Ein Monolith der Weltliteratur – bewegend und einzigartig
Als Findelkind kommt der junge Heathcliff in das Anwesen Wuthering Heights, das der rauen Witterung der englischen Küste schutzlos ausgesetzt ist. Von Gutsbesitzer Mr. Earnshaw liebevoll aufgenommen, führt seine Anwesenheit jedoch schon bald zu Zwietracht in der Familie. Tochter Catherine erkennt in dem fremden Jungen eine verwandte Seele und verliebt sich in ihn, doch ihr Bruder Hindley ist voller Neid auf den Eindringling. Er beginnt ihn zu quälen und verstößt ihn nach dem Tod des Vaters. Als Catherine sich für eine Heirat mit dem reichen Nachbarn entscheidet, schwört Heathcliff Rache … «Sturmhöhe» blieb der einzige Roman von Emily Brontë, der noch zu ihren Lebzeiten veröffentlich wurde. Er wurde zu einem Fixstern am weltliterarischen Firmament. PENGUIN EDITION. Zeitlos, kultig, bunt. – Ausgezeichnet mit dem German Brand Award 2022
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Yorkshire, 1801: Als der neu zugezogene Mr. Lockwood seinem Mietsherrn Heathcliff einen ersten Besuch abstattet, wird er von diesem und dessen seltsamen Mitbewohner:innen der Wuthering Heights, der Sturmhöhe, nicht gerade freundlich empfangen. Doch wieso lebt dieser Heathcliff überhaupt zusammen mit dem jungen Hareton, der nicht sein Sohn ist? Und warum ist seine Schwiegertochter Cathy dermaßen schlecht gelaunt und hat offenbar überhaupt keine Verbindung zu einem der anderen Anwesenden? Als Lockwood sich von einer Krankheit erholen muss, erzählt ihm seine Haushälterin Nelly Dean die ganze unglaubliche Geschichte - und blickt dafür fast 40 Jahre zurück auf die Familie Earnshaw, deren beschauliches Leben durch die Aufnahme des Findelkinds Heathcliff eine dramatische Wendung erfuhr.
Vor etwa einem Jahr startete der Penguin Verlag mit seiner "Penguin Edition" eine neue Klassiker-Reihe im Taschenbuchformat, in der populäre Werke der Weltliteratur in knallbuntem Design "Farbe ins Bücherregal" bringen sollten. In knalligem Rot ist nun Emily Brontës einziger Roman "Sturmhöhe" (Übersetzung: Siegfried Lang) erschienen und selten wirkte eine Farbwahl so angemessen wie in diesem Fall. Denn "Sturmhöhe" ist ein gewaltiger Ritt auf der Klaviatur aller menschlicher Emotionen. Und nicht nur Protagonist Heathcliff sieht auf seinem Rachefeldzug mehr als einmal Rot. Die Ausgabe verzichtet auf den Abdruck des in anderen Editionen üblichen Stammbaums, was Vor- und Nachteil zugleich ist. Zum einen sind die teilweise sehr ähnlichen Namen und Verwandtschaftsverhältnisse so komplex, dass man ohne den Stammbaum doch häufiger durcheinander gerät. Zum anderen nimmt der Stammbaum durch bestimmte Geburts-, Hochzeits- und Todesdaten auch einiges vorweg, wodurch der Überraschungseffekt etwas verpuffen würde.
Zunächst einmal ist es Emily Brontës Sprache, die auffallend schön ist und die Leser:innen unmittelbar teilhaben lässt an den Empfindungen Lockwoods, als dieser sich erstmals der rauen Landschaft der Heights nähert und auf eine unwirtliche Mischung aus Mooren, Heide und einem stetig wehenden Wind trifft. Die schillernden Naturbeschreibungen und die Einsamkeit des Anwesens lassen ihn beglückt ausrufen: "Der wahre Himmel für einen Menschenfeind!" Dass sich dieser für die Beteiligten als wahre Hölle entpuppt, kann er zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal ahnen.
