Bewegend und kraftvoll erzählt Garrett Carr die Geschichte eines Jungen, der versucht, seinen Platz in der Welt zu finden, und die einer Familie und Dorfgemeinschaft, die gemeinsam den Widrigkeiten des Lebens trotzen. Eine Lektüre, die Hoffnung macht. In einer kleinen Gemeinde an der Westküste Irlands wird 1973 ein Baby am Strand gefunden. Ambrose, der Fischer, und seine Frau Christine adoptieren den Jungen, der fortan den Namen Brendan Bonner trägt. Alle sind fasziniert von diesem Kind, dessen Herkunft ein Rätsel ist und Brendon, der für viele ein Rätsel bleibt, gibt dem vom Sturm der Zeitläufte gebeutelten Dorf die Hoffnung an ein gutes Leben zurück. Zwanzig Jahre folgen wir dem Leben der Familie, das geprägt ist von Fürsorge und Schweigen, von der Rivalität der Brüder, von finanziellen Sorgen, aber auch dem Glück, von einer Gemeinschaft getragen zu werden.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
aus Penzberg
5/5
06.04.2025
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Eine raue, aber sehr bewegende Geschichte mit unerwartetem Ausgang
Das Cover passt hervorragend zum Inhalt des Buches, denn man sieht einen Jungen, der sehnsüchtig ein Fischerboot beobachtet. Und Garrett Carr erzählt diese Geschichte auf eine besondere Art, ja eigentlich berichtet „das Dorf“ selbst, was sich dort 1973 Erstaunliches ereignet. Einer der Bewohner, selbst nicht dafür geschaffen, ein Kind aufzuziehen, findet ein Baby in einem Fass. Dieses geht zunächst durch viele fürsorgliche Hände, bevor sich Ambrose, ein herzensguter Fischer mit einem eigenen kleinen Sohn, unerwartet entschließt, den Jungen aufzunehmen. Auch seine Frau Christine betrachtet sich als Brendans Mamy. Nur Declan, der eigene kleine Sohn, kann sich mit diesem Arrangement nicht anfreunden.
Die Jahre gehen ins Land, man darf am Leben der Bonnars teilhaben, Freuden, Sorgen und Nöte mit ihnen teilen und erleben, was das Schicksal ihnen auferlegt.
Das Leben der Fischer in Irland ist rau, gefährlich und hart. Und auch die Menschen haben ihre Eigenheiten, die der Autor sehr atmosphärisch in Szene setzt. Man fühlt sich angesprochen, manchmal sogar heimelig, und doch liegt eine unbeschreibliche Schwere, eine Düsternis über dieser Story. Aber gerade das macht sie eindringlich und auf besondere Weise fesselnd. Mich hat sie sehr bewegt, auch sehr gut unterhalten und das Ende war eher unerwartet und hat mich überrascht.
Richard Barenberg hat dieses Hörbuch unglaublich gut eingelesen, ruhig und an den richtigen Stellen akzentuiert, voller Wärme und Mitgefühl, was diese Geschichte zu einem wahren Hörgenuss gemacht hat!
Kerstin Kartenwerkstatt Kreativ- und Buchblog
aus Damme
5/5
01.04.2025
Hörbuch-Download (MP3)
Ein Dorf erzählt eine Geschichte
Der Junge aus dem Meer von Garrett Carr erschien im Argon Verlag. Das Hörbuch wurde von Richard Barenberg eingelesen, der mit seiner Stimme genau den passenden Ton für die Geschichte trifft. Diese spielt in einem kleinen Küstenörtchen an der Westküste von Irland Anfang der 70er Jahre. Zu der Zeit wird scheinbar ein Baby an den Strand gespült, das von den Dorfbewohnern aufgenommen und ein Leben lang beäugt wird. Ein Zuhause findet der Junge schließlich bei Fischer Ambrose und seiner Frau Christine und so dürfen wir als Hörer seinen Lebensweg bis ins erwachsenen Alter verfolgen.
