Produktbild: Meister und Margarita
Band 14301

Meister und Margarita Roman – Neu übersetzt von Alexander Nitzberg

Aus der Reihe dtv- Klassiker
26

17,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

24691

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.04.2014

Verlag

dtv

Seitenzahl

608

Maße (L/B/H)

21,4/13,7/3,6 cm

Gewicht

619 g

Farbe

Rost / Cool Grey

Auflage

13. Auflage

Originaltitel

Master i Margarita

Übersetzt von

Alexander Nitzberg

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-14301-1

Beschreibung

Rezension

Es ist surreal brillant, im besten Sinne verspielt und wahrlich fantastisch formuliert. ("flair, April 2020")
Schrill, skurril, grotesk, von der ersten Seite an kurzweilig und fesselnd. ("Ludwigsburger Wochenblatt")

Produktdetails

Verkaufsrang

24691

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.04.2014

Verlag

dtv

Seitenzahl

608

Maße (L/B/H)

21,4/13,7/3,6 cm

Gewicht

619 g

Farbe

Rost / Cool Grey

Auflage

13. Auflage

Originaltitel

Master i Margarita

Übersetzt von

Alexander Nitzberg

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-14301-1

Herstelleradresse

dtv Verlagsgesellschaft
Tumblingerstraße 21
80337 München
DE

Email: produktsicherheit@dtv.de

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  • Bewertung

    5/5

    16.05.2023

    Buch (Taschenbuch)

    Tolles Buch!

    Bulgakow ist ein wahrer Meister seines Faches. Das Buch glänzt mit sprachlicher Schönheit und inhaltlichem Spiel zwischen Gesellschaftssatire und märchenhaftem Charakter. Ein gewisses Vorwissen und eine hohe Allgemeinbildung sind zudem vorteilhaft, um das Buch zu verstehen.

  • viertelnachdrei

    5/5

    21.05.2019

    Buch (Taschenbuch)

    Zauberhaft Grotesk

    Wahrscheinlich der großartigste Roman, den ich je gelesen habe. Sprengt klassische Schemata und wirkt dennoch gesittet (was wahrscheinlich am Wiener Akzent des Burschen liegt), der Teufel und alle Hexen lenken nicht von Christus ab, der wunderbaren Erzählung in der Erzählung (besser als der Großinquisitor, definitiv). Spannend bis zum Ende, mitfühlend - äußerst mitfühlend - zauberhaft grotesk und leichthüpfig, mitunter genussvoll grantig. Obwohl der Autor gestorben ist, bevor er es noch selbst glätten konnte, ist es wie eine Komposition, einige Absätze gehen auch - ganz lustig - leicht von der Zunge, wirken fast metrisch. Jedes Buch, das nach "Meister und Magarita" gelesen wird, ist arm dran.

  • Bories vom Berg

    aus München

    5/5

    20.05.2019

    Buch (Taschenbuch)

