Eine Frau vor ihrer Zeit - die berührende Suche nach dem Leben der eigenen Urgroßmutter1887, tief im Sauerland. Eine junge Frau kommt den Weg hinauf ins Dorf Cobbenrode. Dort soll Anna Kalthoff die neue Lehrerin werden. Doch sie wird es nicht bleiben. Denn Anna widersetzt sich bald den Erwartungen des Ortes und den Regeln ihrer Zeit. Sie entscheidet selbst, was sie zu tun und zu lassen hat, wie sie leben und wen sie lieben will. Zwei Jahrhunderte später rekonstruiert der Urenkel Annas inspirierendes Leben und rettet so die Geschichte einer selbstbewussten Frau vor dem Vergessen. Sein Hörbuch ist eine zauberhafte Annäherung an die Vorfahren, ohne deren Entscheidungen und Mut es uns nicht gäbe.Einige Fotos, Poesiealben, Postkarten, ein Kaffeeservice, ein Verlobungsring: Viel mehr stand Henning Sußebach nicht zur Verfügung, als er sich auf die Spuren seiner Urgroßmutter Anna begab. Nach einem Jahr der Suche fügte sich ein Bild: Da hat eine scheinbar gewöhnliche Frau ein außergewöhnliches Leben geführt, gegen allerlei Widerstände. Anna nahm sich, was sie vom Leben wollte. Männer, Arbeit, Freiheit! Diesem Willen hat der Autor seine Existenz zu verdanken. Sein Hörbuch ermuntert uns alle, nach den Annas zu suchen, die es in jeder Familiengeschichte gibt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
aus Penzberg
5/5
15.07.2025
Hörbuch-Download (MP3)
Die Geschichte eines bewegten Lebens verbunden mit einer Zeitreise. Eine beeindruckende Recherche!
Das Cover ist malerisch und bietet einen zauberhaften, zeitlosen Weitblick, während Henning Sussebach mit seinen Recherchen weit in die Vergangenheit eintaucht. Anfangs war ich etwas skeptisch, denn der Autor lässt ehrlich anklingen, dass er Lücken mit Vermutungen ausfüllt, auch mit Hoffnungen, Ahnungen und Spekulationen, aber er macht das so charmant, dass man außerordentlich schnell von seiner akribischen Spurensuche beeindruckt ist.
Man darf ihn auf eine erstaunliche Reise begleiten, die bewusst macht, wie viel in knapp 140 Jahren geschehen ist, welche unglaublichen Fortschritte und Errungenschaften die Menschheit erreicht hat, um diese in Kriegen zu verlieren. Und dann erneut, zwar gebrochen, aber doch unerschüttert, wieder einen Anfang zu wagen.
Ich möchte gar nicht wissen, wie lange Henning Sussebach auf der Suche war, Kontakte knüpfte, Quellen auftat und auf Antworten wartete! Das Ergebnis dieser Recherche ist einfach umwerfend. Wenn man selbst etwas älter als der Autor ist, sich mit seiner Familie und deren Geschichte verbunden fühlt, empfindet man auch intensiv das Interesse an den Vorfahren.
Auch wenn durch die Kriege bzw. Vertreibungen nicht viel erhalten ist, zeigt dieses warmherzig und bewegend erzählte Leben von Anna, dass das Schicksal Unerwartetes bereithält. Und dass man selbst seines Glückes Schmied ist.
Nina Petri liest die Hörbuchversion wohltönend, meisterhaft packend und mit sehr viel Einfühlungsvermögen.
Ein wunderbares Buch, bewegend, berührend und voller Herzenswärme, dass mir noch lange in Erinnerung bleiben wird!
Nele33
5/5
14.07.2025
Hörbuch-Download (MP3)
beeindruckend
"Anna oder Was von einem Leben bleibt", erzählt das Leben von Anna Kalthoff die in der Zeitspanne von 1866 bis 1932 lebte. Der Autor Henning Sußebach hat sich auf die Spurensuche nach seiner Urgroßmutter gemacht, von der nicht viel mehr blieb als paar Fotos, wenige Notizen und etwas Schmuck. Geboren wurde sie im Sauerland, wurde früh zur Halbwaise und daraufhin ins Ausland geschickt, um Lehrerin zu werden. Anna lebte zu einer Zeit, in der die Glühbirne noch nicht erfunden, es keine Telefone gab und das Leben gerade auch für Kinder außerordentlich hart war.
