Die Semperoper als Schauplatz von politischen Wirren, dramatischen Schicksalen und gefährlichen LeidenschaftenDresden, 1869: Die gefeierte Violinistin Elise Jacobi hat ihre Liebe zur Musik an die Kinder weitergegeben. Ihre Tochter Netty probt an der Semperoper als Primaballerina für die Rolle ihres Lebens, Sohn Julius ist ein begabter Pianist und verliebt sich in die unabhängige Bankierstochter Rahel Cohn. Eine neue Generation wächst heran, die den Mut hat, nach der Freiheit zu greifen und neue Wege zu gehen. Doch dann kommt es zu einem verheerenden Feuer, bei dem das Königliche Theater in Schutt und Asche gelegt wird.Fassungslos stehen die Menschen vor den Trümmern. Schnell wird klar, dass für den Wiederaufbau nur einer infrage kommt: Gottfried Semper. Er hatte Dresden nach den Maiaufständen vor 20 Jahren verlassen müssen. Mit ihm kehrt auch Christian Hildebrand zurück, der frühere Dekorationsmaler am Hoftheater. Im Exil hat er eine glänzende Karriere gemacht. Das Wiedersehen mit Elise, seiner großen Liebe, gerät jedoch zur emotionalen Zerreißprobe. Erst recht als Christian dem 19-jährigen Julius begegnet - und in ihm eine Ahnung aufkeimt, die alles infrage stellt, was er jahrelang für die Wahrheit gehalten hat ...Eine neue Generation am Opernhaus - das fulminante Finale der groß angelegten Dresden-Trilogie von Bestsellerautorin Anne Stern
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Diana Heide
5/5
13.05.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Wunderbarer Abschluss einer wunderbaren Trilogie
Der dritte Teil setzt knapp 20 Jahre später an. Elises Kinder sind erwachsen, sie ist wieder verheiratet mit einem liebevollen Arzt, aber sie hängt immer noch ein bisschen an der Vergangenheit.
Ich habe es einfach geliebt wie die Autorin mal wieder hervorragend recherchiert hat und historische Fakten in eine tolle Geschichte eingeflochten hat, die in unserer Heimat und Lieblingsstadt Dresden spielt.
Absolut empfehlenswert, auch wegen der tollen Sprecherin.
Bewertung
5/5
04.01.2026
eBook (ePUB 3)
Das Opernhaus 3: Samtschwarz die Nacht
Inhalt siehe Klappentext.
Vor etwa 2 Jahren hatte ich bereits den ersten Teil der Dresden-Reihe von Anne Stern gehört, vor 10 Monaten folgte Teil zwei, und ich war gespannt auf den Abschluss der Reihe. Mein Plan war, den dritten Band zu lesen, bevor es kurz vor Weihnachten nach Dresden ging. Ich war dort, aber das Buch habe ich doch erst danach gelesen und das war auch gut so. Ich finde, man sollte die Vorgängerbände kennen, um direkt in 1869 einzusteigen, wenn das Königliche Hoftheater seinen Schicksalsschlag erfährt. Elise, inzwischen fast 50, hängt immer noch an Theatermaler Christian, sie kann es nicht leugnen und auch er, seit Jahren in Wien lebend, kann sie nicht vergessen. Elises Familie, Sohn Julius und Ziehtochter Annette, die erfolgreiche Ballerina in Berlin ist und nun in Dresden auftreten soll, und natürlich Arztgatte Leopold wissen nichts von dieser Vergangenheit - wobei Netty etwas ahnt. Ich kann und will Elise nicht verurteilen, warum sie dieses besondere Geheimnis so lange für sich behält, ich denke, was folgt, ist auf seine Weise gut für die ganze Familie. Julius verliebt sich in die jüdische Bankierstochter Rahel und hier merkt man ganz stark, die wie Unterschiede aufgrund von Religionszugehörigkeit damals (und leider auch heute) waren, es wurde gewertet, wo man konnte. Traurig, aber wahr. Nach meinem Opernbesuch in der Vorweihnachtszeit (ja, es war tatsächlich die von den Sachsen und Dresdnern heissgeliebte „Zauberflöte“) konnte ich den Roman gleich viel besser genießen. Die Schauplätze aus dem Buch habe ich, teilweise unbewusst, auch besucht und konnte so schnell einordnen, wer wann wo war. Für einen Ortsfremden sind Kleinigkeiten wie Pflaumentoffel auf dem Striezelmarkt oder Kräppelchen wohl nicht der Rede wert, aber wer