Wenn du jetzt bei dem Findelkind direkt „Das Dschungelbuch“ oder auch „Harry Potter“ im Kopf hast, bist du auf einer ganz falschen Fährte. Hier geht es nicht um die Abenteuer eines kleinen Findelkindes und auch nicht um ein abtauchen in fantastische Welten. Es dreht sich um so viel mehr. Wir haben hier eine abgeschiedene Kleinstadt, die durch das Auffinden des Jungen aufgewühlt wird. Wir haben eine liebevolle Familie, die dem Jungen, er wird von ihnen auf den Namen Brendan getauft ein Zuhause gibt. Sie lassen ihm genau die gleiche Liebe zu teil werden, wie ihrem leiblichen Kind. Wir dürfen eintauchen in die Welt der Fischer und wie sich der Fischfang im Laufe der Zeit von kleinen Kuttern zu großen Industrieanlagen verändert. Weiterhin begleiten wir das Leben von Brendan und wie dieser all seine Liebe auf seinen großen Bruder fixiert, der dafür nicht wirklich empfänglich ist. Im Prinzip dürfen wir einfach in ein ganz normales Familienleben eintauchen, dass durch Höhen und Tiefen gezeichnet ist. Und doch ist es auch noch so viel mehr als das.
Die Erzählperspektive war für mich komplett neu und so habe ich im ersten Moment gespannt der Stimme von Richard Barenberg gelauscht. Denn wir haben es hier nicht mit einem Ich-Erzähler zu tun und auch keiner aus der dritten Person, sondern der Erzähler spricht in der ersten Person plural mit mir als Leser und so habe ich das Gefühl, ich würde dem ganzen Dorf bei ihrer Geschichte zuhören. So bekomme ich ganz viele Blicke auf Brendan und seine Adoptivfamilie und darf aus ganz unterschiedlichen Sichtweisen ein Blick auf das Geschehen werfen. Nach der anfänglichen Irritation, der ungewöhnlichen Erzählperspektive habe ich mich einfach fallen lassen.
Die bedächtige Stimme des Sprechers gab mir das Gefühl, von oben auf die Szenerie zu schauen und das Leben der Dorfbewohner in der Donegal Bay zu betrachten. Dabei ist der Fokus bei Ambrose Familie und im speziellen bei Brendan Bonner. So durfte ich zwar von außen teilnehmen, behielt aber die ganze Zeit einen gewissen Abstand zum Geschehen und war quasi ein Zaungast. Denn ich konnte keinen Blick in die Gefühlswelt des Jungen werfen. Ich bekam nur die Eifersucht seines Bruders zu spüren und musste Ambrose dabei begleiten, wie er unweigerlich mit seinem kleinen Fischkutter allein seine Runden drehte, während die Zeit an ihm vorbei zog.
Besonders Ambrose Erzählungen aus dem hier und jetzt, aber auch aus seiner Vergangenheit haben es mir angetan. Ich hatte dann quasi meinen eigenen Vater vor Augen, der über 40 Jahre lang nahezu täglich, außer in den Wintermonaten zur See gefahren ist. Als Krabbenfischer war er im nordfriesischen Wattenmeer unterwegs und musste sich im Laufe der Jahre mit den veränderten Bedingungen auseinandersetzen. Zu gerne erinnere ich mich an eigene Ausfahrten auf der Nordland zu den besten Fanggründen. Hier hatte mein Vater einen siebten Sinn und hielt sich nicht immer im Kreise seiner Kollegen auf, sondern eroberte auch andere Stellen um an das Gold der Nordsee heran zu kommen. Ich finde das Leben des Fischers und seiner Familie wurde sehr realistisch getroffen mit all seinen Ängsten und Gefahren der Zeit.
Hast du Lust auf eine ganz besondere Erzählung über ein Fischerdorf in Irland? Dann lausche der Stimme von Richard Barenberg, während er aus „Der Junge aus dem Meer“ von Garrett Carr liest. Nehme die Aufregung von Messy war, als das Kind in einer Fischertonne gefunden wird. Und begleite Brendans Leben in der Familie Bonner. Verdrehe die Augen zusammen mit seinem großen Brüder, während der Junge auf Streifzüge geht und spüre all die Eifersucht, die aus jeder Pore von Declans Haut strömt. Erlebe das Leben der Fischer und begleite Ambrose bei seinen Ausfahrten und mache dir ein ganz eigenes Bild von der Situation. Ich habe die besondere Erzählform genossen und konnte mich ganz und gar in die Geschichte fallen lassen. Ich empfehle es jedem weiter, der die leisen Töne im Leben mag und gerne abtaucht in ganz besondere Familiengeschichten. Von mir gibt es eine ganz klare Hörempfehlung.