Mit 20 Jahren tritt sie ihre erste Lehrerinnenstelle an und landet in Coobenrode, einem kleinen Dorf im Sauerland, wo sie sich in den Dorfprinzen verliebt, und ihn nach Jahren auch heiratet. Doch nur ein paar Wochen später verstirbt ihr Mann und Anna steht in einer Welt der Männerherrschaft alleine da. Doch sie geht stolz ihren ureigenen Weg.
Henning Sußebach hat für mich ein sehr berührendes Buch geschrieben, welche noch lange in mir nachhallen wird. Man stirbt immer zweimal, so eine der Kernaussagen des Buches: Einmal den körperlichen und dann schließlich irgendwann den sozialen Tod, nämlich dann, wenn sich niemand mehr an den Menschen erinnern kann. Dieses Schicksal wollte er Anna ersparen und begab sich auf eine mühsame Recherchereise, die über ältere Verwandte und Historiker schließlich dieses Buch möglich machte.
Mit den wenigen Informationen hat der Autor ein beeindruckendes Werk geschaffen, für mich besonders auch mit der historischen Einordnung des Weltgeschehens zu Annas Lebenszeit.
Das Hörbuch wurde exzellent von Nina Petri eingelesen und mit sehr viel Gefühl und den Emotionen transportiert.
Bewertung
5/5
13.07.2025
Hörbuch-Download (MP3)
Anna,eine außergewöhnliche Frau
Der Autor hat seine Urgroßmutter persönlich nie kennengelernt,genauso erging es seinen Eltern.Da ihr Name auf Familienfeiern oft auftauchte, fasste er den Entschluss, den Spuren ihres Lebens auf den Grund zu gehen.Das war in der Tat eine Mammutaufgabe,weil es kaum Erinnerungsstücke von ihr gab, lediglich ein Kaffeeservice, ein paar Fotos, Poesiealben und ein Verlobungsring existierten im Bestand der Familie.
Anna wurde 1867 als Tochter eines Schankwirts geboren,sie hatte mehrere Geschwister.
Nach dem Tod des Vaters wurde sie im Alter von zwölf Jahren in ein Kloster in den Niederlanden gegeben, wo sie eine Ausbildung zur Lehrerin absolvierte. Mit 20 Jahren, damals, noch vor der Volljährigkeit, trat sie ihre erste Stelle in dem kleinen Dorf Cobbenrode,an. Da man einer Frau, in der damaligen Zeit die Verbindung von Familie und Beruf nicht zutraute, musste sie sich an das sogenannte Lehrerinnen Zölibat halten und unverheiratet bleiben.Aber Anna war ihrer Zeit voraus und so schloss sie zweimal den Bund der Ehe,der erste Mann starb kurz nach der Hochzeit,einmal mit einem sehr viel jüngeren Mann, bekam zwei Kinder und war immer berufstätig. Nachdem sie den Lehrerinnen Beruf bei der ersten Eheschließung aufgegeben hatte, übernahm sie nach dem Tod ihres ersten Mannes , sowohl das im Familien Besitz befindliche Hotel, als auch die örtliche Poststation.
Ihren ungewöhnlichen Lebensweg hat der Autor mit Unterstützung, von Behörden, einigen Freunden und vielen zufälligen Begegnungen, versucht zu rekonstruieren. Er hat dabei aber einige fiktive Gegebenheiten eingefügt, die aber sehr harmonisch mit der Geschichte verknüpft wurden.
Besonders gut gefiel es mir, dass er reale geschichtliche Ereignisse,Erfindungen etc. nach Jahren geordnet, in die Geschichte eingefügt hat. Dadurch wurde das authentische Bild enorm verstärkt.
Die Geschichte hat mich im positiven Sinne total überrascht und bei mir einen solchen Sog ausgelöst, dass ich sie nicht unterbrechen konnte. Das i-Tüpfelchen war dabei die angenehme Stimme von Nina Petri, welche das Hörbuch vorgelesen hat. Ein Buch, was ich allen geschichtlich interessierten Leser/Leserinnen. sehr ans Herz legen kann, ich vergebe fünf Sterne.
Lianne
4/5
01.08.2025
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Rekonstruktion eines Lebens
Der Autor begibt sich auf Spurensuche zur eigenen Ahnin - einer starken Frau, wie es scheint. Die sich aber dennoch ihrer Zeit beugen musste, Widerstände nicht umgehen konnte und sich ihren Weg ging. Zumindest wenn man den Gedanken des Autoren trauen kann. Denn nicht alles ist belegt, manche Dokumente skizzieren den Weg aber sehr gut. Was ich klasse fand, waren die kurzen (wenn auch teilweise reiner und sehr eiliger Infodump) zeitlichen Einordnungen, was in der Welt so passiert ist zeitgleich zu den Lebensabschnitten von Anna.
