Wien, 1876. Als dem Geisterfotografen Hieronymus Holstein der Mord an drei jungen Frauen untergeschoben wird, hat dieser nur sieben Tage Zeit, um seine Unschuld zu beweisen. Gemeinsam mit seinem Freund, den alle nur den "buckligen Franz" nennen, nimmt er die Nachforschungen auf. Die Suche nach einer ominösen Frau, deren Bekanntschaft Hieronymus am Abend des ersten Mordes gemacht hatte, führt ihn durch alle Wiener Gesellschaftsschichten, während sich die Schlinge um seinen Hals enger und enger zieht ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Ilses Lesetipps
aus Wien
5/5
18.02.2025
Buch (Taschenbuch)
Unschuldig unter Mordverdacht
„Donaumelodien - Praterblut“ von Bastian Zach ist der Auftakt zu einer historischen Krimireihe, die Ende des 19. Jahrhunderts in Wien beheimatet ist.
Kurz zum Inhalt:
Im Prater werden drei junge Frauen ermordet, grausam zerstückelt. Hieronymus Holstein gerät in Verdacht und muss in nur sieben Tagen den wahren Mörder finden, um seine Unschuld zu beweisen. Sein Freund, der „bucklige Franz“ hilft ihm bei den Nachforschungen, vor allem bei der Suche nach jener unbekannten Frau, die Hieronymus in diese prekäre Situation gebracht hat. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt …
Das Cover stimmt ausgezeichnet auf die Epoche ein. Das Foto vermittelt den Eindruck, man befände sich mitten in dieser Menschenmenge, die da in den Prater spaziert. Das Buch erschien 2020, die Handlung spielt im Jahr 1876. Die Kapitel sind kurz gehalten, weisen weder Zeit- noch Ortsangaben auf. Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, ist sprachlich der Zeit angepasst, mit zahlreichen altösterreichischen Ausdrücken gespickt, die (für Nicht-Wiener) im Glossar erklärt werden. Das Lokalkolorit ist anschaulich beschrieben, seien es die prunkhaften Bauten sowie das Interieur bedeutender Gebäude, oder das Straßenbild und die Klassen- bzw. Milieuunterschiede, die Kluft zwischen Arm und Reich. Man bekommt ein sehr lebendiges Bild der Lebensumstände im sogenannten Alten Wien. Dass der Autor über Fachkenntnisse über diese Zeit verfügt und gut recherchiert hat, ist deutlich zu spüren. Geschickt vermengt er seine fiktive Kriminalgeschichte mit historisch belegten Personen und Ereignissen. Einen guten Überblick über das damalige Wien bietet auch der Orientierungsplan aus dem Jahr 1876 (für Details benötigt man allerdings eine Lupe).
Erzählt wird vorwiegend aus der Sicht von Hieronymus, dazwischen auch aus jener von Franz. Die beiden stehen im Mittelpunkt der Handlung. Sie sind durchaus sympathische Protagonisten mit einer positiven Ausstrahlung, sind hilfsbereit und freigiebig, empathisch, mutig und findig. Man merkt Hieronymus an, dass er früher in besseren Verhältnissen lebte, denn er bewegt sich problemlos in Adelskreisen ohne aufzufallen. Auch Franz ist bei weitem nicht so einfältig, wie er sich auf den ersten Blick gibt. Beide hatten schwere Schicksalsschläge und Bösartigkeit anderer Menschen erfahren, mussten ein neues Leben beginnen. Das hat sie zwar geprägt, doch weder Verbitterung noch Rachegelüste beherrschen ihre optimistische Lebenseinstellung.
Man ist von Beginn an mitten in der Geschichte, als Zeuge von Hieronymus Flucht, als er nicht wissend wie er dort gelandet ist, neben einer Leiche erwacht. Die Spannung lässt bis zum Schluss nicht nach, geraten doch die beiden Freunde bei ihren Nachforschungen immer wieder in prekäre Situationen, aus denen sie sich mit Geschick und Einfallsreichtum immer wieder hinaus lotsen können. Hieronymus und Franz sammeln eine Fülle von Informationen, doch lange Zeit erschließt sich ihnen kein Zusammenhang der drei Morde, kein verbindendes Motiv. Erst als Hieronymus ein winziges Detail auffällt, erkennt er den wahren Täter. Mit List und Risiko gelingt in einem dramatischen Finale die Überführung des Mörders. Letztlich verdankt es die Wiener Polizei ihnen, dass der wahre Täter entlarvt werden kann.
Dieser historische Kriminalroman beinhaltet alles, was ich persönlich bei diesem Genre sehr schätze: nämlich ein mit gut dosierten Details geschildertes Zeitbild, das sehr authentisch und atmosphärisch wirkt, sympathische Protagonisten und last but not least einen interessanten und spannend aufbereiteten Kriminalfall. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall! Mit Freuden und Überzeugung empfehle ich dieses Buch und vergebe 5 Punkte.