Äußerst gelungen ist auch die komplexe Erzählstruktur, die beim Erscheinen des Romans im Jahre 1847 - und damit einem Jahr vor Emily Brontës viel zu frühem Tod - als revolutionär galt. So erfahren wir es im informativen Nachwort von Susanne Ostwald. Das Besondere daran ist, dass sich Brontë hauptsächlich auf zwei unterschiedliche Erzählstimmen verlässt: Lockwood in der Rahmenhandlung und eben Nelly Dean in den Rückblicken. Beide schildern völlig subjektiv ihre Eindrücke und man muss ihnen als Leser:in vertrauen, um das ganze Drama für bare Münze zu nehmen. Vor allem mit Lockwood geht die Leserschaft eine Art Symbiose ein, denn wenn dieser den Heights und ihren Bewohner:innen am Ende des Romans einen weiteren Besuch abstattet, sieht er die Figuren eben mit genau denselben Augen wie die Leser:innen. Ein äußerst gelungener Schachzug der Autorin, die in weiteren Verschachtelungen der Erzählstruktur ihr großes Können beweist, indem sie beispielsweise Briefe oder Zitate der handelnden Figuren geschickt in die Erzählungen Nellys einwebt und dadurch für Abwechslung, Spannung und eine permanente Aufmerksamkeit der Leser:innen sorgt.
Ein weiterer Pluspunkt sind die äußerst komplexen und ambivalenten Figuren. So gibt es wohl keinen der Charaktere, der durch sein Fehlverhalten nicht den Zorn der anderen Figuren und der Leser:innen auf sich zieht. Andererseits gelingt es Brontë, dass man dafür Verständnis zeigt, dass man mit den Figuren leidet und sie nicht permanent verurteilt - wie schlimm ihr Verhalten auch sein mag. In dieser Hinsicht sticht besonders Heathcliff hervor, und es ist umso bemerkenswerter, dass Emily Brontë ausgerechnet ihn zum Fixpunkt ihres Romans macht. Heathcliff ist ein klassischer Bösewicht, ein Antiheld ersten Grades, ein gewalttätiger Mensch ohne Mitleid und Anteilnahme. Und dennoch fühlt man selbst mit ihm, denn als Kind wurde ihm böse mitgespielt und durch Ungerechtigkeiten verliert er Cathy, die Liebe seines Lebens.
Die Figuren sind so voller Liebe, Leidenschaft und Zorn, dass man es als Leser:in bisweilen kaum aushalten kann. Es wird geliebt und gehasst, geweint und gestorben - und das alles so ungezügelt, dass sich auch das Wetter im Roman den jeweiligen Gegebenheiten anzupassen scheint.
Liest man die Handlung der "Sturmhöhe" in Kurzform, mag man sich oberflächlich an eine Schmonzette erinnert fühlen: Findelkind wird zunächst bevorzugt, dann verstoßen, verliert die Liebe seines Lebens und rächt sich an jedem, der sich in seiner Nähe befindet. Dass der Roman trotz dieser Melodramatik nicht zu einer Schmonzette wird, liegt am klugen und emotionalen Blick der Autorin, die ihre Charaktere nicht allein lässt in diesem Sturm der Gefühle und diese plastisch und mit hoher Intensität auf die Leser:innen überträgt.
Und so ist "Sturmhöhe" in seiner kongenialen Mischung aus Liebesdrama, Familienroman und klassischer Schauergeschichte wahrlich ein Meisterwerk der Weltliteratur, das es dank der "Penguin Edition" neu oder wie in meinem Fall erstmalig zu entdecken gilt. Dennoch möchte ich die Rezension nicht ganz ohne eine Warnung beenden: Wer sich auf die Sturmhöhe begibt, kehrt aufgewühlt und verändert von ihr zurück - und wird vielleicht sogar von den Figuren in seinen Träumen verfolgt...