Eine tolle verschriftlichte Erinnerung an ein bewegendes Leben und eine Hommage an eine interessante Frau.
Galladan
aus Niederrhein
4/5
29.07.2025
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Anschaulich erzählt
Anna oder: Was von einem Leben bleibt: Die Geschichte meiner Urgroßmutter von Henning Sußebach, gelesen von Nina Petri, erschienen als ungekürztes Hörbuch im Aragon Verlag am 10. Juli 2025.
Cobbenrode im Jahr 1887. Anna Kalthoff kommt als Lehrerin ins Dorf und passt dort nicht wirklich hin. Unverheiratete Frauen können nicht am aktiven Dorfleben teilnehmen und wer nicht auf Feste gehen darf, sitzt daheim und wird im Dorf nicht ankommen. Trotzdem bandelt sie mit dem Sohn des Postargenturchefs an, dessen Vater erlaubt eine Verbindung jedoch nicht. Erst nach dessen Tod können sie und der Dorfprinz eine Verbindung eingehen. Ihren Beruf als Lehrerin muss sie aber dafür aufgeben. Inklusive ihrer Pensionsansprüche.
Henning Sußebach erzählt von einer Frau, die schon hinter dem Vorhang des Vergessens verschwunden ist. Er versucht sie etwas zu einer der Frauen hochzustilisieren, denen wir unsere Frauenrechte verdanken, rudert dann aber auch selbst zurück. In seiner Familie ist nur wenig von Anna geblieben. Einige Gegenstände, einige Aussagen von ihr als Lehrerin und einige Eckdaten, die mit ihrem Beruf als Postargenturchefin und amtlichen Registern nachzuvollziehen sind.
Annas Vater stirbt als sie 12 ist, und so schickt sie ihre Mutter in ein Kloster wo sie zur Lehrerin ausgebildet wird. Sie wird niemals so bezahlt wie die männlichen Lehrer, und damals gab es noch den Lehrerinnenzöllibat, weil eine Frau sich ja nicht um Mann und Kinder kümmern muss und so auch Rentenansprüche verfallen, so man denn nicht ledig bleiben möchte.
Angereichert wird das Sachbuch durch die Weltereignisse, die sich in diesen Jahren ereignen. Das schlägt einen Bogen zu Büchern, die man über diese Menschen und Ereignisse gelesen hat, und veranschaulicht wie normale Menschen, und im speziellen Frauen, vom Leben ausgeschlossen wurden und im schlimmsten Fall, Maschinen nicht an die Menschen angepasst wurden, sondern Frauen eine bestimmte Körpergröße haben mussten, um als Telefonistin arbeiten zu können.
Es ist schwierig sich über Anna ein Urteil zu bilden. Da sind einfach zu wenig Fakten übrig geblieben. Dorfleben und Beamtentum sind aber anschaulich erklärt und der Muff der Zeit weht durch dieses sehr schön vorgetragene Hörbuch, gelesen von Nina Petri.
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5/5
12.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
So einen Urenkel wünsche ich jeder Frau
Henning Sußebach fühlt sich in das Leben seiner Urgroßmutter ein, die Ende des 19. Jahrhunderts im Sauerland gelebt hat. Es gibt nicht viele Quellen zu dem Leben von Anna. Einige Fotos, Poesiealben und Familienerzählungen. Sußebach schafft es, die Lücken mit Phantasie und historischem Wissen zu füllen. Er gibt zu, dass er manche Begebenheiten einfach so erzählt, wie er sie sich für seine Urgroßmutter gewünscht hätte. Diese Ergänzungen sind aber immer, in der jeweiligen Zeit, mögliche Szenarien.
Was mir vor allem gefallen hat, ist der feministische Blick auf ein Frauenleben im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert.
Dies alles schreibt Sußebach in einer wunderbaren niveauvollen Sprache, so dass man Lust bekommt, das Buch in einem Rutsch durchzulesen. Und am Ende traurig ist, dass es schon vorbei ist.
