Der stellungslose Lebensmitteltechniker Igor Kowalski fühlt sich schon des Längeren von "denen" verfolgt und fragt sich zunehmend, wer eigentlich die Macht über seine Gedanken ausübt. Eine innere Stimme treibt ihn zu Taten von grausamer Brutalität.
Ein Ermittler-Duo bestehend aus dem erfahrenen Kommissar Steinhofer und seinem geistig labilen Gefährten Mayer werden zur Klärung der grausamen Mordfälle einberufen, wobei letzterer aber bald auf eigene Faust das Geheimnis der Stillleben, die an jedem Tatort aufgefunden werden, lüften muss - und hierbei selbst die Grenzen seines Verstands erreicht.
Ein beunruhigender Psychokrimi erzählt aus zwei Perspektiven, jener Kowalskis und jener des unbeholfenen Praktikanten Mayer, der sich allmählich im Labyrinth des facettenreichen Falls verirrt. Was ist wahr und was ist falsch, wem kann vertraut werden und wem nicht?
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Bewertung
5/5
16.03.2021
eBook (ePUB)
-- Eine Rezension von Herrn Dr. Michael Aichmayr, die ich in seinem Auftrag hier veröffentliche. --
Lukas Hochholzer aus Stadl-Paura, [seinerzeit] Maturant am Realgymnasium der Benediktiner Lambach, hat sich schon mit vier Kriminalromanen einen Namen gemacht.
„Der Untergang von Florenz (Band I und II)“ aus den Jahren 2017 und 2019 mit „Der Untergang des Francesco Marchetti“ (2019) handeln in einem dreibändigen Romanzyklus von einem Privatdetektiv, der unschuldig in die von ihm aufzuklärenden Verbrechen hineingezogen wird und sich immer mehr in jene Fälle sowie in die urbane Topographie der mit beeindruckendem Lokalkolorit mit genauer Beobachtungsgabe entworfenen Handlungsorte in und um Florenz verstrickt. Auf dieser Basis verbinden sich die Handlung mit den labyrinthischen Verzweigungen von Mafia und dem Detektiv gestellten Fallen, deren Fäden es systematisch – und dennoch mit überraschendem Schluss – zu entwirren gilt.
Die mit der „italienischen Serie“ verbundenen topographischen Studien lösen sich im Ende 2019 erschienen Psychothriller „Der Stilllebenmörder“ in einer Allgemeingültigkeit beanspruchenden Dimensionen. Der Protagonist, ein von dunklen Mächten umfangener Mörder, wird im Laufe der Ereignisse mit gleich vier in die Ermittlungen involvierten Kommissaren konfrontiert, die selbst dem Geschehen ausgeliefert sind bzw. immer mehr in dieses hineingezogen werden. In facettenreicher, vielschichtiger Erzähltechnik gelingt es Lukas Hochholzer, synthetische und analytische Verfahrensweisen zu verbinden: Das Geschehen wird wie im klassischen Krimi sowohl von rückwärts aufgerollt als auch in synthetischem Handlungszusammenhang gemeinsam mit den Lesenden von Etappe zu Etappe erarbeitet.
Konnte man in den ersten, um Privatdetektiv Marchetti kreisenden Romanen, von einer labyrinthischen Erzählstruktur sprechen, so führt Hochholzer in „Der Stilllebenmörder“ die völlige Auflösung des Protagonisten vor Augen. Der Protagonist besteht nun aus einem sich immer komplexer erweisenden Puzzle, das in seiner Zusammensetzung auch von den mit dem Fall beauftragen Kommissaren geprägt ist: Die Perspektiven wechseln, verkehren sich und werden im steten Versuch, sie einem objektiven Blick auf das Geschehene hinzuordnen, wieder völlig auf den Kopf gestellt, wobei sogar einer der Kommissare, mit dem allgemeinem Namen Mayer, der sich aufgrund seines labilen Charakters selbst als Versager einstuft, sich sogar selbst als Mörder sieht, und auch von seinen Kollegen verdächtigt wird, wobei in der Charakterisierung der Protagonisten Ironie nicht fehlt: „Er erinnerte sich daran, dass er zuvor alle Briefe weggeworfen hatte, in Erwartung, es waren nur Rechnungen.“
Die Instanzen versagen, sowohl der tatsächliche Mörder (wobei zu fragen ist, von wem dieser zu seinen Taten beauftragt wird) als auch alle mit dem Fall Befassten scheitern an der Suche nach Orientierung: Sobald eine Bezugsinstanz gefunden zu sein scheint, versagt diese völlig. Als einzigem „Retter“ in diesem Fall wird auf Privatdetektiv Marchetti aus der Italien-Trilogie Hochholzers zurückgegriffen: Dieser hilft, aus Florenz beordert, die aus der Kontrolle geraten Ereignisse zu ihrem verdichteten Ende zu führen, wobei der Autor somit auch formal einen rahmengebenden Bogen zu seinen Erstlingskrimis schafft.