Christian1977
aus Leipzig
5/5
25.07.2022
Buch (Taschenbuch)
Yorkshire, 1801: Als der neu…
Yorkshire, 1801: Als der neu zugezogene Mr. Lockwood seinem Mietsherrn Heathcliff einen ersten Besuch abstattet, wird er von diesem und dessen seltsamen Mitbewohner:innen der Wuthering Heights, der Sturmhöhe, nicht gerade freundlich empfangen. Doch wieso lebt dieser Heathcliff überhaupt zusammen mit dem jungen Hareton, der nicht sein Sohn ist? Als Lockwood sich von einer Krankheit erholen muss, erzählt ihm seine Haushälterin Nelly Dean die ganze unglaubliche Geschichte - und blickt dafür fast 40 Jahre zurück auf die Familie Earnshaw, deren beschauliches Leben durch die Aufnahme des Findelkinds Heathcliff eine dramatische Wendung erfuhr. Vor etwa einem Jahr startete der Penguin Verlag mit seiner "Penguin Edition" eine neue Klassiker-Reihe im Taschenbuchformat, in der populäre Werke der Weltliteratur in knallbuntem Design "Farbe ins Bücherregal" bringen sollten. In knalligem Rot ist nun Emily Brontës einziger Roman "Sturmhöhe" (Übersetzung: Siegfried Lang) erschienen und selten wirkte eine Farbwahl so angemessen wie in diesem Fall. Denn "Sturmhöhe" ist ein gewaltiger Ritt auf der Klaviatur aller menschlicher Emotionen. Und nicht nur Protagonist Heathcliff sieht auf seinem Rachefeldzug mehr als einmal Rot. Die Ausgabe verzichtet auf den Abdruck des in anderen Editionen üblichen Stammbaums, was Vor- und Nachteil zugleich ist. Zum einen sind die teilweise sehr ähnlichen Namen und Verwandtschaftsverhältnisse so komplex, dass man ohne den Stammbaum doch häufiger durcheinander gerät. Zum anderen nimmt der Stammbaum durch bestimmte Geburts-, Hochzeits- und Todesdaten auch einiges vorweg, wodurch der Überraschungseffekt etwas verpuffen würde. Zunächst einmal ist es Emily Brontës Sprache, die auffallend schön ist und die Leser:innen unmittelbar teilhaben lässt an den Empfindungen Lockwoods, als dieser sich erstmals der rauen Landschaft der Heights nähert und auf eine unwirtliche Mischung aus Mooren, Heide und einem stetig wehenden Wind trifft. Die schillernden Naturbeschreibungen und die Einsamkeit des Anwesens lassen ihn beglückt ausrufen: "Der wahre Himmel für einen Menschenfeind!" Dass sich dieser für die Beteiligten als wahre Hölle entpuppt, kann er zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal ahnen. Äußerst gelungen ist auch die komplexe Erzählstruktur, die beim Erscheinen des Romans im Jahre 1847 - und damit einem Jahr vor Emily Brontës viel zu frühem Tod - als revolutionär galt. So erfahren wir es im informativen Nachwort von Susanne Ostwald. Das Besondere daran ist, dass sich Brontë hauptsächlich auf zwei unterschiedliche Erzählstimmen verlässt: Lockwood in der Rahmenhandlung und eben Nelly Dean in den Rückblicken. Beide schildern völlig subjektiv ihre Eindrücke und man muss ihnen als Leser:in vertrauen, um das ganze Drama für bare Münze zu nehmen. Vor allem mit Lockwood geht die Leserschaft eine Art Symbiose ein, denn wenn dieser den Heights und ihren Bewohner:innen am Ende des Romans einen weiteren Besuch abstattet, sieht er die Figuren eben mit genau denselben Augen wie die Leser:innen. Ein äußerst gelungener Schachzug der Autorin, die in weiteren Verschachtelungen der Erzählstruktur ihr großes Können beweist, indem sie beispielsweise Briefe oder Zitate der handelnden Figuren geschickt in die Erzählungen Nellys einwebt und dadurch für Abwechslung, Spannung und eine permanente Aufmerksamkeit der Leser:innen sorgt. Ein weiterer Pluspunkt sind die äußerst komplexen und ambivalenten Figuren. So gibt es wohl keinen der Charaktere, der durch sein Fehlverhalten nicht den Zorn der anderen Figuren und der Leser:innen auf sich zieht. Andererseits gelingt es Brontë, dass man dafür Verständnis zeigt, dass man mit den Figuren leidet und sie nicht permanent verurteilt - wie schlimm ihr Verhalten auch sein mag. In dieser Hinsicht sticht besonders Heathcliff hervor, und es ist umso bemerkenswerter, dass Emily Brontë ausgerechnet ihn zum Fixpunkt ihres Romans macht. Heathcliff ist ein klassischer Bösewicht, ein Antiheld ersten Grades, ein
Bewertung
aus Ahrensburg
5/5
04.06.2022
Buch (Taschenbuch)
Ein Klassiker der englischen Literatur
Für alle Literatur-Liebhaber ist die Penguin-Edition ein besonderes Highlight im Bücherregal. Ich liebe das minimalistische Design und finde immer wieder ansprechende Bücher. Das Buch "Sturmhöhe" wollte ich schon immer einmal lesen und konnte das jetzt endlich mit diesem Buch nachholen.
