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Band 14355

Sturmhöhe Roman | Das Buch zum Film ›Wuthering Heights‹ mit Margot Robbie und Jacob Elordi

Aus der Reihe dtv- Klassiker
65

17,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.10.2014

Verlag

dtv

Seitenzahl

464

Maße (L/B/H)

17,5/12/4 cm

Gewicht

377 g

Farbe

Silbergrau

Auflage

12. Auflage

Originaltitel

Wuthering Heights

Übersetzt von

Michaela Messner

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-14355-4

Beschreibung

Rezension

Großartig!

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.10.2014

Verlag

dtv

Seitenzahl

464

Maße (L/B/H)

17,5/12/4 cm

Gewicht

377 g

Farbe

Silbergrau

Auflage

12. Auflage

Originaltitel

Wuthering Heights

Übersetzt von

Michaela Messner

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-14355-4

Herstelleradresse

dtv Verlagsgesellschaft
Tumblingerstraße 21
80337 München
DE

Email: produktsicherheit@dtv.de

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  • Bewertung

    aus Mülheim

    5/5

    13.09.2021

    Buch (Taschenbuch)

    ein zeitloser Klassiker

    Sturmhöhe erzählt in erster Linie von der Liebesgeschichte von Catherine und Heathlcliff. Einer Liebe, die man in heutigen Zeiten vermutlich "toxisch" nennen würde, denn sie ist so zerstörerisch, so düster und so herabziehend, dass sie nicht nur Catherine und Heathcliff in den Wahnsinn treibt, sondern ihr gesamtes Umfeld über Generationen hinweg ins Unglück zu stürzen scheint. Ich kann nicht genau sagen, was so unglabulich an diesem Buch fasziniert. Die Hauptcharaktere sind schlichtweg unsympathisch, keine Frage. Heathcliff ist zerstörerisch, unheimlich, egoistisch und offenbar von Hass zerfressen. Catherina ist... verrückt(?), sadistisch, ich bezogen und schlicht und ergreifend hysterisch. Lange Zeit fand ich es schwer vorstellbar, dass diese beiden Charaktere überhaupt jemanden lieben können. Beide sind kompliziert, verbissen und auf ihre ganz eigene Art vom Leben gezeichnet. Das Setting ist düster und deprimierend. Hier geschehen viele Unglücke, Menschen werden (bewusst) sowohl körperlich als auch seelisch verletzt, ausgegrenzt und ausgenutzt. Alles dreht sich um Heathcliff und Catherine, beide sind maximal fokussiert aufeinander, wobei ich manchmal nicht einschätzen konnte, ob die beiden sich wirklich lieben oder darauf aus sind sich gegenseitig zu zerstören. Aber alle diesem negativem Inhalt zum Trotz fasziniert das Buch und es schlägt den Leser in einen so tiefen Bann, aus den man sich nicht befreien kann. Es lässt sich unglaublich flüssig und leicht lesen, man hängt sich nicht an ungewöhnlichen oder altmodischen Formulierungen auf und auch der Wechsel der Erzählers geht so glatt, dass man nicht ins Stocken gerät. Die Liebe zwischen Catherine und Heathcliff ist fesselnd. Ihrem Egoismus und seiner Bosheit zum Trotz, allen gesellschaftlichen Konventionen entgegen, trotz aller Widrigkeiten und Gemeinheiten scheint nichts ihre Gefühle füreinander zerstören zu können und ich glaube, das ist es letzten Endes, was einen als Leser so fesselt. Das man trotz allem das Gefühl bekommt, dass Hoffnung besteht und dass sich der Kampf lohnt. Große Klasse!

