In den "Gesammelten Werken" von Novalis entfaltet sich ein komplexes Geflecht aus Poesie, Philosophie und romantischem Denken, das die Grenzen der klassischen Literatur sprengt. Diese Sammlung umfasst Gedichte, Essays und Prosatexte, in denen der Autor seine tiefen Überzeugungen über die Natur der Liebe, den Tod und die Verwandlung der individuellen Seele im Einklang mit der Welt thematisiert. Sein lyrischer Stil, geprägt von Symbolik und einer musikalischen Sprache, spiegelt die romantische Sehnsucht nach dem Unendlichen wider und bettet sich ein in den historischen Kontext der Frühromantik, in dem die Rückbesinnung auf das Mystische und Idealistische eine zentrale Rolle spielt. Novalis, bürgerlich Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg, war ein deutscher Dichter, Philosoph und Mineraloge, der in der Übergangsphase zwischen Aufklärung und Romantik lebte. Sein eigenes Leben war von Verlust und Trauer geprägt, insbesondere der Tod seiner jungen Verlobten Sophie, der ihn zu tiefgründigen Reflexionen über die Liebe und den Transzendentalismus anregte. Diese biografischen Elemente durchziehen seine Schriften und verleihen seinen Gedanken eine persönliche und emotionale Tiefe, die für das Verständnis seines Werkes unerlässlich ist. Leser, die sich für die großen Fragen des Lebens interessieren und die Schönheit der Sprache schätzen, werden in Novalis' "Gesammelten Werken" eine Quelle der Inspiration finden. Die Werke fordern dazu auf, das Alltägliche zu hinterfragen und die verborgenen Bedeutungen des Daseins zu erkunden. Daher ist diese Sammlung nicht nur für Liebhaber der Romantik von unschätzbarem Wert, sondern auch für jeden, der sich auf eine philosophische und poetische Reise einlassen möchte.
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5/5
07.09.2024
Buch (Taschenbuch)
"Wo gehen wir hin ? ; Immer nach Hause"
Durch das Zeitalter der Aufklärung sensibilisiert, wollten die Romantiker jenen Zustand wieder revitalisieren, in dem der Mensch und die Natur eine Einheit bildeten. Eine Einheit, die sich einer zunehmenden Entfremdung ausgesetzt sah, da kapitalistische Bewegungen, Erkenntnisse der Naturwissenschaften und eine zunehmende Säkularisierung, den Zeitgeist immer mehr anstelle des Geheimnisvollen und Wunderbaren, beeinflussten. Es galt den Menschen über die Poesie zur ersehnten Einheit zurückzubringen und den Weg für das goldene Zeitalter, zu öffnen. Novalis, von der kantischen Transzendentalphilosophie beeinflusst, nahm dessen Weg auf, transformierte aber seinen Ansatz, um den Fokus anstatt auf das Finden allgemeiner Gestzmäßigkeiten, vielmehr auf die Selbstbeobachtung im Einzelnen zu legen. Wenn Kant sich nicht der Besonderheit einer bestimmten Erfahrung widmete, so reichen Novalis gerade bestimmte Einzelzüge, " nur wenige Zeichen im Sand ", um das Ganze abzubilden. Das innere Seelenleben als Quelle der Welterfahrung, wo sich der Sinn des wirren Schauspiels offenbart, oder wie es Goethe formulierte, " ich kehre in mich selbst zurück und finde eine Welt "
Genau diese innere Welt heißt es bei Heinrich von Ofterdingen aufzuschließen, um die " verborgene Herrlichkeit der sichtbaren Welt " erkennen zu können. Es beginnt mit einem Traum von einer blauen Blume, einem Erweckungserlebnis, welches einen Prozess, als Reise zum schöpferischen Ich auslöste. Es geht um das bekannte Motiv des Hinabsteigens in die eigene Seele, wo der Protagonist seinem eigentlichen Selbst begegnet und dieses auf wunderliche Weise, später in Form eines geschriebenen Buches in einer Höhle vorfindet. Auf seiner Reise nach Augsburg, lernt er das Märchenhafte, Romantische und Poetische kennen und weiß zunehmend sein bisheriges kindliches Gefühl in eine künstlerische, verbale Form zu verpacken. Sein Potential zum Dichter kristallisiert sich zunehmend heraus und auch der Ton des Buches wird zunehmend allegorischer und märchenhafter. Erklärungen über die Kunst des Dichtertums verwandeln sich kontinuierlich in etwas intuitiv zugängliches, wodurch die Metaphorik weniger durch das Verstandesdenken, als vielmehr dem Gefühl erfahrbar wird. Ein wunderschöner, bildgewaltiger, aber auch gefühlvoller und träumerischer Roman von Novalis, der leider kurze Zeit später schon verstarb.
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