Pariser Universität und Clèment, fünfzig, Single mit lukrativem Job bei einem börsennotierten Unternehmen: Zwei, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten und doch funkt es zwischen ihnen von der ersten Sekunde an in der sie sich begegnen. Doch Laure will zuviel, brennt vor Leidenschaft, Sehnsucht und schlechtem Gewissen .Während Clèment sich mit Zynismus vor großen Gefühlen zu schützen versucht und überhaupt nur in der Lage ist, zu seinem Hund eine emotionale Beziehung aufzubauen. Schonungslos seziert Maria Pourchet diese Amour fou und erzählt aus wechselnder Perspektive diese außergewöhnliche Liebesgeschichte. Sie besticht durch ihren besonderen Erzählstil und erinnert mich an Zeruya Shalevs 'Liebesleben'. Ein starkes, aber unbequemes Buch.
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4/5
02.08.2023
eBook (ePUB)
Die innere Sehnsucht nach Freiheit?
Laure wohnt zusammen mit ihrem Mann und den zwei Töchtern in der gediegenen Pariser Vorstadt. Das Leben scheint nach außen hin vollkommen ausgefüllt, das Ambiente perfekt. Doch hinter dieser Fassade verbirgt sich eine unzufriedene Frau, deren Leben es an etwas fehlt…
Vom immer gleichen Alltag als Uni-Dozentin erschöpft, gibt es für sie im zu Hause keinerlei entspannende oder aufregende Rückzugspunkte. Ihr Mann und sie, leben aneinander vorbei, die Kinder, insbesondere Vera ist extrem aufmüpfig und lehnt das angepasste Verhalten ihrer Eltern ab, zu viel ist zu tun für die Gesellschaft, die Geschlechterrollen werden hinterfragt und sie treibt eine tiefe Verachtung dafür an.
Als Laure, im Zusammenhang mit ihrer Arbeit, einem Banker als Redner lauscht, erkundet sie in einem gemeinsamen Gespräch, merkwürdige Gefühle, die sie sich nicht erklären kann…und lässt sich körperlich auf ihn ein.
Abwechselnd blicken wir Leser in beide Charaktere, Clement ist ebenso erschöpft, aber auf eine andere Art, sein Leben ist kalt, die Lebenswelt der Bank ein Ort, der zunehmend keine Erfüllung birgt. Todessehnsucht macht sich breit.
Gefühle werden unter Pragmatismus versteckt und da wäre noch sein Hund Papa, der eigentlich schwer krank ist und eingeschläfert werden sollte…,
doch anstatt, sucht er eine Hundesitterin, die ihn betreut, während er beruflichen und amourösen Dingen nachgeht. Leben ohne seinen Hund? Wirklich miteinander kommuniziert wird wenig, nichts verraten, von dem, was sie wirklich bewegt. Beide sprechen insgeheim in Gedanken mit dem jeweiligen dominanten Elternteil, das sie prägte.
Es beginnt ein tiefsinniger Roman über die Verstrickungen in so Vielem, die Dämonen der Kindheit, unter der Haut ein ätzendes Gefühl von Sprachlosigkeit.
Was dann wirklich passiert wird nicht verraten, denn es ist ein überraschendes Buch, das doch noch nachhallt.
Gelungen beunruhigend & vielschichtiger, als gedacht.
Auf der Nominierungsliste für den Prix Goncourt.
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