Die Mathematikstudentin Charlie sitzt mit einem blauen Auge in der U-Bahn. Sie auf dem Weg zu einem Antiaggressionstraining für Frauen. Nur wenn sie daran teilnimmt, darf sie weiter bei ihrer besten Freundin Ella wohnen. In die eigene Wohnung kann sie nicht zurück. Doch mit den »Schwerverbrecherinnen«, die sie in der Gruppe anzutreffen vermutet, will Charlie nichts zu tun haben. Ist es denn ihre Schuld, dass ihr Exfreund Valentin sie immer wieder zur Weißglut trieb? Dabei hatte es gut angefangen: Mit ihm an der Seite fühlte sie sich endlich schön, als besserer Mensch. Bis es eskalierte. Erst im Austausch mit den anderen Frauen beginnt Charlie, sich ihrer eigenen Verantwortung zu stellen, die Geschichte neu zu erzählen. Mit Ellas Unterstützung kämpft sie sich aus der Spirale von Wut, Schmerz und Scham heraus. Mit Leichtigkeit und Witz erzählt Clara Leinemann von einer Beziehung, die perfekt zu sein scheint – bis sie es nicht mehr ist. Von tradierten Liebesidealen, weiblicher Gewalt und emotionaler Abhängigkeit. Ein mitreißendes Debüt, dessen Antiheldin so liebenswert ist, dass man sich auf der letzten Seite nicht von ihr trennen möchte.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Island
aus Nürnberg
5/5
22.06.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Perspektivwechsel
Das Cover von "Gelbe Monster" ist definitiv auffällig gestaltet und wirkt nicht gerade freundlich, sodass irgendwie klar ist, dass man keinen Wohlfühlroman erwarten darf.
Zu Beginn des Buches sitzt Protagonistin Charlie mit einem blauen Auge in der U-Bahn und ist auf dem Weg zu einem Anti-Aggressionstraining. Eigentlich könnte alles gut sein in ihrem Leben, sie macht gerade ihren Master in Mathematik, als sie auf Valentin trifft und sich in ihn verliebt. Doch nun ist alles anders und man erfährt nach und nach, wie es so weit gekommen ist. Das ist sehr aufschlussreich und ermöglicht es, einmal die gewohnte Perspektive zu wechseln, aus der man fast automatisch davon ausgeht, dass wenn dann Männer gewalttätig werden. Diese Thematik, der sich der Roman am Beispiel von Charlie und anderen aus ihrer Therapiegruppe widmet, halte ich für sehr wichtig.
Beim Hörbuch hat mir die Sprecherin sehr gut gefallen, sie passt dazu, wie man sich die Protagonistin vorstellt und man kann sich so noch besser in Charlie hineinversetzen. Etwas schwierig gestalteten das Zuhören aber teilweise die Zeitsprünge, weil diese nicht immer offensichtlich waren, sodass sie zunächst für etwas Verwirrung sorgten.
Bewertung
5/5
26.03.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Großartig geschrieben, intensiv und toll vertont
Oh mein Gott! Ich LIEBE diese Sprecherin! Was Lisa Hrdina da beim Vorlesen macht lässt einen absoluten Film in meinem Kopf entstehen und irgendwann verwischten beim Zuhören für mich die Grenzen zwischen „Kopfkino beim Lesen/Hören“ und „Ich höre da gerade wirklich die Gedanken von jemanden“ (im guten Sinne, das klingt sehr seltsam so gelesen. Ich hoffe ihr versteht).
Clara Leinemann hat mit Charlie eine Protagonistin erschaffen die so vielschichtig ist, so nahbar und liebenswert durch ihre teilweise echt abstrusen Gedankengänge und dabei so greifbar für mich als Leserin, dass ich sie gerne einmal kennenlernen würde und das Gefühl habe, dass ich nur die Venloer ein wenig rauf und runter schlendern müsste und dann treffe ich sie schon. Weil eine so echte literarische Figur kann man sich doch nicht ausdenken, oder? Leinemann offensichtlich schon.
Und somit begleiten wir Charlie in teilweise fragmentarischen Gedankenschnipseln durch ihren aktuellen Alltag bei den Anti-Aggressions-Treffen ohne zunächst genau zu wissen warum sie überhaupt da ist. Im Verlauf der Geschichte wird durch eine weitere Erzählebene in der Vergangenheit nach und nach aufgedeckt was dazu führte, dass Charlie nun so ist wie sie ist. Sie ist sicherlich keine strahlende Heldin und hat einiges falsch gemacht, jedoch zu lesen/hören wie sie durch die (wie ich finde) toxische Beziehung zu Valentin immer weiter in diesen Strudel aus Gedanken, Gefühlen und dann auch Taten getrieben wurde macht sie doch sehr nahbar. Am Ende wollte ich sie so gerne in den Arm nehmen und ihr sagen, dass alles wieder gut wird und sie dann schütteln, ihr ins Gewissen reden und sie dann wieder ganz fest drücken.
