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Corregidora Roman

17

23,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.08.2022

Verlag

Kanon Verlag Berlin

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

21,7/14,1/2,4 cm

Gewicht

424 g

Auflage

1

Übersetzt von

Pieke Biermann

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9856803-9-9

Beschreibung

Rezension

»Nach Corregidora wird kein Roman über eine Schwarze Frau jemals so sein wie zuvor.« Toni Morrison
»Corregidora ist die brutalste, ehrlichste und schmerzhafteste Offenbarung dessen, was in den Seelen schwarzer Männer und Frauen passiert ist und passiert.« James Baldwin
»Eine amerikanische Schriftstellerin mit einem starken Sinn für lebendiges Erbe, für Geschichte im Blut.« John Updike
»Corregidora ist ein Gedicht an schwarze Männer und Frauen. Eine Ode, wenn auch schmerzhaft, an alle Betroffenen der Amerikanischen Geschichte.« Maya Angelou
»Die größte vergessene amerikanische Schriftstellerin.« Calvin Baker, The Atlantic
»Corregidora ist ein Zeugnis von Trauma und Überwindung, das im Laufe der Zeit noch an Bedeutung und Relevanz gewonnen hat. Es bleibt ein unverzichtbarer Einstieg in die Tradition des afroamerikanischen Schreibens, das Gayl Jones erneuert und bereichert hat.« Paul Gilroy
»Der erste Roman von Gayl Jones, Corregidora (1975), war sowohl schockierend als auch bahnbrechend, weil er das psychologische Erbe der Sklaverei und des sexuellen Eigentums anhand des Lebens einer Blues-Sängerin aus Kentucky darstellte. Der Roman ging Alice Walkers Die Farbe Lila und Toni Morrisons Menschenkind voraus, und enthüllte eine unvollendete Emanzipation, sowie die Macht von Erinnerung, Leben zu formen. Die Veröffentlichung markierte eine Verschiebung in der afroamerikanischen Literatur, die Frauen und die Beziehungen zwischen Schwarzen in den Mittelpunkt rückte.« Maya Jaggi, Guardian
»Dieses Buch ist nicht nur bestechend gut geschrieben, es ist auch brandaktuell.« Cornelia Geißler, Berliner Zeitung
»Ein fulminanter und feministischer Befreiungsschlag, weil er das Unsagbare zur Sprache bringt und darüber hinaus als Hymne den Opfern der amerikanischen Sklaverei die Ehre erweist.« Thomas Hummitzsch, Rolling Stone
»Es klingt wie Blues, hochpoetisch, verzweifelt schön, selbstbewusst und auch schmerzhaft – wirklich großartig« Katharina Döbler, rbb Kultur

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.08.2022

Verlag

Kanon Verlag Berlin

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

21,7/14,1/2,4 cm

Gewicht

424 g

Auflage

1

Übersetzt von

Pieke Biermann

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9856803-9-9

Herstelleradresse

Kanon Verlag Berlin GmbH
Belziger Straße 35
10823 Berlin
DE

Email: info@kanon-verlag.de

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  • Bewertung

    5/5

    06.04.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Rassismus, Gewalt, Sklaverei & daraus resultierende generationenübergreifende Traumata

