'Ich kann mich an kein Buch von derart furchtloser Ehrlichkeit erinnern, was den Neuanfang einer Frau angeht. Hier ist jeder Satz mutig, kostbar, einzigartig.' Elke Heidenreich
Nach dem Tod ihres Mannes räumt Christien Brinkgreve das gemeinsame Haus um. Was wie eine äußere Routine erscheint, stößt bei ihr eine innere Bewegung an: Eine Frau blickt zurück - auf ihr Leben, ihre Ehe, ihre Rolle in der Familie und in der Welt. Was bleibt von den gemeinsamen Jahrzehnten? Wer war sie in der Beziehung, wer ist sie ohne sie? Und wie kann es sein, dass sie sich als selbstbestimmte Frau zwischen Liebe und fremden Erwartungen verloren hat? Brinkgreves mutiges Buch findet Worte für Schlüsselerfahrungen, die viele Frauen teilen. Eine radikal persönliche Rückschau, eine große und schonungslose Erkundung des Frauseins, des Alterns und der Lebensentscheidungen, die wir aus Liebe treffen.
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Bewertung
aus Heek
5/5
01.04.2026
eBook (ePUB)
lesenswert
Nach dem Tod ihres Mannes schaut Christien auf ihr gemeinsames Leben und ihre Ehe zurück. Im Laufe ihrer über 40 jährigen Ehe haben sie sich auseinandergelebt und irgendwie "aus den Augen verloren". Christien fragt sich, warum sie bei ihrem Mann geblieben ist und sie lässt die gemeinsamen Jahre nochmal gedanklich an sich vorüberziehen. Man spürt die Wehmut, aber auch die Hilflosigkeit und Trauer, die Christien durchlebt. Man spürt den Kampf den sie mit sich selbst um diese verlorene Liebe kämpft. Dies ist ein Roman der sehr gut die Gefühle beschreibt.
Mandel120999
5/5
17.02.2026
eBook (ePUB)
Wehmütige Rückschau
In ihrem Buch schaut Christien Brinkgreve nach dem Tod ihres Mannes zurück auf ihr gemeinsames Leben und ihre Ehe. Als LeserIn verfolgt man ihre schonungslose (Selbst-)analyse. In klarer, schnörkelloser Sprache schildert sie die gemeinsamen Jahre, Berufliches und Privates. Irgendwann im Laufe der Jahre verlor sich das Ehepaar, war nicht mehr glücklich. Christien fragt sich im Nachhinein, warum sie bei ihrem Mann geblieben ist. Sehr eindringlich schildert die Autoren, wie sich das einstige Liebespaar verlor und nicht mehr zueinander fand.
In jedem Kapitel schwingt Traurigkeit mit, Wehmut, die beim Lesen betroffen macht. Trauer spricht aus jedem Satz, ohne in Verzweiflung abzudriften. Es ist ein Buch der leisen Töne, tiefsinniger Gedanken und Überlegungen.
Christien Brinkgreve beschreibt in ihrem Buch ein Einzelschicksal, trotzdem zieht sie universelle Erkenntnisse, in denen man sich als LeserIn an so mancher Stelle wiederfindet.
Reader1965
aus Hamburg
5/5
08.02.2026
eBook (ePUB)
Das Leben hinterfragen
In "Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen" lässt Christien Brinkgreve uns an ihrem Leben, ihren Gedanken & ihren Gefühlen teilhaben. Dieses Buch ist wie ein Gespräch mit einer Freundin: offen, ehrlich & vertraut.
Nach dem Tod ihres Mannes räumt Christien Brinkgreve auf: das Haus & ihr Leben. Sie blickt zurück, will verstehen, wie ihr Leben war & wurde. Sie schildert Momentaufnahmen, erzählt von Liebe, von einer dennoch beschränkenden & stagnierenden Ehe, von Zweifeln, Schweigen & Wut und von einer Zeit, in der Berufstätigkeit neben den Rollen als Ehefrau, Hausfrau & Mutter noch keine Selbstverständlichkeit war. Sie beschreibt, wie es sich anfühlt, die eigenen Grenzen zu vernachlässigen oder sich allein sicherer & geborgener zu fühlen als in Gesellschaft des Ehemannes.
Die Autorin hat eine klare & präzise Sprache. Alles wirkt sehr authentisch, reflektiert & auf den Punkt gebracht.
Ein bewegendes Buch für alle, die Lebensgeschichten mit Tiefgang mögen.
wonderland09
4/5
17.05.2026
eBook (ePUB)
Ein Buch als Trauerarbeit
Gestaltung:
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Das Cover ist für eine Biografie sehr untypisch. Ich hätte hier eher eine Fotografie der Autorin mit ihrem Mann erwartet oder etwas ähnliches. Der gemalte Blumenstrauß hatte mich zunächst an einen Roman denken lassen. Auch sind die Farben eher altmodisch, sodass das Buch im Geschäft keine Aufmerksamkeit bei mir erregt hätte.
