Die Zwillingsschwestern Mimi und Kodachi haben in Tokyo ein neues Leben begonnen, seit ihre Mutter in der Heimatstadt zwischen Bergen und Meer der Schlafkrankheit verfallen ist. Auf dem abgelegenen Ort lastet eine dunkle Sage. Eines Tages, als Kodachi die Mutter im Krankenhaus besuchen will, verschwindet sie plötzlich. Mimi macht sich besorgt auf die Suche. Alles deutet auf eine geheimnisvolle andere Welt hin.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
Book Circle Community
1/5
01.05.2025
eBook (ePUB)
Zu viel Kurioses, zu wenig Inhalt
Ein Medium, Aliens, Schlafkrankheit, Portal in eine andere Welt, ein Wolfsmensch, der sich in eine Frau verliebt, die halb so alt wie er ist, Zombie-Roboter, eine Schildkröte und Trauerverarbeitung sind eindeutig zu viel in einer Geschichte. Dennoch schafft Yoshimoto es, daraus ein langweiliges Buch zu schreiben.
Ich liebe den Schreibstil von Banana Yoshimoto. Leider war das der einige positive Aspekt des Buchs. Der Inhalt hätte mit der hälfte der Kuriositäten erzielt werden können. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen. Das ist das erste Buch von Yoshimoto, das ich nicht mochte.
Ich empfehle dieses Buch nicht. Wer eine gute Geschichte von Yoshimoto lesen will, sollte besser zu Kitchen oder Sly greifen.
Bewertung
5/5
12.02.2025
Hörbuch-Download
Fast ein Feel-Good-Buch
Fast hätte mich der Satz „Banana Yoshimoto schreibt wunderbar subtile, wundersam verstörende Bücher, in denen Japans Jugend endlich Stimme bekommt.“ der in der Beschreibung steht vom Kauf abgehalten.
Alle denen es vielleicht ähnlich geht, weil sie noch nie etwas von Banana Yoshimoto gelesen haben, kann ich beruhigen: Falls der Roman als Jugendbuch gedacht sein sollte, so kann man ihn trotzdem auch im fortgeschrittenen Erwachsenenalter lesen.
Und als „verstörend“ habe ich dieses Buch auch nicht empfunden. Im Gegenteil, dafür dass es um Schwestern geht, deren Vater bei einem Autounfall gestorben ist und deren Mutter im Koma liegt ist es ein erstaunlich positives und herzerwärmendes Buch.
Bewertung
5/5
18.04.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zwischen Realität und Traum
Seit ich "N.P." und "Ihre Nacht" von Yoshimoto gelesen habe, komme ich nicht mehr los von ihren Werken. Ihre Romane und Geschichten haben etwas Undefinierbares, etwas das sich zwischen Realität und Traum bewegt. So auch in ihrem aktuellen Buch "Ein seltsamer Ort" (- im wahrsten Sinne des Wortes).
Mimi begibt sich auf die Suche nach ihrer Zwillingsschwester in ihrer Heimatstadt. Diese präsentiert sich ihr allerdings in einem surrealen Licht. So hat sie die Stadt nicht in Erinnerung. Dabei ist das Surreale seit jeher ein Teil von ihr, von ihrer Familiengeschichte.
Eine hochinteressante Geschichte im typsichen Yoshimoto-Stil, die Seite für Seite Lust auf mehr macht.
MEva
aus Düsseldorf
5/5
09.09.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Niemand schreibt wie Yoshimoto
Dieses Buch hat mich tatsächlich abgeholt; herzerwärmend mit eingehendem Schreibstil aus der Ich-Erzähler-Perspektive, aus der sich der skurrile Plot fast ausschließlich aus Monolog beziehungsweise Dialog ergibt ist ein echter Page-Turner und dabei unglaublich eindringlich und mit viel Lebensweisheit geschmückt. "Der Sinn des Lebens ist es zu leben" und es besteht aus kleinen Gesten mit großer Wirkung. Tränen wurden verdrückt - und hiermit eine klare Empfehlung ausgesprochen.