Stellenweise ist Charlies Innenleben schwer zu ertragen das muss ich zu geben, das aber auf eine unterhaltsame Art und Weise so dass das Buch nie langweilig wurde. Ich betrachte das ganze ja jetzt nun auch aus einer anderen Altersgruppe heraus als Charlie selbst und somit mit etwas Abstand, aber ich muss zugeben, dass ich mein altes Ich doch in dem ein oder anderen Gedanken ertappt und wiedererkannt habe.
Leinemanns Schreibstil lässt sich einfach so weg atmen, ist klar und gleichzeitig verspielt, wenn Charlie mal wieder Gedankenschleifen dreht. Jeder Satz wirkt präzise ausgewählt und doch wie ein zufälliger Gedanke. Einfach ein Fest beim Lesen oder Hören.
„Gelbe Monster“ ist ein Roman der den Puls der Zeit trifft. Der aufzeigt wie schwierig es sein kann zwischen unterschiedlichen Arten von Gewalt zu differenzieren. Ab wann ist Gewalt überhaupt Gewalt? Welche ist hinnehmbar und welche geht gar nicht? Gibt es da überhaupt eine unsichtbare Grenze?
Das Buch will nichts erklären oder klar benennen. Es will uns selbst zum Nachdenken bringen und die Lektüre fordert uns als Leser:innen heraus darüber nachzudenken.
Ein wenig musste ich übrigens bei dem Titel „Gelbe Monster“ schon an das sehr alte „die gelbe Tapete“ denken und als ich dann im Verlauf der Geschichte erfahren habe, dass sich die gelben Monster auf Charlies Tapete befinden halte ich das nicht mehr unbedingt für einen Zufall. Haben die Romane doch auch eine gewisse (entfernte) Ähnlichkeit im Geiste.
Fazit:
„Gelbe Monster“ ist ein intensives, sehr gut geschriebenes Erlebnis, allein wegen Protagonistin Charlie und der großartige Sprecherin Lisa Hrdina, wodurch die Hörbuchversion lebendig wird. Das Buch bewegt sich in den Grauzonen menschlicher Gefühle und zeigt, wie komplex das Innenleben eines Menschen sein kann, der Fehler macht, verletzt wird und leider auch selbst verletzt.
Zugleich stößt der Roman bei seinen Leser:innen selbst Gedanken und Fragen an wodurch Charlies Geschichte noch lange nach dem Zuklappen (oder Beenden des Hörbuchs) in einem mitschwingt und nachhallt.
„Gelbe Monster“ ist für alle, die den Mut haben tief in das Innenleben einer vielschichtigen Protagonistin tauchen zu wollen und bereit sind, sich mit toxischen Beziehungsmustern und den Facetten von Gewalt auseinanderzusetzen.
4,5 Sterne
Bücherhummelchen
4/5
03.04.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Zwischen Gefühl und Kontrollverlust
Das Hörbuch „Gelbe Monster“ von Clara Leinemann, wird gesprochen von Lisa Hrdina. Die Sprecherin schafft es, Charlies Gedankenwelt sehr lebendig wirken zu lassen. Es fühlt sich oft eher wie ein direkter Einblick in ihren Kopf an als wie ein vorgelesener Text, was die emotionale Wirkung deutlich verstärkt.
Kurz zum Inhalt: Man steigt ohne große Vorbereitung in Charlies Leben ein. Sie sitzt mit einem blauen Auge in der U-Bahn, auf dem Weg zu einem Anti-Aggressionstraining, und wirkt dabei gleichzeitig trotzig, verletzt und irgendwie verloren. Dabei hat alles ganz harmlos angefangen. Charlie macht gerade ihren Master in Mathematik, als sie auf Valentin trifft und sich in ihn verliebt. Doch es dauert lange, bis sie endlich zusammen kommen. Es fühlt sich alles so gut für sie an, bis die Beziehung kippt und immer öfter eskaliert. Wie konnte es so weit kommen?...
Mit einer gewissen Leichtigkeit und auch einem feinen Humor erzählt Clara Leinemann in ihrem Debütroman von einer Beziehung, die zunächst genau so wirkt, wie man sie sich wünscht, bis sie es plötzlich nicht mehr ist. Dabei geht es nicht nur um das Scheitern von Liebe, sondern auch um tief verankerte Vorstellungen davon, wie Beziehungen „sein sollten“, um weibliche Gewalt und um emotionale Abhängigkeiten. Charlie ist dabei alles andere als eine klassische Heldin, aber gerade das macht sie so greifbar und liebenswert, dass man sie am Ende nur ungern gehen lässt.