Mein Eindruck:
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"Das Sehen und über etwas Hinwegsehen: Es fiel mir nicht wie Schuppen von den Augen.
Jetzt, da ich den Raum hatte, wirklich hinzusehen, erwies sich das Haus als unbarmherzig.
So wie der Körper spricht, wenn man gut zuhört, so sprach auch das Haus: Es legte
offen, wie unsere Ehe sich zu getrennten Leben entwickelt hatte. Ich musste mit dem
Haus in den Dialog treten, um mich wieder wohlzufühlen." (S. 17)
Nach dem Tod ihres Mannes ordnet Frau Brinkgreve nicht nur ihr Haus, sondern auch nachträglich die Beziehung zu ihrem verstorbenen Partner neu. Sie seziert ihre Partnerschaft wie ein Chirurg, flicht Zitate aus Gesprächen mit Familienmitgliedern und guten Freunden ein, bemüht Literaturvergleiche und die Psychoanalytik.
Dabei entsteht ein scharfer Blick auf ihre Rolle, aber auch ihre Wesensveränderung in der Ehe. Sie war immer eine eigenständige Frau, hat promoviert, war anerkannt und auch von ihrem Mann als kluger Kopf verehrt. Doch mit der Geburt ihrer zwei Söhne verschieben sich die Erwartungen. Er fühlt sich von ihr alleine gelassen, da ihre Aufmerksamkeit vorwiegend den Kindern und der Karriere gilt, er zieht sich immer mehr zurück. Sie hingegen will alle Seiten zufriedenstellen, eine gute Mutter sein und ihre Arbeit gewissenhaft ausfüllen.
Beide bemühen sich, das Richtige zu tun, doch durch Missverständnisse und unterschiedliche Bedürfnissen driften sie im Laufe der Zeit weiter auseinander. Dennoch bleiben sie bis zu seinem Tod zusammen.
Ich kannte bisher weder die Autorin noch ihren Ehemann, der u. a. Schauspieler war. Daher habe ich das Buch unvoreingenommen gelesen. Mich hat die Ehrlichkeit der Autorin sehr berührt und ihre scharfen Analysen. Man merkt jedem ihrer Sätze an, dass sie in Soziologie promoviert hat. Für ihre Gefühle und Erinnerungen findet sie sehr verständlich Worte und bildliche Vergleiche. Ich konnte mich dadurch gut in sie einfühlen.
Besonders der Spagat zwischen Kindern und Beruf sowie die Erwartungshaltungen an die moderne Frau sind ihr ein Anliegen und sie hat meine vollste Bewunderung, diesen Spagat gut gemeistert zu haben. Auch auf welche Weise die Beziehung zu den Eltern von ihr und ihrem Mann ihre eigene Ehe geprägt haben, stellt sie anschaulich dar.
Ich konnte ihr gut folgen und habe das Buch gerne gelesen. Allerdings hat sie sich oft wiederholt. So kommen die Depressionen ihres Mannes und die Vorwürfe, die sie sich selbst im Umgang mit dieser Krankheit macht, an vielen Stellen vor. Manchmal verliert sie sich meines Erachtens in einer Dauerschleife aus Gefühlsbeschreibung, sachlicher Analyse, Vorwürfen und Entlastungen. Irritiert hat mich auch, dass sie ihren Mann nur als "A" bezeichnet, was sehr unpersönlich und distanziert wirkt. Vielleicht war es aber auch notwendig, um einen eher sachlichen als emotionalen Standpunkt vertreten zu können.
"Aber mit dem Schreiben tue ich etwas: Es kleidet Erfahrungen in Worte, die bisher
wortlos gespeichert worden waren." (S. 225)
Was deutlich wird: Trotz aller Probleme liebte sie ihren Mann und auch die positiven Seiten bleiben nicht unerwähnt.
Fazit:
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Eindrucksvolle Beziehungsanalyse mit sozialer Tragweite bezüglich der Rolle einer Frau in Erinnerung an den verstorbenen Ehemann.
Bewertung
4/5
17.02.2026
eBook (ePUB)
Toller Roman der zum Nachdenken anregt
„Ein Versuch meine Liebe zu ordnen“ thematisiert die Rollen der Frau. Sehr interessant fand ich, dass ich beim Lesen den Eindruck gewonnen habe, dass Elternschaft ein Paar eher auseinander- statt zusammenbringt. Das habe ich immer anders gesehen, aber es macht eigentlich Sinn.
