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Marseille 1940 Die große Flucht der Literatur

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Verkaufsrang

28755

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

09.12.2024

Abbildungen

mit 28 Abbildungen und 2 Karten

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

351

Maße (L/B/H)

21,4/14,1/3,4 cm

Gewicht

528 g

Auflage

2..Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

2710000311287

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Gut

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09.12.2024

Abbildungen

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C.H. Beck

Seitenzahl

351

Maße (L/B/H)

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Deutsch

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  • Büchertanz.de

    aus Freiburg

    5/5

    21.08.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Wenn Kultur um ihr Leben rennt - Ein Buch gegen das Vergessen

    Es gibt Bücher, die lese ich nicht einfach so nebenbei. Es sind Bücher, auf die ich mich voll und ganz einlassen muss. Bücher, die in meinem Kopf einen dichten, fast schmerzhaften Sog entwickeln. Uwe Wittstocks dokumentarisches Buch „Marseille 1940 – Die große Flucht der Literatur“ ist genau so ein Werk. Für mich war der Einstieg absolut problemlos, doch schnell wurde mir klar: Dieses Buch wird mich herausfordern und gleichzeitig mit einer zutiefst bewegenden Erfahrung belohnen. Wittstocks Schreibstil ist mitunter sehr sachlich, fast dokumentarisch. Doch genau diese Nüchternheit erzeugt eine ungeheure Intensität. Ich tauchte völlig in dieses dunkle, wichtige Kapitel der Geschichte ein. Die größte Herausforderung beim Lesen ist das dichte Geflecht aus Schicksalen. Manchmal war es gar nicht so leicht, die vielen historischen Figuren und ihre komplexen Hintergründe im Kopf zu behalten. Das ist kein Buch für das schnelle Überfliegen vor dem Einschlafen. Ich musste stets konzentriert bleiben, doch jede investierte Minute in dieses Buch hat sich gelohnt. Was mich beim Lesen am intensivsten berührt hat, ist die allgegenwärtige Atmosphäre aus Angst und Verzweiflung. Wittstock transportiert die Beklemmung des Jahres 1940 direkt ins Hier und Jetzt. Marseille war in diesem Sommer der letzte, überlaufene Zufluchtsort für jüdische und vom NS-Regime verfolgte Intellektuelle, während die Wehrmacht und die Nationalsozialisten immer näher rückten. Besonders schrecklich war hier die perfide, bürokratische Willkür: Ständig änderten sich die Voraussetzungen, Gesetze und Regeln für Visa und Ausreisen. Alles war völlig undurchschaubar. Ich spürte beim Lesen förmlich das lähmende Ohnmachtsgefühl der Menschen, die in diesem bürokratischen Mahlwerk gefangen waren und deren Überleben von einem einzigen Stempel abhing. Die Schicksale im Buch sind mir allesamt unglaublich nahegegangen. Ob Anna Seghers, die mit ihren Kindern um das nackte Überleben bangte, oder Heinrich und Golo Mann. Hier prallten plötzlich zwei völlig verschiedene Welten aufeinander, die aus der Not heraus zusammenarbeiten mussten: Auf der einen Seite die berühmte Elite der europäischen Kultur, also gefeierte Intellektuelle, die nun völlig auf die Hilfe von anderen Menschen angewiesen waren. Und auf der anderen Seite Varian Fry. Was für eine unfassbare Persönlichkeit. Ein amerikanischer Journalist, der mit purem Pragmatismus, immensem Mut und unter ständigem Lebensrisiko zu einem der größten Retter der Kulturgeschichte wurde. Der Kontrast zwischen den feinsinnigen Denkern und dem riskanten, zupackenden Einsatz dieses Mannes ist meisterhaft gezeichnet. Das Buch „Marseille 1940 – Die große Flucht der Literatur“ von Uwe Wittstock hat meinen Blick auf unsere heutige Welt verändert. Es führt uns allen schmerzhaft vor Augen, wie unfassbar verletzlich unsere Kultur, unsere Werte und unsere Freiheit sind, sobald politische Systeme sich radikalisieren. Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit. Sie kann innerhalb kürzester Zeit wegbrechen. Danke für dieses großartige und nachhallende Leseerlebnis. Fazit: „Marseille 1940 – Die große Flucht der Literatur“ ist ein emotional forderndes, aber absolut großartiges und wichtiges Sachbuch. Uwe Wittstock hat den Verfolgten und ihren Rettern ein würdevolles Denkmal gesetzt. Unbedingt lesen!