Alais
4/5
09.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wer sich gerne auf etwas…
Wer sich gerne auf etwas Ungewöhnliches einlässt, wird an diesem Buch viel Freude haben. Es geht um zwei Schwestern, ein geheimnisvolles Schloss mit einem ebenso geheimnisvollen Gutsherrn, um Verlust, Trauer, neue Wege - und um Aliens. Der Schreibstil ist schön, elegant, nichts Außergewöhnliches, aber der Inhalt ist eine Herausforderung. Ich fühlte mich beim Lesen wie in einem bizarren Traum. Als verwirrend empfand ich unter anderem, dass mir gerade die realistischeren Elemente der Erzählung im Vergleich zu den fantastischen Elementen irgendwie seltsam vorkamen. Erzählweise und Dialoge wirkten manchmal auf mich etwas altbacken, dann aber immer wieder frisch, kühn und unerwartet, dabei fast ein bisschen kindlich. Ich hatte das Gefühl, die Autorin schrieb ein sehr persönliches Buch, in das sie all das reinpackte, was sie bewegt, fesselt und bezaubert, ohne sich um Genregrenzen oder Erwartungen ihrer Leserschaft zu scheren, was mir sehr gefiel. Sie bezeichnet ihren Roman auch als eine Hommage an den klassischen Gruselfilm Phantasm und es hat sich für mich gelohnt, über diesen im Internet ein wenig zu recherchieren. Darüber hinaus enthält das Buch Anspielungen zu verschiedenen Werken der japanischen Kultur, wobei der Diogenes-Verlag bzw. die Übersetzerin die Lesenden sorgfältig mit den notwendigen Informationen versorgen, sodass Lesende wie ich, die nur wenige japanische Werke kennen, nicht im Nachteil sind. Die Charaktere wirkten auf mich herzerweichend naiv, poetisch, märchenhaft, aber dadurch manchmal leider auch ohne Tiefe. Die meisten von ihnen prägt eine positive Grundeinstellung und irgendwie gleichen sie einander trotz äußerlicher Unterschiede sehr. Es ist nett und süß, von solchen Leuten zu lesen und darüber, wie liebevoll und versöhnlich sie miteinander umgehen, eine durchaus bewundernswerte Verhaltensweise, mein zynisches Ich aber musste ab und zu amüsiert und ungläubig den Kopf schütteln. Im Großen und Ganzen war es für mich eine schöne, etwas verträumte und verspielte Geschichte, die ich trotz aller Seltsamkeit sehr gerne las.
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4/5
17.12.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Offensichtliche ist nicht real
Nichts ist so, wie es scheint. Immer wieder neu bestätigt, wird diese Binsenweisheit mehr und mehr zur Wahrheit. Schließlich ist der erste Blick, die erste Interpretation des Geschehen nur eine Momentaufnahme. Bei genauerem Hinsehen jedoch, entpuppt sich das Offensichtliche mit erstaunlicher Regelmäßigkeit als Trugschluss, als Abkehr vom zuerst Gedachten. So ergeht es auch Mimi, der Protagonistin in Banana Yoshimotos Roman »Ein seltsamer Ort«.
Nach dem plötzlichen Verschwinden ihrer Zwillingsschwester Kodachi verlässt Mimi Tokio und begibt sich in die Stadt, in der sie ihre Kindheit und Jugend verbracht hat. Und in welcher ihre Mutter seit vielen Jahren im Koma liegt - aus welchem sie schon einmal aufgewacht ist, nur um später erneut der „Schlafkrankheit“ zu verfallen. Ein seltsamer Vorgang, der jedoch sehr gut zu diesem provinziellen Städtchen passt. Diesem so seltsamen und geheimnisvollen Ort, in welchem in der Vergangenheit schlimme Dinge geschehen sind, die über die Jahrhunderte zu Mythen und Sagen wurden. Und doch real waren. Denn Fukiage ist voll von Mischwesen, halb Mensch, halb außerirdisch. So auch Mimi. Und ihre Schwester.
Banana Yoshimotos surrealer Roman »Ein seltsamer Ort« trägt seinen Titel vollkommen zurecht. Geschickt verbindet Yoshimoto das echte Leben von zwei jungen Frauen mit rätselhaften Geschehnissen und den traditionellen Mythen der japanischen Kultur. Auf verschiedenen Bewusstseinsebenen, denn immer wieder werden die Leser:innen in die Traumwelt Mimis gezogen, die Grenzen zur Realität verschwimmen. Die Lektüre des von Annelie Ortmanns hervorragend aus dem Japanischen übersetzen Romans gestaltet sich dementsprechend schwierig und herausfordernd, ja sie verstört sogar. Und fasziniert zugleich. Schließlich ist in »Ein seltsamer Ort« wirklich nichts so, wie es scheint. Wie es eigentlich sein sollte. Eigentlich.
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4/5
11.06.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Handlung dieses Romans ist...
Die Handlung dieses Romans ist zwar schnell erzählt, aber das was ihn so einzigartig macht ist die herrlich surreale und melancholische Atmosphäre, die typisch für Yoshimotos Romane ist. Für alle Fans japanischer Literatur absolut einen Blick wert.
Verlust, Verletzungen und das Verdrängen von Menschen, die als irgendwie »anders« angesehen werden, sind das Dauerthema in Banana Yoshimotos Gesamtwerk - seit ihrem fulminanten Debut »Kitchen« vor 35 Jahren kreisen ihre Romane und Erzählungen immer wieder darum.
In »Ein seltsamer Ort« macht sich Mimi auf die Suche nach ihrer Schwester Kodachi, die nach einem Besuch bei ihrer seit Langem im Koma liegenden Mutter nicht wieder aufgetaucht ist.
Sie kehrt dafür zurück an den Ort ihrer Kindheit und begegnet dabei nicht nur Menschen aus ihrer Vergangenheit wieder, die sie neu zu sehen beginnt, sondern auch ihr bis dahin völlig Fremden.
Gemeinsam ist ihnen: Sie sind - auf die eine oder andere Weise - anders, sie stehen am Rand, sind ausgegrenzt. Auf der teils sehr magischen Reise, auf der wir Mimi begleiten, finden sie jeder für sich einen eigenen Weg, sich dieser Welt zu stellen und ihren Platz darin zu behaupten.
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