Besonders spannend ist, wie geschickt der Roman mit unseren Erwartungen an Geschlechterrollen spielt. Häusliche Gewalt wird meist mit Männern verbunden – und genau dieses Bild wird hier bewusst verschoben. In Charlies Therapiegruppe treffen ganz unterschiedliche Formen von Gewalt aufeinander: von extremen Fällen bis hin zu Situationen, die sich irgendwo in einer Grauzone bewegen. Und genau da wird es interessant: Wo fängt Gewalt eigentlich an? Was wird vielleicht noch verharmlost oder entschuldigt? Und ab wann ist eine Grenze überschritten? Während man Charlie durch ihre Beziehung begleitet, stellt der Roman genau diese unbequemen, aber wichtigen Fragen – ohne einfache Antworten zu liefern.
Inhaltlich hat mich die Geschichte total in den Bann gezogen. Die Dynamik zwischen Charlie und Valentin ist unangenehm echt: diese Mischung aus Verliebtheit, Abhängigkeit, Frust und Eskalation. Charlie ist keine klassische Sympathieträgerin, aber genau das macht sie interessant. Man schwankt ständig zwischen Verständnis, Kopfschütteln und Mitgefühl. Das Einzige, was mich am Hörbuch gestört hat ist, dass die vielen Zeitsprünge nicht eindeutig gekennzeichnet sind. Ich war des Öfteren kurz orientierungslos.
Fazit: Inhaltlich würde ich dem Hörbuch ohne Zögern 5 von 5 Sternen geben – es ist intensiv, klug und regt zum Nachdenken an. Einen kleinen Abzug gibt es für die Umsetzung als Hörbuch, weil die Zeitsprünge für mich nicht immer klar genug waren und dadurch manchmal Verwirrung entstand. Insgesamt aber ein sehr eindrückliches Hörerlebnis, das noch lange nachwirkt.
wonderland09
5/5
11.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Weibliche Gewalt in (toxischen) Beziehungen
Gestaltung:
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Die Farbgestaltung mit dem Monster hatte mich zunächst an ein Kinderbuch denken lassen. Aber ein Monster als Symbol für kindliche Ängste und die Farben Lila, gelb und schwarz für eine Gefühlsmischung aus Wut, Trauer, Neid gemischt mit einem Hauch Feminismus, sind sehr passend gewählt. Definitiv macht dieses Cover neugierig!
Inhalt:
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"Charlie war der tiefsitzenden, grundlegenden Überzeugung, dass alles an ihr falsch war. Seit der Pubertät hatte sie immer wieder den Versuch unternommen, sich zu ändern und ein besserer Mensch zu werden. Sie wollte Shakira werden, sie wollte Helene aus der 9b werden, oder die Hauptfigur aus einer Serie, die alle in der Oberstufe sich anschauten, eine unbändige, schöne Teenagerin fatale mit glorifiziertem Drogenproblem.
So blieb es auch während des Studiums: Charlie wollte nahezu alle Frauen sein, die sie sah, nur nicht sich selbst; ihr Selbst war faul, hässlich und schaffte es nicht mal, das Pfand wegzubringen."(S. 19)
Die Mathematikstudentin Charlie fühlt sich immer schon als Außenseiterin. Als sie sich in Valentin verliebt, scheint alles perfekt. Sie fühlt sich schöner und als ein besserer Mensch. Doch dann läuft irgendetwas schief und schließlich sitzt Charlie mit einer verbundenen Hand und einem blauen Auge in der U-Bahn und ist auf dem Weg zum Antiaggressionstraining. Was ist passiert? Wird es Charlie gelingen, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen?
Mein Eindruck:
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"Sie sagte, von Gustav wisse sie, dass Valentin sich total als Opfer in der Beziehung darstellen würde, »Das ist so typisch« , fluchte sie, »sich verhalten wie ein kompletter Badboy und dann mit der Wut der Freundin nicht umgehen können und sagen, sie würde immer so ausrasten und sei so manipulativ. Das ist so unmöglich, das ist so sexistisch von ihm. Als dürfe eine Frau nicht auch mal wütend werden.«" (Ella zu Charlie, S. 169)
Das Thema an sich hätte mich erst gar nicht angesprochen, aber das Titelbild hatte mich neugierig gemacht und diese Neugier brachte mich dazu, mal kurz ins erste Kapitel reinzulesen. Und ab da konnte ich dann einfach nicht mehr aufhören, bis zum Ende. Das Buch hatte definitiv eine Sogwirkung auf mich!
