Wie entsteht das, was wir als Realität erleben? Gibt es überhaupt eine objektive Wirklichkeit? Welchen Einfluss haben wir tatsächlich auf das, was "uns passiert"?
Die schöpferische Kraft des Bewusstseins, verständlich erklärt - inkl. aller wichtigen Aspekte wie Physik, Grenzwissenschaften, Spiritualität, Biologie und Glücksforschung.
Der Ergänzungsband "Fragen und Antworten zur Realität" ist in der E-Book-Ausgabe als Anhang enthalten.
Kundinnen und Kunden meinen
3.5/5.0
Wolfgang Reichl
aus Mattsee
5/5
17.02.2021
eBook (PDF)
Ich kenne dieses Buch seit…
Ich kenne dieses Buch seit 2005 und somit seit es dieses Buch gibt. Es war ein Tipp dem ich als Mentaltrainer gefolgt bin und es hat perfekt gepasst. Mich hat dieses Buch fasziniert und daher war für mich klar, dass es ein fixer integrierter Bestandteil meiner Ausbildung Mentaltraining sein wird. Seit 2007 bilde ich Mentaltrainer über re-agieren . at aus und mittlerweile mussten schon über 300 Personen dieses Buch „zwangsweise“ lesen und auch eine schriftliche Zusammenfassung über 1-6 A4-Seiten erstellen. Für mich persönlich war klar, dass dieses Buch vielen Menschen helfen kann die Sichtweise auf die Welt der „Dinge“ zu verändern. Leider ist es auf den ersten 100 Seiten etwas komplex. Das sage ich auch meinen TeilnehmerInnen und fordere sie auf einfach „drüber“ zu lesen. Danach wird es richtig gut. Und nein, ich brauche keine komplexe, wissenschaftlich bewiesene Abhandlung, auf die sich gewisse Rezensenten versteifen. Denn Wissenschaft ist aus meiner Sicht dazu da, um im Laufe der Zeit widerlegt zu werden. Mich persönlich stört es massiv die Welt als starres Objekt wahrzunehmen, wo alles nach fix vorgegebenen Regeln abläuft und es immer so sein wird. Daher sollten wir öfters mutige Werke lesen, die uns helfen über den Tellerrand hinauszusehen. Denn die Welt ist allemal anders als wir aktuell glauben sie erkannt zu haben. Zurück zu diesem Buch. Mit gefällt dieses Buch und es bleibt fixer Bestandteil meiner Ausbildungen. Mittlerweile auch im Rahmen meiner online-mentaltraining . at Ausbildung. Auch hier ist es für alle ein fixer Bestandteil. Folgend möchte ich nun ein paar Feedbacks aus den letzten 13 Jahren zitieren: Markus: Ein „starkes“ und „mutiges“ Buch. Für mich sehr gut recherchiert und zusammengefasst. Einige Abschnitte sind leider etwas „schwer“ ausgefallen, allerdings weist der Autor mehrmals darauf hin, dass man nicht alles bis ins kleinste Detail verstehen muss, um die Kernaussagen richtig zu interpretieren, und darauf kommt es schlussendlich an. Danke für diesen Buchtipp! Claudia: Das Buch „Die Entstehung der Realität“ fasst sehr ausführlich, alle bisherigen Erkenntnisse über eine konstruktivere Lebens- und Krisenbewältigung zusammen, gibt herrlich Antworten auf viele Sinnfragen und zeigt den Weg zu höchster Motivation auf. Der Einstieg war zwar sehr schwer, da mein Verstand oft den detaillierten Erklärungsversuchen über Dimension nicht folgen konnte und es mir auch sehr schwer fällt, mir vorzustellen, dass es keine zeitliche Abfolge geben soll, aber nach dem ich es akzeptiert hatte, dass ich nicht alles sofort verstehen muss und mich vielleicht die Begrenztheit meiner Vorstellungskraft hindert, in diese Materie weiter ein zu tauchen, konnte ich im zweiten Teil erkennen, dass es immer wieder um die gleiche Aufgabenstellungen geht – um ein glückliches, erfülltes Dasein zu genießen – logische Ausführungen und Erklärungen über Gehirn- und Denkabläufe, bei denen es wiederum nur darauf ankommt, es für sich anzunehmen und zu TUN. Mario: Also für diese Zusammenfassung habe ich mir mehrere Quellen zu Nutze gemacht: Interviews, Videos, Artikel, usw. Anders wäre mir das gar nicht möglich gewesen. Dadurch habe ich den Autor auch persönlicher kennengelernt und es hat mir sehr gefallen, dass er sein Buch als journalistische Tätigkeit bezeichnet. Endlich mal einer, der zugibt Informationen zusammen zu tragen und zu verbinden. Am schönsten find ich seine Ansicht zu Glück und seine Aussage dazu: „Schau einmal, dass du glücklich bist, dann kommt der Rest von allein!“ Die meisten Glücksbücher bauen darauf auf Dinge zu machen, um glücklich zu sein. Doch das Glück kommt von Ihnen und braucht nichts außer, dass man es zulässt! Übrigens, in all den Jahren habe ich zwar kleine Kritiken zu diesem Buch erhalten, doch unterm Strich waren alle dankbar es gelesen zu haben. Ich danke Joerg Starkmuth für dieses Buch. Wolfgang Reichl
Raumzeitreisender
aus Ahaus
2/5
24.02.2026
eBook (PDF)
Konstruktion subjektiver Realitäten
"Mit diesem Buch möchte ich Ihnen meine persönliche Wahrheit … als Anregung zur Hinterfragung und möglichen Veränderung Ihrer persönlichen Wahrheit anbieten." Und diese persönliche Wahrheit besteht aus den Erkenntnissen, dass a) eine absolute Wahrheit nicht existiert und b) die Welt, die wir erleben, unsere eigene Schöpfung ist.
