Es wird wieder Tag

Es wird wieder Tag

Beschreibung


Drei Perspektiven einer jüdischen Familie – ein zutiefst bewegendes Panorama der Nachkriegszeit

Deutschland nach 1945: Klara und Leon haben überlebt – mit der Geburt ihres Sohnes Bärel wollen sie die Erinnerungen an Lager, Flucht und Verfolgung hinter sich lassen und ein neues Leben beginnen. Doch dann, bei einem Spaziergang im Park, trifft es Klara wie ein Schlag: Sie erkennt Liliput, ihre ehemalige Oberaufseherin im KZ. Klara steht unter Schock, hört auf zu sprechen und Bärel zu versorgen. Ihr Mann sieht nur einen Ausweg:  »Schreibe, Klara, schreibe. Bann das Böse auf Papier! Fessele es mit deinen Worten!« Und Klara wagt den Blick in den Abgrund, zurück ins Leben. Sie schreibt: über das elegante Schuhgeschäft ihres Vaters, die hübsche Pescha, das Ghetto Zamość und den hastigen Abschied von ihren Eltern, die Flucht, die seltsam blitzenden Augen der alten Piasecki, die verführerisch schöne Hanka und ihre Arbeit im Kasino in Radom, der Höhle des Löwen, über das Lager und Marthas glockenhelles, unvergessliches Ave-Maria – und über die zierliche, eiskalte Oberaufseherin mit der Kinderstimme, die sie Liliput nannten.

Kenntnisreich und mit viel Feingefühl leuchtet Pradelski die Zwischenwelt aus, in der sich ihre Figuren in der Nachkriegszeit befinden: Dem Tod genauso nah wie dem Leben, ringen sie um eine Zukunft. Nina West als Klara, Julian Mehne als Leon Bromberger und Julian Greis als ihr Sohn Bärel.

Minka Pradelski, 1947 als Tochter Überlebender im DP-Camp Zeilsheim geboren, studierte Soziologie in Frankfurt am Main und arbeitete danach als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Clemens de Boor im Sigmund-Freud-Institut an dem Projekt »Nachwirkungen massiver Traumatisierungen bei jüdischen Überlebenden der NS-Zeit«. Darüber hinaus war sie viele Jahre ehrenamtlich für die USC Shoah Foundation tätig. Sie lebt in Frankfurt am Main. Nach ihrem erfolgreichen Roman »Und da kam Frau Kugelmann« folgt mit »Es wird wieder Tag« ein wichtiges Buch über ein Kapitel deutscher Geschichte, dessen Zeitzeugen schwinden..
Nina West absolvierte ihr Schauspielstudium in Salzburg an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Es folgten Engagements am Theater, sowie Arbeit vor der Kamera für Film und Fernsehen. Darüber hinaus ist sie als Sprecherin für Rundfunkproduktionen und literarische Live-Lesungen tätig und interpretierte bereits Hörbücher der Bestseller von Stefanie Stahl und Marie Kondo..
Julian Mehne studierte an der Westfälischen Schauspielschule Bochum. Neben zahlreichen Auftritten auf Schauspiel- und Opernbühnen in ganz Deutschland – u. a. an der Semperoper Dresden und am Maxim Gorki Theater in Berlin – ist der mehrfach ausgezeichnete Schauspieler auch als Sprecher für Rundfunk, Fernsehen, Hörbuch- und Hörspielproduktionen tätig..
Julian Greis, 1983 geboren, spielte bereits während seiner Schauspielausbildung als Gast am Düsseldorfer Schauspielhaus und an der Württembergischen Landesbühne Esslingen. Nach seinem Engagement am Schauspielhaus Graz wechselte er 2009 an das Hamburger Thalia Theater. 2012 wurde er mit dem Boy-Gobert-Preis für Nachwuchsschauspieler ausgezeichnet. Neben dem Theater ist er als Film- und Fernsehschauspieler sowie als Sprecher für Hörspiele und Hörbücher tätig. 2017 erhielt er den Kinderhörbuchpreis BEO.

Details

Beschreibung

Details

Family Sharing

Ja

Mit Family Sharing können Sie Hörbücher innerhalb Ihrer Familie (max. sechs Mitglieder im gleichen Haushalt) teilen. Sie entscheiden selbst, welches Hörbuch Sie mit welchem Familienmitglied teilen möchten. Auch das parallele Hören durch verschiedene Familienmitglieder ist durch Family Sharing möglich. Um Hörbücher zu teilen oder geteilt zu bekommen, muss jedes Familienmitglied ein Konto bei einem tolino-Buchhändler haben.