Im Klappentext hieß es, die Autorin erzähle die Geschichte "klug und mit Witz". Den Witz konnte ich nicht feststellen, allerdings beschreibt sie alles mit einem feinen Gespür für die menschlichen Bedürfnisse und für tägliche Situationen und das hat den Reiz beim Lesen für mich ausgemacht.
Die Handlung ist in sofern fesselnd, weil sie zwischen Gegenwart und Rückblenden hin und her springt und man wissen möchte, wie Charlie in die Anfangssituation in der U-Bahn hineingeraten ist. So entfaltet sich das Geschehen erst nach und nach vor dem Leser. Da alles aus Charlies Perspektive beschrieben ist, kann man sich gut in sie hineinversetzen und ich konnte ihr Handeln dadurch größtenteils nachvollziehen. Valentins Perspektive und seine Motivation bleiben leider etwas blass. Ich kann gut verstehen, dass sein Verhalten häufig provokant auf sie gewirkt haben muss. Ich war beim Lesen auch des Öfteren versucht, ihn zu schütteln und zu sagen: "Was ist los mit Dir?" Auch wenn die Gewaltausbrüche von Charlie nicht sein dürften, so empfand ich auch sein Verhalten nicht korrekt und vermutlich hat er ebenfalls Probleme mit seinem Selbstwert. Daher entwickelt sich die Beziehung für beide leider in eine ungünstige Richtung.
Auch wenn ich Charlies Ausraster missbillige, so schwingt in der Erzählung immer wieder mit, dass manchmal Frauen durch das Verhalten von Männern dahin getrieben werden und sich nicht anders zu wehren wissen als körperlich. Diese Täter-Opfer-Umkehrung finde ich problematisch und hat mich nachdenklich zurückgelassen.
Leider wurde das Thema von Charlies problematischer Beziehung zu ihrer Mutter immer mal wieder kurz angerissen, aber nie ausgeführt, obwohl es scheinbar eine der Ursachen für Charlies Minderwertigkeitsgefühle darstellte. Hier hätte ich eine erklärende Episode gut gefunden. Das Ende hinterlässt ein mulmiges Gefühl bei mir, vor allem, weil es realistisch ist.
Insgesamt gefiel mir das Buch sehr gut und es macht auf ein wichtiges gesellschaftliches Problem aufmerksam und regt zum Nachdenken über Beziehungen und das Thema Grenzen setzen an.
Fazit:
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Fesselnd geschriebener Roman über weibliche Gewalt, toxische Beziehungen und den gesellschaftlichen Umgang zwischen den Geschlechtern
Bewertung
5/5
08.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wenn Liebe kippt
Gewalt in der Beziehung, diese Phrase löst im Kopf gewisse Bilder aus. Von Männern, die agressiv werden und Frauen, die sich nicht wehren können und doch immer wieder zurück kommen. Clara Leinemann erzählt diese Geschichte neu.
Denn diesmal ist es Clara, die in ihrer Beziehung zu Valentin die Grenzen überschreitet. Von Anfang an ist es für sie die große Liebe und sie tut alles dafür, dass jeder das auch so sieht- vor allem Valentin. Doch während er immer wieder versucht aus der Beziehung auszubrechen, klammert sie sich nur umso enger an diesen Halt, der zum Zentrum ihres Lebens geworden ist. Und gleichzeitig wächst du Wut in ihr.
Weil wir als Lesende von außen auf diese Beziehung blicken, ist von Anfang an klar, dass Clara mehr von Valentin will als dieser zu geben bereit ist. Immer mehr stürzt sie sich in diese Spirale aus Verlangen nach Nähe und den wiederkehrenden Vertrauensbrüchen und Enttäuschungen, die dazu führen, dass sich in ihr eine rasende Wut aufbaut, die sich zunächst gegen sich selbst und später immer mehr auch gegen Valentin richtet.
Diese Toxizität des Miteinanders, die Clara ihrer gesamten Umwelt gegenüber aufbaut, und gleichzeitig das Verständnis für ihr Verhalten, nachdem man nach und nach auch mehr über ihre Vergangenheit erfährt, entwickeln eine spannende Ambivalenz, die mich sehr berührt hat.
Eiegntlich mag man in dieser Geschichte niemanden so wirklich, am wenigsten Clara selbst, und doch möchte man sie am liebsten in den Arm nehmen und vor sich selbst beschützen.
Dieses Buch hat ganz vortrefflich mit meinen Emotionen gespielt!
