Rezension
»Das Werk Rohde-Dachsers […] markiert Widersprüche und erweitert zu eng gefasste Rahmen oder Horizonte. So verschafft es den Lesern eine spannende, gehaltvolle Lektüre, die das Denken nachhaltig und kritisch beeinflusst. Rohde-Dachsers sorgfältig ausgearbeitete konzeptuelle Argumentationen haben mit ›Schablonen‹, als die Bernd Nitzschke (Zeit online, 10.4.1992) den theoretischen Gehalt von Expedition in den dunklen Kontinent abwertete, nichts gemein. Deshalb ist ›Spuren des Verlorenen‹ eine Leseverpflichtung für die nachfolgende Generation von psychotherapeutisch Auszubildenden und darüber hinaus für alle Leser und Leserinnen, die an einer zeitgemäßen Psychoanalyse interessiert sind.«
Heinrich Deserno, Freiburger literaturpsychologische Gespräche. Jahrbuch für Literatur und Psychoanalyse, Bd. 41, 2022
»Vermutlich, so Rohde-Dachser, lebt in uns allen ›eine Idee von unvergänglicher Schönheit, die sich sogar noch in den Grabsteinen ausdrückt, die uns an unsere Toten erinnern.‹ (349) So wie es in I. Ohlbaums Zusammenstellung erotischer Skulpturen auf europäischen Friedhöfen (1996) anmuten mag: ›Die meisten davon sind Engel, die sich über die Gräber neigen, voll von Trauer, aber auch voller Schönheit.‹ (349) Gedanken zu J. Cocteaus ›La Belle et la Bête‹ (1946) schließen dieses überaus reiche und vielfach Spuren weisende Buch ab.«
Anne Steinmeier, Wege zum Menschen. Zeitschrift für Seelsorge und Beratung, heilendes und soziales Handeln, 73. Jahrgang, Heft 5, September/Oktober 2021
»Christa Rohde-Dachser (...) verspricht nicht nur überaus fundierte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit verschiedenen psychoanalytischen Denkrichtungen, sondern vermag diese
auch kreativ und ohne Hang zum Orthodoxen zu verbinden. Dies gelingt ihr auch wieder in diesem Reader, der 14 Aufsätze der letzten 15 Jahre zu den Themen klinische Psychoanalyse und Geschlechterdifferenz vereinigt (...) Wer Freude daran hat, diese Themen aus verschiedenen psychoanalytischen wie auch dem soziologischen Blickwinkel zu betrachten, dabei nicht nur der Trieboder der Objektbeziehungstheorie verhaftet ist, wird den Reader mit Gewinn lesen.«
Joachim Weimer, Deutsches Ärzteblatt PP, 11/2020
»Das eigene Fehlende im geschlechtlichen Gegenüber wird gesucht, begehrt oder bekämpft und ist geprägt von der Erinnerung an eine ursprüngliche Ganzheit, die in der sexuellen Verschmelzung mit dem Anderen einen Moment lang wieder erfahren werden kann. Sehr interessante Ansätze und umfassend gedacht.«