Das meinen unsere Kund*innen

4.5/5.0

2 Bewertungen

5 Sterne

4 Sterne

3 Sterne

(0)

2 Sterne

(0)

1 Sterne

(0)

5/5

Schreiben, um zu verdauen...

Rezensent aus BW am 18.01.2021

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Frankfurt nach dem 2. Weltkrieg. Bärel wird 1946 als erstes jüdisches Kind nach Kriegsende in einem katholischen Krankenhaus geboren. Seine Eltern Klara und Leon haben das Grauen der Nazizeit als einzige Überlebende ihrer Familien überlebt. Mit der Geburt ihres Sohnes soll der Schrecken endgültig der Vergangenheit angehören. Sie soll Neubeginn, Leben und Glück markieren. Und dann passiert eines Tages in einem Park ein einschneidendes Erlebnis. Klara begegnet während eines Spaziergangs mit Bärel im Kinderwagen ihrer ehemaligen KZ-Oberaufseherin Liliput. Es ist ein Augenblick, der sie schlagartig retraumatisiert und, nachdem sie panisch weggerannt ist, paralysiert. Klara verfällt in eine Schockstarre, sperrt sich zu Hause ein, hört auf, zu sprechen und Bärel zu versorgen. Leon ist verzweifelt und überfordert und hat dann einen brillanten Einfall, als er seiner Frau empfiehlt, all ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle niederzuschreiben. Klara befolgt den Rat und bringt ihre Erinnerungen zu Papier. Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort und Satz für Satz füllen sich die Seiten. Klara schreibt aber nicht nur über die unmenschliche Zeit im Lager, sondern auch über das Schuhgeschäft ihres Vaters, über den überstürzten Abschied von ihren Eltern, die sie regelrecht wegjagten, um sie zu retten, über die furchtbare Zeit auf der Flucht, bei der sie sich als 13-jährige mit einem Decknamen als Deutsche tarnte, über die Trauer um Familienmitglieder uvm. Alles schreibt sie sich von der Seele. Es ist eine regelrechte Schreibtherapie. Klara durchlebt dabei entsetzliche Qualen, Rache-Phantasien und Gerechtigkeitswünsche und durchschreitet dabei tiefste Dunkelheit... aber „Es wird wieder Tag“. Das wird auch schon auf dem farbenfrohen und beschwingten Cover angedeutet, das erstmal nicht zu dem grauenhaften Thema zu passen scheint. Auf diese Weise erfahren wir die tragische und ergreifende Geschichte von Klara. Auch die die Perspektive Leons sowie Bärels Säuglingsblick und seine Sicht der Dinge beleuchten die Geschehnisse. Diese Perspektive muss man mögen. Sie ist gewagt, gewöhnungsbedürftig und bestimmt nicht jedermanns Sache, aber wenn man bereit ist, sich an dieser Stelle auf ein etwas phantastisches Abenteuer einzulassen, kann man vielleicht seinen Gefallen daran finden. Außerdem ändert sich die Erzählperspektive nach ca. 40 Seiten und spätestens ab da ist das Buch ein 5 Sterne Roman. Und was sind schon 40 von 384 Seiten?! Ich wurde, was das Lautwerden der Gedanken eines Babies anbelangt, prompt an den Film „Kuck mal wer da spricht“ von 1989 erinnert. „Es wird wieder Tag“ ist ein fesselndes, berührendes und beklemmendes Werk, das man am Schluss ergriffen und in nachdenklicher Stimmung zuklappt. Neuartig und außergewöhnlich an diesem Buch über den 2. Weltkrieg war für mich, dass über diese Zeit hinaus erzählt wird. Wir erfahren von Gedanken und Gefühlen Überlebender. Da ist eben nicht nur unendliche Erleichterung, sondern da sind auch Selbsthass, Schuld- und Schamgefühle. Die Vorstellung, einem ehemaligen Täter zu begegnen muss ständig latent für die Opfer präsent gewesen sein, da sie ja lange Zeit frei herumliefen. Dass Minka Pradelski, die selbst Tochter Überlebender ist und kurz nach dem Krieg geboren wurde, genau diese Vorstellung und dieses Szenario aufgegriffen hat, finde ich gleichermaßen naheliegend, wie genial und originell. „Es wird wieder Tag“ hat mich nachhaltig beeindruckt und ich empfehle es sehr gerne weiter.

