Die Menschheit hat es geschafft! Mithilfe der Kantaki, insektoider Aliens, die über die Technik des überlichtschnellen Raumflugs verfügen, ist es ihr gelungen, ferne Welten zu besiedeln. Die Herrschaft darüber teilen sich zwei wirtschaftliche Großmächte, das Konsortium und die Allianz. Doch feindliche Wesen bahnen sich ihren Weg zurück an die Macht: Einst in ein Zeitgefängnis verbannt, wollen die gefährlichen Temporalen die Galaxis erneut mit Krieg überziehen. Werden Menschen, Kantaki und ihre Verbündeten das Universum noch retten können?
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die ersten drei Bände der Kantaki-Reihe: spannend mit interessanten Chrakteren und faszinierender Handlung
Vor dreitausend Jahren kamen die insektoiden Kantaki auf die Erde und nahmen die Menschen mit ins Weltall. Seitdem besiedeln sie die vielen Planeten, schmieden Pläne, führen Krieg und sind sich nicht bewusst, dass hinter den Auseinandersetzungen alte Mächte stecken, die nichts weniger als die Vernichtung der Universen im Sinn haben.
Dieser (digitale) Wälzer vereint die ersten drei Bücher der Reihe. Nach einem kurzen Prolog, der erzählt, wie im Jahr 2075 die ersten Menschen über die Kantaki die Weiten des Weltalls kennenlernen, führt das Geschehen weit in die Zukunft.
Der erste Band stellt Valdorian vor. Der Primus des Konsortiums steht in Konkurrenz mit der Allianz, dem zweiten menschlichen Machtverbund. Nicht nur Mordanschläge bedrohen sein Leben – viel mehr Sorgen bereitet ihm die Tatsache, dass sein Körper die Folgen des Alterns nicht mehr abwehren kann. Innerhalb von kurzer Zeit wird er sterben. Valdorian sieht nur einen Ausweg – er will seine alte Liebe Lidia wiederfinden, die zur Pilotin der Kantaki wurde und damit außerhalb der Zeit lebt.
Valdorian und Lidia bestreiten die Geschichte einerseits in der Gegenwart, andererseits über Rückblicke von ihrem Kennenlernen zu ihren unterschiedlichen Biografien. Diese boten Anlass sowohl die menschlichen Machtverhältnisse mit Konsortium und Allianz als auch die Kantaki besser kennenzulernen. Valdorian steht für den Egoismus der Machthaber, während Lidia sich mit Gedanken um Philosophen und die Freiheit beschäftigt. Besonders interessant fand ich in diesem ersten Band den Charakter von Valdorian. Obwohl er einige schlechte Seiten an sich zeigt, war er mir sympathisch und ich habe mit ihm mitgelebt und die Veränderungen in seinem Charakter interessiert verfolgt.
Der zweite Band wechselt die Charaktere und bringt mehrere Handlungsstränge mit sich. Auf einem Planeten entkommt eines der Experimente – eine als Waffe konzipierte organische, intelligente Zellmasse, die andere Wesen übernehmen kann. Das bringt nicht nur die zuständigen Sicherheitsleute samt ihren Vorgesetzten mit ins Spiel, sondern auch einen religiösen Heiler. Der Übergang zu den neuen Charakteren ist mir erst nicht leicht gefallen, da sich der erste Band auf wenige Personen konzentriert und hier viele von ihnen vorkommen. Auch kamen hier die Gedanken der künstlichen (wenn auch organischen) Intelligenz ebenso vor, wie die anderer Außerirdischer, an die ich mich erst gewöhnen musste. Die Handlungsstränge begannen aber bald sich zu berühren. Viele der neuen Charaktere fand ich interessant, auch die Handlung nahm an Spannung zu.