  • Natascha

    5/5

    16.12.2019

    Buch (Taschenbuch)

    beste übersetzung

    allgemein liebe ich die werke der brontë-schwester und stelle hier gerne noch weitere vor! ich selbst habe stund um stund in den verschiedensten buchhandlungen verbracht, um eine gut übersetzte ausgabe dieses buches zu finden. klassiker werden in der übersetzung oft leider sehr verrissen, wodurch die „alter“ wunderschöne wortwahl und der ausdruck modernisiert wird und nichts mehr von dem übrig bleibt, was diese bücher so ausmacht! bei dieser ausgabe von sturmhöhe hat einfach alles gestimmt - ich bin restlos begeistert. die autorin beschriebt eindrucksvoll die annahmen und sitzen der zeit und verpackt sie in eine tragisch-schöne liebesgeschichte, ganz ohne kitsch. wenn man sich an den stil dieser bücher gewöhnt hat, kann man sie ohne probleme verstehen - trotzdem keine leichte lektüre für zwischendurch. ich musste mir sogar den stammbaum und die verwandtschaften (oder halt nicht verwandtschaften) aufmalen und neben die seiten halten, weil gefühlt jeder gleich hieß und mit „master“ oder „mrs“ ausgesprochen wurde. im endeffekt kann jeder diesen werken unterschiedliches abgewinnen, meine mutter findet es „witzig“ und ich finde es einfach nur unfassbar interessant! es lohnt sich wirklich, mehr als einen blick in die klassiker zu werfen.

  • Piglet and her Books

    aus Leipzig

    4/5

    18.01.2019

    Buch (Taschenbuch)

    „Sturmhöhe“ ist die Geschichte…

    „Sturmhöhe“ ist die Geschichte von Catherine und Heathcliff, von einer Liebe, die so zerstörerisch ist, wie kaum eine andere Liebesgeschichte. „Sturmhöhe“ spielt in der Moorlandschaft rund um Yorkshire und ist damit das perfekte Setting für diese düstere Liebesgeschichte. Ob sie mich überzeugen konnte? Der einzige erschiene Roman von Emily Brontë ist ein Klassiker und wurde auch schon mehrfach verfilmt. Er bietet Stoff für jede Menge Drama, Liebe, Hass und Kummer. Einen Klassiker zu rezensieren fällt mir auch weiterhin sehr schwer, denn immerhin können wir nicht beurteilen, was bereits als klassische Literatur gilt und damit zum Kanon der Weltliteratur gehört. Ich kann absolut verstehen, dass diese generationsübergreifende Geschichte über Jahrzehnte hinweg die Menschen faszinieren konnte. Es zieht einen in den Bann, es fesselt, und man kann nicht aufhören und das obwohl ich teilweise wirklich schockiert war. Darüber schockiert wie zerfressend die Hassliebe zwischen Heathcliff und Catherine ist, wie sehr sie noch die nachfolgende Generation beeinflusst. Und dabei konnte ich unseren beiden Protagonisten kaum etwas Positives abgewinnen. Heathcliff ist unheimlich, er liebt auf eine besitzergreifende Art und Weise, die ich so bisher noch nicht kannte. Ebenso ist Catherine offenbar kein einfacher Mensch, mir ist ganz lange nicht klar gewesen, ob sie Heathcliff quälen möchte oder wirklich Edgar liebt. Beide Charaktere sind einfach so kompliziert gezeichnet, und sollen, meines Erachtens, nicht sympathisch, sondern vor allem realistisch, verbissen und tiefgründig erscheinen. Und obwohl hier keine harmonische, liebevolle Geschichte erzählt wird, schafft es Emily Brontë, dass man als Leser jeden Charakter faszinierend findet und versucht in das verzweigte Konstrukt von Wuthering Heights einzudringen. Und dennoch kam mir beim Lesen immer wieder der Gedanke, dass die Beziehungen in diesem Buch durch und durch toxisch sind. Sie sind gefährlich, heimtückisch, gewaltvoll und so absolut ungesund. Vor allem in Sachen Gewalt und Unterdrückung ist „Sturmhöhe“ schon fast alarmierend. Natürlich ist „Sturmhöhe“ in einem anderen Jahrhundert entstanden, und man kann den Schreib- und Gedankenprozess nur bedingt nachempfinden. Dennoch muss ich einfach sagen, dass mich bestimmte Stellen und Handlungen einfach schockiert haben, und es war unschön diese zu lesen. Trotz des in die Jahre gekommenen Textes war die Übersetzung erfrischend leicht zu lesen ohne dabei an schwieriger Satzstellung oder altbackenen Wörtern hängen zu bleiben. Denn auch wenn es sich um einen Klassiker handelt, möchte man gern leicht lesend durch den Text. Ebenfalls angenehm ist die Erzählart, durch das Sekundäre Erzählen, bei dem eine Person aus der Geschichte, innerhalb der Geschichte erzählt, und somit eine Binnengeschichte erzeugt, verliert man sich schneller im Erzähltem. Eine schöne und gelungene Art des Erzählens. Fazit: Heathcliffs Geschichte, denn letztendlich ist es seine, ist faszinierend, spannend und verstörend. Emily Brontë schreibt unheimlich gut, und ihre Charaktere haben Tiefgang, auch wenn ich nicht jeden von ihnen mag. Mit Liebe, Freundschaft, Hass und Gewalt zeichnet sie ein Bild einer Familie über mehrere Jahrzehnte, welches den Leser absolut in seinen Bann zieht. Doch die Elemente waren mir teilweise zu heftig ausgelebt, vor allem die Gewalt und die krankhafte Liebe haben mich als Leser wirklich schockiert. Dennoch bleibt „Sturmhöhe“ ein Klassiker, denn man lesen sollte, einfach, weil er, trotz dieses Mangels, faszinierend und tiefgründig ist.