  • Edith Berger

    aus Graz

    5/5

    20.06.2026

    eBook (ePUB)

    Großes, interessantes Lesevergnügen

    Die Nazis überfallen nach und nach ihre Nachbarn. Auch Frankreich muss sich überraschend schnell geschlagen geben. 1940 ist die Grande Nation besiegt. Der Süden Frankreichs ist noch der letzte Zufluchtsort, die letzte Möglichkeit außer Landes zu kommen. Viele, von diesem Verbrecherregime verfolgte Menschen setzen ihre ganze Hoffnung darauf. Darunter namhafte KünstlerInnen mit ihren Familien, wie Anna Seghers, Hanna Arendt, Lion Feuchtwanger, Franz Werfel und Alma Mahler, Heinrich und Golo Mann, Marc Chagall, Max Ernst, Stephane Hessel, André Breton, Walter Benjamin usw. Marseille ist Dreh und Angelpunkt. Der amerikanische Journalist Varian Fry erkennt bereits 1935, seinem ersten Aufenthalt in Berlin, in welche Richtung Hitlers „Neues Deutschland“ marschiert. Zurück in Amerika, versucht er auf die Not, die Verzweiflung aufmerksam zu machen. Wenigen ist die katastrophale Lage bewusst. Aber einigen Menschen doch. Varian Frey geht nach Marseille und baut dort ein Hilfsnetz auf. Ihm und seinen HelferInnen gelingt es unter Todesgefahr vielen Menschen zur Flucht zu verhelfen.

  • Bewertung

    5/5

    13.10.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Interessant

    Frankreich 1940. Deutschland breitet seine Angriffe immer weiter aus, Teile von Frankreich werden besetzt. Viele Künstler, Schriftsteller und Intellektuelle haben vor ein paar Jahren Deutschland verlassen und sind jetzt wieder auf der Flucht. Ziele gibt es einige, nur wenig Möglichkeiten dahin zu gelangen. Der amerikanische Journalist Varian Fry versucht mit Hilfe des Emergency Rescue Committee’s Visas und Ausreisedokumente zu organisieren und so den Menschen zu helfen. Eigentlich ein Sachbuch, doch es liest sich fast wie ein Roman. In kurzen Kapiteln lernen wir die hier betroffenen Menschen kennen, unter anderem Hannah Arendt, Anna Seghers, Heinrich Mann, Lion Feuchtwanger und Franz Werfel. Einfühlsam geschrieben, tief berührend ist das Schicksal dieser Menschen. Uwe Wittstock führt uns ganz nah ran, an die Verzweiflung, an die Hoffnung. Marseille fungiert hier als Dreh- und Angelpunkt des Wartens und des Ankommens. Wir lesen über Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft aber auch Machtlosigkeit. Wittstock führt hier viele einzelne Schicksale in dem Jahr zusammen mit dem literarischen und politischen Kontext. Alles was in diesem Buch geschrieben steht, ist gründlich recherchiert. Ein wichtiger Teil unserer deutschen Geschichte, sehr lesenswert.

  • Bewertung

    5/5

    01.07.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Damals. Und heute?

    Ich kann mich dem Lob der anderen Leserinnen und Leser nur anschliessen. Ein spannend geschriebenes, gut recherchiertes Buch über die Ereignisse damals. Ich habe eine ganze Menge gelernt. Ich hätte mir noch ein paar Seiten mehr darüber gewünscht, was die Flüchtlinge auf dem Weg durch Spanien und Portugal erlebt haben. Aber es hat mich auch nachdenklich gemacht. Wie gehen wir heutzutage mit Flüchtlingen um? Wenn man sieht, welchen Problemen und Risiken sich die Menschen, die vor den Nazis fliehen mussten, gegenüber sahen: Armut, Lebensmittelmangel, Gefahren für Leib und Leben, Lager und Gefängnis, Kriminalität, Behördenwillkür, Einreiseverbote (auch in den USA). Und die Fluchthilfeorganisation von Varian Fry, wäre sie heute als (mindestens halbkriminelle) Schlepperbande verschrien? Aber ja, es damals und es gibt glücklicherweise auch heute viele, die Menschen in solcher Not helfen.

  • Bewertung

    5/5

    28.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Tolles Buch

    Ich habe das Buch wirklich verschlungen. Ganz große Klasse! Vieles wusste ich noch nicht und ich habe nebenbei viel selber noch recherchiert und dazugelernt. Absolute Kaufempfehlung!

