Produktbild: Acqua alta

Acqua alta

Aus der Reihe marePocket
12

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

67790

Erscheinungsdatum

20.02.2024

Verlag

Mareverlag

Seitenzahl

208 (Printausgabe)

Dateigröße

1541 KB

Übersetzt von

Kirsten Gleinig

Sprache

Deutsch

EAN

9783866488311

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Verkaufsrang

67790

Erscheinungsdatum

20.02.2024

Verlag

Mareverlag

Seitenzahl

208 (Printausgabe)

Dateigröße

1541 KB

Übersetzt von

Kirsten Gleinig

Sprache

Deutsch

EAN

9783866488311

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  • Gertie G.

    aus Wien

    5/5

    01.04.2024

    eBook (ePUB 3)

    Eine Leseempfehlung

    Isabelle Autissier stellt in ihrer Dystopie die Zerstörung Venedigs im Jahre 2021 durch ein gewaltiges Naturereignis dar. Doch ist es wirklich das Zusammenspiel zwischen Sturm und Wasser, das auf die maroden Mauern der Serennissa, die die Stadt zerstören? Oder ist es vielmehr die Gier nach noch mehr Umsatz, noch mehr Gewinn in Kombination von Ignoranz und Korruption? Mahner, die zum Schutz der Stadt und der Lagune aufrufen, gab und gibt es schon lange. Hat die Technikgläubigkeit der Menschen nun ein Ende? Ob das mehr als sechs MilliardenEuro teure und jährlich rund 100 Millionen Euro an Unterhaltskosten verschlingende Sperrwerk Modulo Sperimentale Elettromeccanico (kurz MO.S.E.) Venedig wirklich schützen kann, wird die Zukunft zeigen. Stadtrat Guido Malegatti irrt mit seinem Boot durch die Kanäle der zerstörten Stadt Venedig und lässt die Katastrophe Revue passieren, als müsse er sich noch einmal davon überzeugen, dass sie wirklich geschehen ist. „Die Stadt, in der kein Stein mehr auf dem anderen liegt, wirkt abstoßend wie ein vor aller Augen verwesender Kadaver, wie ein geschändeter Körper. Mancherorts haben Gasexplosionen ganze Stockwerke zertrümmert und zusammen mit Kurzschlüssen anschließend Brände ausgelöst, deren Trümmer und rußige Holzbalken im Dunst aussehen, als würden sie noch immer qualmen. Hinter solchen Mauern haben Menschen gelebt, Pläne geschmiedet, Lust und Leid und großes Glück empfunden. Mit dem Einsturz ist nicht nur die prächtige Architektur verschwunden, sondern mit ihr auch das unscheinbare Leben, das die Stadt zusammengehalten hat.“ An jenem Abend, an dem sich die Katastrophe zusammenbraut, lassen sich die Tore des Sperrwerks nur halb aufrichten und der Chefingenieur spricht von Sabotage ... Meine Meinung: Die Zerstörung Venedigs durch Naturgewalten ist hier nur Fiktion. Doch was, wenn MO.S.E wirklich nicht hält? Es bliebe kaum Zeit, die Bevölkerung zu evakuieren. Isabelle Autissier hat hier eine äußerst fesselnde Dystopie geschaffen. Sehr gut haben mir die Erklärungen von Professore Boldi gefallen, in denen er seine Studenten, darunter Léa auf die Schäden der Mauern der Palazzi hinweist, während alle Welt nur den Canaletto-Blick bewundert. Während die Katastrophe Guido schwer verletzt auf der Terrasse überlebt hat, ist seine Ehefrau Maria Alba, Nachfahrin eines Dogen von der herabstürzenden Decke im Schlafzimmer getötet worden. Auf seiner Fahrt durch die Kanäle Venedigs können wir Leser die Geschichte bis zum Untergang miterleben. Wir erfahren aus der Sicht von Maria Alba, Guido und Léa was Venedig für jeden einzelnen von ihnen bedeutet. Maria Alba, die Traditionsbewusste, die fest an den Fortbestand Venedigs glaubt und Guido, der ausschließlich an den Profit denkt, den die Touristen mit ihren Kreuzfahrtschiffen erwirtschaften (wobei nachgewiesen ist, dass diese Besucher kaum einen Cent ausgeben innerhalb der Stadt ausgeben, sondern lediglich gaffen). Wir erleben allerdings auch mit, wie aus einer Tochter aus gutem Haus, der an nichts gemangelt hat (außer vielleicht an Zuneigung) eine militante Gegnerin ihres Vaters wird, die sogar bereits ist, das Sperrwerk Mo.S.E. zu sprengen. Fazit: Isabelle Autissier gelingt es meisterhaft, das Katastrophenszenario realistisch darzustellen. Ob es den Verantwortlichen von Venedig gelingen wird, ähnliches in Zukunft zu verhindern? Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    10.05.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Desillusionierende Dystopie...