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5/5
27.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sympathisch unsympathisch
Ich liebe es, wenn Charaktere teils so unsympatisch geschrieben sind, dass man nicht weiß wie man zu ihnen steht. Charlie ist kein schlechter Mensch (oder vielleicht doch?) aber, durch ihre Beziehung mit Valentin rutscht sie mehr und mehr in ein toxisches Verhalten, die ganze Dynamik zwischen den beiden und ihrem Umfeld entwickelt sich zu einer Situation, bei der man sich am liebsten die Haare raufen würde. Ein grandioses Buch!
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5/5
23.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schrei nach Liebe
Unglaublich wie analytisch gut hier beschrieben wird, wie sich jemand in die Opferrolle verrennen und sich selbst verlieren kann, alles um geliebt zu werden. Dass das nicht klappen kann ist sofort klar und herzzerreißend zu beobachten. Unfassbar gut!
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5/5
26.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was ist ein schlechter Mensch?
Clara Leinemann hat in ihrem Debütroman, eine Geschichte geschrieben, die so intensiv ist, dass sie mich nicht mehr losgelassen hat.
"Gelbe Monster" handelt von toxischen Beziehungen und häuslicher Gewalt, Themen, die schwer wiegen und daher besonders kompliziert anzugehen sind. Trotzdem schafft es die Autorin, diese Themen so zugänglich und nachvollziehbar zu gestalten, indem man die Protagonistin Charlie in ihren Gedankengängen und inneren Konflikten verfolgt. Die Gedanken von Charlie erscheinen zwar selten nachvollziehbar und lassen sie häufig unsympathisch erscheinen, jedoch spiegelt gerade dieser Schreibstil die Muster toxischer Beziehungen so gut wider und macht auch irgendwie den Glanz dieser Geschichte aus. Charlies Gefühlswelt mitzuverfolgen und die sich aufbauenden Kontrollverluste vielleicht nicht immer nachvollziehen, aber dafür verstehen zu können, hat dieses Buch für mich so besonders gemacht.
Die Aufarbeitung der Beziehung erfolgt über die gesamte Geschichte aus zwei Perspektiven, der Bewältigung in der Gegenwart und der Rekonstruktion der Vergangenheit, die sich pro „Kapitel“ abwechseln und bis zum Schluss die wahren Umstände um die Beziehung offenlassen. Das Buch thematisiert dabei aber nicht nur die zwei Protagonist:innen der Beziehung, sondern stellt auch dar, wie toxische Beziehungen den eigenen Freundeskreis und das nähere Umfeld beeinflussen, für die versucht wird, die Fassade einer glücklichen Beziehung so gut es geht aufrechtzuerhalten.
"Gelbe Monster" würde ich vor allem einem eher jüngeren Leserpublikum empfehlen, ist aber natürlich allen Altersklassen ans Herz zu legen. Ein Buch, das besonders im Anschluss an das Lesen noch immer nachhallt und zum Nachdenken anregt.
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5/5
20.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gewalt, gewaltig!
Dieser Roman spricht über toxische Beziehungen, Manipulation, Gewalt und Wut. Täterin Charlie aber fühlt sich missverstanden, denn sie hat doch gar nichts Schlimmes getan!? Diesen Gedanken spiegelt Leinemanm auch ihren Leser*innen und nutzt Manipulation als Stilmittel, um die individuellen und strukturellen Mechanismen aufzuzeigen, die hinter weiblichen Täterinnen stecken können. Hierbei verfällt Leinemann aber nicht in Rechtfertigungen. Sie zeigt eine sprachliche Ehrlichkeit, die Protagonistin Charlie erst noch lernen muss, und die auch mich zum Nachdenken über meine eigenen Vorstellungen zum Thema "weibliche Gewalt" bewegt hat. Dieses Buch beschäftigt Leser*innen auch lange nach dem Lesen.
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5/5
13.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Female rage at its not so finest.
Charlie kann ihre Wut nicht kontrollieren und sie muss zum Antiaggressionstraining. Schon zu beginn des Buches wird deutlich, dass sie irgendwas gemacht haben muss, um dort zu landen. Was aber tatsächlich passiert ist und wie aus einer sehr liebevollen Frau gleichzeitig auch eine kontrollierende und wütende wird, zeigt Clara Leinemann in diesem Buch sehr gut. Wenn zu dieser nicht kontrollierbaren Wut, die Charlie spürt, der perfekte Anzünder in Form einer nicht wirklich gesunden Beziehung gegeben wird, geht alles in Flammen auf. Dieses Buch hat mich total umgehauen, vor allem weil es so ehrlich und angreifbar ist.
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