Kundinnen und Kunden meinen

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Bewertungen (28)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Julian Birkner

    Julian Birkner

    Thalia Bayreuth

    Buchhändler*in

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    5/5

    03.07.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Spannend wie ein Krimi

    Jeder kennt sie: Thomas Mann, Hannah Arendt, Franz Werfel, Heinrich Mann... Die großen Literaten Deutschlands. Aber welchen Kampf sie durchstehen mussten um zu überleben weiß kaum jemand. Dieses brilliant recherchierte Sachbuch liest sich wie ein spannender Roman. Noch nie habe ich ein Sachbuch so verschlungen. Eine Empfehlung für alle, die sich für Literatur und Geschichte interessieren.
  • Zum Bewerterprofil von Kerstin Hahne

    Kerstin Hahne

    Thalia Zentrale

    Buchhändler*in

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    5/5

    05.11.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    spannende Literaturgeschichte

    Ich hatte vorher noch nie vom Fluchthelfer Varian Fry und dem "Emergency Rescue Committee"gehört, die mit "Emergency Rescue Visa" dafür verantwortlich waren, das soviele in Frankreich festsitzende (jüdische) Intellektuelle, Künstler, Politiker aller Coleur die Möglichkeit zur Einreise nach Amerika bekamen. Erstaunlich, was dieser Mann und seine Helfer geschafft/bewirkt haben - gedankt wurde es ihm eigentlich nicht genug! Wittstock hat sich einige exemplarische Autoren(z.B. Anna Seghers, Walter Benjamin, Franz Werfel+Gemahlin u.a. herausgegriffen und führt uns buchstäblich mit ihnen über die Pyrenäen, durch das Marseille der damaligen Zeit oder zu Fuß weg aus Paris - quasi mit der Gestapo im Genick. Sie alle waren aus Deutschland ins vermeintlich sichere Frankreich gezogen, um plötzlich in Nacht-und-Nebel-Aktionen erneut die Flucht ergreifen zu müssen. Das akribisch recherchierte Buch fusst auf vielen Dokumenten, Tagebüchern, Briefen, Interviews u.ä., die der Autor zu einer fesselnd geschrieben Lektüre verdichtet, die uns Leser buchstäblich in das Jahr 1940, den Hotspot Marseille und seine aus den Nähten platzende Bevölkerung wirft. Nun leben manche Flüchtlinge quasi unter einer Brücke, während die Vermögenderen noch im Hotel logieren können - das Land verlassen aber wollen sie alle... Spannende Lektüre, die uns einige heute vielleicht vergessene Dichter*innen nahbar+verwundbar vor Augen führt. Mit historischen sw-Fotos und umfangreichem Quellenverzeichnis.
  • Zum Bewerterprofil von Annika Bade

    Annika Bade

    Thalia Münster – Münster-Arkaden

    Buchhändler*in

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    5/5

    16.05.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Fluchthelfer der deutschen Literatur

    Lion Feuchtwanger, Hannah Arendt, Heinrich Mann, Anna Seghers - Namen, die nicht aus dem Deutschen Literaturkanon wegzudenken sind. Sie und viele weitere Schriftsteller, Philosophen und Künstler stehen auf den Todeslisten der Nazis. Sie alle nehmen, meist auf dem Weg ins amerikanische Exil, in dem Thomas Mann bereits wartet, eine Fluchtroute über Frankreich und Spanien in die Vereinigten Staaten. Eine Schlüsselfigur in "Marseille 1940" ist ein bislang wenig bekannter amerikanischer Journalist, der über 2.000 Menschen durch eine fingirte Organisation heimlich in seine Heimat einschleuste - unter größten lebensbedrohlichen Umständen. Von diesem unschätzbaren Dienst, den er der deutschen Literatur und Kunst damit erwiesen hat; vom Kampf ums Überleben und vom Zusammenhalt in schwersten Zeiten - eine große Leseempfehlung.
  • Zum Bewerterprofil von Lea Erdtmann

    Lea Erdtmann

    Thalia Zentrale

    Buchhändler*in

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    5/5

    08.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Varian Frys Rettungsprogramm: Die Chance für antinazionalsozialistische Schriftsteller:innen

    Hier kreuzen sich die Geschichten vieler bekanter Schriftsteller:innen und Denker:innen. Chronologisch wird man mit wechselnden Perspektiven durch das Jahr geführt. Von den Internierungslagern über spektakuläre Fluchten bis zur Hoffnungsstadt Marseille, Wittstock porträtiert Menschen voller Angst, Erwartung und Sehnsucht. "Marseille 1940" ässt sich sehr gut lesen, mit romanhaften Szenen und einigen Fotografien. Wer an Geschichte und an Literatur der 30er und 40er Jahre interessiert ist, sollte dieses Buch lesen!
  • Zum Bewerterprofil von Dr. Katrin Rudolphi

    Dr. Katrin Rudolphi

    Thalia Stade

    Buchhändler*in

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    5/5

    07.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ausgezeichnet dokumentiert, herzzerreißend...

    Ausgezeichnet dokumentiert, herzzerreißend und unglaublich spannend zeichnet Uwe Wittstock Monat für Monat die vielfältigen Versuche deutschsprachiger Literaten nach, Europa über Südfrankreich zu verlassen - eine makellose Chronik der Verzweiflung und aufkeimenden Hoffnung!

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Bewertungen (13)

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