Martha Frisch ermittelt – und wie!Ostfriesland, 1958: Martha Frisch ist Witwe, eine patente Mittfünfzigerin und ihrer Zeit voraus. In ihrer Heißmangelstube in Leer kriegt sie allerhand Klatsch und Tratsch mit. Als eine treue Kundin, die junge Edelprostituierte Vera Malottke, tot in ihrer Wohnung aufgefunden wird, zerreißt sich die ganze Stadt das Maul über das frivole Frauenzimmer. Die Polizei zeigt wenig Einsatz und legt sich schnell auf den Täter fest: einen alten Freund der Toten, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde. Schließlich möchte man die Honoratioren der Stadt – allesamt Veras Kunden – nicht in die delikate Angelegenheit hineinziehen.Gemeinsam mit ihrem Großneffen, dem Wachtmeister Hans Frisch, und ihrer Enkelin Annemieke wehrt Martha sich gegen diese Doppelmoral und begibt sich auf die Suche nach dem wahren Täter.-
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
5/5
02.02.2023
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Nitribitt in Ostfriesland
Die Kleinstadt Leer 1958: Die meisten Menschen wollen nach dem Schrecken des Krieges die Vergangenheit hinter sich lassen und den beginnenden Wohlstand genießen. Vera Malottke, eine elegante junge Dame, verfügt offenbar über reiche Gönner, die ihr einen auffälligen Lebensstil ermöglichen. Aber sie führt auch genau Buch über ihre Herrenbekanntschaften, eine potenzielle Gefahr für manchen der angesehenen Bürger. Als Vera tot aufgefunden wird und der vermeintliche Mörder schnell gefunden scheint, ist es die resolute Mittfünfzigerin Martha Frisch, die am Ort eine Heißmangelstube betreibt, die nicht lockerlässt und einige unbequeme Wahrheiten ans Licht bringt. Sehr unterhaltsamer Retro-Krimi mit viel Lokal- und Zeitkolorit!
Bewertung
5/5
31.08.2022
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Heißmangelkrimi Fall 1
Leer Ende der 50er Jahre. Vera Malottke wird ermordet in Ihrer Wohnung aufgefunden. Da Sie einen unmoralischen Lebenswandel geführt hat, wird sich sehr schnell der Mund über sie und ihren Tod zerrissen. Und als der Kommissar schnell einen, seiner Meinung nach passenden, Tatverdächtigen präsentiert, ist die sogenannte anständige Gesellschaft zufrieden. Doch Vera Malottkes Nachbarin Martha Frisch ist mit den Ermittlungen nicht einverstanden. Mit der Unterstützung Ihres Neffen Polizeiwachtmeister Hans, Ihrer Enkelin Annemieke und dem Anwalt von Mühlbach versucht sie herauszufinden, wer Vera Malottke wirklich ermordet hat.
Ich finde, den beiden Autorinnen ist es wirklich sehr gut gelungen die 50er Jahre einzufangen. Mit kleinen Dingen wie – Fußball WM ‘54, Ahoi Brause, die Schlager, „gestärkte Taschentücher hat ein ehrbarer Mann immer dabei“ ….kann man sich sehr gut in dieses Jahrzehnt versetzen. Es ist wirklich erstaunlich, wie verklärt man manche Jahrzehnte sieht. Bei den 50ern denke ich immer an die großartige Musik, Petticoats, tolle Kleider und Nierentischchen. Aber in Wirklichkeit war dieses Jahrzehnt superspießig und mit Doppelmoral behaftet. Frauen hatten keine Mitsprache und wenn sie selbstbewusst waren, wurde gleich über sie getratscht. Das tut Martha auch, allerdings ist sie ihrer Zeit ein bisschen voraus und hat mehr Verständnis.
Mir hat der erste Heißmangelkrimi sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
Jutta Seifert liest ruhig und flüssig und war für mich sehr angenehm beim Zuhören.
Bewertung
aus Bad Säckingen
5/5
28.08.2022
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Mord in den guten alten Zeiten
Früher war alles besser, so erzählen es die Alten gerne. Dieses von Jutta Seifert wunderbar gelesene Hörbuch hat diesen Spruch nicht bestätigt. Sehr gut konnte ich mich in diese Zeit hineinversetzen, nach dem 2. Weltkrieg. Die Frauen waren im Krieg gebraucht worden, hatten Tätigkeiten übernommen, die man ihnen früher nicht zugetraut hatte und plötzlich sollte alles wieder beim Alten sein. Ohne Zustimmung des Ehemannes durften Frauen nicht arbeiten, sie sollten doch bitte wieder in die Küche und dem Herrn des Hauses ein behagliches Heim schaffen.