Lesemone
4/5
28.03.2025
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Fischerjunge
Ambrose ist ein Fischer in Irland und bringt eines Tages ein Baby mit nach Hause, was er am Strand gefunden hat. Das Ehepaar hat schon einen Sohn und adoptiert das Baby bereitwillig und gibt ihm den Namen Brendan. Von Anfang an ist der leibliche Sohn jedoch dem neuen Familienmitglied feindselig eingestellt. Das Buch beschreibt über einen Zeitraum von 20 Jahren den Verlauf des Lebens von Brendan und seiner Familie. Es beschreibt aber auch, wie die Dorfgemeinschaft mit der Situation umging und was sich alles in der langen Zeit ereignet hat. Es geht viel um die Fischerei. Stellenweise fand ich es etwas langatmig erzählt. Mir hat aber gut gefallen, wie sich die Charaktere entwickelt haben und dass ihre Gedanken widergegeben wurden, so dass man einen Einblick in ihre Gefühle bekam. Ich habe das Hörbuch gehört und fand den Sprecher sehr gut. Er spricht die Geschichte gut betont und transportiert die Emotionen gut. Insgesamt eine interessante Familiengeschichte in einer Zeit Irlands, wo man sich als Fischerfamilie durchschlagen musste und die Dorfgemeinschaft noch was gezählt hat.
Bewertung
2/5
02.05.2025
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Der Junge aus dem Meer
Inhalt siehe Klappentext.
Ich denke, das Titelbild mit dem Jungen vor Horizont, Meer und Felsen hat mich mehr angesprochen, als es die Geschichte dann tatsächlich getan hat. Die Erzählung in Wir-Form ist gewöhnungsbedürftig; man kann nicht erkennen, aus wem sich „wir“ zusammensetzt.
Die Ereignisse ab dem Jahr 1973 sind ohne Datum aneinandergereiht, eine Menge an Aufzählungen, und das 20 Jahre lang. Das Rätsel um Brendons Herkunft steht immer im Raum, zum Schluss hin wird praktisch alles in Frage gestellt, wer macht hier eigentlich wem etwas vor? Mir fehlt trotz Geheimnis die Spannung im irischen Küstendorf und auf den Schiffen, wobei mich der Fischfang mit allem drum und dran nicht sonderlich interessiert, und der Gesellschaft allgemein. 9:59 Stunden sind in diesem Fall ziemlich lang, die Geschichte langatmig, obwohl die Stimme von Sprecher Richard Barenberg passt. Die Familie hält mal zusammen, dann wieder gibt es Zwist zwischen Christine und ihrer Schwester sowie ihrem Vater, dann zwischen den ungleichen Brüdern Declan und Brendon und auch zwischen Christine und ihrem Mann Ambrose. Das scheint soweit alles normal zu sein.
Garrett Carr hat sicher für den einen oder anderen eine ansprechende Fischersfamiliengeschichte mit allen Aufs und Abs, die das Leben in den 1970ern und danach zeichnet, geschrieben, mich hat sie nicht gefesselt, und so kann ich nur 2,5* vergeben.
brauneye29
aus Wachtendonk
2/5
29.03.2025
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Nicht mein Buch
Zum Inhalt:
Als ein Baby am Strand gefunden wird, kümmern sich ab diesem Zeitpunkt Fischer Ambrose und Frau Christine um ihn und er trägt ab da den Namen Brendon. Alle sind fasziniert von dem Jungen, dessen Herkunft keiner kennt. Wir erleben im Buch wie das Leben sich über eine Spanne von 20 Jahren entwickelt mit allem, was ein Leben so bieten kann.
Meine Meinung:
So richtig weiß ich nicht, wie ich das Buch finde. Einerseits ist das Rätsel um Brendons Herkunft sicher nicht uninteressant, auf der anderen Seite hätte es das Rätsel um die Herkunft nur bedingt gebraucht. Irgendwie hat mich das Buch nicht unbedingt abgeholt, denn gerade auch das ganze um die Fischerei hat mich irgendwann eher genervt als unterhalten. Die Familiengeschichte war schon interessant, hat mich aber am Ende nicht abgeholt. Ich bin aber sicher, dass das Buch seine begeisterte Leser finden wird.
Fazit:
Nicht mein Buch
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5/5
22.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der junge Mann und das Meer...