    «Leser mir nach!» Unter dem…

    «Leser mir nach!» Unter dem Titel «Meister und Margarita» ist der Jahrhundertroman des russischen Schriftstellers Michail Bulgakow 1966 posthum in einer radikal zensierten Fassung erstmals erschienen, unlektoriert und nicht von eigener Hand fertig gestellt. Nach einem atemberaubenden Blitzstart ist er dort gleichwohl zum meistgelesenen Roman des Zwanzigsten Jahrhunderts avanciert, ein literarischer Geniestreich ohne gleichen. Die Zahl der Arbeiten, die sich bis heute mit ihm wissenschaftlich befassen und um eine plausible Deutung ringen, ist inzwischen Legion. Dieser russische Jahrhundertroman nun ist 2012 in einer kongenialen Neuübersetzung erneut auf Deutsch erschienen, Felicitas Hoppe hat ihm aus diesem Anlass ein ebenso lesenswertes wie geistreiches Nachwort unter der Überschrift «Leser mir nach – du bist frei!» gewidmet. Worin liegt denn nun die große Faszination dieses Werks? Natürlich vor allem im mystischen Faust-Thema, das schon im Titel anklingt und dem Roman mit einem Goethe-Zitat als Motto deutlich vorangestellt ist. Dem Faust nämlich entspricht hier der «Meister», und dem Gretchen «Margarita». Der Magische Realismus Bulgakows hat den Stoff allerdings in einer radikal neuen Sichtweise aufgegriffen und dessen Thematik in eine unbekümmert groteske, satirische Form gebracht, die im Verbund mit einer überbordenden Phantasie einen ebenso großen Anteil an der begeisterten Rezeption dieses Werkes haben dürfte. «Es war Frühling, eine heiße Dämmerstunde am Patriachenteich» lautet der inzwischen berühmt gewordene erste Satz des Romans. Die zwei Herren, die dort sitzen, sind der Vorsitzende der Moskauer Autorenvereinigung und der Schriftsteller Iwan Nikolajewitsch Ponyrjow. Sie diskutieren über Iwans antireligiöses Poem, es geht um Metaphysisches, um Jesus und um Gottesbeweise, als sich plötzlich ein Ausländer in ihr Gespräch einmischt, ihnen die Leviten liest und nebenbei erwähnt, er habe schon mit Kant gefrühstückt und kenne Pontius Pilatus persönlich. So beginnt unter dem Titel «Reden Sie nie mit Unbekannten» das erste Kapitel. Dieser Fremde ist Woland, Professor der schwarzen Magie, in Wahrheit der unter verschiedenen Masken auftretende leibhaftige Satan, der in Folge mit seiner abenteuerlichen Entourage binnen kürzester Zeit in Moskau ein heilloses Chaos mit zwei Toten anrichtet, viele Menschen in Panik versetzt und alle Behörden kläglich scheitern lässt. Der «Meister» ist Insasse einer Psychiatrischen Klinik und kennt seinen Namen nicht. Er hatte an einem Roman über Pontius Pilatus geschrieben, als er «Margarita» kennenlernte, eine verheiratete Frau, die seine große Liebe wird. Als sein Roman von der Kritik verrissen wird, verbrennt er ihn, verfällt in Wahnsinn, Margarita und er werden getrennt. Einer von Wolands Helfern macht ihr ein unmoralisches Angebot, erhebt sie zur Königin an der Seite des Teufels bei einem riesigen, der Walpurgisnacht ähnelnden Ball, fortan gehört sie als Hexe zur Begleitung Satans. In mehreren Kapiteln wird parallel aus dem Roman des «Meisters» über Pontius Pilatus erzählt, wobei die Hinrichtung hier völlig entmystifiziert geschildert wird und Jesus als naiver Gutmensch erscheint. Am Ende treffen sich beide Handlungsstränge, als der «Meister» und Margarita nach ihrem Tode von Woland nach Jerusalem geführt werden, wo der depressive Pontius Pilatus einsam und verlassen mit seinem Hund in der Wildnis vor der Stadt sitzt, - und alle werden genau dort erlöst! Liebe, Vergebung, Erlösung sind die großen Fragen in Michail Bulgakows Philosophie. Mit Kunst und Künstler wird ein weiteres Thema abgehandelt, die unheilvolle Bürokratie im aberwitzigen Überwachungsstaat der 1930er Jahre unter Stalin wird nur indirekt auf amüsante Weise angeprangert. Ein umfangreicher Anhang hilft beim Verstehen vieler spezifisch russischer Details, der immense Lesespaß aber beruht zu einem nicht unwesentlichen Teil auch auf der wohldurchdachten, frischen Übersetzung. «Leser mir nach!» rufe auch ich.

  • Edith Berger

    aus Graz

    5/5

    08.09.2026

    eBook (ePUB)

    Sehr amüsantes Lesevergnügen

    Das ganze Schlamassel fängt damit an, dass der renommierte Vorsitzende der Literaturgesellschaft Michail Alexandrowitsch Berlioz im Gespräch mit dem jungen Lyriker Nikolajewitsch Ponyrew erst die Fassung und dann seinen Kopf verliert. Vorhergesagt von einem Mann, der sich ungebeten in das Gespräch der zwei Schriftsteller einmischt. Nicht nur weissagt er den Tod von Berlioz, ganz beiläufig behauptet er beim Verhör von Jesus durch Pontius Pilatus dabei gewesen zu sein. Abgesehen davon, dass das Erscheinen dieses mysteriösen Herren ganz generell Verwirrung und in ganz Moskau schweres Chaos und Zerstörung auslöst.

