14. November 2015: Am Morgen nach den verheerenden Terroranschlägen von Paris macht sich die Reporterin Caren auf den Weg in die französische Hauptstadt. Doch ihr Flug verzögert sich, die Lage ist angespannt, am Heathrow Airport herrscht nach einem anonymen Anruf Alarmbereitschaft. Die bedrohliche Situation und wachsende Nervosität der Sicherheitsbeamten bringen Carens älteren Sitznachbarn allerdings nicht aus der Ruhe, stoisch liest er weiter in Wittgensteins »Tractatus«. Der gleichermaßen unbefangene wie charismatische Philosoph und Zufallsforscher verwickelt Caren, mit deren Gelassenheit es seit Monaten nicht zum Besten steht, in ein faszinierendes Gespräch. Und offeriert ihr dabei - zufällig oder absichtsvoll? - die unmögliche Geschichte, nach der die Journalistin ihr Leben lang gesucht hat.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Sonja
aus Freiburg
5/5
28.10.2024
eBook (ePUB)
Philosophie / Zufall
Als Journalistin hat Caren ein neutrale Sichtweise auf Terroranschläge und doch setzt der in Paris ihr zu. Als sie von London nach Paris fliegen möchte, kommt es zu Verspätung und einigen interessanten Unterhaltungen. Besonders die Diskussion über Zufälle wird sie nachhaltig nicht mehr loslassen. Aber auch sonst stellt sie ihr Leben in Frage.
Ein gutes Buch, um sich einmal mehr mit sich selbst auseinanderzusetzen und zu reflektieren, inwieweit man das Leben so führen möchte.
Bewertung
5/5
12.04.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was für ein Buch!
Mit einer ungeheuer brillianten Erzählkunst auf nur 150 Seiten vermag die Autorin uns eine Geschichte zu erzählen, die voller kluger, anspruchsvoller und philosophischer Gedankengänge steckt. Dabei gelingt ihr ein Spagat zwischen gedanklichem Tiefgang und subtiler Spannung.
Gibt es Zufälle oder ist alles vorherbestimmt?
Anhand eines aktuellen brisanten Themas versucht die Autorin Antworten auf diese Frage zu finden.
Ein Buch, das noch lange nachwirkt....
Danke Frau Josten für diesen einzigartigen Roman!
Bewertung
5/5
19.10.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gibt es so etwas wie Zufall?
Dies ist die alles bestimmende Frage. Anhand vieler realer Terroranschläge der vergangenen Jahre über welche die Protagonistin Caren mit einem "zufälligen" Bekannten spricht, philosophiert die Autorin über das mögliche Vorhandensein von Zufällen.
Intelligent, tiefgründig und sehr kurzweilig.
Bewertung
aus Mainz
5/5
01.08.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wieder ein Anschlag, wieder…
Wieder ein Anschlag, wieder ein Job für die Journalistin Caren. Nach dem verheerenden Attentat am Abend des 13. November 2015 in Paris, macht sich die junge Reporterin auf von London in die französische Hauptstadt, um für ihre Zeitung vor Ort zu recherchieren. Anschläge wurden ihr Spezialgebiet, nachdem sie unerklärlicherweise den 11. September in New York und auch den Boston Marathon unversehrt überlebt hat. In Heathrow wartet sie auf das Boarding, doch es kommt zu einer Verzögerung. Plötzlich wird ihr Gate umstellt, die Fluggäste sind abgesperrt und eingesperrt und eine Zwangsgemeinschaft entsteht. Caren kommt mit einem älteren Herrn ins Gespräch, der die Lage mit stoischer Ruhe über sich ergehen lässt. Er liest weiterhin in Wittgensteins „Tractatus“ als wenn es die Welt um ihn herum nicht gäbe. Caren versucht mit ihrem Presseausweis etwas in Erfahrung zu bringen, doch die Mitarbeiter des Flughafens sind angespannt, also plaudert sie weiter wartend mit „Wittgenstein“ über dessen Zufallsforschung und die Frage, wie ein Journalist die eine Geschichte, die noch nie berichtet wurde, finden und erzählen kann. Und plötzlich ist sie da, die unglaubliche, nie erzählte Geschichte. Husch Jostens Roman „Hier sind Drachen“ weckt zunächst Erwartungen, die sich völlig in sich auflösen. Der Titel, der alte Seefahrerspruch zur Kennzeichnung der noch nicht betretenen und erforschten Gebiete, lässt auf eine Reise hoffen, durchaus an einen unbekannten Ort und der Flughafen ist ein passender Ausgangspunkt. Tatsächlich verlassen wir diesen jedoch quasi nicht, fast die komplette Handlung spielt sich im Wartebereich ab. Die zweite Falschannahme ergibt sich aus der Seitenzahl, die mit 160 Seiten einen kurzes Lesevergnügen erwarten lässt. Allerdings weist der Roman eine solche inhaltliche Dichte auf, dass ein Lesen ohne