    1975 erstmals erschienen, spielt der Roman Corregidora von Gayl Jones im Kentucky des Jahres 1947. Doch das Trauma, von dem dieses Buch erzählt, beginnt weit früher. Corregidora, Plantagenbesitzer & Sklaventreiber, zwingt Ursas Urgroßmutter zur Prostitution. Daran gewöhnt, sich selbst immer zu nehmen, was er will, schwängert er sie: Ursas Großmutter wird geboren. Und damit beginnt ein Trauma, welches sich über Generationen erstreckt, schwängert Corregidora doch auch Ursas Großmutter, also somit seine eigene Tochter. Damit diese schreckliche Geschichte nicht in Vergessenheit gerät, nachdem Corregidora nach der Abschaffung der Sklaverei alle Dokumente & Unterlagen verbrannte, soll auch Ursa Kinder bekommen, „Generationen machen“ nennen es die Frauen, die Ursa diese Geschichte wieder & wieder erzählen. Aber nach einem Streit mit ihrem Ehemann, woraufhin Ursa sogar ins Krankenhaus muss, kann sie keine Kinder mehr bekommen. Darum erzählt die Sängerin ihre Geschichte auf der Bühne: Verpackt in den Blues zeigt Ursa ihr Trauma & auch das der Generationen vor ihr. Doch auch ihr Leben abseits der Bühne sieht nicht viel besser aus: Geprägt von Gewalt & Erniedrigung, eine nicht enden wollende Abwärtsspirale an Emotionen, so sehen Ursas Tage aus, vor allem innerhalb ihrer Partnerschaften. Der Roman ist alles andere als leichte Kost, weder inhaltlich (was jeder Person klar sein sollte) noch stilistisch. Dass die Themen schwierig sind, voller negativer Emotionen, ist offensichtlich: Es geht um Rassismus, um Gewalt, um Sklaverei, die daraus resultierenden Traumata & den kläglichen Versuch der eigenen Identitätsfindung. Der Stil ist derb, die Gespräche meist knapp gehalten & plump. Kombiniert mit den zeitlichen Sprüngen im Buch wird dadurch die Negativität, die Verzweiflung, zum Teil die Resignation als Ausdruck dessen genutzt, was häufig noch immer Alltag nachfolgender Generationen ehemaliger Sklaven ist. Ist Zeiten der #Blacklivesmatters-Bewegung & dem immer noch täglich bestehenden Kampf vieler BIPoC ist es kein Wunder, dass der Roman ein Klassiker der Afroamerikanischen Literatur ist. Und das zu Recht, behandelt die Geschichte doch Themen, welche mit der vollen Kraft & ungeschönt noch immer & auch für immer erzählt werden sollten, damit sie irgendwann, eines Tages, vielleicht doch nur noch Teil einer traurigen Vergangenheit sind.

  • MissMcQueen

    5/5

    06.04.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    1975 erstmals erschienen,…

    1975 erstmals erschienen, spielt der Roman Corregidora von Gayl Jones im Kentucky des Jahres 1947. Doch das Trauma, von dem dieses Buch erzählt, beginnt weit früher. Corregidora, Plantagenbesitzer & Sklaventreiber, zwingt Ursas Urgroßmutter zur Prostitution. Daran gewöhnt, sich selbst immer zu nehmen, was er will, schwängert er sie: Ursas Großmutter wird geboren. Und damit beginnt ein Trauma, welches sich über Generationen erstreckt, schwängert Corregidora doch auch Ursas Großmutter, also somit seine eigene Tochter. Damit diese schreckliche Geschichte nicht in Vergessenheit gerät, nachdem Corregidora nach der Abschaffung der Sklaverei alle Dokumente & Unterlagen verbrannte, soll auch Ursa Kinder bekommen, „Generationen machen“ nennen es die Frauen, die Ursa diese Geschichte wieder & wieder erzählen. Aber nach einem Streit mit ihrem Ehemann, woraufhin Ursa sogar ins Krankenhaus muss, kann sie keine Kinder mehr bekommen. Darum erzählt die Sängerin ihre Geschichte auf der Bühne: Verpackt in den Blues zeigt Ursa ihr Trauma & auch das der Generationen vor ihr. Doch auch ihr Leben abseits der Bühne sieht nicht viel besser aus: Geprägt von Gewalt & Erniedrigung, eine nicht enden wollende Abwärtsspirale an Emotionen, so sehen Ursas Tage aus, vor allem innerhalb ihrer Partnerschaften. Der Roman ist alles andere als leichte Kost, weder inhaltlich (was jeder Person klar sein sollte) noch stilistisch. Dass die Themen schwierig sind, voller negativer Emotionen, ist offensichtlich: Es geht um Rassismus, um Gewalt, um Sklaverei, die daraus resultierenden Traumata & den kläglichen Versuch der eigenen Identitätsfindung. Der Stil ist derb, die Gespräche meist knapp gehalten & plump. Kombiniert mit den zeitlichen Sprüngen im Buch wird dadurch die Negativität, die Verzweiflung, zum Teil die Resignation als Ausdruck dessen genutzt, was häufig noch immer Alltag nachfolgender Generationen ehemaliger Sklaven ist. Ist Zeiten der #Blacklivesmatters-Bewegung & dem immer noch täglich bestehenden Kampf vieler BIPoC ist es kein Wunder, dass der Roman ein Klassiker der Afroamerikanischen Literatur ist. Und das zu Recht, behandelt die Geschichte doch Themen, welche mit der vollen Kraft & ungeschönt noch immer & auch für immer erzählt werden sollten, damit sie irgendwann, eines Tages, vielleicht doch nur noch Teil einer traurigen Vergangenheit sind