    2021: Venedig ist von den Wassermassen eines letzten Acqua alta verschlungen worden. Guido Malegatti, einer der Überlebenden, fährt mit dem Boot durch die Ruinen, auf der Suche nach Frau und Tochter. Zwei Jahre zuvor: Angesichts des drohenden Meeresspiegelanstiegs bahnt sich der Konflikt innerhalb der Familie an. Guido als Wirtschaftsrat schwört auf den Tourismus und die Segnungen der Technik. Seine Frau Maria Alba schwelgt in der vergangenen Pracht einer Stadt am Rande des Zusammenbruchs. Und ihre 17-jährige Tochter Léa wird in dem Versuch, die geliebte Stadt zu retten, zur Gegnerin ihres Vaters. Isabelle Autissier entwirft das so dramatische wie realistische Szenario vom Untergang Venedigs. Mitreißend zeichnet sie der Perspektive dreier Familienmitglieder nach, wie es zur Katastrophe kommt, und stellt uns alle vor die Frage: Wie würde ich mich verhalten? (Verlagsbeschreibung) Einen beeindruckenden Roman präsentiert Isabelle Autissier hier. Sie entwirft ein Untergangsszenario Venedigs, das überaus glaubhaft und deshalb um so erschütternder wirkt. Im Zentrum des Geschehens stehen die Mitglieder der Familie Malegatti. Diese sind recht prototypisch gezeichnet, was hier aber passend erscheint, da die drei Figuren für jeweils eine andere Position stehen. Der Vater Guido stammt aus ärmlichen Verhältnissen und hat sich hochgearbeitet, die Hochzeit mit der Tochter einer alteingesessenen venezianischen Adelsfamilie war nur das Sahnehäubchen auf seinem Erfolg. Seither stehen ihm alle Türen offen, und so hat er es bis in die Politik geschafft. Als Wirtschaftsrat kümmert er sich nun um die Finanzen der Stadt und fördert den Tourismus um jeden Preis. Er schlägt die Warnungen vor den Folgen für die Lagune und die Stadt in den Wind, und er vertraut bedingungslos dem Sturmflutsperrwerk MO.S.E. (Modulo Sperimentale Elettromeccanico), das bereits Millarden verschlungen hat und für das jedes Jahr weitere 100 Millionen Euro bereitgestellt werden müssen. Die Mutter Maria Alba steht für das alte Venedig und den alten Adel. Immer auf akkurates Auftreten bedacht, widmet sie sich den Schönheiten des Lebens und der Stadt. Maria Alba war nie in finanziellen Nöten und bemüht sich, ihrer Tochter das alte Venedig nahezubringen, sie auf die verfallenden Sehenswürdigkeiten aber auch auf die kleinen Besonderheiten der Stadt aufmerksam zu machen. Auf die zunehmenden Rivalitäten zwischen ihrem Mann und ihrer Tochter reagiert sie mit Rückzug. Sie ist die Beobachtende, die Abwartende, die das Geschehen und Handeln anderen überlässt. Die Tochter Léa wächst wohlbehütet bei ihren Eltern auf, stellt aber mit Beginn ihres Studiums zunehmend einige Standpunkte ihres Vaters in Frage. Sie erfährt viel über die Folgen des Klimawandels, der Industrialisierung, des Tourismus für ihre Stadt - und begreift, dass sie etwas unternehmen muss. Auch das von ihrem Vater so hochgelobte Sturmflutsperrwerk MO.S.E. sieht sie zunehmend kritisch, und das aus gutem Grund. Zu Beginn nimmt Léa nur an Demonstrationen teil, später geht sie in den aktiven Widerstand und verlässt ihre Familie. All diese Informationen erhält der Leser im Verlauf - nachdem Venedig bereits zerstört wurde. Guido Malegatti hat die Katastrophe überlebt, Mutter und Tochter bleiben vermisst. Monate nach der fürchterlichen Überschwemmung der Stad fährt er mit seinem Boot durch die die Kanäle Venedigs und ist erschüttert vom Ausmaß der Zerstörung. Rückblicke in die Vergangenheit zeugen von den Streitigkeiten zwischen den Befürwortern von Tourismus und Technik und den Mahnern, die vor der Katastrophe warnten. Acqua alta - das winterliche Hochwasser - nimmt seit Jahren an Häufigkeit zu. Ob MO.S.E. hält, was die Betreiber versprechen, wird die Zukunft zeigen. Penible Recherche liegt diesem Roman zugrunde, der viele Informationen zu den genannten Themen bietet. Sowohl die Funktionsweise des Sturmflutsperrwerks als auch die Argumente für und wider Massentourismus und die Veränderungen in Stadt und Lagune in den letzten Jahrhunderten, v.a. Jahrzehnten werden hier nachvollziehbar dargelegt. Daneben wird immer wieder auch auf die Schönheit Venedigs eingegangen, das Altehrwürdige, die besondere Stimmung zu unterschiedlichen Tageszeiten - und auf den allmählichen Verfall. Wehmut und Desillusion durchziehen den Roman, was das Ende noch bestärkt. Was mag sich nach solch einer Katastrophe ändern? Autissier deutet an: der Mensch wohl nicht. Und das beschränkt sich wohl kaum nur auf die Situation um Venedig…   © Parden