Damit steckt Autor Jörg Starkmuth im Vorwort den Rahmen ab, in dem sich seine Ausführungen bewegen. Das Buch besteht aus drei Teilen. Im ersten Teil erläutert Starkmuth physikalische Grundlagen des klassischen (naturwissenschaftlich geprägten) Weltbildes, im zweiten Teil vertritt er die These, dass das Bewusstsein als eine vom Gehirn unabhängige Instanz Schöpfer der Realität ist und im dritten Teil beschreibt er, wie diese Erkenntnisse unser Leben (positiv) verändern können.
Ohne erkenntnistheoretische Grundlagen geht es nicht und so führt der Autor in physische und psychische Grundlagen der Wahrnehmung ein und macht deutlich, dass eine direkte Wahrnehmung der Welt nicht möglich ist. Diese Erkenntnis hatte bereits Kant, ohne begründen zu können, woher die a priori Denkkategorien stammen. Starkmuth vergleicht diese mit dem BIOS eines Computers.
Raum und Zeit (oder im Sinne von Einstein die Raumzeit) müssen definiert werden, um die Grundlagen der Relativitätstheorie verstehen zu können. Einstein fand heraus, dass die a priori Denkkategorien, die im Zuge der Evolution entstanden sind und für unser Überleben ausreichend sind, die Wirklichkeit nicht hinreichend beschreiben. Raum und Zeit sind biegsam und die Realität ist vom Beobachter abhängig.
Der subatomare Bereich ist voller Merkwürdigkeiten. Wir wissen nicht, was Materie letztlich ist. Der Autor erläutert den Welle-Teilchen-Dualismus anhand des Doppelspaltexperimentes und thematisiert, dass die Welt im Kleinen widersprüchlich und unscharf ist. Die Gesetze der Quantenphysik sind durch Experimente vielfach bestätigt worden, weichen aber von unseren Erfahrungen im Mesokosmos ab.
Starkmuth erläutert am Ende des ersten Teils des Buches verschiedene Deutungen der Quantentheorie (Kopenhagener Deutung, Viele-Welten-Deutung) und gleitet über in seine persönliche Interpretation, in der dem Bewusstsein eine primäre Rolle zukommt beim Übergang von verschiedenen Möglichkeitswelten hin zu einer Wirklichkeit. Damit gesteht der Autor dem Bewusstsein eine zentrale Bedeutung zu.
Seine Ausführungen im zweiten Teil des Buches beruhen auf dem Glauben, dass das Bewusstsein eine vom Gehirn unabhängige Instanz ist. Damit begibt er sich in einen Bereich außerhalb der etablierten Naturwissenschaften. Die Verbindung von Körper und Geist als verschiedenen Entitäten ist nicht erklärbar und es gibt Probleme mit Energieerhaltung und Kausalität.
Nach Starkmuth existieren im Möglichkeitsraum alle möglichen Varianten des Universums zu allen Zeiten. In dieser gigantischen Matrix bewege sich das Bewusstsein (als Beobachter) und erzeuge dadurch die Illusion der Zeit. Filter beschränken unsere Wahrnehmung auf drei räumliche Dimensionen. Im Unterschied zur Viele-Welten-Deutung der Quantentheorie führen die Aufspaltungen im Zuge der Beobachtungen nicht zur Aufspaltung des Bewusstseins.
Diese Interpretation stellt einen Bruch dar zur Viele-Welten-Deutung. Auf diese Weise wird das Paradoxon des Doppelspaltversuches nicht plausibel beseitigt. Unabhängig von dieser Kritik liefert die Viele-Welten-Deutung eine zwar formal zulässige, aber empirisch nicht überprüfbare bzw. falsifizierbare Antwort auf die Paradoxien der Quantentheorie.