Das Buch liest sich wie die Reflexion einer Frau, die über ihr gesamtes Erwachsenenleben sinniert. Dafür benötigt „Ein Versuch meine Liebe zu ordnen“ keinen spannenden, krassen Plot, obwohl das Buch mit einem Tod beginnt. Stattdessen bekommt man eine ernsthafte und gefühlvolle Auseinandersetzung, die dazu einlädt, sich selbst unbeschönigt zu hinterfragen.
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5/5
13.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Formidabel
Ein lebenskluges, auch philosophisches Buch, ich bin begeistert von diesem Text. Eine Frau jenseits der sechzig wird ihren Mann an eine Krankheit verlieren. Er wütet gegen sein Schicksal, die Rundumschläge sind schwer zu verkraften, treffen alle die eigentlich lieb und teuer sind. Sie ringt um Verständnis für dieses Verhalten, mit seinem Tod wird er verstummen und ihr damit eine neue Freiheit gewähren. Ein schmales Buch, gehaltvoll wie zig Seiten und ein ganz klarer Favorit im Buchuniversum der älteren weiblichen Protagonistinnen.
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4/5
24.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sprachlos
Eheleute, die sich lieben, im Alltag aber nicht als gleichwertige Partner agieren. Mann und Frau die zwar öffentlich hervorragend mit Worten umgehen können, aber nicht (mehr) miteinander reden. Schonungslos und mit genauem Blick, beleuchtet Christin Brinkgreve nach dem Tod ihres Mannes das Zusammenleben mit ihm. Ein Buch, nur im weiteren Sinn, über Trauer, sondern eher ein Nachdenken über verpassten Chancen, fehlende Selbstermächtigung und darüber, was es bedeutet Ehefrau, Mutter und berufstätig zu sein. Brilliant analysiert und stilsicher erzählt, öffnet das Buch den Blick auf die Rolle der Frau in der Ehe heute.
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4/5
16.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Rückblicke auf ein gemeinsames Leben
Als Christiens Mann stirbt bleiben das gemeinsame Haus und viele Erinnerungen zurück. Stück für Stück nimmt sie uns mit in die Vergangenheit und ihre Beziehung. Es entsteht ein ehrliches Porträt des Menschen mit dem sie Großteile ihres Lebens verbracht, eine Familie gegründet hat. Ein Mensch der stets und überall beliebt war aufgrund seiner Großzügigkeit, Bildung und seines Humors. Die dunkle Seite allerdings, die ständige ( von Depressionen ausgelöste) Eifersucht auf sie, ihre Erfolge die Kinder, mit der kann sie sich erst jetzt nach dem Ableben des Partners beschäftigen.
Ein ehrliches Buch das zeigt das Liebe und Zusammenhalt nicht immer rosa Wölkchen beinhalten und es immer und gerade in Partnerschaften und Familien eine große Aufgabe ist seinen Platz zu finden und sich selbst nicht zu verleugnen. Berührend und ehrlich.
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3/5
02.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hat mich nicht ganz erreicht…
Vom bunten Titelbild ausgehend hatte ich mich auf etwas anderes vorbereitet, als das, was ich dann vorfand: Frau Brinkgreves Lebensrückblick. Als Soziologieprofessorin widmete sie sich beruflich der Erforschung der Geschlechterbeziehungen. Privat scheint sie diese Theorie jedoch nicht umsetzen zu können. Es ist sicherlich mutig, sich dieser Lebensbilanz zu stellen, aber vielleicht habe ich auch ein Klischee im Kopf, das mich überrascht hat.
Der etwas trockene akademische Stil ihres Textes erschwerte mir den Zugang. Von den zitierten Büchern kannte ich nur wenige inhaltlich. Auch emotional konnte ich mich nicht mit dem Text identifizieren, und die häufigen Wiederholungen empfand ich als überflüssig. Mein Fazit: Der Text hat mich nicht erreicht, obwohl ich zur Zielgruppe gehöre.
Authentisch und bewegend – nur nicht immer straff erzählt
Dieses Buch hat mich emotional tiefgreifend berührt – es gibt Momente, in denen sich die Autorin so authentisch und verletzlich zeigt, dass man sich selbst in ihren Worten wiedererkennt. Die Passagen, in denen sie ihre Gefühle analysiert und ordnet, sind wirklich bewegend und haben mich zum Nachdenken gebracht.
Allerdings hat mich der Erzählfluss stellenweise gebremst. Es gibt Abschnitte, die sich meiner Meinung nach in die Länge ziehen, wo weniger mehr gewesen wäre. Das hat den Lesefluss etwas unterbrochen.
Insgesamt ein Buch, das emotional viel zu bieten hat, aber von strafferer Erzählweise profitiert hätte. Für Leser, die sich Zeit für introspektive, gefühlvolle Texte nehmen können, ist es trotzdem lesenswert.
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