Der Kampf zwischen Chaos und Ordnung beherrscht die Reihe. Während die einzelnen Charaktere ihre Leben leben und erst langsam mitbekommen, wie sehr sie in diesem Kampf beeinflusst werden, erfährt der Leser über Zwischenkapitel mehr über den Einfluss der Zeit. Im ersten Band sind es die im Zeitkrieg besiegten und verbannten Temporalen, die die Zeit beeinflussen können und ihrem Gefängnis entkommen wollen. Schon hier ahnt man aber, dass mehr dahintersteckt, besonders auch, weil Lidia auf die Gefahr der nichtlinearen Zeit hinweist. Im zweiten Band reichen die Zwischenkapitel Jahrmillionen in der Zeit zurück, sodass der Leser über den Beginn des Chaos erfährt, zeigt mehrere Gegenspieler, die bisher abseits der Menschen verharrten und nun Einfluss nehmen.
Der dritte Band nimmt alle bisherigen Ereignisse wieder auf. Schon vom ersten Band, mit wenigen Charakteren, zum Zweiten steigert sich die Komplexität der Geschichte. Der dritte Band führt diese weiter. Durch die Einmischung der alten Mächte zersplittert die Zeit und die Personen müssen in unterschiedlichen Varianten ihrer selbst Widerstand leisten. Die Handlung wird damit nicht nur komplexer, sondern auch facettenreicher. Andere Zeitversionen bringen neue Lebensläufe aber auch einige neue Wesen mit sich.
Fazit: Das langsame Steigern der Komplexität der Welt hat es mir erleichtert die Geschichte zu verfolgen. Die Charaktere ebenso wie die Handlung konnten mich überzeugen. Besonders der Kampf, den die Charaktere mit sich selbst führen, hat mir gefallen. Die Tatsache, dass dieser dritte Band zwar nicht das Ende der Reihe ist, dennoch aber den Kreis der Handlung schließt und einen Abschluss mit sich bringt, hat meine gute Meinung des Buches noch erhärtet.
Bewertung
4/5
25.06.2023
eBook (ePUB)
Der Kantaki-Zyklus von Brandhorst...
Der Kantaki-Zyklus von Brandhorst ist ein imposantes SF- Epos, das jeden Fan des Genres begeistern wird. Ein bedächtiger Start lässt dem Leser Zeit, sich in die Komplexität des erschaffenen Universums hineinzufinden. Dieser Band enthält die ersten drei Romane der Reihe.
Julia Matos
3/5
26.09.2020
eBook (ePUB)
Schwere Lesekost, für Science-Fiction-Neulinge zu kompliziert …
Enthalten sind die Einzelbände „Diamant“, „Der Metamorph“ und „Der Zeitkrieg“.
Autor Andreas Brandhorst hat einen enormen Weltenbau entwickelt, der wohl jedem Respekt abnötigt. Man springt zwischen irdischen und außerirdischen Figuren, unterschiedlichsten Orten, verschiedenen Zeiten, Paralleluniversen. Es kommen manchmal mehrere fremdartige Begriffe in einem Satz vor. Ich las konzentriert, wollte verstehen, wo und wann ich bin und warum, Rahmenhandlung und Spannungsbogen identifizieren, Zusammenhänge begreifen. Es wirkt technisch detailliert, ohne Anwenderorientierung. Das strengte an, war sehr zäh, machte auf Dauer keinen Spaß. Zwar gibt es so eine Art Enzyklopädie im Anhang, aber – vielleicht meinem Lerntyp geschuldet – konnte ich mir das auf diese Weise Vermittelte nicht merken.
Auch die Charaktere blieben mir suspekt. Valdorian - mächtig, alt, mit Angst vor einem baldigen Tod - ist ein reizvoller, aufregender Antagonist. Es fiel schwer, mich hineinzudenken und Spannung zu empfinden. Seine Motive bleiben nebulös. Woher die Anziehungskraft zwischen der sympathischen Kantaki-Pilotin Lidia und ihm herkommt, wo sie doch in Werten und Weltanschauung so unterschiedlich sind, habe ich nicht verstanden.
Trotz einer gewissen Faszination habe ich erstmal abgebrochen. Vielleicht beginne ich nochmal, wenn ich mehr Erfahrungen im Genre gesammelt habe. Die Rezension würde ich dann ergänzen.
Geduldige, intellektuelle, erfahrene Science-Fiction-Leser könnten das Werk mögen.
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