  • Bewertung

    5/5

    22.03.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die Traumata der Vergangenheit, bis in die vierte Generation hinein

    Kentucky, 1947, Ursa heißt sie, die Sängerin, ihr Nachname ist Corregidora, der Name, den schon ein portugiesischer Sklavenhändler trug, der vier Generationen zuvor, zur Zeit der Sklaverei, bereits ihre Urgroßmutter, Großmutter und Mutter vergewaltigt hat. Ursa singt den Blues, jeden Abend in Happy´s Café. Es ist ihre Art, mit den Traumata ihrer female Familyline, Sklaverei, Vergewaltigung, Rassismus in all seinen Ausprägungen, umzugehen. Und sie ist schwanger. Doch durch die Gewalttat ihres Ehemanns verliert sie ihr Kind und zudem für immer die Möglichkeit "Generationen zu machen", damit die Geschichte nicht in Vergessenheit gerät. Zu ihrem Mann wird Ursa nicht zurückkehren, zu Happy´s Café und dem Blues schon. Diese Musik gibt ihr wieder ein Leben, eine Aufgabe, für so viele andere, die Stimme zu erheben, dem Schmerz freien Lauf zu lassen und gehört zu werden. Diese Geschichte, ihre Weise, die Dinge präsent zu halten, ins Licht zu holen und doch die Gegenwart, als Ankerpunkt für alles, nicht verwischen zu lassen, auch das erfolgt im Rhythmus des Blues. Manchmal hält man das Lesen kaum aus, so hart, auch in der Sprache, wird hier mit den Menschen, mit dem Leben umgegangen. Aber man macht weiter, genau wie die Protagonistin selbst. Und man erlebt weiter, intensiv und ohne Gnade. Was für ein Buch! 1975 in den USA veröffentlich, nun, ins Deutsche übersetzt, hier bei uns. Nur wenige Autor*innen können so etwas schreiben, dass einem zudem so unter die Haut geht, einen so viel, auch Machtlosigkeit, fühlen lässt. Ich werde dies hier noch lange in mir spüren und dazu den Blues.

  • Bewertung

    aus Marl

    5/5

    22.03.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die Traumata der Vergangenheit…