Heathcliff, ein Findelkind das von dem alten Earnshaw aufgenommen wird, wächst zusemmen mit seinen Kindern Hindley und Catherine (Cathy) auf. Während Hindley Heathcliff ablehnt, kommt Cathy gut mit dem neuen klar. Nachdem der alte Earnshaw stirbt, beginnt für Heathcliff eine Zeit der Schickane seitens seines "Bruders" Hindley. Die Jahre vergehen und in Heathcliff siegt der Wunsch sich an den Menschen zu rächen, die ihm übel mitgespielt haben.
Die Geschichte um Heathcliff gilt heute als beeindruckendes Werk aus dem 19. Jahrhundert, stieß jedoch damals nach Erscheinen auf Ablehnung. Zu revolutionär waren die emotionalen Seiten der einzelnen Protagonisten, die diese voll und ganz ausleben. Ich fand es sehr spannend den tiefgründigen Charakteren zu folgen - mitsamt ihren Höhen und Tiefen. Auch heute noch lässt sich das Werk aus der Feder Emily Brontës sehr gut lesen. Allerdings ist er vor allem für Klassik-Leser interessant. Die Problematik, der Zwistigkeiten der einzelnen Protagonisten könnte durchaus als antiquiert und "in die Jahre gekommen" wirken. Sturmhöhe ist ein bemerkenswerter Klassiker, der auch Künstlerinnen wie Kate Bush, z.B. zu ihrem Song Wuthering Heights, inspiriert hat.
MaWiOr
aus Halle
5/5
29.04.2022
Buch (Taschenbuch)
Der Roman „Sturmhöhe“ ist ein…
Der Roman „Sturmhöhe“ ist ein düster-romantisches Werk um Liebe und Rache und zugleich eine der schönsten und abgründigsten Liebesgeschichten. Dargestellt an der tragischen Geschichte zwischen Catherine, der Tochter des Landbesitzers Earnshaw, und dem verwahrlosten Heathcliff, der als Findelkind auf dem Gutshof aufwächst. Obwohl beide eine innere Zuneigung verbindet, weist Catherine seine Liebe zurück – zu ungebildet und zu ungehobelt erscheint ihr der unberechenbare Ziehbruder. Als Heathcliff erfährt, dass seine vergötterte Catherine den Sohn des benachbarten Gutsbesitzers Linton heiraten will, verlässt er gekränkt und geradezu wütend den Hof. Nach Jahren kehrt Heathcliff als reicher Mann zurück. Er sinnt auf Rache, will die beiden Landgüter in seinen Besitz bringen und die Familien bis ins zweite Glied ruinieren: Nach einem skrupellosen Rachefeldzug voller Hass und Zerstörungswut und dem frühen Tod Catherines wird Heathcliff in seinem Träumen von ihrem Geist heimgesucht. Erst nach seinem eigenen Tod unter mysteriösen Umständen findet Heathcliff schließlich seinen Frieden mit seiner Geliebten. Die Dorfbewohner jedenfalls wollen ihre Geister gemeinsam im Moor gesehen haben. Emily Brontë bediente sich in dem Psychodrama einer unkonventionellen Erzähltechnik, denn die erschütternde Geschichte wird aus der Perspektive zweier außenstehender Ich-Erzähler berichtet, von dem Pächter Mr. Lockwood und der Haushälterin Nelly Dean. Beide verfügen über Realitätssinn und gesunden Menschenverstand, wodurch ihre Schilderungen der abgrundtiefen Geschehnisse an Wahrhaftigkeit gewinnen. Wegen seiner dämonischen Düsterkeit bis hin zum Tierhaften im Menschen und der Negierung aller gesellschaftlichen Normen stieß der Roman beim viktorianischen Publikum auf empörte Ablehnung. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde ihm die literarische Anerkennung zuteil. Heute, wo Triebhaftigkeit und das angebliche „Böse“ längst Einzug in die Literatur gehalten haben, zählt der Roman mit seiner Inszenierung von Leidenschaft, Gewalt, Übersinnlichkeit und Naturkräften zu den wichtigsten Werken der englischen Literatur, ja der Weltliteratur.