die lustigen Männchen kennt oder auch gerade eines in der Hand hatte, für den ist es eine Erwähnung wert. Die Düfte auf dem Weihnachtsmarkt, die zarten Schneeflocken, natürlich auch der bitterkalte Wind, den ich selbst erlebt habe - es ist eine schöne Erinnerung, auch wenn die Geschichte 155 Jahre in der Vergangenheit liegt. Elise und Täubchen und auch deren Töchter sind für mich ziemlich fortschrittliche Frauen mit eigenem Willen, den man ihnen nicht nehmen sollte. Schön, dass Isidor das doch noch einsieht (oder einsehen muss). Um nicht nur bei den beiden Familien Leitner und Cohn zu bleiben, sollte man, wenn man die Möglichkeit hat, Führungen durch die (Alt-)Stadt und/oder die Semperoper unternehmen. Es gibt so viele Details, die einem unbekannt sind. Ich fand es unheimlich spannend zu lesen, wie der Brand im Gebäude passierte, wie schnell alles ging, bis das Gebäude zerstört war, wer sich danach um die Planung für den Wiederaufbau kümmerte und dass sogar der im Exil lebende Herr Semper nach Dresden zurück kam (das Gespräch mit Flora fand ich wirklich herrlich, das Mädchen besitzt Menschenkenntnis!) und wie schnell auch hier gehandelt wurde. Sehr ergreifend fand ich den Part der Hofgarderobiere Bertha Heise, die für und in der Oper lebte und sehr süß war das Treffen mit dem alten Herrn Spielmann. „Samtschwarz die Nacht“ gehört schon jetzt zu meinen Lesehighlights in diesem Jahr, ein großer Schwung Geschichte über die berühmte und bekannte Oper in einer wunderschönen Stadt (ich war ein paar Tage später in einer anderen bekannten Stadt, diese zog den Kürzeren gegen über dem Elbflorenz), den man unbedingt mitnehmen muss und einer groß angelegten Familiengeschichte inklusive. 5 dicke Sterne und absolute Leseempfehlung - Anne Stern hat wieder wunderbare Arbeit geleistet, man spürt die Magie in den Buchstaben!
Bewertung
aus Oberursel
5/5
25.08.2024
Buch (Taschenbuch)
beste Unterhaltung
In dieser Dresden-Trilogie fehlt mir persönlich der Anfang, ich bin im letzten Teil hier eingestiegen, aber das macht nichts, prinzipiell sind die Bände auch unabhängig voneinander lesbar. Wir begleiten durch die komplette Reihe die begabte Violinistin Elise durch ihr Leben, aber da die Bücher einmal die Jugend / das frühe Erwachsenenalter, dann die Zeit der ersten Ehe und nun Elises 50er beinhalten, ist jeder band in sich auch abgeschlossen. Macht natürlich Sinn, von vorne zu beginnen, aber man bekommt alle nötigen Hintergründe auch nebenbei geliefert. Das mal vorab.Und so ganz nebenbei spielt die Geschichte des Dresdner Opernhauses immer die tragende Rolle im Hintergrund.
Hier nun sind wir bei Elise und ihrer Familie 1869. Elise ist mittlerweile in zweiter Ehe mit dem Chirurgen Leopold mehr oder weniger glücklich verheiratet. Die Ehe ist harmonisch, aber – wir erinnern uns – eigentlich ist Elises Herz an den Bühnenmaler und Revolutionär Christian gebunden, der bei den Aufständen vor 20 Jahren aus Dresden geflüchtet ist und seitdem genauso wie der Erbauer der Oper, Semper, im Züricher Asyl weilt. Neue Protagonisten betreten in diesem Band die Bühne: Tochter Netty ist mittlerweile Primaballerina und neuer Stern auf der nationalen Ballettbühne, und Sohn Julius macht als Pianist von sich reden – und verliebt sich ausgerechnet in die wohlhabende Bankierstochter Rahel, die als Jüdin ja nun gesellschaftlich so gar nicht in Frage kommt. Die Konstellationen sind spannend, denn Nettys Ensemble probt an der Semperoper, die in diesem Jahr in Schutt und Asche gelegt werden wird, und Julius' Liebesgeschichte gibt viel Stoff für die gesellschaftlichen Zustände der damaligen Zeit her: eine Liebesgeschichte gegen alle religiösen Vorurteile – und mit Rahel haben wir auch eine junge, intelligente Dame, die mehr vom Leben erwartet als nur das Eheleben....Rahel will alles: Bildung, Freiheit, und die Liebe. Kann das klappen?