Der eigentliche Protagonist, Kowalski, dem es nicht gelingt, sich von seinen Dämonen zu lösen, ersehnt letztlich seine Erlösung in einem für ihn unerreichbaren Licht. Ohne Kontrolle über sich selbst, wie von einem Strudel fortgerissen, vereinen sich seine Taten zu einem Sog, der ihn in die Tiefe reißt, jedoch in der Hoffnung, sich aus einem immer komplexer werdenden Mosaik zu lösen und wieder auftauchen zu können. Ein Vergleich mit Edgar Allan Poes „Malström“ scheint zulässig: In einem unausweichlichen Trichter gefangen lässt sich Kowalski hinabtreiben, wird aber nicht müde, wieder das Licht zu suchen.
Bewertung
aus Schöppenstedt
5/5
20.02.2021
eBook (ePUB)
Kranke Köpfe
Kowalski ist arbeitslos und offensichtlich psychisch krank. Er lebt tagelang mit seiner toten Frau in einer Wohnung, mal merkt er es, mal nicht. Er hört Stimmen, die ihm sagen, wann er wen umbringen soll. Er weiß aber nicht, ob er es auch getan hat oder nicht.
Es fällt mir sogar schwer, eine kurze Einführung zu schreiben, womit ich sagen will, dass ich so gar nicht in die Geschichte reingekommen bin, weil ich lange brauchte, um in etwa zu verstehen, was in Kowalskis Kopf vorging.
Bis Seite 72 wird über Kowalski geschrieben. Was ich zugeben muss, ist, dass es sehr spannend war. Auch wenn ich nicht durchblickte, wollte ich doch wissen, wie es weiter geht und ob noch etwas Verständliches passiert. Ab Seite 73 beginnt die Ermittlungsarbeit. Gleich am Anfang stellt man fest, dass der Kriminalpraktikant Mayer genauso tickt wie Kowalski. Das war mir dann zu viel. Hätte hier eine normale Ermittlungsarbeit eingesetzt, hätte ich aufgeatmet und wäre sehr interessiert gewesen. Ich wollte mir das nicht nochmal antun und überschlug ein paar Seiten. Dabei merkte ich, dass doch eine Geschichte hinter dem Ganzen steckt und am Schluss bei der Aufklärung erfährt man, dass es sogar eine sehr gute Geschichte ist, so dass ich bereute, mich nicht doch zum Lesen aller Seiten gezwungen zu haben. Letztendlich fügt sich ein Ganzes zusammen.
Mir sind die kranken Protagonisten sehr nahe gegangen. Am liebsten würde ich mir das nicht Gelesene nochmal vornehmen, aber das muss ich mir gut überlegen. Wer mit psychischen Krankheiten gut umgehen kann, wird das Buch vermutlich mögen. Ich kann nicht beurteilen, ob die Darstellung vielleicht überzogen ist, vielleicht hat sich der Autor das auch nur alles ausgedacht, um den Leser zu schockieren. Aber die Spannung ist besonders und auch die Aufklärung zum Schluss nachvollziehbar. Die 4 Sterne hat sich der Autor verdient.
Bewertung
aus Cottbus
5/5
20.02.2021
eBook (ePUB)
Sehr spannend und voller Emotionen
Über LOVELYBOOKS durfte ich das Buch " Der Stillebenmörder " testlesen .
Autor: Lukas Hochholzer
Handlung des Buches :
Der stellungslose Lebensmitteltechniker Igor Kowalski fühlt sich schon des Längeren von „denen“ verfolgt und fragt sich zunehmend, wer eigentlich die Macht über seine Gedanken ausübt. Eine innere Stimme treibt ihn zu Taten von grausamer Brutalität.
Ein Ermittler-Duo bestehend aus dem erfahrenen Kommissar Steinhofer und seinem geistig labilen Gefährten Mayer werden zur Klärung der grausamen Mordfälle einberufen, wobei letzterer aber bald auf eigene Faust das Geheimnis der Stillleben, die an jedem Tatort aufgefunden werden, lüften muss – und hierbei selbst die Grenzen seines Verstands erreicht.
Ein beunruhigender Psychokrimi erzählt aus zwei Perspektiven, jener Kowalskis und jener des unbeholfenen Praktikanten Mayer, der sich allmählich im Labyrinth des facettenreichen Falls verirrt. Was ist wahr und was ist falsch, wem kann vertraut werden und wem nicht?
Mein Fazit :
Der Autor erzählt die Geschichte um den " Stillebenmörder " mit 3 Hauptprotagonisten. Einmal Igor Kowalski , arbeitslos und besessen von " Omega " Er lebt in seiner Schizophrenen eigenen Welt und begeht " im Auftrag von Denen " fürchterliche Morde. Grausamkeiten die er im normalen Leben nie tun würde..... Die Leichen platziert er nach einem Stillebenmuster , was sehr ungewöhnlich ist........
Dem stehen gegenüber, zwei Kommissare . Steinhofer und sein tüteliger Praktikant Mayer wollen den Mörder überführen und stoppen. Steinhofer gerät in eine Falle und Mayer , kann er den Mörder alleine aufhalten? Es bleibt spannend bis zur letzten Seite....