Sardinary
5/5
21.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Keine Romanze!!
Liebe, Rache, Obsession, Gier, emotionaler Missbrauch, Klassismus, Rassismus, psychische Erkrankungen.
Wer dieses Buch als Romanze bezeichnet, hat meiner Meinung nach die Geschichte nicht richtig gelesen. Noch nie hat mich ein Buch so überrascht und so sehr in seinen Bann gezogen.
Es greift gesellschaftliche Themen auf, die auch nach 200 Jahren heute noch aktuell und von größter Bedeutung sind. Habt bitte keine Angst vor der Sprache. Das Buch ist es absolut Wert, sich etwas Zeit zu nehmen, um sich anfangs an die Sprache zu gewöhnen. Danach lässt es sich wirklich gut lesen. Ich persönlich hab mir danach gewünscht eine Fortsetzung des Buchs oder ein anderes Werk der Autorin lesen zu können. Leider ist dies nicht möglich. Auf jeden Fall werde ich weitere Werke der Schwestern lesen.
Absolute Empfehlung für alle, die ein Buch voller Spannung und leichten Horrorelementen lesen wollen, dass die eigenen Gedanken und Vorstellungen herausfordert. Ich werde es im Laufe meines Lebens auf jeden Fall immer wieder lesen. Das weiß ich jetzt schon. Ein absolutes Meisterwerk!
Kleiner Spoiler:
Das Beste daran ist, dass man sich als Leser immer wieder bewusst werden sollte aus welcher Perspektive das Buch geschrieben ist und dies Auffassungen und Urteile beeinflusst. Beim nächsten Lesen kann es nur besser werden, wenn ich mir dies bewusster vor Augen halte ❤️
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5/5
05.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein literatisches Meisterwerk
Dieser Gothic-Klassiker stand schon lange auf meiner Leseliste, doch erst seit der Neuverfilmung von Emerald Fennell, hat mich das Fieber - im wahrsten Sinne des Wortes - so richtig gepackt und ich wollte unbedingt in diesen Klassiker voller Abgründe eintauchen.
"Wuthering Heights" ist herrlich düster, grausam manipulativ und Cathy und Heathcliffs Geschichte einfach unglaublich faszinierend und einnehmend, wobei etwas mehr als die Hälfte sich tatsächlich um die nächste Generation dreht.
Emily Brontës Schreibweise ist grandios und ich kann die englische Ausgabe jedem nur zusätzlich an Herz legen, um die volle Wirkung der Originalworte vieler phänomenaler Zitate voll auszukosten.
Versetzt man sich dann noch in die raue und regnerische Landschaft der Yorkshire Moore, indessen die Handlung spielt, ist es völlig um einen geschehen.
Definitiv keine Lektüre für jeden, aber unbestreitbar lohnenswert.