  • Bewertung

    Book Circle Community

    5/5

    16.09.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Meisterwerk zwischen Satire, Phantasie und philosophischer Tiefe

    „Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow ist ein literarisches Meisterwerk, das sowohl durch seine imaginative Tiefe als auch durch seine philosophische Komplexität besticht. In diesem Roman, der in den 1930er Jahren entstand und posthum veröffentlicht wurde, verwebt Bulgakow auf meisterhafte Weise verschiedene Erzählebenen zu einem faszinierenden Ganzen. Die Hauptgeschichte, die sich in Moskau abspielt, schildert das Auftreten des Teufels, Woland, und seiner Gefolgsleute in der Stadt. Durch diese übernatürlichen Ereignisse werden die Absurditäten und Widersprüche des sowjetischen Alltags aufs Korn genommen. Gleichzeitig wird eine zweite, tiefgreifende Handlungsebene entfaltet, die die Passion von Jesus Christus und Pontius Pilatus im antiken Jerusalem thematisiert. Der Roman beeindruckt durch seine scharfsinnige Satire und seinen literarischen Witz, der die menschliche Hybris und das politische Klima der Zeit kritisiert. Die Figuren sind komplex und lebendig, wobei sowohl Woland als auch der Meister und Margarita selbst zu faszinierenden Protagonisten werden. Bulgakows innovative Erzähltechnik, die zwischen Realität und Fiktion, Gegenwart und Vergangenheit wechselt, schafft eine atmosphärische Tiefe, die den Leser sowohl intellektuell als auch emotional herausfordert. „Meister und Margarita“ ist nicht nur ein Buch über die menschliche Natur und die Macht der Phantasie, sondern auch eine reflexive Betrachtung der Kunst und ihrer Rolle in der Gesellschaft. Die vielschichtige Handlung, kombiniert mit Bulgakows einzigartigem Stil, macht dieses Werk zu einem zeitlosen Klassiker der russischen Literatur.

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Bewertungen (26)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Philipp Buschatz

    Philipp Buschatz

    Thalia Mayersche Köln-Mülheim

    Buchhändler*in

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    5/5

    30.05.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Teufelstanz in Moskau

    In den 20er Jahren beherbergt Moskau einen ganz besonderen Gast: den Teufel. Getarnt als Professor für schwarze Magie knüpft er sich die sojwetische Gesellschaft vor - und treibt teils sehr grausame Späße mit den Einwohnern der Stadt. Und was nicht alles passiert in diesem Buch: Hexen reiten durch die Stadt, Vampire treiben ihr Unwesen, ein großer, schwarzer Kater zückt eine Kalaschnikow. Philosophen trinken Zitronenlimonade und verlieren dabei buchstäblich ihren Kopf. Es wird zu heißem Jazz getanzt. Nackte Menschen fliehen aus einem Theater. Dann gibt es noch eine große Liebesgeschichte zwischen einem Schriftsteller im Irrenhaus und seiner Geliebten, die Ballkönigin beim Satan wird. Die Passionsgeschichte aus der Bibel wird auch noch vollkommen verdreht neu erzählt. Klingt verrückt? Oh ja! Das ist es. Ich liebe dieses Buch so sehr, ich lese es immer wieder und immer wieder entdecke ich neue Dinge. Und die Sprache Bulgakows! Und seine Künste als Satiriker, man kann ganz viel lachen und schmunzeln beim Durchstreifen dieser Verrücktheiten. Ein Leserausch!
  • Zum Bewerterprofil von Jérôme Wiedenhaupt

    Jérôme Wiedenhaupt

    Thalia Hildesheim

    Buchhändler*in

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    5/5

    20.10.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Wenn das Übernatürliche das Wirkliche entlarvt.