  • Sardinary

    5/5

    21.07.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Keine Romanze!!

    Liebe, Rache, Obsession, Gier, emotionaler Missbrauch, Klassismus, Rassismus, psychische Erkrankungen. Wer dieses Buch als Romanze bezeichnet, hat meiner Meinung nach die Geschichte nicht richtig gelesen. Noch nie hat mich ein Buch so überrascht und so sehr in seinen Bann gezogen. Es greift gesellschaftliche Themen auf, die auch nach 200 Jahren heute noch aktuell und von größter Bedeutung sind. Habt bitte keine Angst vor der Sprache. Das Buch ist es absolut Wert, sich etwas Zeit zu nehmen, um sich anfangs an die Sprache zu gewöhnen. Danach lässt es sich wirklich gut lesen. Ich persönlich hab mir danach gewünscht eine Fortsetzung des Buchs oder ein anderes Werk der Autorin lesen zu können. Leider ist dies nicht möglich. Auf jeden Fall werde ich weitere Werke der Schwestern lesen. Absolute Empfehlung für alle, die ein Buch voller Spannung und leichten Horrorelementen lesen wollen, dass die eigenen Gedanken und Vorstellungen herausfordert. Ich werde es im Laufe meines Lebens auf jeden Fall immer wieder lesen. Das weiß ich jetzt schon. Ein absolutes Meisterwerk! Kleiner Spoiler: Das Beste daran ist, dass man sich als Leser immer wieder bewusst werden sollte aus welcher Perspektive das Buch geschrieben ist und dies Auffassungen und Urteile beeinflusst. Beim nächsten Lesen kann es nur besser werden, wenn ich mir dies bewusster vor Augen halte ❤️

  • Bücherdrache

    5/5

    18.03.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Zwischen Sehnsucht und Zerstörung