  • Bewertung

    5/5

    19.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Hier wird vorweggenommen, wovor...

    Hier wird vorweggenommen, wovor viele warnen: Venedig geht unter! Guido, Wirtschaftsrat von Venedig, muss die Kassen der Stadt füllen, seine Tochter Léa stemmt sich vehement gegen Massentourismus. Realistischer, atmosphärisch packender Roman. Isabelle Autissier at her best!

  • Bewertung

    5/5

    13.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Acqua Alta

    Ein unglaublich interessantes Buch! Es fällt nicht unbedingt in mein Leseschema und doch hat mich der Klappentext angesprochen. Einfach mal etwas querlesen, dachte ich. Ich war aber von der ersten Seite an so gefesselt und konnte es nicht mehr weglegen. Man erfährt viel über Venedig, warum es funktioniert wie es funktioniert oder eben nicht. Über Korruption, den schmalen Grad zwischen Wirtschaftsinteressen und Umweltbewusstsein. Über M.O. S.E. das große Sperrwerk vor der Lagune die das Hochwasser abhalten soll und dass die Klimaerwärmung gar nicht das Hauptproblem für den steigenden Wasserpegel ist, sondern auf die vielen falschen Entscheidungen der letzten Jahrzehnte zurückzuführen ist. Der Schreibstil ist flüssig, leicht zu lesen und nie langweilig. Die beiden Sichten, die des wirtschaftsorientierten Vaters und der jungen Umweltaktivistin die absolut gegensätzlich sind, fand ich auch sehr interessant , versteht man ja doch irgendwie beide Seiten. Ein wirklich fesselndes und informatives Buch.