    Welch amüsanter, komischer Klassiker von Bulgakov. Die Rede ist von "Meister und Margarita". Der Roman, entstanden zwischen 1928 und 1940 und erst Jahrzehnte nach dem Tod des Autors veröffentlicht, ist ein Monument der Weltliteratur, das die Grenzen zwischen Realität und Fantastik aufhebt und die großen Fragen des Menschseins in poetischer und grotesker Form verhandelt. Bereits die Eröffnungsszene markiert das, was den Ton des gesamten Werkes prägt: Zwei sowjetische Intellektuelle sitzen in einem Moskauer Park und diskutieren über die Nichtexistenz Jesu – bis ihnen plötzlich der Teufel höchstpersönlich erscheint. Dieser Einbruch des Übernatürlichen in die banale Alltagswelt ist mehr als ein literarischer Gag: Er ist der Beginn einer metaphysischen Komödie, die das Gewöhnliche mit dem Absoluten konfrontiert. Der Teufel tritt nicht als finsterer Widersacher auf, sondern als Ironiker, als Beobachter, als Prüfstein für die Wahrheit der menschlichen Seele. Woland – so nennt sich der diabolische Gast – und seine bizarre Gefolgschaft, darunter der sprechende Kater Behemoth, der sadistische Azazello und die geisterhafte Hella, entfesseln in Moskau ein infernalisches Spektakel. Sie entlarven Gier, Heuchelei und Selbstbetrug in einer Gesellschaft, die sich moralisch an den Rand der Lächerlichkeit manövriert hat. Bulgakow nutzt diese Szenen als messerscharfe Satire auf das sowjetische Alltagsleben der 1930er Jahre: auf die Bürokratie, die Zensur, die opportunistische Intelligenzija und den Verlust jeder spirituellen Dimension im Zeitalter des staatlich verordneten Materialismus. Das Groteske ist hier nicht Selbstzweck, sondern Methode. Indem das Dämonische in den Alltag einbricht, wird die scheinbare Ordnung der Welt als Fassade entlarvt. Die Bewohner Moskaus reagieren auf Wolands übernatürliche Phänomene nicht mit Glauben oder Furcht, sondern mit Misstrauen und bürokratischer Routine. In dieser ironischen Verkehrung zeigt sich Bulgakows Meisterschaft: Die eigentliche Hölle ist nicht das Übernatürliche, sondern die geistige Leere einer Gesellschaft, die die Fähigkeit zum Staunen verloren hat. Der Roman entfaltet sich auf drei Ebenen, die miteinander verwoben sind und sich gegenseitig deuten. Die erste Ebene zeigt das von Woland heimgesuchte Moskau; die zweite erzählt die Liebesgeschichte zwischen dem „Meister“, einem verkannten Schriftsteller, und seiner Geliebten Margarita; die dritte führt in die biblische Vergangenheit, in den Roman des Meisters über Pontius Pilatus und Jeschua Ha-Notsri. Diese drei Sphären – das Satirisch-Groteske, das Romantisch-Mystische und das Historisch-Philosophische – bilden ein harmonisches Ganzes, das die Kategorien von Zeit, Moral und Wirklichkeit überschreitet. Der „Meister“ verkörpert den leidenden Künstler, der in einer von Zensur und Angst beherrschten Welt um seine Stimme ringt. Sein Roman über Pilatus wird von den sowjetischen Literaturbehörden vernichtet, und er selbst verliert den Glauben an seine Kunst. Die Figur ist eine klare Allegorie auf Bulgakow selbst, der in den 1930er Jahren unter massiver Zensur litt und dessen Werke teilweise verboten wurden. Der Meister steht für das Prinzip der schöpferischen Wahrheit, das sich nicht an Macht und Dogma bindet, sondern an die innere Gewissheit des Künstlers. Seine Verzweiflung ist die Verzweiflung des Menschen, der Wahrheit sucht in einer Welt, die sie nicht erträgt. Margarita ist die zweite große Achse des Romans – eine der faszinierendsten Frauenfiguren der Weltliteratur. Ihre Liebe zum Meister ist bedingungslos, ihre Hingabe grenzenlos. Als Woland ihr die Teilnahme an einem Hexensabbat anbietet, nimmt sie diese dämonische Einladung an, um ihren Geliebten zu retten. In ihrer nächtlichen Transformation zur Hexe erlebt Margarita eine radikale Befreiung von den gesellschaftlichen Zwängen. Diese Episode, schwebend zwischen Erotik, Magie und Rebellion, ist nicht nur eine der poetischsten des Buches, sondern auch eine metaphysische Metapher: Die Liebe wird zur Kraft, die über Gut und Böse hinausführt. In Margarita vereint Bulgakow das Sinnliche und das Spirituelle, das Irdische und das Göttliche. Sie ist die weibliche Allegorie der Kunst selbst – zerstörerisch und heilend zugleich. Durch sie erhält der Roman seine moralische und emotionale Mitte: das Vertrauen in die reinigende Kraft der Liebe und die schöpferische Macht der Freiheit. Die Pilatus-Ebene schließlich führt das Werk auf seine tiefste philosophische Dimension. In ruhigem, biblisch anmutendem Stil erzählt Bulgakow die Begegnung zwischen Pontius Pilatus und Jeschua. Pilatus wird hier nicht als grausamer Richter dargestellt, sondern als ein Mensch, der die Wahrheit erkennt und sie doch aus Angst verrät. Seine Schuld liegt in der Feigheit – der zentralen moralischen Kategorie des Romans. Feigheit ist die Wurzel allen Bösen, weil sie den Menschen von seiner Verantwortung gegenüber der Wahrheit trennt. Durch diese Erzählung stellt Bulgakow die Grundfrage seines gesamten Werks: Wie verhält sich der Einzelne zur Wahrheit in einer Welt der Lüge? Pilatus, der sich dem politischen Druck beugt, spiegelt den Meister, der sich von der Verzweiflung besiegen lässt, und beide spiegeln den Künstler Bulgakow selbst, der in der Sowjetunion um seine Integrität kämpfte. Das Zusammenspiel der drei Ebenen ist von außergewöhnlicher künstlerischer Präzision. Während in Moskau das Chaos herrscht, ringt in Jerusalem Pilatus mit seinem Gewissen, und in Margaritas Flug durch die Nacht vollzieht sich die symbolische Erlösung. Diese Trias von Satire, Tragödie und Mythos formt ein Gesamtbild, das sowohl zeitgeschichtlich als auch transzendental wirkt. Der Roman lässt sich als Parabel auf die Unterdrückung der Kunst, als theologische Allegorie oder als metaphysische Komödie lesen – und in jeder dieser Lesarten bleibt er unerschöpflich. Bulgakows Stil vereint mehrere literarische Traditionen: den scharfen Witz Gogols, die metaphysische Ironie Dostojewskis, den barocken Überschwang der Romantik und den grotesken Realismus der Moderne. Sprache und Ton wechseln von burlesker Komik zu erhabener Tragik, von derben Dialogen zu fast mystischer Poesie. Diese stilistische Vielstimmigkeit ist Ausdruck der inhaltlichen Dialektik: Gut und Böse, Realität und Traum, Macht und Freiheit stehen in einem ewigen Tanz. In dieser Dialektik liegt auch die eigentliche Größe des Romans. Bulgakow verweigert jede einfache Moral. Woland, der Teufel, erscheint am Ende als Vollstrecker einer höheren Gerechtigkeit; er belohnt die Treue, bestraft die Heuchelei und gewährt dem Meister und Margarita „Ruhe, nicht Licht“ – eine jenseitige Erlösung, die sich von jeder dogmatischen Vorstellung unterscheidet. Diese ambivalente Gnade zeigt, dass Bulgakows Kosmos kein christlicher im engeren Sinne ist, sondern ein humanistischer: Das Böse ist Teil der Ordnung, ohne die das Gute nicht erkennbar wäre. „Der Meister und Margarita“ ist damit nicht nur ein Roman über das Schicksal des Künstlers im Totalitarismus, sondern auch eine Meditation über die Natur der Wahrheit selbst. In einer Welt, in der die Realität durch Macht, Propaganda und Angst deformiert wird, wird die Fantasie zum letzten Ort der Freiheit. Bulgakow erschafft diese Freiheit in der Literatur – und verwandelt sie in ein Spiel, das zugleich befreiend und vernichtend ist. Die grotesken Szenen in Moskau, der tragische Konflikt des Meisters, die stille Größe der Pilatus-Kapitel – all das fügt sich zu einer polyphonen Komposition, die ihresgleichen sucht. Der Roman überschreitet die Grenzen zwischen Ironie und Ernst, Historie und Mythos, Lachen und Schrecken. Seine Kraft liegt darin, dass er den Leser immer wieder zwingt, die Perspektive zu wechseln: vom Komischen ins Tragische, vom Irdischen ins Ewige.
  • Zum Bewerterprofil von J. Ganser

