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Produktbild: Tropenkoller

Tropenkoller

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

26.11.2020

Verlag

Kampa Verlag

Seitenzahl

192 (Printausgabe)

Dateigröße

638 KB

Auflage

1

Übersetzt von

Barbara Klau + weitere

Sprache

Deutsch

EAN

9783311701859

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

Nein

Dieses eBook können Sie uneingeschränkt auf allen Geräten der tolino Familie, allen sonstigen eReadern und am PC lesen. Das eBook ist nicht kopiergeschützt und kann ein personalisiertes Wasserzeichen enthalten. Weitere Hinweise zum Lesen von eBooks mit einem personalisierten Wasserzeichen finden Sie unter Hilfe/Downloads.

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Text-to-Speech

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Barrierefreiheit

  • entspricht der Vorgabe EPUB Barrierefreiheit 1.0 A

Erscheinungsdatum

26.11.2020

Verlag

Kampa Verlag

Seitenzahl

192 (Printausgabe)

Dateigröße

638 KB

Auflage

1

Übersetzt von

  • Barbara Klau
  • Ulrike Ostermeyer
  • Hansju¨rgen Wille

Sprache

Deutsch

EAN

9783311701859

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  • https://lieslos.blog/

    5/5

    27.02.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Kolonial- und Kriminalroman mit unzähligen Moskitos.

    Und wieder einmal ein typischer, spannender und absolut lesenswerter „Nicht-Maigret-Roman“ von Simenon! „Tropenkoller“ entstand 1932, nachdem Simenon durch Afrika gereist ist, erschien 1933 und spielt in der französischen Kolonie Gabun an der Atlantikküste Westafrikas. Der Roman erzählt von einem jungen Mann, der dort landet, um zu arbeiten, der der Liebe verfällt, der in Mordfälle verwickelt wird und der letztlich, wie der Titel schon sagt, den Tropenkoller bekommt. Der 23-jährige Franzose Joseph Timar gehört einer mächtigen und wohlhabenden französischen Politikerfamilie an. Eines Tages schickt ihn sein Onkel nach Westafrika, was ihm recht ist, weil er der bürgerlichen Routine entkommen will. Er soll für eine französische Handelsgesellschaft in Gabun arbeiten und dort afrikanische Holzfäller beaufsichtigen. Schon kurz nach seiner Ankunft in Libreville, der Hauptstadt, teilt ihm sein vermeintlicher Arbeitgeber mit, dass er kein neues Personal braucht. Alles war ein Missverständnis. Er wird also wieder nach Frankreich zurückkehren. Allerdings wird er sich drei Wochen gedulden und in Gabun aufhalten müssen, weil er auf das nächste Schiff warten muss, das ihn wieder nach Hause bringt. Der wohlstandsverwöhnte Joseph wohnt in dieser Zeit in einem Hotel, das von einem weißen französischen Ehepaar geführt wird und dessen Gäste weiße Kolonialbeamte, Holzfäller und Kaufleute sind. Er verfällt in Lethargie, ist untätig oder vertreibt sich die Zeit mit Billard spielen und trinken und lernt die typischen europäischen Kolonialisten und ihre z. T. widerwärtigen Verhaltensweisen kennen. Sie sind selbstgefällig und hochnäsig, widmen sich dem Glücksspiel, trinken zu viel Alkohol, entführen schwarze Frauen, missbrauchen sie und lassen sie im Stich. Joseph findet keinen Gefallen an ihnen. Er hat nur Interesse für Adele, die Wirtin des Hotels. Die schöne und üppige Mittdreißigerin verdreht ihm mit ihrer sinnlichen Ausstrahlung schon nach wenigen Stunden den Kopf. Kurz darauf wird der schwarze Hotelboy erschossen und fast gleichzeitig stirbt Adeles Mann, der so einiges auf dem Kerbholz hatte, an Malaria. Im Rahmen der halbherzigen und wenig engagierten polizeilichen Ermittlungen wird auch Joseph verhört. Er wird dabei vor Adele gewarnt. Sie sei gefährlich und in illegale Geschäfte verwickelt. Aber Joseph kann die Finger nicht von ihr lassen, obwohl ihm schon bald Zweifel kommen und er einen Verdacht geht. Er ist schon zu sehr von ihr fasziniert. Sie hat ihn in der Hand, spielt mit ihm und manipuliert ihn. Er ist ihre Marionette und dient ihren Zwecken. Joseph scheint schließlich seinen Verstand und die Kontrolle über sein Leben zu verlieren. Und dann leidet er auch noch am Dengue-Fieber und an nagender Eifersucht... Wir bekommen hier nicht nur einen interessanten Krimi präsentiert, sondern lesen auch vom Niedergang und Zerfall eines zutiefst ambivalenten Charakters. Joseph hat einen Gerechtigkeitssinn und ist fasziniert von den Schwarzen und dieser ihm fremden Welt, aber er will auch profitieren und erliegt Versuchungen. Ausserdem erfahren wir auch viel vom eintönigen Alltag der Einheimischen und der Kolonialisten sowie von der Ausbeutung der Kolonien. Die einheimischen Schwarzen wurden als Menschen zweiter Klasse behandelt, gedemütigt und versklavt. An Grausamkeit und Brutalität wurde nicht gespart. An der Landschaft wurde Raubbau betrieben. Ausbeutung von Land und Leuten! Simenon führt uns auf höchst unterhaltsame, aber auch erschütternde und packende Art und Weise das politische und moralische Unrecht, sowie die Überheblichkeit der sich als Herrenmenschen fühlenden Kolonialisten vor Augen. Er zeichnet authentische und vielschichtige Charaktere und vermittelt spürbar und meisterhaft Stimmungen und die exotische Atmosphäre. Es entwickelt sich eine lebendige Vorstellung von den Personen und Handlungsorten und man spürt die schwüle, kaum aushaltbare Hitze der Tropen, hört die Moskitos summen und fiebert gespannt mit. Ganz besonders vertraut werden wir mit Josephs Innenleben, weil Simenon seine Psyche wunderbar seziert und Schwankungen seiner Befindlichkeit vortrefflich beschreibt. Gerade durch seine inneren Konflikte und die fast spürbaren Widersprüche erwacht Joseph zu einer glaubhaften und überzeugenden Figur. Kleine Kritikpunkte sind, dass Simenon manchmal etwas ab- oder ausschweift und dass man beim aufmerksamen Lesen gegen Ende auf eine Ungereimtheit stößt. Aber das ist „Jammern auf hohem Niveau“. Ich habe schon einige Romane von Simenon genossen und empfehle auch diesen sehr gerne weiter. Es ist eine faszinierende Kombination aus spannendem Krimi und Abrechnung mit dem Kolonialismus. Die m. E. völlig berechtigte Kritik Simenons an der Übernahme fremder Welten und Kulturen ist klar und deutlich, aber nicht aufdringlich oder gar plump herauszulesen.

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