Mein Leseeindruck: Das hat mal wieder echt Spaß gemacht! Ein toller, super gut geschriebener historischer Roman, gut recherchiert, für meine Gefühle super authentisches Setting im Dresden der 1860er Jahre, mit einer tollen Cast. Wobei ich hier tatsächlich am meisten mit Julius und Rahel mitgefiebert habe. Mir haben die zwei echt gut gefallen. In der ganzen Reihe spielen die neuen Frauenvereine und der Kampf der Frauen um ihre Rechte eine Rolle im Hintergrund, und das wurde hier alles geschickt miteinander verwoben. Die schlaue Rahel, die ihre individuellen Ziele im Kopf hat und für sich eintritt, und die trotzdem sich nicht mit ihrer kompletten Herkunft überwirft. Hat mir gefallen.
Und natürlich immer wieder Elise: klar, die Hauptdarstellerin in dieser Trilogie, die gerne rückwirkend einiges anders sieht als früher (wer tut das nicht in ihrem Alter), aber trotzdem sich treu bleibt und ihren Platz findet – denn am Ende wird alles gut, oder? Und so soll es sein :-)
Mich hat der Roman erneut abgeholt und bestens unterhalten.
Magdalena
aus Köln
5/5
19.08.2024
eBook (ePUB 3)
Im Abschlussband stehen Elises Kinder im Mittelpunkt
Das Opernhaus - Samtschwarz die Nacht ist der Abschlussband der Dresden-Trilogie von Anne Stern.
1869 ist Elise ist 49 Jahre alt. Sie lebt mit ihrem Mann, dem Arzt Leopold Leitner und ihren beiden erwachsenen Kindern in Blasewitz. Ihre Adoptivtochter Netty ist Primaballerina an Königlichen Hoftheater. Der 19jährige Julius studiert Mathematik und Bauwesen, bei ihren Auftritten begleitet er seine Mutter am Klavier. Elises große Liebe, der Bühnenmaler Christian Hildebrand, lebt seit den Mai-Aufständen 1849 in Zürich.
In diesem Band steht die Liebesbeziehung von Elises Sohn und Rahel Cohn im Mittelpunkt. Rahel entstammt einer jüdischen Bankiersfamilie. Das junge Mädchen ist sehr belesen, sie würde gern wie Julius Mathematik studieren, doch Frauen sind im Königreich Sachsen nicht zum Studium zugelassen.
Obwohl die Leitners der Familie Cohn freundschaftlich verbunden sind, betrachten sie Julius‘ Beziehung zu einer Jüdin mit großer Sorge, der Antisemitismus ist in Sachsen sehr weit verbreitet.
Am 21. September fängt der Dachboden des Hoftheaters während der Proben zur Premierenfeier von La Sylphide aufgrund der Unachtsamkeit eines Handwerkers Feuer. Glücklicherweise können sich alle Darsteller und OpernmitarbeiterInnen vor dem Feuer retten. Schon bald wird ein Interimstheater aufgebaut und Gottfried Semper aus der Verbannung nach Dresden gerufen, um die Oper wiederaufzubauen. Auch Christian soll zurückkommen, um das Opernhaus in altem Glanz wiederauferstehen zu lassen.
Sehr ergreifend beschreibt Anne Stern die Gedanken und Gefühle der Garderobiere Bertha Heise, die sich nach dem verheerenden Brand voller Wehmut die Requisiten anschaut, die aus den Ruinen gerettet wurden: „verrußte, nach Rauch stinkende Stoffballen, Spitzenborten, Straußenfedern, Papierfächer, Seidenstrümpfe, Gürtel, Lederschuhe, Kopfschmuck, Hüte … All das quoll übel riechend und schwärzlich verfärbt aus den Kisten und war kaum wiederzuerkennen.“ (S. 252)
Ich habe mich sehr über das Wiedersehen mit Elise und Christian, aber auch mit den Nebenfiguren wie Elises Vater Georg Spielmann, ihre Schwester Barbara, Ernestine Hildebrand und Clementine Fuchs, Fanny Regensberg, und last but not least Bertha Heise gefreut.
Anne Stern hat den Brand in der Oper so authentisch beschrieben, dass ich mich mittendrin wähnte und an den Brand in der Kathedrale Notre-Dame vor fünf Jahren denken musste.