Ich bin diesem Buch ins Netz gegangen und habe mich zweifellos in dieser schönen Geschichte verfangen. Den Sog, den sie auf den ersten Seiten erzeugt hat, hätte ich so nicht erwartet und ließ mich zu einem heimlichen Beobachter dieses kleinen irischen Fischerdorfes werden. Garrett Carr erzeugt diese lebendige Atmosphäre, die einen einfach packt, sogar anhaftet wie ein Tag am Meer. Es ist fast so als höre man das Kreischen der Möwen, schmecke das Salz des Meeres und kenne die Familie des Findelkinds. Hinzu kommt, dass die Geschichte sich einen Hauch des Geheimnisvollen bewahrt. Einfach schön zu lesen.
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5/5
13.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein irisches Dorf im Wandel der Zeiten
Der irische Autor Garrett Carr erzählt in seinem Debütroman eine großartige, authentische irische Familiengeschichte, die in der Nähe seines Geburtsorts Donnegal 1973 an der irischen Küste Killybegs spielt.
Das karge Leben in dem kleinen Fischerdorf ist geprägt durch harte Arbeit auf den Fischkuttern, in der Fischfabrik und den langen Fahrten per LKW zum Ausliefern der Fänge im ganzen Land.
Sie sprechen nicht viel miteinander und Ihre Ambitionen richten sich nach dem zukünftigen Besitz eines Autos, Hauses oder dem Abbezahlen einer Hypothek.
Als Mossy Shorlin an einem Freitagmorgen in einem Fass, das am Strand angespült wird, ein wenige Tage altes Baby findet, geraten alle Dorfbewohner in Aufregung und werden aus ihrem Alltag gerissen. Die Ankunft des Kindes übt einen Zauber auf sie aus.
Spontan bietet der Fischer Ambrose an, das Baby für eine Nacht aufzunehmen, da sein zweijähriger Sohn Declan gerade aus dem Babyalter raus ist und die komplette Babyausstattung bei ihm und seiner Frau Christine vorhanden ist. Sofort schließt Christine das Baby in ihre Arme. Sie nennen ihn „Brendan“, der Junge aus dem Meer.
Aus einer Nacht werden immer mehr Nächte und sie beschließen Brennan aufzunehmen, obwohl Ihnen bewusst ist, dass die leibliche Mutter jeden Tag ihr Baby abholen könnte.
Christine spürt sofort eine Verbundenheit mit Brendan und so beantragen sie nach wenigen Tagen die Adoption.
Der nächste Teil ihres Lebens kann beginnen……
Dieser warmherzig, humorvoll mit brillantem Schreibstil geschriebene Roman über die Zukunft eines Jungen, den Zusammenhalt einer Familie und eines ganzen Dorfes im Wandel der Zeiten, ist auch als Hörbuch ein Hörgenuss.
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5/5
09.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Um die Sehnsucht nach Meer zu stillen
Ein wenige Tage alter Säugling wird in einer Tonne an einem Steinstrand in Donegal, Irland gefunden. Er wird von einer Fischerfamilie adoptiert und als 2. Sohn aufgenommen. Diese Geschichte handelt vom rauen Fischerleben, einer Familiengeschichte, Erzählungen aus dem Fischerdorf und auf dem Meer.
Dieses Buch hat mich eintauchenlassen in die Rivalität zwischen den Brüdern, das Leben der Fischer, alltägliche Familiengeschichten und einem positiven Ende trotz aller Widrigkeiten.
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5/5
21.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Debüt aus dem schönen Irland,
das in einem wogt wie das Meer, einem Frieden gibt wie die sanften grünen Hügel und an einem zerrt wie der raue Wind.
Ein toller Schmöker, der mich durch seine ruhige, liebenswürdige Erzählweise und durch seinen schonungslosen Blick ins Innere einer Dorfgemeinschaft der 70er Jahre - bestehend aus hartarbeitenden Fischern - gefangen genommen hat.
Die Perspektive des kollektiven „Wir“ ist ungewöhnlich, aber passt perfekt in diesen Roman über einen Jungen ohne Wurzeln, der seinen Weg in einer von Traditionen geprägten Gemeinschaft finden muß.
Ein tiefgründiger Familienroman mit Witz, Herz und Verstand geschrieben, der viele Themen beinhaltet ohne überfrachtet zu wirken.
Ein wirklich schönes Leseerlebnis!
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5/5
12.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zart und rau zugleich
Dieser Familienroman aus dem Irland der 70er/ 80er Jahre übt einen ganz besonderen Sog aus. Die aussergewöhnliche Erzählweise und -perspektive lässt uns quasi Teil dieser Küstenstadt werden und uns so ganz nah am Geschehen fühlen.
Großartig und voller Charme!
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