In "Das Gespenst von Canterville" entfaltet Oscar Wilde eine brillante und humorvolle Erzählung, die sich mit den Themen kultureller Konflikte und der Kollision von Tradition und Moderne auseinandersetzt. Die Geschichte dreht sich um eine amerikanische Familie, die in ein britisches Schloss zieht, das von einem spukenden Gespenst heimgesucht wird. Wildes einzigartiger literarischer Stil kombiniert Witz mit scharfsinniger Beobachtungsgabe, was die Erzählung sowohl unterhaltsam als auch tiefgründig macht. In einem sozialen Kontext, der den amerikanischen Optimismus der Zeit gegenüber dem britischen Erbe beleuchtet, hinterfragt Wilde die Normen und Werte beider Kulturen auf humorvolle Weise. Oscar Wilde, ein Meister des Wortes und ein bedeutender Vertreter des ästhetizistischen Denkens, war bekannt für seine scharfe Satire und seinen scharfen Witz. Geboren 1854 in Dublin, hinterließ er ein unvergängliches literarisches Erbe. Die Idee, ein Gespenst nicht als furchterregende Gestalt, sondern als eine Figur von Menschlichkeit und Schwäche darzustellen, spiegelt Wildes eigene Erfahrungen mit gesellschaftlichen Erwartungen und seiner Suche nach Identität wider. Dieses Buch ist nicht nur eine amüsante Geistergeschichte, sondern auch eine scharfsinnige Gesellschaftskritik, die zeitlose Themen behandelt. Es ist eine unerlässliche Lektüre für Literaturinteressierte und für jene, die den scharfen Verstand Wildes zu schätzen wissen. Lassen Sie sich von diesem klassischen Werk fesseln und regen Sie Ihre Überlegungen über das Zusammenspiel von Tradition und Modernität an.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Ich verweise auf meinen Kommentar zu Christian Grabbe und Lisa Eckhardt. Wie Ludwig Wittgenstein sagte die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Weilt und Oscar Wilde war einer der zweifelte wie Sokraktes und deshalb seinen Schierlingsbecher zu trinken bekam. Ein aufgeklärter Brite wie David Hume oder wie der Franzose René Descartes, dessen Schüler Immanuel Kant war. Keiner Hat Angst. Keiner das sind die ausgewanderten Briten in die USA. Ein Botschafter aus der modernen Welt. Wie Antonin Dvorak. Diese modernen aufgeklärten US Amerikaner stellen fest: England is so overpopulated that they do not have decent weather. Und das stellte Oscar Wilde in Kenntnis des Britischen Empire fest. Welch eine Herausforderung.
Tolle Kombi mit dem Jazzorchester
Astrid Wergen am 07.06.2024
Bewertungsnummer: 2218340
Bewertet: Hörbuch (CD)
Die Familie des amerikanischen Gesandten Hiram B. Otis kauft das Schloss Canterville. Die Familie wird für verrückt gehalten, denn jeder weiß: in diesem Schloß spukt es gewaltig. Aber der Angst kann man durchaus mit Humor begegnen und die neuen Bewohner des Schlosses Canterville wollen das Schlossgespenst mit seinen eigenen Waffen schlagen. Ob Kissenschlacht, die Empfehlung gegen das Kettenrasseln Aurora-Öl zu nehmen, oder der schlichte Unglauben, dass es Geister gibt, lassen den Hausgeist verzweifeln. Er muss schwerere Geschütze aufziehen, und verletzt sich dabei selbst. Erst als die Tochter sich mit dem Geist genauer auseinander setzt und dem Geist zuhört, weiß sie, wie sie den Poltergeist befreien kann. Diese Geste bleibt nicht ungerühmt, und die Tochter wird reichlich belohnt.
Das Erzählkonzert aus dem Argon Verlag ist einfach super gelungen. Allein die Stimmen von Christian Brückner und Martin Auer sind genau die richtigen Stimmen für die Geschichte. Sie haben für mich persönlich genau die richtige Stimmlage für eine schaurig komische Geschichte. Zudem ergänzt das Wilde Jazzorchester wunderbar die Geräuschkulisse, bzw. erschafft mit der Musik eine ganz besondere Stimmung. Besser kann man eine Bildungslücke nicht schließen, finde ich. Ich habe das Hörbuch an einem sonnigen Nachmittag durchgehört, da es nicht viel mehr als eine gute Stunde hat. Das Hörbuch flutschte dank dem Sprecher und dem Jazzorchester durch. Man kann ein Teil der Geschichte lauschen, um dann das Gehörte bei etwas Musik vom wilden Jazzorchester setzten lassen. Und allein die Idee, dass ein Gespenst nicht wirklich ernst genommen wird, und es sogar an sich selber zweifeln lässt, finde ich urkomisch. Aber auch das Happy End ist gelungen, und ich finde es einen würdigen Abschluss der Geschichte. Absolute Hörempfehlung!