  • Bewertung

    aus Villach

    5/5

    24.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Untergang Venedigs

    ch war schon sehr oft in Venedig. Unvergesslich wird bleiben, als ich zwei Tage nach dem ersten Lockdown dort hinfuhr und genau wusste, so werde ich Venedig nie mehr erleben. Es war beeindruckend: kaum eine Menschenseele war anzutreffen, nur Einheimische – das hatte Flair und Stimmung. Isabelle Autissier konnte mich schon vor ein paar Jahren mit ihrem Roman „Herz auf Eis“ begeistern. Auch Aqua alta ist kurzweilig und interessant zu lesen – ganz an „Herz auf Eis“ kommt es jedoch nicht heran. Der Roman beginnt damit, dass Guido Malegatti in einem Krankenhaus erwacht und sich erinnert, dass die befürchtete Katastrophe eingetroffen ist: Venedig ist von einer gewaltigen Flutwelle erfasst worden und liegt in Trümmern. Auch der Sperrwall M.O.S.E., der dem italienischen Staat Milliarden gekostet hatte, konnte Venedig nicht schützen. Mit einem Boot fährt Guido Malegatti durch das zerstörte Venedig, auf der Suche nach seiner Tochter Lea. Die drei Mitglieder der Familie Malegatti stehen für unterschiedliche Sichtweisen auf Venedig: Guido Malegatti, aufstrebender und ehrgeiziger Stadtpolitiker, ist zuständig für Wirtschaftsangelegenheiten, will eine Stadtentwicklung in Richtung mehr Tourismus, noch mehr Hotels, noch mehr Kreuzfahrtschiffe. Seine Frau Maria Alba stammt aus dem alten Adel Venedigs, deren Familie drei Dogen hervorbrachte. Sie steht im Roman für die prachtvolle historische Geschichte Venedigs. Sie zeigt ihrer Tochter Lea die Schönheit der Stadt bei gemeinsamen Spaziergängen. Seine Tochter Lea ist eine militante Umweltaktivistin und protestiert gegen Massentourismus, Kreuzfahrtschiffe und auch gegen den Vater, um ihr Venedig zu retten. Der Roman ist sehr realistisch geschrieben und führt die Problematik Venedigs mit seinem Massentourismus deutlich vor Augen. Er schafft so ein Bewusstsein für eine mögliche Zukunft. Das Konzept der drei Sichtweisen auf Venedig finde ich besonders gelungen. Alles in allem ein sehr lesenswerter und wichtiger Roman!

Kundinnen und Kunden meinen

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Bewertungen (12)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Anja Söllner

    Anja Söllner

    Thalia Hof

    Buchhändler*in

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    5/5

    24.06.2024

    eBook (ePUB 3)

    "Venedig sehen..."

    Hochwasser in Venedig ist seit Jahren ein großes immer wiederkehrendes Thema. Guido Malegatti ist Wirtschaftsrat der schönen Stadt und beschäftigt sich nicht gerne mit diesem Szenario, für ihn ist seit dem Bau des Lagunen Sperrwerkes Moo.S.E klar, dass keine Flutwelle Zerstörung der Stadt bedeuten kann. Ihn interessiert nur Profit und Erfolg, sowie seine Inszenierung in der Öffentlichkeit. Als klassischer Aufsteiger hat er sich ein bequemes und attraktives Umfeld geschaffen, selbst der Adel hält ihm die Türen offen, denn seine schöne Ehefrau stammt aus den höchst einflussreichsten Kreisen Venedigs… Seine Tochter Lea allerdings sieht vieles mit anderen Augen, sie wird Klima-Aktivistin und glaubt nicht an eine Verhinderung einer Umwelt-Katastrophe. Ein Wetter zieht auf, das dumpf ahnen lässt, was passieren könnte… Jeder möchte Venedig einmal im Leben gesehen haben, um diesen Wunsch kreist der Roman von Isabelle Autissier, die selbst aktiv im Umweltschutz ist und mit ihrem Buch eingehend vor einer Unterhöhlung der Stadt warnt. Autissier ist dazu Seglerin, die die Welt umsegelte und jede Regung des Meeres kennt. So verbindet sie in einer beklemmenden, hochspannenden Atmosphäre das Genre Roman und Sachbuch zugleich. Gerne lege ich Ihnen dieses Buch nahe, das ich mit Faszination gelesen habe! Der Mare Buchverlag verlegt ausschließlich Bücher, die mit dem Meer zu tun haben und ist bekannt für ihre schöne Gestaltung.
  • Zum Bewerterprofil von Anja Lindenau

    Anja Lindenau

    Thalia Moers

    Buchhändler*in

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    5/5

    17.05.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Unvorstellbar realistisch!

    Geschickt macht die Autorin aus einer Fiktion eine immer erschreckend realere Möglichkeit, die wir uns gar nicht vorstellen möchten. In eindringlichen Bildern und einer faszinierenden Sprache werden uns die sehr unterschiedlichen Persepektiven der handelnden Personen nachvollziehbar und überzeugend nahe gebracht. Wieder ein toller Roman der Autorin, der die Frage stellt, wie hätte ich in dieser Situation gehandelt? Ein Leseabenteuer, das noch lange nachklingt.
  • Zum Bewerterprofil von Simone Büchner