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5/5
09.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Diesen Klassiker muss man lesen
Die leidenschaftliche Geschichte von Cathrine und Heathcliff - damals wie heute ein Pageturner. Genießen Sie Brontes´ wunderbare Sprache. Emily Bronte ist eine von drei Schwestern, die in jungen Jahren unter Pseudonymen mehrere Bücher schrieben. "Sturmhöhe" erschien 1847, nur ein Jahr vor Emilys Tod. Ein weiterer Klassiker, den man kennen sollte, ist Charlotte Brontes´ Roman "Jane Eyre".
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5/5
15.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein düsterer Klassiker über Liebe, Rache und Generationen
Ein Klassiker, den ich lange Zeit vor mir hergeschoben habe – bis mich schließlich doch die Motivation gepackt hat.
Die Geschichte von Catherine und Heathcliff ist zugleich faszinierend und verstörend. Ihre Beziehung ist intensiv, leidenschaftlich und oft von destruktiven Emotionen geprägt. Gerade diese Ambivalenz macht den Roman so besonders.
Über dem gesamten Buch liegt eine düstere, beinahe unheimliche Atmosphäre, die perfekt zur rauen Landschaft und zu den komplizierten Figuren passt. Immer wieder wird man als Lesende*r mit fragwürdigen Entscheidungen und Verhaltensweisen konfrontiert, die dennoch fesseln.
Neben der tragischen Geschichte der ersten Generation spielt später auch die junge Catherine – die Tochter von Catherine – eine wichtige Rolle. Ihre Begegnung mit den Figuren der nächsten Generation bringt eine neue Dynamik in die Handlung und zeigt, wie stark die Konflikte und Entscheidungen der Vergangenheit noch immer nachwirken.
Insgesamt eine eindringliche und zum Nachdenken anregende Lektüre – und ein Klassiker, der noch lange im Gedächtnis bleibt.
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5/5
15.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Liebe als Zerstörung – Zerstörung als Wahrheit"
Ich finde, man muss über „Sturmhöhe“ immer wieder neu nachdenken, weil das Buch viel dunkler und komplizierter ist, als es oft dargestellt wird.
Denn "Sturmhöhe" ist kein Roman über Liebe, sondern ein seismisches Experiment darüber, was passiert, wenn Begehren die Architektur der Welt zum Einsturz bringt, weswegen er bis heute ein Stachel im Fleisch jeder bürgerlichen Lesart von Literatur bleibt; Emily Brontë entwirft keine Geschichte, die man bequem psychologisch, moralisch oder sozial erklären könnte, sondern ein Mythos, der sich wie ein unterirdischer Strom durch das viktorianische England frisst und dessen Druck man noch spürt, wenn man glaubt, bereits auf sicherem Boden zu stehen. Wer "Sturmhöhe" nur als tragische Liebesgeschichte zwischen Catherine und Heathcliff liest, übersieht das Entscheidende: Es ist ein Text über Souveränität, Gewalt, Zeit und die radikale Unvereinbarkeit von kindlicher Ekstase und gesellschaftlicher Ordnung. Batailles Interpretation, die den Roman als Drama der Transgression liest, öffnet hier eine entscheidende Perspektive, die weit über herkömmliche Deutungen hinausgeht, denn sie macht sichtbar, dass Brontës Welt nicht zwischen Gut und Böse verläuft, sondern zwischen Gegenwart und Zukunft, zwischen unmittelbarer, ungezähmter Intensität und der berechnenden Vernunft des Überlebens. Schon die Landschaft ist kein neutraler Hintergrund, sondern ein metaphysischer Resonanzraum: Die Moore sind nicht romantisch im sentimentalen Sinn, sondern ein Ort vor der Moral, ein Territorium, in dem die Gesetze der Zivilisation suspendiert scheinen und in dem Catherine und Heathcliff als Kinder eine Art vorsprachliche, wilde Komplizenschaft teilen, die Bataille als „Reich der