Pausen für mich nicht möglich war und ich viele Passagen – insbesondere die philosophischen Gedanken der beiden Protagonisten – mehrfach lesen musste, damit mir nichts entgeht. Es ist auch nicht einfach zu bestimmen, worum es in dem Buch eigentlich geht. Gerade durch das unerwartete Ende wird der Fokus nochmals völlig verschoben und es bleiben unzählig viele Themen und Gedankenansätze, die alle in sich wichtig und beachtenswert sind. Der Roman beginnt mit der Frage, was der Terror, wie wir ihn seit einigen Jahren in Europa erleben, mit uns als Beobachter oder gar Zeugen macht. Caren leidet zunehmend. Konnte sie die beiden Ereignisse in den USA noch erstaunlich gut durch ihren Job verarbeiten und sogar fruchtbar damit umgehen, war ihr der Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo unerklärlich nahegegangen – vor allem vor dem Hintergrund, dass sie dieses nicht unmittelbar miterlebte. Wie soll man als Individuum und wir als Gesellschaft damit umgehen? Der weniger konkrete, nicht auf den unmittelbaren Alltag bezogene Aspekt, der sich durch das ganze Buch spinnt, ist die philosophische Frage nach dem Geschichtenerzählen und die Frage, ob es noch eine Geschichte geben kann, die noch nie erzählt wurde. Welcher Journalist träumt nicht davon, mit dieser einen Reportage zu Ruhm und Anerkennung zu gelangen? Doch Geschichten gab es schon lange vor dem Journalismus, das Erzählen ist so alt wie die Menschheit selbst und eines der wenigen kulturübergreifenden und –verbindenden Dinge. Doch die Geschichte lebt nicht nur von ihrem Erzähler, denn sie erhält ihren Sinn erst durch den Zuhörer oder Leser, der etwas damit anfangen kann und den Worten einen Sinn zuschreibt. Ein durchaus herausfordernder Roman, der dem Leser, der sich auf ihn einlässt, viel zu bieten hat und weit über die Lektüre hinaus begleitet. Der Sinn entsteht beim Lesen im Leser und Husch Josten macht ein sehr großes Angebot. Daneben bietet er sogar noch einen Plot mit Spannung und recht unerwarteten Wendungen – im Ganzen ein Roman, wie er eigentlich unmöglich zu schreiben ist.
TochterAlice
aus Köln
4/5
27.07.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zum Warten verdammt ist die…
Zum Warten verdammt ist die Journalistin Caren - und sind es mit ihr viele andere Passagiere - am Flughafenterminal in London Heathrow. Es ist Samstag, der 14. November 2015, der Tag nach dem Pariser Anschlag und eben Paris ist das Ziel der Reise - Caren soll von dort für ihr Blatt über den Anschlag berichten. Doch nun gibt es eine Verzögerung aus unklaren Gründen - die Wartenden sind auf sich gestellt. So kommt Caren mit einem Herren ins Gespräch, den sie Wittgenstein nennt, da er ein Buch ebendieses Philosophen liest. Und es stellt sich heraus - nicht nur, aber auch durch diesen Wortwechsel - dass jeder seiner eigene, subjektive Wahrnehmung von Dingen, ja von allem, was um ihn herum passiert, hat. Jedenfalls ist es so, dass am Ende dieser Warterei Carens gesamtes Leben auf den Kopf gestellt wurde. Ihr Leben, von dem sie glaubte, es bestens im Griff zu haben - sowohl ihren Bereich als auch ihr Verhältnis zu den Menschen um sie herum. Caren hat ein ganz besonderes Verhältnis zu Terroranschlägen, kann man sagen: sie hat ihre persönlichen Bezüge sowohl zu Ground Zero als auch zu Charlie Hebdo. Sie hat dem Drachen ins Auge geschaut, kann man sagen, doch wie ist es mit den Drachen in ihrem persönlichen, dem ganz privaten Bereich? Einerseits ein leises Buch, andererseits so explosiv, wie eben ein Anschlag sein kann. Der Pariser Terroranschlag wird in einen Vergleich zu einem Anschlag auf Carens Leben gestellt und zeigt eindringlich, wie achtsam man stets sein sollte - sowohl, was sein eigenes Leben als auch, was das Leben der anderen betrifft. Ein Anschlag der persönlichen, der stillen Art kann uns jederzeit ereilen, völlig unerwartet - so wie hier. Ein Buch, das den Leser - jedenfalls mich - auf der einen Seite fassungslos, auf der anderen ein bisschen unbefriedigt hinterlassen hat. Manches war zu viel, anderes wieder fehlte. Doch das waren Kleinigkeiten, die mich nicht davon abhalten, dieses durchaus ungewöhnliche Buch der Kölner Autorin Husch Josten von Herzen zu empfehlen. Es ist ein sehr internationales Buch, so weltoffen, wie man in diesen Zeiten nicht immer ist, aber unbedingt sein sollte - finde ich jedenfalls.