Schade, dass die Trilogie nun zu Ende ist, gerne hätte ich erfahren, wie es mit Rahel und Julius, Elise, Leopold und Christian, Netty und Niccolo weitergeht. Ich hatte mit der Semperoper-Trilogie wunderbare Lesestunden und habe viel über den Brand vom 21.09.1869, die Welt der Oper und Dresden erfahren. Von mir eine große Leseempfehlung für diese hervorragend recherchierte Reihe.
zauberblume
aus Altdorf
5/5
18.08.2024
Buch (Taschenbuch)
Dies ist nun das großartige…
Dies ist nun das großartige Finale der herausragenden Dresden-Trilogie aus der Feder der Bestsellerautorin Anne Stern, die uns in diesen Romanen in die Welt der Musik entführt hat. Der Inhalt: Dresden 1869: Die gefeierte Violinistin Elise Jacobi hat die Liebe zur Musik an ihre Kinder weitergegeben. Tochter Netty probt an der Semperoper als Primaballerina für die Rolle ihres Lebens, Sohn Julius ist ein begabter Pianist und verliebt sich in die unabhängige Bankierstochter Rahel Cohn. Eine neue Generation wächst heran, die den Mut hat, nach der Freiheit zu greifen und neue Wege zu gehen. Doch dann kommt es zu einem verheerenden Feuer, bei dem das Königliche Theater in Schutt und Asche gelegt wird. Fassungslos stehen die Menschen vor den Trümmern. Auch für Elise ist der Anblick kaum zu ertragen, verbindet sie doch mit dem Hoftheater lang unterdrückte Gefühle für den ehemaligen Dekorationsmaler Christian Hildebrand. Bei den Maiaufstände vor zwanzig Jahren musste Christian aus der Stadt fliehen. In aller Heimlichkeit trägt Elise sein Andenken noch heute in ihrem Herzen – ebenso wie das große Geheimnis, das seit so vielen Jahren auf ihr lastet. Denn es hat die Kraft, alles zu zerstören, was sie sich seit Christians Flucht aufgebaut hat. Wow! Was für ein spannendes und hochemotionales Ende dieser beeindruckenden Trilogie. Noch jetzt nach Beendigung der Lektüre läuft das Gelesene wie ein Film vor meinem inneren Auge ab. Ich habe mich riesig gefreut, wieder all die bekannten und zum Teil lieb gewonnenen Charaktere wieder zu treffen. Allen voran natürlich Elise, die mir richtig ans Herz gewachsen ist. Nun ist sie die Frau eines angesehenen Arztes und lebt in einer schönen Villa vor den Toren Dresdens. Doch irgendwie scheint Elise nicht richtig glücklich zu sein, zu sehr beschäftigen sie die Ereignisse der Vergangenheit und die damit verbundenen Folgen. Ihre Tochter Netty ist mittlerweile eine erfolgreiche Primaballerina geworden und ihr Sohn Julius, zu dem sie eine ganz besondere Verbindung hat, ist ihr Sonnenschein. Wir erfahren wieder viel aus dem Leben der Familie und von manchen Geschehnissen bin ich wirklich tief berührt. Der Spannungsbogen ist einfach wieder fantastisch und ich konnte die Lektüre nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe Elise für ihren Mut bewundert, endlich Klarheit in alles Ungesagte zu bringen. Am Ende der Lektüre kann man seinen Gedanken freien Lauf lassen und sich die Geschichte weiterspinnen. Für mich ist diese Lektüre ein absolutes Lesehighlight, das ich von der ersten bis zur letzten Seite genossen habe. Ich habe mit dieser Traumlektüre wunderschöne spannende und auch aufwühlende Lesestunden verbracht. Selbstverständlich vergebe ich sehr gerne 5 Sterne. Das Cover hat für mich übrigens einen gewissen Wiedererkennungswert.
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5/5
15.06.2026
eBook (ePUB 3)
Samtschwarz die Nacht von Anne Stern
Dresden 1869. Ein historischer Roman, in dessen Mittelpunkt die Semper-Oper steht, welche durch ein Feuer zerstört wird. 2 Familien, die der Oberschicht angehören. Da ist zum einen Netty, eine Primaballerina, Tochter eines Arztes und zum anderen eine jüdische Bankiersfamilie, die miteinander befreundet sind. Auch der Beginn des Antisemitismus kommt nicht zu kurz sowie der Stellenwert der Frau in dieser Biedermeierzeit. Bildung für Frauen ist oftmals unerwünscht. Ein Buch, dass diese Zeit treffend spiegelt.
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