    Simone Büchner

    Thalia Coburg

    Buchhändler*in

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    5/5

    20.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Stille

    "Acqua Alta" ist der dritte im Mare Verlag erschienene Roman der Französin Isabelle Autissier. Ihre Themen sind sehr verschieden, die Umsetzung immer gelungen. Hier zeichnet sie das erschütternde Bild eines überfluteten, völlig zerstörten Venedig. Mittendrin drei Menschen einer Familie. Die Autorin erzählt geschickt. Am Anfang steht die Katastrophe - nach drei Wochen Dauerregen versinkt die Stadt in den Fluten. Ob das zu verhindern gewesen wäre oder wodurch - dazu gehen die Meinungen und Interessen von Guido Malegatti, Wirtschaftsrat der Stadt und seiner Tochter Léa, Umweltaktivistin weit auseinander. Die Geschichte zeigt den Glanz früherer Tage, liefert anschaulich Fakten, übt intelligent Kritik und erklärt eine getroffene Schutzmaßnahme - das Projekt "Mose". Hat mich voll gepackt, Madame Autissier bleibe ich gewogen!
  • Zum Bewerterprofil von Annette W.

    Annette W.

    Thalia Berlin – Alexa

    Buchhändler*in

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    5/5

    20.02.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Venedig, der Vergnügungspark

    Dass Venedig absinkt, ist seit vielen Jahrhunderten bekannt. Klimawandel, Kreuzfahrtschiffe und der Massentourismus beschleunigen diesen Prozess noch. Bevor es in diesem Buch zum letzten Aqua alta kommt, die Stadt entgültig überschwemmt wird, werden Gutachten erstellt, ein Sperrmechanismus gebaut, der das Wasserniveau nach Belieben regulieren kann usw. Aber wie lange können wir die Natur nach unseren Wünschen beugen? Venedigs Zerstörung geschildert zu bekommen, ist bedrückend . Aber dem Leser wird auch die Schönheit und Einzigartigkeit dieser Stadt vor Augen geführt. Dieser Roman ist ein berührendes, auch beunruhigendes Buch über den seit vielen Jahrhunderten voraus zusehenden Untergang der Stadt Venedig, der unterschiedlichen Interessen von Stadtverwaltung und Bevölkerung bis zur Katastrophe und die Reaktionen danach. Nichts gelernt? Lesen!
  • Zum Bewerterprofil von Tanja Wambach

    Tanja Wambach

    Thalia Ludwigsburg – Breuningerland

    Buchhändler*in

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    4/5

    06.07.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Dem Untergang geweiht

    Acqua Alta gibt uns zum einen einen düsteren und leider sehr realistischen Einblick in ein Venedig, das vor dem Abgrund steht... oder besser in das, was Vendig erwarten könnte, wenn die Verantwortlichen jetzt nicht radikal handeln und Geldgier und Machtverlangen weiterhin das Zepter in der Hand halten. Zum anderen durchleben wir die Zeit vor Venedigs beschriebenem Untergang an der Seite der Familie Malegatti. Guido Malegatti liebt das Geld und den Ruhm, seine Frau Maria Alba verkriecht sich hingegen lieber gleich in ihrer venezianischen Vergangenheit und Tochter Léa kämpft mit allen Mitteln um den Erhalt Venedigs. Jedes Familienmitglied spiegelt so auf seine Art den gesellschaftlichen Konflikt der Serenissima wider - oder fast möchte ich sagen, spiegelt den größten Konflikt unserer Zeit wider. Denn vieles was Isabelle Autissier beschreibt lässt sich erschreckend einfach auf unsere Welt von heute übertragen und beim Lesen schnürte sich mir ob ihrer düsteren Analyse vom Untergang immer wieder der Magen zu... Sie erinnert uns daran, dass jetzt die Zeit zu handeln ist und nicht irgendwann. Während ich alle Fakten, die Isabelle Autissier gekonnt in ihren Roman einfließen lässt, praktisch in mich aufgesogen habe, wurde ich leider mit keinem der Charaktere wirklich warm und fand die Story teils klischeebehaftet und irgendwie zu sehr gewollt. Aber das ist mein persönliches Empfinden und ich möchte Euch das Buch trotzdem ans Herz legen, weil es eines mit Sicherheit tut - es rüttelt auf und legt unerschrocken den Finger in die bereits so tiefen Wunden Venedigs und unserer ganz realen Gegenwart. Und fesselnd ist es allemal.

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