Mit diesem Psychothriller hat mich der Autor Lukas Hochholzer von der ersten Seite an gepackt. Die Geschichte ist sehr gut durchdacht, spannend , zum Teil zum gruseln und die Protagonisten sehr autentisch beschrieben. Man sieht sie förmlich vor seinem geistigen Auge und ist beeindruckt. Auf einer Seite ist man entsetzt wie Igor Kowalski Morde begeht und zu was Menschen fähig sind wenn sie Stimmen hören. Man hat aber auch Mitleid und leidet mit ihm mit. Seine schizophrene Ader dringt tief in seine Gefühlswelt ein , bringt die Wahrnehmung seiner eigenen Persönlichlichkeit völlig durcheinander und lässt ihn innerlich erstarren. Der Autor beschreibt die Erkrankung in allen Formen und hat diese gut in die Handlung eingebaut. Ich bin echt begeistert.
Ich hatte die ganze Zeit Gänsehaut und hab mir versucht vorzustellen wie es ist, wenn " Stimmen die Tat befehlen . Aber So " tödlich " kann man garnicht denken.........
Der Schreibstil des Autors ist wie gewohnt flüssig , sehr mitreißend und geradezu fesselnd. Wer in die dunkle Seele eines Mörders schauen will, wer sich nicht scheut abscheuliche Morde zu erleben , der sollte dieses Buch unbedingt lesen.
Für echte Thrillerfans ein absolutes Muss .
gaby2707
aus München
5/5
20.02.2021
eBook (ePUB)
Eine krasse Geschichte
Igor Kowalski, arbeitsloser Lebensmitteltechniker aus Stegolsberg einem Ortsteil von Zattbrunnen in NRW leidet schon länger unter Verfolgungswahn. Er ist besessen von einer Welt in der er gefangen ist von „Denen“, vor allem von ihm, der sich Omega nennt. Der lässt ihn tun, was er selbst nie tun würde. Das bringt Kommissar Friedrich Steinhofer und seinen etwas labilen, unfähigen und eher harmlosen Praktikanten Mayer auf den Plan…
Lukas Hochholzer schafft es mit nur wenigen Personen einen Psychokrimi zu schreiben, der fesselt, der mich entsetzt und der mich beeindruckt hat. Ich kam beim Lesen sogar auf den Gedanken, der Autor selbst könnte der Wirt dieses besagten Omega sein. So klar und eindringlich setzt er mir die ausdrucksstarke Bilder in den Kopf, die ich aber bei den blutigen Szenen teilweise abgestellt habe. Es ist schon krass, mit was sich Igor Kowalski hier rum schlagen muss. Dauernd wird er zwischen Fiktion und Gegenwart hin und her geschleudert. Ich beneide ihn nicht um seine traumatischen Erlebnisse, seine schrecklichen Erinnerungen, seine Zukunftsängste. Aber auch Mayer scheint langsam den Bezug zur Realität zu verlieren und befindet sich in einem hypnotischen Zustand.
Der Autor lässt mich mit seinem flüssigen, sehr fesselnden Schreibstil in eine sehr düstere, dunkle Atmosphäre eintauchen. Ich schaue in eine bedauernswerte Psyche hinein, weiß aber manchmal nicht, ob das nun gerade real oder Fiktion ist. Als dann auch noch Mayer in diese Welt des Wahns abdriftet, war es mir schon fast zu viel des Bösen. Trotzdem war ich weiter zwischen diesen beiden Männern gefangen. Vielleicht auch deshalb, weil sowohl Kowalski als auch Mayer aus ihrer Sicht zu Wort kommen.
Lukas Hochholzer schafft es in meinen Augen perfekt, Kowalski und Mayer mit ihren psychischen Erkrankungen sehr real, vielschichtig und menschlich erscheinen zu lassen. Ich konnte gut mit den Beiden mit leiden, sie waren für mich keinesfalls lächerlich angelegt. Zwischendurch wusste ich manchmal selbst nicht, war ich gerade im Hier und Jetzt oder in den Fängen von Omega fast verloren.
Ein spannendes Buch, bei dem ich immer wieder mal gedacht habe, dass mir ein solches Abdriften in diese dunkle düstere Welt bitte erspart bleiben möge.
Bewertung
5/5
20.02.2021
eBook (ePUB)
Die Psyche ist schon etwas seltsames
Kommissar Steinhofer kommt nicht zur Arbeit und sein Kollege Mayer muss seine Arbeit übernehmen. Mayer ist aber bisher nur der Praktikant von Steinhofer gewesen und ist "etwas" labil.
Mayer bekommt auch sehr schnell einen Fall als eine Frau das Kommissariat betrat und ein verbrechen meldete. Fundort Waldparkplatz. Vermuteter Tatort ein Auto, Hier wurden zwei Leichen auf der Rückbank entdeckt.
Mit Schrecken muss Mayer feststellen, dass sein vermisster Kollege eines der Opfer ist. Doch wer ist der Täter? Warum wurde der Kommissar getötet und was ist die Todesursache? Findet es selbst heraus.
Mir gefällt der Schreibstil des Autors sehr. Auch die Charaktere sind gut beschrieben.
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