Zum Mythos der Medea, seinen Formen, Inhalten und Bedeutungen
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Sprache:Deutsch
18,99 €
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
06.10.2005
Verlag
GRINSeitenzahl
47 (Printausgabe)
Dateigröße
455 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638424165
Doch! So seltsam es auch klingen mag, hat doch das Schweigen eine rege (wenn auch weitgehend unbekannte) Geschichte des Verschweigens hinter sich. Und genau hier trifft es sich mit der Frau (als solcher).
Es scheint, wir befinden uns an einer Kreuzung, denn wieder trifft jemand auf dieser Straße mit den beiden schon Anwesenden zusammen - Medea. Auch ihre Geschichte ist eine, die nahezu ausschließlich von Männern niedergelegt wurde. Dabei steht außer Frage, dass Männer auf andere Art und Weise und mit eigener Motivation diese Geschichte niedergelegt haben, als Frauen es getan hätten. Daher muss dieser Sachverhalt bei der Untersuchung von Medeas Reise durch die Jahrtausende immer mitreflektiert wer- den, denn er hat dazu geführt, dass bestimmte Dinge betont und andere verschwiegen wurden.
Und warum Medea? Weil sie eine Frau ist. Dennoch soll es um Medea gehen, denn sie ist einerseits eine Polarisationsfigur männlicher Weiblichkeitsprojektionen und zugleich in den letzten Jahren innerhalb der verstärkten Selbstbeschreibung durch Frauen eine Identifikationsfigur weiblichen Schreibens. Und weil zu einer guten Kreuzung eigentlich immer vier Straßen gehören, kommt als letzter noch der Mythos in den Kreis der Besehenen. Seine Gemeinsamkeit mit den anderen, die sich über die besondere Verfasstheit ihrer Geschichte identifizieren, ist nicht unbedingt offensichtlich, geht man doch allgemein davon aus, dass der Mythos zeitlos ist. Doch bei einem zweiten Blick ist schnell klar, dass er "sehr wohl eine Geschichte hat: die seiner Interpretation."
Nun, wo sie schon alle vier - das Schweigen (als das prototypische Außen), die Frau (als prototypischer Schweiger), Medea (als prototypische Frau), und der Mythos (als erste Besitzergreifung aller drei) - hier auf einer Kreuzung versammelt stehen, sollen sie auch zu Wort kommen, oder wenigstens sollen die Worte miteinander ringen, die über sie auffindbar waren. Pate bei diesem Gespräch steht das Werk Christa Wolfs und vor allem ihr Buch "Medea. Stimmen", das sich des Quartetts - zumindest in meiner Lesart - behutsam annimmt.
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