    Sturmhöhe von Emily Brontë hat mich nicht behutsam empfangen, sondern unvermittelt in seine Welt geworfen. Dieses Buch ist dunkel, unbequem und von einer spürbaren Kälte durchzogen. Und doch entfaltet es eine emotionale Intensität, der ich mich kaum entziehen konnte. Besonders eindrücklich ist die Art des Erzählens. Die Geschichte erreicht uns nicht unmittelbar, sondern durch mehrere Stimmen gebrochen, vor allem durch Nelly Dean. Dadurch entsteht eine eigentümliche Distanz, die zugleich Nähe schafft, weil immer das Gefühl bleibt, dass sich unter der Oberfläche etwas entzieht. Man liest nicht passiv, man bewegt sich suchend durch den Text, zweifelt an dem, was erzählt wird, und versucht, sich einer Wahrheit anzunähern, die nie ganz greifbar ist. Die Figuren sind schwer auszuhalten. Kaum jemand ist sympathisch, viele handeln rücksichtslos, verletzend oder grausam. Gerade darin entfaltet der Roman seine eigentliche Kraft. Heathcliff und Catherine stehen im Zentrum dieser Wucht. Sie sind keine Figuren, die man bewundert, sondern solche, die man aushalten muss. Ihre Verbindung wirkt weniger wie Liebe als wie ein unauflösbares Band, das sie zugleich trägt und zerstört. Ich habe sie oft verurteilt und mich ihnen dennoch seltsam nah gefühlt. Diese Spannung macht das Lesen so eindringlich. Der Stil ist dicht und von einer fast greifbaren Atmosphäre getragen. Die karge Landschaft Yorkshires durchzieht den Roman wie ein leiser Widerhall und spiegelt die innere Zerrissenheit der Figuren. Brontës Sprache ist dabei klar und direkt, zugleich von einer Schonungslosigkeit, die ihre emotionale Wirkung erst voll entfaltet. Dieses Buch war und ist kontrovers. Es widersetzt sich einfachen Einordnungen und verweigert jede Form von Trost. Stattdessen zeigt es, wie tief Verletzungen reichen und wie sehr Menschen einander prägen können. Es ist keine schöne Geschichte, aber eine von seltener Eindringlichkeit. Für mich war es eine fordernde, stellenweise anstrengende, aber letztlich sehr intensive Leseerfahrung, die lange nachwirkt.

Kundinnen und Kunden meinen

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Bewertungen (65)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von L. Wünsche

    L. Wünsche

    Thalia Dresden – Haus des Buches

    Buchhändler*in

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    5/5

    05.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein literatisches Meisterwerk

    Dieser Gothic-Klassiker stand schon lange auf meiner Leseliste, doch erst seit der Neuverfilmung von Emerald Fennell, hat mich das Fieber - im wahrsten Sinne des Wortes - so richtig gepackt und ich wollte unbedingt in diesen Klassiker voller Abgründe eintauchen. "Wuthering Heights" ist herrlich düster, grausam manipulativ und Cathy und Heathcliffs Geschichte einfach unglaublich faszinierend und einnehmend, wobei etwas mehr als die Hälfte sich tatsächlich um die nächste Generation dreht. Emily Brontës Schreibweise ist grandios und ich kann die englische Ausgabe jedem nur zusätzlich an Herz legen, um die volle Wirkung der Originalworte vieler phänomenaler Zitate voll auszukosten. Versetzt man sich dann noch in die raue und regnerische Landschaft der Yorkshire Moore, indessen die Handlung spielt, ist es völlig um einen geschehen. Definitiv keine Lektüre für jeden, aber unbestreitbar lohnenswert.
  • Zum Bewerterprofil von Christine Schneider

    Christine Schneider

    Thalia Leonberg – Leo-Center

    Buchhändler*in

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    5/5

    09.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Diesen Klassiker muss man lesen

    Die leidenschaftliche Geschichte von Cathrine und Heathcliff - damals wie heute ein Pageturner. Genießen Sie Brontes´ wunderbare Sprache. Emily Bronte ist eine von drei Schwestern, die in jungen Jahren unter Pseudonymen mehrere Bücher schrieben. "Sturmhöhe" erschien 1847, nur ein Jahr vor Emilys Tod. Ein weiterer Klassiker, den man kennen sollte, ist Charlotte Brontes´ Roman "Jane Eyre".
  • Zum Bewerterprofil von Lore Lerch

    Lore Lerch

    Thalia Hildesheim

    Buchhändler*in

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    5/5

    15.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein düsterer Klassiker über Liebe, Rache und Generationen