    Die Traumata der Vergangenheit, bis in die vierte Generation hinein Kentucky, 1947, Ursa heißt sie, die Sängerin, ihr Nachname ist Corregidora, der Name, den schon ein portugiesischer Sklavenhändler trug, der vier Generationen zuvor, zur Zeit der Sklaverei, bereits ihre Urgroßmutter, Großmutter und Mutter vergewaltigt hat. Ursa singt den Blues, jeden Abend in Happy´s Café. Es ist ihre Art, mit den Traumata ihrer female Familyline, Sklaverei, Vergewaltigung, Rassismus in all seinen Ausprägungen, umzugehen. Und sie ist schwanger. Doch durch die Gewalttat ihres Ehemanns verliert sie ihr Kind und zudem für immer die Möglichkeit "Generationen zu machen", damit die Geschichte nicht in Vergessenheit gerät. Zu ihrem Mann wird Ursa nicht zurückkehren, zu Happy´s Café und dem Blues schon. Diese Musik gibt ihr wieder ein Leben, eine Aufgabe, für so viele andere, die Stimme zu erheben, dem Schmerz freien Lauf zu lassen und gehört zu werden. Diese Geschichte, ihre Weise, die Dinge präsent zu halten, ins Licht zu holen und doch die Gegenwart, als Ankerpunkt für alles, nicht verwischen zu lassen, auch das erfolgt im Rhythmus des Blues. Manchmal hält man das Lesen kaum aus, so hart, auch in der Sprache, wird hier mit den Menschen, mit dem Leben umgegangen. Aber man macht weiter, genau wie die Protagonistin selbst. Und man erlebt weiter, intensiv und ohne Gnade. Was für ein Buch! 1975 in den USA veröffentlich, nun, ins Deutsche übersetzt, hier bei uns. Nur wenige Autor*innen können so etwas schreiben, dass einem zudem so unter die Haut geht, einen so viel, auch Machtlosigkeit, fühlen lässt. Ich werde dies hier noch lange in mir spüren und dazu den Blues.

  • Bewertung

    5/5

    17.03.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ursa´s Geschichte

    Das Cover ist total ansprechend, das bunte Muster unter dem düsteren Einband gefällt mir echt gut. Das Bild der Frau vermittelt Stärke. Auch das man sofort etwas von dem Muster erkennet, also das der Schutzumschlag kleiner ist, ist auffällig. Der Titel macht einen neugierig auf die Handlung. Auch die Haptik des Buches gefällt mir richtig gut. In dem Buch wird Ursa´s Geschichte aus ihrer Perspektive in der "Ich-Form" erzählt. Immer wieder erfährt man etwas über die Vergangenheit der weibliche Familienmitgliedern den "Corregidora - Frauen" sie waren Sklavinnen und erst nach der Beendigung der Sklaverei 1888 wirklich frei. Ursa Ur-Ooma flieht aus Brasilien und holt Ursa´s Ooma 1906 auch nach Louisiana. Ursa´s erleidet durch ihren ersten Ehemann einen schlimmen Schicksalsschlag und erzählt darüber, auch über die Ehe und die Beziehung. Sie ist Sängerin in einer Bar und lernt dort ihren zweiten Ehemann kennen. Die Vergangenheit holt sie immer wieder ein. Das Buch hat mich emotional sehr bewegt und es zeigt, wie Frauen unter Männern gelitten haben. Der Schreibstil ist sehr authentisch und ehrlich. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben und ich konnte der Handlung sehr gut folgen.

Kundinnen und Kunden meinen

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Bewertungen (17)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Matthias Kesper

    Matthias Kesper

    Thalia Kassel

    Buchhändler*in

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    5/5

    21.08.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    "There been times that I thought I couldn't last for long But now I think I'm able to carry on..."