Mit seinen Ausführungen zum Bewusstsein grenzt sich Starkmuth von anderen naturwissenschaftlich geprägten Autoren ab. Stark materialistisch geprägte Autoren vertreten eine gegenteilige Position und halten das Bewusstsein für ein Epiphänomen. Für Metzinger [1] wird das erlebte Ich von unserem Gehirn erzeugt (nicht umgekehrt). Zudem erzeuge das Gehirn eine Simulation der Welt, die so perfekt ist, dass wir sie nicht als Bild in unserem Gehirn erkennen können.
Soweit geht Roth nicht [2]. Für ihn hat das Auftreten von Bewusstsein wesentlich mit der Neuverknüpfung von Nervennetzen zu tun. In diesem Sinne ist Bewusstsein das Eigensignal des Gehirns für die Bewältigung neuer Aufgaben. Für Routinen ist Bewusstsein nicht erforderlich. Beide Autoren würden nach meinem Kenntnisstand nicht daran zweifeln, dass das Bewusstsein im Zuge der Evolution entstanden ist.
"Ohne bewusste Beobachtung existiert die Welt, wie wir sie kennen, überhaupt nicht." Damit extrapoliert der Autor vom Mikrokosmos, der Welt der Quantenphysik, auf den Mesokosmos, der Welt, in der wir leben. Wenngleich ein Teilchen im Sinne der Quantentheorie unbestimmt ist, gilt das nicht für das (statistisch beschreibbare) Verhalten einer Vielzahl von Teilchen.
Ist der Zufall ein Mythos? Starkmuth thematisiert, dass das Bewusstsein Einfluss auf Ereignisse hat, die dem sogenannten Zufall unterliegen (z.B. Würfeln einer bestimmten Zahl). Analog zur Unschärfe in der Quantenphysik gelte das nicht für den einzelnen Wurf, sondern nur für eine sehr große Anzahl an Würfen. Experimente weisen auf geringfügige signifikante Abweichungen vom Mittelwert hin.
Wenn die beschriebenen Ergebnisse der PEAR-Experimente das Maximum sind, was signifikant festgestellt werden kann, ist gleichzeitig belegt, dass einzelne Ereignisse nicht beeinflusst werden können. Da eine Beeinflussung durch das Bewusstsein einen Verstoß gegen Kausalität und Energieerhaltung bedeutet, sind die Ergebnisse kritisch zu würdigen. Gibt es echte Kontrolldaten?
"Echos aus der Zukunft" und "Wunder auf Bestellung" klingen recht esoterisch und erzeugen eine Erwartungshaltung, die nicht befriedigt werden kann. Auch dem Konstruktivismus sind Grenzen gesetzt, da immer noch etwas da sein muss, das konstruiert und alle Konstruktionen nicht gegen die Naturwissenschaften verstoßen können. Davon abgesehen ist es im Rahmen konstruktiver Modelle nur schwer vermittelbar, warum es eine Evolution gibt.
Man kann ein Denkmodell auf der Prämisse "Geist ohne Gehirn" aufbauen. So ähnlich ist auch Hoimar von Ditfurth in [3] vorgegangen. Er hat im Vorwort erläutert, warum er an "Geist ohne Gehirn" glaubt und sich in seinen Ausführungen zur Evolution aber nicht von diesem Gedanken blenden lassen, sondern rein naturwissenschaftlich argumentiert.
Starkmuth trennt auch zwischen Naturwissenschaft (Teil 1) und seiner persönlichen Sicht der Dinge (Teil 2). Dieser zweite Teil ist zwar begründet, aber mit Bezügen zu östlichen Religionen wie "Gott ist leer" und daher nicht falsifizierbar. Aussagen wie "Selbst nach dem Tod haben wir noch Todesangst" können Menschen verunsichern. Das ist reiner Glaube und nicht belegbar.
Der dritte Teil ist ein Ratgeber für Glück. Er enthält psychologisch fundierte Aussagen, aber auch gewagte Aussagen aus dem positiven Denken. Wenn man nur eine Bestellung beim Universum aufgeben muss, wundert es, dass es so viel Leid in der Welt gibt. Starkmuths Weltbild impliziert, dass der Mensch selbst verantwortlich ist für sein Schicksal. Das erkennt er auch selbst und relativiert seine Sicht. Zum Thema Glück empfehle ich eher "Die Glücksformel" [4].
Fazit:
Starkmuth stellt in diesem Buch sein persönliches Weltbild vor. Die fundierten naturwissenschaftlichen Ausführungen im ersten Teil des Buches können dem Leser suggerieren, dass das auch für den zweiten Teil des Buches gilt. Der zweite Teil beruht auf Verschneidungen von Naturwissenschaften, Esoterik und Religion und das ist Pseudowissenschaft und kann Leser verwirren. Letztlich gilt auch heute noch der Spruch aus der Antike „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“
[1] Thomas Metzinger: Der Ego-Tunnel
[2] Gerhard Roth: Das Gehirn und seine Wirklichkeit
[3] Hoimar von Ditfurth: Im Anfang war der Wasserstoff
[4] Stefan Klein: Die Glücksformel
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