    J. Ganser

    Thalia Augsburg

    Buchhändler*in

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    5/5

    07.10.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der schwarze Magier

    Ein skurriles Stück russischer Literaturgeschichte das an vielen Stellen an "unseren" Faust erinnert. Vom magischen Realismus und diverser Schelmereien abgelenkt, könnte man fast vergessen, zu welch dunkler Zeit dieses Kultbuch entstand und welche Schwierigkeiten und Ängste Bulgakow wohl durchzustehen hatte, um sein Werk zu Ende zu bringen. Denn, wie uns der Text lehrt, gibt es keine größere Sünde als die Feigheit. Trotzdem dieses Buch fast 100 Jahre als ist hat es wenig an Aktualität eingebüßt und bietet nach wie vor ein interessantes und lehrhaftes Leseerlebnis das einem Stirnrunzeln und Lacher zugleich beschert. Das fand wohl auch Mick Jagger; hat er sich doch hiervon zu "Sympathy for the devil" inspirieren lassen.
  • Zum Bewerterprofil von Michael Hermanns

    Michael Hermanns

    Mayersche Aachen

    Buchhändler*in

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    4/5

    27.01.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Der Teufel ist los!

    Also ehrlich! Wer kennt heute nicht das Gefühl, die Welt nicht mehr zu verstehen und um sich rum nur noch Dinge wahrzunehmen, die man kaum mit dem Verstand noch fassen kann? So muss es auch den Menschen im Moskau der Stalinzeit gegangen sein. Und die Erklärung ist einfach: es ist wirklich der Teufel los! Anders ist das alles doch nicht mehr zu fassen, oder? Ein Klassiker für unsere Zeit.

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