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5/5
31.01.2026
eBook (ePUB)
Anna oder was von einem Leben bleibt
Das Buch ist sehr beeindruckend, wunderschön und informativ. Es hilft ein noch besseres Verständnis für diese Zeit zu bekommen. Frauen hatten es nicht leicht, was in diesen Buch sehr gut dargestellt wird. Es ist historisch wie biografisch überzeugend.
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5/5
25.11.2025
eBook (ePUB)
Wenn Geschichte lebendig wird
Von Annas Leben haben sich ein paar Postkarten, einige wenige unpersönliche Fotos und die eine oder andere Geschichte bis in die Gegenwart erhalten. Dem Urenkel und Historiker Henning Sussebach reichen diese „Schnipsel“, um ein ganzes Leben, und mit ihm eine ganze Epoche, wieder zum Leben zu erwecken.
Sussebach nimmt seine Leser quasi an die Hand, betrachtet mit ihnen das Gerüst der gesicherten Tatsachen, um dann aus einer wunderbaren Mischung aus Fantasie, historischem Wissen und Ortskenntnis das aussergewöhnliche Leben von Anna im Sauerland wiedererstehen zu lassen.
Lebendiger und spannender kann Vermittlung von Geschichte kaum sein, vor allem, wenn es um die der eigenen Familie geht!
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5/5
16.11.2025
eBook (ePUB)
Erinnerungen an ein Leben
Wie lange bleiben Erinnerungen an eine Person erhalten, die längst gestorben ist? Hier versucht der Autor, aus vielen kleinen Dingen, Briefen und Anekdoten ein Bild seiner Urgroßmutter zu zeichnen, die er selbst nicht gekannt hat. Er stellt Vermutungen an, wie es gewesen sein könnte, und stellt Anna als eine für die damalige Zeit ungewöhnlich starke und auch eigenwillige Frau dar. Es ist ihm sehr gut gelungen, eine komplexe Lebensgeschichte zusammenzufügen, hat geschichtliche Daten und Fakten mit seinen Gedanken komplettiert und damit seiner Urgroßmutter ein Denkmal gesetzt. Mich persönlich hat dieses Buch sehr berührt, weil ich mich frage, ob meine Oma, die im Nachbarort aufgewachsen ist und möglicherweise die Schule besucht hat, in der Anna unterrichtete, diese Frau noch kennengelernt hat. Ich kann sie leider nicht mehr fragen.
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5/5
03.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Familien- und Weltgeschichte
„Jeder Mensch stirbt zweimal.
Sein erster Tod ist biologisch und der, den wir meinen, wenn wir vom Sterben sprechen. (…) Der zweite Tod, nennen wir ihn den sozialen, vollzieht sich anfangs fast unmerklich.“
Bereits als Henning Sussebach auf der ersten Seite über das Vergessen von Menschen schreibt, hatte er mich damit auf sein Buch neugierig gemacht. Er schreibt hier gegen das Vergessen eines Menschen seiner Familie an: seiner Urgroßmutter Anna.
Anna war das, was man einen ganz normalen Menschen nennt. Entsprechend wenige Zeugnisse und persönliche Anhaltspunkte stehen Sussebach für seine Recherche zur Verfügung; kein Tagebuch, kaum Fotos oder Briefe sind bis heute erhalten geblieben. Seine Faszination für Anna teilen bald auch wir Leser, denn der Autor lässt durch gründliche Recherche nicht nur seine Ahnin, sondern gleich eine ganze Geschichtsperiode wieder auferstehen. Dabei lenkt er die Aufmerksamkeit auf die kleinen Geschichten im Großen, ordnet den Jahreszahlen in Annas Leben immer wieder Ereignisse der Geschichte zu, achtet aber auch hier darauf, eher die „kleine“ Geschichte zu erzählen („1894 - In London wird die Tower Bridge für den Verkehr freigegeben.“) Außerdem ist das Buch interessant, da es die Generation von vor 1933 beleuchtet und damit eine Zeit, die aufgrund der Überlagerung durch die folgenden finsteren Jahre, über die so viel geschrieben wurde, für uns viel weniger greifbar ist.
Fehlen Sussebach einmal die Fakten, geht er offen damit um. So schreibt er beispielsweise: „Ich stelle mir vor…“, um Annas Geschichte trotzdem die greifbare Nähe zu geben.
Insgesamt ein sehr empfehlenswertes und kurzweiliges Sachbuch, welches sich beinahe wie ein Roman liest.
Und vielleicht ist „Anna“ ja auch eine Einladung, sich mit der eigenen Familiengeschichte zu befassen?
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