Kindheit“ beschreibt, ein Raum reiner Gegenwärtigkeit, in dem Begehren nicht reguliert, sondern gelebt wird. Diese frühe Bindung ist keine idyllische Freundschaft, sondern eine anarchische Allianz gegen die Welt der Erwachsenen, gegen jene Vernunft, die sich stets auf den Vorteil des Gemeinwesens beruft und damit jede Form radikaler Lebendigkeit opfert. Brontë zeigt mit fast grausamer Klarheit, dass Gesellschaft nur überleben kann, indem sie diese kindliche Souveränität bricht, und genau hier beginnt die Katastrophe: Heathcliff, das Findelkind, wird aus diesem Zauberreich vertrieben, während Catherine sich – scheinbar freiwillig – für Edgar Linton entscheidet, für Komfort, Sicherheit und soziale Anerkennung. Doch diese Wahl ist, und hier folgt Brontë subtil Batailles Logik, keine simple moralische Schwäche, sondern ein Akt der Spaltung: Catherine bleibt innerlich an Heathcliff gebunden, während sie äußerlich in die Ordnung der Vernunft eintritt, und diese innere Zerrissenheit zerreißt sie schließlich. Thrushcross Grange ist dabei keine bloß spießbürgerliche Gegenwelt zu Wuthering Heights, sondern ein komplexer Ort, in dem Großzügigkeit, Stolz und Anpassung miteinander ringen; Edgar Linton ist kein Karikatur-Schurke, sondern jemand, der die Welt akzeptiert, wie sie ist, und damit genau das repräsentiert, was Heathcliff verabscheut: das Gute als System. Heathcliff wiederum ist keine realistische Figur im psychologischen Sinn, sondern eine Traumgestalt, eine Verkörperung des Bösen als existenzielle Revolte gegen jede Form von Ordnung, und gerade deshalb wirkt er so erschreckend authentisch. Er ist das Kind, das sich weigert, erwachsen zu werden, aber nicht aus Naivität, sondern aus einer radikalen Weigerung, die Welt anzuerkennen, die ihn verstoßen hat. Seine Gewalt ist nicht bloß Rache, sondern eine metaphysische Attacke auf die Struktur der Realität selbst, ein Versuch, das verlorene Reich der unmittelbaren Gegenwart zurückzuerobern, auch wenn dieser Versuch zwangsläufig in Zerstörung mündet. Brontë erzählt diese hemmungslose Gewalt mit einer erstaunlichen Ruhe durch die Stimme der Erzählerin Nelly Dean, und gerade diese Diskrepanz verstärkt die Wirkung: Das Grauen wird nicht melodramatisch ausgestellt, sondern nüchtern registriert, als gehöre es zur natürlichen Ordnung der Dinge. Bataille erkennt darin eine tiefere Dimension: Heathcliffs Revolte ist die des Bösen gegen das Gute, aber dieses Böse ist nicht einfach moralische Verderbtheit, sondern eine Weigerung, sich der Logik der Zukunft zu unterwerfen. Während das Gute auf Planung, Nutzen und Gemeinschaft gründet, lebt Heathcliffs Begehren ausschließlich im Jetzt, im ekstatischen Augenblick, der für Erwachsene als „böse“ gilt, weil er jede Rücksicht auf Folgen verweigert. In diesem Sinn wird Sturmhöhe zu einer Meditation über Zeit: Die Zivilisation gehört der Zukunft, Heathcliff gehört der ewigen Gegenwart, und Catherine steht dazwischen, zerrissen zwischen zwei ontologischen Regimen. Dass sie sagt „I am Heathcliff“, ist keine romantische Metapher, sondern eine ontologische Behauptung: Sie erkennt an, dass ihre Identität untrennbar mit dieser anarchischen Kraft verbunden ist, selbst wenn sie sozial anders handelt. Bemerkenswert ist dabei, dass Brontë das Böse nicht nur Heathcliff träumen lässt, sondern auch Catherine und letztlich sich selbst; das Böse wird zum verbotenen, aber notwendigen Gegenpol des Guten, zu einem heiligen Bereich, den die Gesellschaft ausschließt, um ihn zugleich zu verherrlichen. Hier berührt der Roman die Struktur der griechischen Tragödie: Das Gesetz bleibt gültig, aber seine Übertretung ist zutiefst menschlich, ja sogar