"Wenn ich vor dir sterbe", sagte ich, "werde ich ein Buch über dich schreiben." "Wenn ich vor dir sterbe", sagte Julian, "dann habe ich keinen Bruder mehr." Quentins Buch hält der Leser in den Händen. Er schreibt über die Kindheit mit seinem Bruder Julian, bis dieser in den Spanischen Bürgerkrieg zieht. Vom englischen Landleben der zwanziger und dreißiger Jahre, den Künstlern, die in ihrem Haus ein und aus gehen und von einem schrecklichen Geheimnis, das ans Licht kommt und alles verändert. Brüder für Immer beruht auf wahren Begebenheiten und realen Personen. Quentin, Julian und ihre kleine Schwester Angelica waren die Kinder der Malerin Vanessa Bell. Vanessa und ihre Schwester Virginia Woolf waren zentrale Figuren der sogenannten Bloomsbury Group, einer bunten Gemeinschaft von Künstlern, die Anfang des vorigen Jahrhunderts in England wohnten und wirkten.
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4.0/5.0
Bewertung
aus Köln
4/5
16.04.2020
Buch (Taschenbuch)
Jugendbuch über das ungewöhnliche Leben in der berühmten Künstlerfamilie der Bloomsbury Group in England der 1920er Jahre
Quentin und Julian Bell sind die beiden Söhne der Malerin Vanessa Bell und des Journalisten Clive Bell, beide Angehörige der Bloomsbury Group. Vanessa und Clive sind getrennt, Vanessa lebt mit dem homosexuellen Künstler Duncan Grant zusammen auf dem Landsitz Charleston House, zwei Stunden von London entfernt, wo auch Quentin und Julian aufwachsen.
Quentin und der drei Jahre ältere Julian sind mehr als Brüder - sie sind beste Freunde, die eine unbeschwerte Kindheit inmitten der Künstlerfamilie, zu der auch Vanessas Schwester, die Schriftstellerin Virginia Woolf zählt, verleben.
Als Julian zufällig von einem Familiengeheimnis erfährt, ist er verletzt und erzürnt darüber, dass ihre Eltern so wenig Vertrauen zu ihren Kindern haben und ihnen die Wahrheit über die jüngere Schwester Angelica verschweigen wollten.
Julian nabelt sich zunehmend ab und schließt sich unter dem negativen Eindruck von Italien unter Benito Mussolini und Deutschland unter Adolf Hitler den Kommunisten als Bollwerk gegen die Faschisten an und beteiligt sich am Spanischen Bürgerkrieg.
Das Buch beruht auf realen Ereignissen und Personen und ist aus der Ich-Perspektive von Quentin erzählt, der wie seine Tante, die er sich zum Vorbild nimmt, von Kleinauf Schriftsteller werden möchte. In Form eines Romans beschreibt er seine Kindheit und Jugend ab 1925 in Charleston, die er herrlich frei und ungebunden im Intellektuellen- und Künstlerkreis der Bloomsbury Group erlebt, bis es 1937 zu einem tragischen Ereignis kommt, das die gesamte Familie erschüttert.
"Brüder für immer" ist ein Jugendbuch, das den Leser sehr eindrucksvoll nach England in den 1920er-Jahren versetzt und die ungewöhnliche Familienkonstellation der offenherzigen Freigeister lebendig darstellt. Die Familie führt ein unkonventionelles Leben, was in der ländlichen Idylle argwöhnisch betrachtet wird, aber die Kinder fühlen sich in der Neudeutsch zu bezeichnenden Patchwork-Familie geborgen und als Individuen, die vieles ausprobieren dürfen, ernst genommen.
Neben der berühmten Künstlerfamilie gibt der Autor einen Einblick in die politischen Verhältnisse in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen in Europa, die vor allem den Journalisten Clive Bell und seinen Sohn Julian bewegen, der nicht nur über die gefährlichen Machtverhältnisse palavern, sondern sich aktiv für Freiheit und Gleichheit engagieren möchte.
Das Zusammenleben in der einzigartigen Familie wird vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse sehr empathisch und gerade zu Beginn aus kindlich-naiver Sicht geschildert, die unweigerlich über die "Lausbuben" schmunzeln lässt. Mit den Jahren und der Entwicklung von Quentin wird die Erzählung zunehmend kritischer und wehmütiger.
Kunst und Politik sowie Familie und Freundschaft, Freiheit und Kreativität sind die zentralen Themen, die Rindert Kromhout tiefgründig in eine Familiengeschichte einbettet. Der Roman zeigt, wie vergänglich das Glück sein kann und regt an, Dinge stets kritisch zu hinterfragen, Gegebenheiten nicht einfach so hinzunehmen und aus Bequemlichkeit mit der Masse zu schwimmen. Es ist ein klares Bekenntnis zu Vielfalt, Toleranz und Frieden.
Mit "Anders als wir" setzte Rindert Kromhout die Geschichte in Charleston im Jahr 1941 fort.
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5/5
01.04.2020
Buch (Taschenbuch)
Brüder für immer
Quentin und Julian wachsen mit ihrer Schwester Angelica in einer Umgebung auf, die für die damalige Zeit undenkbar war. Die drei sind die Kinder der berühmten Malerin Vanessa Bell, der Schwester von Virginia Woolf.
Sie wachsen ohne große Regeln auf und lernen, dass jeder Mensch anders ist und das man diese Akzeptiert. Ihr „Onkel“ und Mitbewohner ist genau wie ihre Mutter ein Künstler und er ist Homosexuell.
Der Vater von Quentin und Julian lebt in London und kommt die Familie regelmäßig besuchen, auch mit seiner aktuellen Partnerin.
Julian möchte, dass Quentin ein Buch über ihn schreibt, sollte dieser vor Quentin sterben.
Und genau dies tut Quentin. Er lernt das schreiben, von der großen Schriftstellerin Virginia Woolf und anderen Autoren aus der Bloomsbury Group.
Leider muss Quentin, sein Versprechen einlösen, denn Julian stirbt im spanischen Bürgerkrieg.
Dieses Buch zeigt einem wunderbar wie es ist mit Künstlern und deren Freiheitsdrang zu leben, aber auch die unheimliche Liebe zwischen zwei Brüdern.
Wenn man das Buch liest ist es als würde man zur Familie Bell und der Bloomsbury Group gehören.
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5/5
22.07.2019
Buch (Taschenbuch)
Ohne Vorwissen über die Bloomsbury...
Ohne Vorwissen über die Bloomsbury Group ist man in dieser ergreifenden Geschichte anfangs etwas verloren, aber dennoch bleiben es feinfühlige und bewegende Kindheitserinnerungen.
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