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5/5
22.07.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Selbst was unmöglich ist, kann doch geschehen. Aus Zufall. Nicht durch Gott oder eine höhere Macht
Für die allermeisten Menschen geschehen Ereignisse aus einem bestimmten Grund, alles hängt irgendwie zusammen. Vielleicht ist dieses Denken tief verwurzelt in unserer Natur, ein Überbleibsel aus unseren Zeiten als Jäger und Sammler, ein Relikt aus der Angst vor einem mächtigen Gott. Um zu begreifen warum und wieso die Dinge so sind wie sie sind, brauchen wir Erklärungen. Nachvollziehbare Erklärungen.
Der Zufall gehört nicht dazu. Wir verachten ihn, können ihn als Argument nicht akzeptieren, ja lehnen ihn vehement ab. Und doch gibt es Dinge zwischen Himmel und Erde, die einfach so passieren. Das Unmögliche wird möglich.
Caren, Journalistin, Krisenreporterin und Protagonistin in Husch Jostens fünftem Roman, ist ein Kind des Zufalls. Wie durch ein sich immer wieder ereignendes Wunder, ist sie Überlebende diverser Terroranschläge: 11. September 2011, Boston Marathon, Charlie Hebdo. Alle Anschläge hat sie überlebt, über alle hat sie berichtet.
Am Morgen des 14.November 2015 ist sie auf dem Weg nach Paris um, sie ahnen es, über die Ereignisse rund um das Bataclan zu berichten. Sie befindet sich am Flughafen London Heathrow, als kurz vor dem Start das Gate gesperrt wird. Der Grund: ein anonymer Hinweis, ein Terrorverdächtiger soll unter den Passagieren sein. Nur einer bleibt ruhig, scheinbar beteiligungslos. Caren ist fasziniert von dem älteren Herren der Wittgenstein liest und sich von der Hektik um ihn herum nicht beirren lässt. Sie beginnt ein Gespräch mit ihm, nicht ahnend, dass diese Begegnung ihr Leben auf entscheidend beeinflussen wird.
Husch Josten hat mit “Hier sind Drachen“ einen eindrucksvollen Roman geschrieben. Intellektuell, tiefgründig und brillant erzählt. Gekonnt verbindet sie Spannung und Philosophie, sodass das Buch gut unterhält und gleichzeitig eine Sammlung kluger Gedanken ist. Nicht von trivialen Lebensweisheiten oder Hoffnungssprüchen. „Hier sind Drachen“ lässt den Leser bis zur letzten Seite nicht mehr los und wird ihn auch über die Lektüre hinaus beschäftigen. So sehr, dass die Grundprinzipien unserer Denktradition durchaus in Frage gestellt werden.
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5/5
28.07.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Alles Zufall?
Dieser Frage widmet sich unter anderem die Autorin in dieser intelligent und spannend geschriebenen Geschichte zum aktuellen Geschehen in Bezug auf Terrorismus, der unser Leben jederzeit auf einen Schlag verändern kann.
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5/5
29.05.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Außergewöhnlich gut
Dieses Buch hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Zum Teil philosophisch, zum Teil total aus dem Leben gegriffen. Hoch brisant und aktuell. Und absolut empfehlenswert !!!
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4/5
05.08.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt. [Wittgenstein]
Die Unmöglichkeit eine Geschichte zu erzählen, die noch nie erzählt wurde. Eine Frau, die durch Schicksal, göttliche Fügung und eben jene Zufälle immer wieder ihrem sicheren Tod entgeht. Wittgenstein.
Dieses Buch ist eine kurze philosophische Reise in die Gedankenwelt des Erzählers. Der Leser wird von Husch Josten eingeladen sich mit einem brandaktuellem Thema auseinanderzusetzen. Faszinierend und keineswegs leichte Kost, geeignet für jeden interessierten Leser.
"Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt!"
Eine Journalistin, die die Nachrichten nicht mehr erträgt? Das erinnert mich an Jurek Beckers "Aller Welt Freund". Doch die Kriege sind näher gerückt, die Anschläge bedrohen uns im Alltag. Caren hat sich in einer unverbindlichen, modernen Beziehung eingerichtet, ihr Job hat Priorität vor Liebe und Familie - bekäme sie nicht plötzlich wiederkehrende Beklemmungen, die ihre Distanz zu den Dingen bröckeln lassen. Zu dicht dringt der Schrecken in ihr Leben, zu nah.
"Hier sind Drachen" füllt auf alten Karten den Raum jenseits der bekannten Welt - deshalb ist es nur logisch, dass Heathrow der Schauplatz für diesen klugen und gleichzeitig spannenden Roman ist. Wieviel ist Zufall , wieviel bewusste Entscheidung? Caren geht ab hier neue Wege!
Grossartig! Lesen!
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