    Ein Klassiker, den ich lange Zeit vor mir hergeschoben habe – bis mich schließlich doch die Motivation gepackt hat. Die Geschichte von Catherine und Heathcliff ist zugleich faszinierend und verstörend. Ihre Beziehung ist intensiv, leidenschaftlich und oft von destruktiven Emotionen geprägt. Gerade diese Ambivalenz macht den Roman so besonders. Über dem gesamten Buch liegt eine düstere, beinahe unheimliche Atmosphäre, die perfekt zur rauen Landschaft und zu den komplizierten Figuren passt. Immer wieder wird man als Lesende*r mit fragwürdigen Entscheidungen und Verhaltensweisen konfrontiert, die dennoch fesseln. Neben der tragischen Geschichte der ersten Generation spielt später auch die junge Catherine – die Tochter von Catherine – eine wichtige Rolle. Ihre Begegnung mit den Figuren der nächsten Generation bringt eine neue Dynamik in die Handlung und zeigt, wie stark die Konflikte und Entscheidungen der Vergangenheit noch immer nachwirken. Insgesamt eine eindringliche und zum Nachdenken anregende Lektüre – und ein Klassiker, der noch lange im Gedächtnis bleibt.
  • Zum Bewerterprofil von Jérôme Wiedenhaupt

    Jérôme Wiedenhaupt

    Thalia Hildesheim

    Buchhändler*in

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    5/5

    15.01.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Liebe als Zerstörung – Zerstörung als Wahrheit"