    1947: Eine junge schwarze Frau, Ursa, erst seit wenigen Monaten verheiratet, tritt Abend für Abend als Blues-Sängerin auf. Ihren Familiennamen, "Corregidora", hat sie behalten, er steht auf der einen Seite für ihre familiäre Tradition, auf der anderen ist es der Name des portugiesischen Sklavenhalters, der mehrere Generationen von Ursas Familie "besessen" hat, zur Prostitution gezwungen hat, der mit den eigenen Töchtern weitere Töchter gezeugt hat. Ursas Mann sitzt an den Abenden oft im Publikum, immer häufiger von unberechtigter Eifersucht geplagt, bis es seinerseits zu einem heftigen Streit und einer brutalen Auseinandersetzung kommt. Ursa verliert ihr ungeborenes Kind, um ihr Leben zu retten, muss ihr die Gebärmutter entfernt werden. Sie lässt sich scheiden, es wird in ihrem Leben keine längerfristige Bindung mehr geben, auch, weil sie sich innerlich von ihrem Mann, trotz aller erlebter Gewalt, nicht wirklich lösen kann. Erst als sie wirklich versteht, wie sie die eigene Historie verarbeiten, die Erinnerung an all das erlebte, durchlittene Unrecht mit der Gegenwart vereinen kann, wird Ursa tatsächlich frei sein.... Wenn Sie die Überschrift erkannt haben, sind Sie auf dem richtigen Weg für dieses phantastische Buch - die Zeilen stammen aus Sam Cooks Klassiker "A change is gonna come". Und Musik ist es, die dieses Buch bestimmt! Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich überhaupt das Recht habe, diesen Klassiker der afro-amerikanischen Kultur zu besprechen, so als "alter weißer Mann", saturiert, sicher und wohl behütet in Europa aufgewachsen. Aber wenn man ein Buch gelesen hat, das einen zutiefst berührt, das von einer unglaublichen Kraft nur so strotzt, das von Pieke Biermann kongenial in`s Deutsche übertragen wurde, ein Buch, dem man eine riesige Leserschaft wünscht, dann, ja dann muss man das auch kundtun! "Corregidora" erschien im Original bereits 1975, Gayl Jones galt danach als die wichtigste literarische Nachfahrin von James Baldwin, der Roman einer echten Emanzipation war die Blaupause für geniale Schriftstellerinnen wie Alice Walker oder Toni Morrison, die das Entstehen des Buchs tatsächlich als Lektorin gefördert und begleitet hat. Es erwartet Sie ein Roman, für den Sie starke Nerven brauchen, Toleranz gegenüber einer zum Teil explizieten Ausdrucksweise, sowohl, was das Sexuelle betrifft, als auch wenn es um die Umgangssprache des amerikanischen Südens geht. Und es möge sich bitte niemand über fehlende "Political Correctness" mokieren, Frau Jones wusste, was sie, und wovon sie schreibt... Das Sahnehäubchen auf diesem kolossalen Roman ist die Verknüpfung von Literatur und Musik - der Roman ist eng mit dem Blues des Südens verwoben, als Leserin oder Leser hält man immer wieder kurz inne, fragt sich, woher man eine bestimmte Textstelle kennen mag, bevor man sich an den Kopf tippt und denkt: Na klar, Muddy Waters oder Robert Johnson oder oder oder - ganz großartig! "It's been a long A long time coming, But I know a change is gonna come Oh, yes it will..."
  • Zum Bewerterprofil von Ingbert Edenhofer

    Ingbert Edenhofer

    Thalia Mayersche Bottrop

    Buchhändler*in

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    4/5

    10.10.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schwierig zu übersetzen, aber die Lektüre wert

    "Corregidora" ist ein Werk, das Toni Morrison entdeckte und veröffentlichte. Gloria Naylor war für mich insgesamt der beeindruckendere Fund, aber ich kann nachvollziehen, dass Gayl Jones ebenfalls eine relevante Stimme für die afroamerikanische Literatur war. Es geht um Ursa, eine schwarze Blues-Sängerin mit einem schwierigen Verhältnis zu Männern - nicht zuletzt da der Mann, der ihr Großvater war, gleichzeitig auch ihr Urgroßvater war, ein generationsübergreifendes Trauma ihrer Familie. Auch nicht einfach ist allerdings ihr Verhältnis zu Frauen. Der ständige Kampf um Status lässt Mitgefühl kam zu. Ebenfalls schwierig ist die Übertragung. Und das soll nicht unterstellen, dass Pieke Biermann sich da keine Gedanken gemacht hat. Wie das Nachwort deutlich macht: Im Gegenteil. Trotzdem ist die fremdsprachige Wiedergabe des African American Vernacular English immer höchst artifiziell. Andererseits vermute ich, dass viele Leser*innen in deutschsprachigen Ländern auch bei recht gutem Englisch ziemliche Umstellungsprobleme vor sich hätten, wenn sie "Corregidora" stattdessen im Original läsen. Und fraglos gehört "Corregidora" - wie vor Kurzem Richard Wrights wiederveröffentlichte Novelle "Der Mann im Untergrund" - zu den Romanen, die spätestens durch die "Black Lives Matter"-Bewegung auch bei uns ein wenig Aufmerksamkeit verdienen.

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