Viele Nazis saßen wieder in wichtigen Positionen, die alten Seilschaften funktionierten noch. Mit dem „Persilschein“ in Händen wurden Stellen bei der Polizei, Richter, Staatsanwaltschaft erneut von Personen besetzt, die man heute als die „ewig Gestrigen“ bezeichnet.
Und dann ist da Hans Frisch, ein junger Wachtmeister, der gierig alles Wissen aufsaugt und ein guter Polizist werden will. Sein Chef ist als Vorbild ausgesprochen ungeeignet, aber zum Glück gibt es ja seine Großtante Martha. Martha Frisch muss man einfach gernhaben. Die Witwe arbeitet hart in ihrer Heißmangel und bekommt vieles mit, da auch die Honoratioren der Stadt ihre Wäsche bei ihr mangeln lassen.
Als Vera Malottke, eine Nachbarin von Martha und ihrer Freundin Traudl, in ihrer Wohnung tot aufgefunden wird, blühen Klatsch und Tratsch. Die junge Edelprostituierte wird von der Presse für ihr Handeln verurteilt, ihre Kunden hingegen mit Nachsicht behandelt. Die Frauen sind froh, dass ihre Männer dieser Versuchung nicht länger ausgesetzt sind. Diese schreckliche Doppelmoral war unerträglich und hat mich nicht kaltgelassen. Durch die wunderbar lebendige Geschichte, die sympathischen bodenständigen Protagonisten, habe ich mich plötzlich in diese Zeit hineinversetzt gefühlt. Es war nicht mehr nur eine Geschichte, ich war Teil davon und habe mitgelitten und mich sehr empört.
Über den Kommissar und seine verkorksten Ansichten, darüber, dass Veras Kunden, einen Mord auf keinen Fall begangen haben können, da sie ja schließlich alles Ehrenmänner waren.
Der Fall Vera Malottke ist mir unter die Haut gegangen und ich bin wirklich froh, dass ich nicht in dieser Zeit gelebt habe. Aber die Geschichte macht auch Hoffnung, Hoffnung, dass sich die Wahrheit am Ende durchsetzt, dass das Gute siegt.
Sehr gerne würde ich mich mit Martha auf ein Pläuschen treffen, vielleicht in ihrem Garten und erzählen, wie sich die Welt verändert hat.
Die Unterbezeichnung „Ein Heißmangel-Krimi, Band 1“ lässt mich hoffen, dass noch weitere Bände geplant sind. Sehr gerne, von Martha können wir noch viel lernen.
NiniSte
aus Kiel
5/5
18.08.2022
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Junger Polizist gibt nicht auf , bis der wahre Täter gefunden ist
Die Geschichte spielt in den 50iger Jahren in Leer , Ostfriesland. Ein beschaulicher Ort , in dem noch fast jeder jedem kennt.
Martha Frisch, verwitwet betreibt dort eine Heißmangel und viele Nachbarn kommen zu ihr , auch um einen Klönschnack zu halten und das Neueste zu erfahren. Sie ist eine sympathische Frau mit dem Herzen am rechten Fleck. Stets hilfsbereit und liebenswürdig.
Hans Frisch , ihr Großneffe , ist ein junger aufstrebender Polizist in Leer,
Als in der Wohnung über Martha die,, Dame für besondere Dienste " tot aufgefunden wird, werden die Ermittlungen aufgenommen, um den Täter zu finden. Denn augenscheinlich ist Vera Malottke ermordet worden.
Da in ihrem Kundenkreis hauptsächlich honorige Personen der Stadt vorhanden sind , ist für den Kommissar Onnen der Täter schnell gefunden. Vera Malottke hatte nämlich Besuch von Richard, einem Bekannten, der gerade erst aus dem Gefängnis entlassen worden ist. Und was liegt da näher , als ihn für den Tod verantwortlich zu machen. Schließlich, so Onnen: Wer einmal straffällig geworden ist, wird es immer wieder sein ". So braucht er auch nicht seine Stammtisch- Kumpel verdächtigen.
Doch Hans und seine Tante Martha sind von Richards Unschuld überzeugt und machen sich auf die Suche nach dem wahren Täter. Mit viel Geschick und Dpürsinn nehmen sie ihre eigenen Ermittlungen auf.