    Ich finde, man muss über „Sturmhöhe“ immer wieder neu nachdenken, weil das Buch viel dunkler und komplizierter ist, als es oft dargestellt wird. Denn "Sturmhöhe" ist kein Roman über Liebe, sondern ein seismisches Experiment darüber, was passiert, wenn Begehren die Architektur der Welt zum Einsturz bringt, weswegen er bis heute ein Stachel im Fleisch jeder bürgerlichen Lesart von Literatur bleibt; Emily Brontë entwirft keine Geschichte, die man bequem psychologisch, moralisch oder sozial erklären könnte, sondern ein Mythos, der sich wie ein unterirdischer Strom durch das viktorianische England frisst und dessen Druck man noch spürt, wenn man glaubt, bereits auf sicherem Boden zu stehen. Wer "Sturmhöhe" nur als tragische Liebesgeschichte zwischen Catherine und Heathcliff liest, übersieht das Entscheidende: Es ist ein Text über Souveränität, Gewalt, Zeit und die radikale Unvereinbarkeit von kindlicher Ekstase und gesellschaftlicher Ordnung. Batailles Interpretation, die den Roman als Drama der Transgression liest, öffnet hier eine entscheidende Perspektive, die weit über herkömmliche Deutungen hinausgeht, denn sie macht sichtbar, dass Brontës Welt nicht zwischen Gut und Böse verläuft, sondern zwischen Gegenwart und Zukunft, zwischen unmittelbarer, ungezähmter Intensität und der berechnenden Vernunft des Überlebens. Schon die Landschaft ist kein neutraler Hintergrund, sondern ein metaphysischer Resonanzraum: Die Moore sind nicht romantisch im sentimentalen Sinn, sondern ein Ort vor der Moral, ein Territorium, in dem die Gesetze der Zivilisation suspendiert scheinen und in dem Catherine und Heathcliff als Kinder eine Art vorsprachliche, wilde Komplizenschaft teilen, die Bataille als „Reich der Kindheit“ beschreibt, ein Raum reiner Gegenwärtigkeit, in dem Begehren nicht reguliert, sondern gelebt wird. Diese frühe Bindung ist keine idyllische Freundschaft, sondern eine anarchische Allianz gegen die Welt der Erwachsenen, gegen jene Vernunft, die sich stets auf den Vorteil des Gemeinwesens beruft und damit jede Form radikaler Lebendigkeit opfert. Brontë zeigt mit fast grausamer Klarheit, dass Gesellschaft nur überleben kann, indem sie diese kindliche Souveränität bricht, und genau hier beginnt die Katastrophe: Heathcliff, das Findelkind, wird aus diesem Zauberreich vertrieben, während Catherine sich – scheinbar freiwillig – für Edgar Linton entscheidet, für Komfort, Sicherheit und soziale Anerkennung. Doch diese Wahl ist, und hier folgt Brontë subtil Batailles Logik, keine simple moralische Schwäche, sondern ein Akt der Spaltung: Catherine bleibt innerlich an Heathcliff gebunden, während sie äußerlich in die Ordnung der Vernunft eintritt, und diese innere Zerrissenheit zerreißt sie schließlich. Thrushcross Grange ist dabei keine bloß spießbürgerliche Gegenwelt zu Wuthering Heights, sondern ein komplexer Ort, in dem Großzügigkeit, Stolz und Anpassung miteinander ringen; Edgar Linton ist kein Karikatur-Schurke, sondern jemand, der die Welt akzeptiert, wie sie ist, und damit genau das repräsentiert, was Heathcliff verabscheut: das Gute als System. Heathcliff wiederum ist keine realistische Figur im psychologischen Sinn, sondern eine Traumgestalt, eine Verkörperung des Bösen als existenzielle Revolte gegen jede Form von Ordnung, und gerade deshalb wirkt er so erschreckend authentisch. Er ist das Kind, das sich weigert, erwachsen zu werden, aber nicht aus Naivität, sondern aus einer radikalen Weigerung, die Welt anzuerkennen, die ihn verstoßen hat. Seine Gewalt ist nicht bloß Rache, sondern eine metaphysische Attacke auf die Struktur der Realität selbst, ein Versuch, das verlorene Reich der unmittelbaren Gegenwart zurückzuerobern, auch wenn dieser Versuch zwangsläufig in Zerstörung mündet. Brontë erzählt diese hemmungslose Gewalt mit einer erstaunlichen Ruhe durch die Stimme der Erzählerin Nelly Dean, und gerade diese Diskrepanz verstärkt die Wirkung: Das Grauen wird nicht melodramatisch ausgestellt, sondern nüchtern registriert, als gehöre es zur natürlichen Ordnung der Dinge. Bataille erkennt darin eine tiefere Dimension: Heathcliffs Revolte ist die des Bösen gegen das Gute, aber dieses Böse ist nicht einfach moralische Verderbtheit, sondern eine Weigerung, sich der Logik der Zukunft zu unterwerfen. Während das Gute auf Planung, Nutzen und Gemeinschaft gründet, lebt Heathcliffs Begehren ausschließlich im Jetzt, im ekstatischen Augenblick, der für Erwachsene als „böse“ gilt, weil er jede Rücksicht auf Folgen verweigert. In diesem Sinn wird Sturmhöhe zu einer Meditation über Zeit: Die Zivilisation gehört der