Meinung aus der Buchhandlung
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Peter, der eigentlich Kurt heißt, verbringt mit seiner Prinzessin, die auf den Namen Lydia hört, eine unbeschwerte Auszeit in Schweden. Nach einigermaßen schwieriger Herbergssuche, schlupfen die beiden auf Schloss Gripsholm unter und genießen die traute Zweisamkeit - man staune - als unverheiratetes Paar, mit wechselnden Besuchern, um den Müßiggang nicht allzu müßig werden zu lassen. Mal leistet ihnen das Karlchen Gesellschaft, bald darauf Billie, die in Peter ein ungeahntes Feuer der Begierde zu entfachen versteht. Kompliziert wird es erst, als ein kleines Mädchen aus dem nahegelegenen Kinderheim, ihre Hilfe zu brauchen scheint. Kurt Tucholsky verstand es, seine Geschichte mit einer ordentliche Portion Humor und Ironie zu würzen. So spricht das Paar mitunter in spitzer Zunge, in einer völlig unpassenden Art miteinander, die man nur vertrauten Liebenden zugestehen kann, von Knigge allerdings strikt abgelehnt wird. Das Plattdeutsch macht es umso liebenswerter. Ich könnte mich in dieser Sprache verlieren und mag das politisch inkorrekte Geplänkel sehr. Ich hätte zu gerne selbst miterlebt, wie Tucholsky mit diesem Buch der affektierten Gesellschaft einen Schuss vor den Bug geknallt hat. Das muss viele Ohnmachten ausgelöst haben! Herrlich! Ein ganz famoser (Skandal-) Klassiker, der uns aus dem Winterblues in die Leichtigkeit des schwedischen Sommers katapultiert!
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Ein sommerleichter Roman - aber im Hintergrund Donnergrollen
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Wie fein ist dieses Buch. Am besten liest es sich vermutlich am Strand oder in der Hängematte. Aber auch an einer lärmigen Bushaltestelle wird es funktionieren und flugs ist man mit dem Erzähler in einem kleinen, malerischen Anwesen in Schweden: in Schloss Gripsholm. Hierher reist Peter mit seiner Freundin Lydia um dem Berliner Alltagsstress zu entkommen. Zu Besuch kommt noch ein guter Freund von ihm und später auch die beste Freundin Billie, die beste Freundin Lydias. Und alle unterhalten sich prächtig, freuen sich am Sommer und der Freundschaft. Und entspannt sich zwischen Peter, Lydia und Billie noch etwas mehr?...
Tucholsky, einer der bekanntesten Satiriker der Weimarer Republik, schreibt einfach unnachahmlich. Locker und leicht; und als Leser freut man sich einfach über die fröhlichen Dialoge und den verspielten Umgang der Romanpersonen miteinander. Alles könnte ungetrübt sich entspinnen, wenn nicht in der Nähe von Schloss Gripsholm ein Kindererziehungsheim liegen würde, das von einer sadistischen Aufseherin geführt wird. Bei einem Ausflug stoßen die Freund auf ein verängstigtes und heulendes Mädchen. Und sie beschließen kurzerhand, dieses zu retten. Bei der Schilderung des Erziehungsheimes muss man unweigerlich an die Nazizeit denken, die in diesem Buch wie ein fernes Gewittergrollen die Sommeridylle bedroht.
Zwei Jahre nach Erscheinen dieses Buches wird ganz Deutschland von ähnlichen Sadisten beherrscht, die auch in diesem Erziehungsheim die Kleinen und Schwachen unterdrückten. Tucholsky wandert aus, hört auf zu schreiben und stirbt schon 1935 unter unklaren Umständen. Selbstmord ist nicht unwahrscheinlich.
Das alles kann aber der sommerliche Grundstimmung des Buches nichts anhaben. Und es tut einem einfach gut, mit wie viel Mitgefühl für Schwache die Freunde der Erziehungsheimleiterin die Stirn bieten.
Also, wer es noch nicht kennt - unbedingt mit Kurt Tucholsky in die Sommerfrische nach Gripsholm reisen und die Seele baumeln lassen!
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