Die Autorinnnen haben eine spannende Kriminalgeschichte geschaffen. Sie erzählen in bildhafter und lebendiger Weise vom Leben und den Gewohnheiten in den 50 iger Jahren. Auch wenn ich etwas später geboren wurde, kann ich mir die Umgebung, die Menschen, ihre Kleidung und Wohnungen durch die Beschreibungen sehr gut vorstellen. Ich fühlte mich wie eine von ihnen.
Durch den Perspektivwechsel der einzelnen Personen kann man sich gut in die Charaktere hineinversetzen und ihre Gedanken nachvollziehen.
Die Geschichte ist bis zum Schluss spannend , ich habe die ganze Zeit mitgerätselt, wer der Täter ist.
Die Erzählstimme ist sehr angenehm, ich konnte ihr sehr gut zuhören.
Ich empfehle gerne das Hörbuch weiter , ich habe die Stunden damit sehr genossen. Ich hoffe , es wird noch weitere Fälle für Frisch und seine Tante Martha geben.
Anett H.
aus Brandenburg
5/5
11.08.2022
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Sehr schön
„Frisch ermittelt – Der Fall Vera Malottke“ von Christiane Franke habe ich als ungekürztes Hörbuch vom Verlag SAGA Egmont mit einer Spielzeit von 8 Stunden und 7 Minuten gehört. Gesprochen wird es von Jutta Seifert.
Die Handlung spielt im Jahr 1958 in Leer.
Im Haus von Martha Frisch wird Fräulein Vera Malottke aufreizend angezogen und tot gefunden. Schnell kursieren Klatsch und Tratsch über die Tote, die wohl als Edelprostituierte gearbeitet hat. Das konnten sich natürlich nur die Herren der gehobeneren Klasse der Stadt leisten. Da auch einige Polizeioberen in der Vergangenheit von diesen Herren abgängig waren, werden sie zwar befragt, aber nicht weiter verdächtigt. Dafür wird ein ehemaliger Freund der Toten, der erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen wurde, verhaftet. Da hat der Chef die Rechnung aber ohne Wachtmeister Hans Frisch und seiner Großtante Martha gemacht. Zusammen mit deren Enkelin Annemieke gehen sie der Sache selber nach. Ein Vorteil ist, dass sie vom Vermieter gebeten wurde, mit ihrer Freundin Traudel die Wohnung der Toten zu reinigen. Das war die Gelegenheit zum Schnüffeln und sie finden Dinge, die die Polizei bei der nachlässigen Durchsuchung nicht gefunden hat.
Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, auch weil bei mir einige Erinnerungen hochgekommen sind an die Zeit, obwohl ich Jahrgang Mitte 60er bin. Trotzdem gab es Sachen wie die Heißmangel auch bei mir noch und in Horst Buchholz war ich auch verliebt. Martha hat ein großes Gerechtigkeitsgefühl und geht bei ihren Ermittlungen sehr sensibel vor. Außerdem kennt man sich in einen kleinen Ort und sie kann sich ungezwungen mit den Menschen unterhalten. Eine weitere große Hilfe ist ihr Untermieter, der als Anwalt arbeitet. Herr von Mühlbach ist ein sehr netter und sympathischer Mann. Auch Wachtmeister Hans ist sehr engagiert und lässt sich von seinem Chef nicht einschüchtern. Ob er damit Karriere macht, ist fraglich.
Die Handlung wird aus Perspektive der verschiedenen Personen erzählt, sodass man auch unterschiedliche Denk- und Ermittlungsweisen erfährt. Die Nachkriegsjahre waren nicht einfach und alle haben begonnen, sich ein neues Leben aufzubauen. Viele Männer sind nicht wiedergekommen und die Frauen mussten ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten. Ansonsten war es nicht gern gesehen, wenn Frauen arbeiten wollen. Aber viele setzen sich auch dabei durch. Die Zeiten änderten sich langsam.
Auch die Sprecherin hat mir sehr gut gefallen. Sie hat den einzelnen Figuren ihre Charaktere gegeben und es war sehr angenehm, ihr zuzuhören. Ebenfalls passt das Cover sehr gut zur Handlung und zur Zeit.
«Ein Fünfzigerjahre-Krimi mit viel Herz, Zeitkolorit und einer Heldin, die ihrer Zeit voraus ist. Großartig!» Gisa Pauly - Dem kann ich voll und ganz zustimmen und ich freue mich auf weitere Ermittlungen mit Martha und Hans.
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