Zukunft, Heathcliff gehört der ewigen Gegenwart, und Catherine steht dazwischen, zerrissen zwischen zwei ontologischen Regimen. Dass sie sagt „I am Heathcliff“, ist keine romantische Metapher, sondern eine ontologische Behauptung: Sie erkennt an, dass ihre Identität untrennbar mit dieser anarchischen Kraft verbunden ist, selbst wenn sie sozial anders handelt. Bemerkenswert ist dabei, dass Brontë das Böse nicht nur Heathcliff träumen lässt, sondern auch Catherine und letztlich sich selbst; das Böse wird zum verbotenen, aber notwendigen Gegenpol des Guten, zu einem heiligen Bereich, den die Gesellschaft ausschließt, um ihn zugleich zu verherrlichen. Hier berührt der Roman die Struktur der griechischen Tragödie: Das Gesetz bleibt gültig, aber seine Übertretung ist zutiefst menschlich, ja sogar notwendig, um das Leben in seiner vollen Intensität zu erfahren. Wie in der Tragödie ist die Sühne unausweichlich – Catherine stirbt, Heathcliff verzehrt sich selbst –, doch ihr Tod ist nicht einfach Strafe, sondern Teil eines kosmischen Dramas, in dem Transgression und Heiligkeit untrennbar verbunden sind. Besonders erhellend ist Batailles Begriff der „Hypermoral“: Brontë verwirft die Moral nicht, sie steigert sie ins Extreme, bis sie in ihr Gegenteil umschlägt. Gerade weil sie tief moralisch denkt, wagt sie es, Figuren zu erschaffen, die jede Moral sprengen, und gerade deshalb wird Sturmhöhe zu einem Werk, das mehr über Ethik sagt als tausend didaktische Romane. Heathcliffs Grausamkeiten – seine Heirat mit Isabella aus reinem Sadismus, seine Demütigungen, seine Kälte – sind nicht einfach psychologische Pathologien, sondern Ausdruck einer Lust an der Zerstörung, die Bataille mit Sade in Verbindung bringt: eine dunkle, erschreckende Ekstase, in der Vernichtung selbst zum Genuss wird. Doch Brontë ästhetisiert diese Gewalt nicht; sie lässt sie als etwas Beunruhigendes, Unheimliches, ja Heiliges erscheinen. Der Roman fragt damit radikal: Kann eine Welt bestehen, die keinerlei Raum für solche Kräfte lässt, oder wird sie gerade dadurch leer, steril und tot? Neu gelesen erscheint Sturmhöhe somit weniger als Liebestragödie denn als kosmischer Konflikt zwischen zwei Prinzipien: dem Prinzip der Ordnung und dem Prinzip der Ekstase. Die Kinder Catherine und Heathcliff verkörpern einen vorsozialen Zustand, in dem Leben nicht berechnet, sondern verschwendet wird, während die Erwachsenenwelt auf Bewahrung, Eigentum und Kontinuität setzt. Doch Brontë zeigt, dass diese beiden Sphären nicht einfach Gegensätze sind, sondern einander bedingen: Ohne Verbot gäbe es keine Transgression, ohne Ordnung keine Rebellion, ohne Vernunft kein Wahnsinn. Gerade in dieser dialektischen Spannung liegt die Modernität des Romans, der in seiner Radikalität eher zu Bataille, Nietzsche oder Artaud gehört als in die viktorianische Tradition. Auch formal ist Sturmhöhe ein Experiment: Die verschachtelte Erzählstruktur, die mehrfach gebrochene Perspektive und die instabile Moral der Erzählerin erzeugen ein Gefühl permanenter Unsicherheit, als würde der Text selbst gegen seine eigene Zivilisierung ankämpfen. Man könnte sagen, dass Brontë einen Roman schreibt, der wie Heathcliff ist: unzähmbar, widersprüchlich, gefährlich. Zugleich ist Sturmhöhe aber kein nihilistisches Werk; es bewahrt eine tiefe Sehnsucht nach dem Heiligen, nach einem Überschuss an Leben, den die moderne Welt zu verlieren droht.
  • Zum Bewerterprofil von Denise Tekerci

    Denise Tekerci

    Thalia Freudenstadt

    Buchhändler*in

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    5/5

    08.08.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine Heimsuchung von Liebe und Hass

    Der Roman ist bekannt für seine düstere Atmosphäre, Die Geschichte spielt auf dem englischen Landgut Wuthering Heights und dreht sich um die tragische Liebesgeschichte zwischen dem Findelkind Heathcliff und Catherine Earnshaw, der Tochter seines Pflegevaters. Die düstere, stürmische Landschaft von Yorkshire spiegelt die ungezähmte Natur der Charaktere wider. Es ist ein zutiefst emotionales Werk, das die Abgründe menschlicher Leidenschaften und die zerstörerische Kraft von Liebe und Hass untersucht. Der Roman ist aus der Perspektive des neuen Mieters Mr. Lockwood geschrieben der sich von der Haushälterin Nelly die Ereignisse der Vergangenheit berichten lässt. Eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Man kann es immer wieder lesen und plötzlich ist man wieder dort im Nebel und irrt herum auf der Such nach Wuthering Heights und dessen Bewohnern.

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