haberlei
aus Wien
5/5
18.02.2025
Buch (Taschenbuch)
Unschuldig unter Mordverdacht…
Unschuldig unter Mordverdacht „Donaumelodien - Praterblut“ von Bastian Zach ist der Auftakt zu einer historischen Krimireihe, die Ende des 19. Jahrhunderts in Wien beheimatet ist. Kurz zum Inhalt: Im Prater werden drei junge Frauen ermordet, grausam zerstückelt. Hieronymus Holstein gerät in Verdacht und muss in nur sieben Tagen den wahren Mörder finden, um seine Unschuld zu beweisen. Sein Freund, der „bucklige Franz“ hilft ihm bei den Nachforschungen, vor allem bei der Suche nach jener unbekannten Frau, die Hieronymus in diese prekäre Situation gebracht hat. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt … Das Cover stimmt ausgezeichnet auf die Epoche ein. Das Foto vermittelt den Eindruck, man befände sich mitten in dieser Menschenmenge, die da in den Prater spaziert. Das Buch erschien 2020, die Handlung spielt im Jahr 1876. Die Kapitel sind kurz gehalten, weisen weder Zeit- noch Ortsangaben auf. Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, ist sprachlich der Zeit angepasst, mit zahlreichen altösterreichischen Ausdrücken gespickt, die (für Nicht-Wiener) im Glossar erklärt werden. Das Lokalkolorit ist anschaulich beschrieben, seien es die prunkhaften Bauten sowie das Interieur bedeutender Gebäude, oder das Straßenbild und die Klassen- bzw. Milieuunterschiede, die Kluft zwischen Arm und Reich. Man bekommt ein sehr lebendiges Bild der Lebensumstände im sogenannten Alten Wien. Dass der Autor über Fachkenntnisse über diese Zeit verfügt und gut recherchiert hat, ist deutlich zu spüren. Geschickt vermengt er seine fiktive Kriminalgeschichte mit historisch belegten Personen und Ereignissen. Einen guten Überblick über das damalige Wien bietet auch der Orientierungsplan aus dem Jahr 1876 (für Details benötigt man allerdings eine Lupe). Erzählt wird vorwiegend aus der Sicht von Hieronymus, dazwischen auch aus jener von Franz. Die beiden stehen im Mittelpunkt der Handlung. Sie sind durchaus sympathische Protagonisten mit einer positiven Ausstrahlung, sind hilfsbereit und freigiebig, empathisch, mutig und findig. Man merkt Hieronymus an, dass er früher in besseren Verhältnissen lebte, denn er bewegt sich problemlos in Adelskreisen ohne aufzufallen. Auch Franz ist bei weitem nicht so einfältig, wie er sich auf den ersten Blick gibt. Beide hatten schwere Schicksalsschläge und Bösartigkeit anderer Menschen erfahren, mussten ein neues Leben beginnen. Das hat sie zwar geprägt, doch weder Verbitterung noch Rachegelüste beherrschen ihre optimistische Lebenseinstellung. Man ist von Beginn an mitten in der Geschichte, als Zeuge von Hieronymus Flucht, als er nicht wissend wie er dort gelandet ist, neben einer Leiche erwacht. Die Spannung lässt bis zum Schluss nicht nach, geraten doch die beiden Freunde bei ihren Nachforschungen immer wieder in prekäre Situationen, aus denen sie sich mit Geschick und Einfallsreichtum immer wieder hinaus lotsen können. Hieronymus und Franz sammeln eine Fülle von Informationen, doch lange Zeit erschließt sich ihnen kein Zusammenhang der drei Morde, kein verbindendes Motiv. Erst als Hieronymus ein winziges Detail auffällt, erkennt er den wahren Täter. Mit List und Risiko gelingt in einem dramatischen Finale die Überführung des Mörders. Letztlich verdankt es die Wiener Polizei ihnen, dass der wahre Täter entlarvt werden kann. Dieser historische Kriminalroman beinhaltet alles, was ich persönlich bei diesem Genre sehr schätze: nämlich ein mit gut dosierten Details geschildertes Zeitbild, das sehr authentisch und atmosphärisch wirkt, sympathische Protagonisten und last but not least einen interessanten und spannend aufbereiteten Kriminalfall. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall! Mit Freuden und Überzeugung empfehle ich dieses Buch und vergebe 5 Punkte.
manu63
aus Oberhausen
5/5
01.08.2021
Buch (Taschenbuch)
Tätersuche
Praterblut ist der erste Band der Donaumelodienreihe des Autors Bastian Zach. Der Autor nimmt die Leser mit nach Wien in das Jahr 1876. Dem Geisterfotografen Hieronymus Holstein sollen die Morde an drei jungen Frauen untergeschoben werden und er hat nur wenige Tage Zeit um den wahren Täter zu finden. Unterstützt wird er dabei von seinen Freund Franz Rudolphi, den die meisten unterschätzen.
Die Wiener Welt der damaligen Zeit wird auf gute Weise beschrieben und die Ermittlungen der Freunde führen sie zu den Reichen und den Armen der Stadt. Die Ermittlungen werden interessant geschildert und die Spannung kommt auch nicht zu kurz. Nach und nach erfährt der Leser mehr über die Charaktere und ihre Vergangenheit, das ist gut in die Geschichte eingeflochten. Dialoge im Dialekt sind recht gut verständlich und ein Glossar am Ende des Buches mit verwendeten Begriffen ist auch hilfreich. Insgesamt ein interessanter Krimi mit vielversprechenden Charakteren, die in weiteren Folgen sicherlich nicht langweilig werden.
Peter E. Drechsler
aus Bregenz
5/5
24.05.2020
Buch (Taschenbuch)
Bestens
Interessanter Krimi mit ausgezeichnet recherchierten historischen Details. Man kann auf mehr solcher Romane gespannt sein.
Michaela Strobel
5/5
08.05.2020
Buch (Taschenbuch)
Spannender, gelungener Wien-Krimi mit originellem Ende
Bastian Zach bleibt sich auch allein treu, er bringt uns Geschichte spannend näher (hier die Anfänge des Wiener Praters) und überrascht den Leser mit einem originellen Ende!
Ein durch und durch gelungener Wien-Krimi, den ich nur jedem empfehlen kann, der fesselnde Spannung, gewürzt mit der richtigen Prise Humor, liebt und nebenbei auch etwas über geschichtliche Hintergründe lesen will.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.