notwendig, um das Leben in seiner vollen Intensität zu erfahren. Wie in der Tragödie ist die Sühne unausweichlich – Catherine stirbt, Heathcliff verzehrt sich selbst –, doch ihr Tod ist nicht einfach Strafe, sondern Teil eines kosmischen Dramas, in dem Transgression und Heiligkeit untrennbar verbunden sind. Besonders erhellend ist Batailles Begriff der „Hypermoral“: Brontë verwirft die Moral nicht, sie steigert sie ins Extreme, bis sie in ihr Gegenteil umschlägt. Gerade weil sie tief moralisch denkt, wagt sie es, Figuren zu erschaffen, die jede Moral sprengen, und gerade deshalb wird Sturmhöhe zu einem Werk, das mehr über Ethik sagt als tausend didaktische Romane. Heathcliffs Grausamkeiten – seine Heirat mit Isabella aus reinem Sadismus, seine Demütigungen, seine Kälte – sind nicht einfach psychologische Pathologien, sondern Ausdruck einer Lust an der Zerstörung, die Bataille mit Sade in Verbindung bringt: eine dunkle, erschreckende Ekstase, in der Vernichtung selbst zum Genuss wird. Doch Brontë ästhetisiert diese Gewalt nicht; sie lässt sie als etwas Beunruhigendes, Unheimliches, ja Heiliges erscheinen. Der Roman fragt damit radikal: Kann eine Welt bestehen, die keinerlei Raum für solche Kräfte lässt, oder wird sie gerade dadurch leer, steril und tot? Neu gelesen erscheint Sturmhöhe somit weniger als Liebestragödie denn als kosmischer Konflikt zwischen zwei Prinzipien: dem Prinzip der Ordnung und dem Prinzip der Ekstase. Die Kinder Catherine und Heathcliff verkörpern einen vorsozialen Zustand, in dem Leben nicht berechnet, sondern verschwendet wird, während die Erwachsenenwelt auf Bewahrung, Eigentum und Kontinuität setzt. Doch Brontë zeigt, dass diese beiden Sphären nicht einfach Gegensätze sind, sondern einander bedingen: Ohne Verbot gäbe es keine Transgression, ohne Ordnung keine Rebellion, ohne Vernunft kein Wahnsinn. Gerade in dieser dialektischen Spannung liegt die Modernität des Romans, der in seiner Radikalität eher zu Bataille, Nietzsche oder Artaud gehört als in die viktorianische Tradition. Auch formal ist Sturmhöhe ein Experiment: Die verschachtelte Erzählstruktur, die mehrfach gebrochene Perspektive und die instabile Moral der Erzählerin erzeugen ein Gefühl permanenter Unsicherheit, als würde der Text selbst gegen seine eigene Zivilisierung ankämpfen. Man könnte sagen, dass Brontë einen Roman schreibt, der wie Heathcliff ist: unzähmbar, widersprüchlich, gefährlich. Zugleich ist Sturmhöhe aber kein nihilistisches Werk; es bewahrt eine tiefe Sehnsucht nach dem Heiligen, nach einem Überschuss an Leben, den die moderne Welt zu verlieren droht.
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5/5
08.08.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Heimsuchung von Liebe und Hass
Der Roman ist bekannt für seine düstere Atmosphäre, Die Geschichte spielt auf dem englischen Landgut Wuthering Heights und dreht sich um die tragische Liebesgeschichte zwischen dem Findelkind Heathcliff und Catherine Earnshaw, der Tochter seines Pflegevaters. Die düstere, stürmische Landschaft von Yorkshire spiegelt die ungezähmte Natur der Charaktere wider. Es ist ein zutiefst emotionales Werk, das die Abgründe menschlicher Leidenschaften und die zerstörerische Kraft von Liebe und Hass untersucht. Der Roman ist aus der Perspektive des neuen Mieters Mr. Lockwood geschrieben der sich von der Haushälterin Nelly die Ereignisse der Vergangenheit berichten lässt. Eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Man kann es immer wieder lesen und plötzlich ist man wieder dort im Nebel und irrt herum auf der Such nach Wuthering Heights und dessen Bewohnern.
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