5/5

Schreiben, um zu verdauen...

Rezensent aus BW am 18.01.2021
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Frankfurt nach dem 2. Weltkrieg. Bärel wird 1946 als erstes jüdisches Kind nach Kriegsende in einem katholischen Krankenhaus geboren. Seine Eltern Klara und Leon haben das Grauen der Nazizeit als einzige Überlebende ihrer Familien überlebt. Mit der Geburt ihres Sohnes soll der Schrecken endgültig der Vergangenheit angehören. Sie soll Neubeginn, Leben und Glück markieren. Und dann passiert eines Tages in einem Park ein einschneidendes Erlebnis. Klara begegnet während eines Spaziergangs mit Bärel im Kinderwagen ihrer ehemaligen KZ-Oberaufseherin Liliput. Es ist ein Augenblick, der sie schlagartig retraumatisiert und, nachdem sie panisch weggerannt ist, paralysiert. Klara verfällt in eine Schockstarre, sperrt sich zu Hause ein, hört auf, zu sprechen und Bärel zu versorgen. Leon ist verzweifelt und überfordert und hat dann einen brillanten Einfall, als er seiner Frau empfiehlt, all ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle niederzuschreiben. Klara befolgt den Rat und bringt ihre Erinnerungen zu Papier. Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort und Satz für Satz füllen sich die Seiten. Klara schreibt aber nicht nur über die unmenschliche Zeit im Lager, sondern auch über das Schuhgeschäft ihres Vaters, über den überstürzten Abschied von ihren Eltern, die sie regelrecht wegjagten, um sie zu retten, über die furchtbare Zeit auf der Flucht, bei der sie sich als 13-jährige mit einem Decknamen als Deutsche tarnte, über die Trauer um Familienmitglieder uvm. Alles schreibt sie sich von der Seele. Es ist eine regelrechte Schreibtherapie. Klara durchlebt dabei entsetzliche Qualen, Rache-Phantasien und Gerechtigkeitswünsche und durchschreitet dabei tiefste Dunkelheit... aber „Es wird wieder Tag“. Das wird auch schon auf dem farbenfrohen und beschwingten Cover angedeutet, das erstmal nicht zu dem grauenhaften Thema zu passen scheint. Auf diese Weise erfahren wir die tragische und ergreifende Geschichte von Klara. Auch die die Perspektive Leons sowie Bärels Säuglingsblick und seine Sicht der Dinge beleuchten die Geschehnisse. Diese Perspektive muss man mögen. Sie ist gewagt, gewöhnungsbedürftig und bestimmt nicht jedermanns Sache, aber wenn man bereit ist, sich an dieser Stelle auf ein etwas phantastisches Abenteuer einzulassen, kann man vielleicht seinen Gefallen daran finden. Außerdem ändert sich die Erzählperspektive nach ca. 40 Seiten und spätestens ab da ist das Buch ein 5 Sterne Roman. Und was sind schon 40 von 384 Seiten?! Ich wurde, was das Lautwerden der Gedanken eines Babies anbelangt, prompt an den Film „Kuck mal wer da spricht“ von 1989 erinnert. „Es wird wieder Tag“ ist ein fesselndes, berührendes und beklemmendes Werk, das man am Schluss ergriffen und in nachdenklicher Stimmung zuklappt. Neuartig und außergewöhnlich an diesem Buch über den 2. Weltkrieg war für mich, dass über diese Zeit hinaus erzählt wird. Wir erfahren von Gedanken und Gefühlen Überlebender. Da ist eben nicht nur unendliche Erleichterung, sondern da sind auch Selbsthass, Schuld- und Schamgefühle. Die Vorstellung, einem ehemaligen Täter zu begegnen muss ständig latent für die Opfer präsent gewesen sein, da sie ja lange Zeit frei herumliefen. Dass Minka Pradelski, die selbst Tochter Überlebender ist und kurz nach dem Krieg geboren wurde, genau diese Vorstellung und dieses Szenario aufgegriffen hat, finde ich gleichermaßen naheliegend, wie genial und originell. „Es wird wieder Tag“ hat mich nachhaltig beeindruckt und ich empfehle es sehr gerne weiter.

4/5

Zeichen gegen das Vergessen

Lesendes Federvieh aus München am 10.11.2020

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges heiraten Klara und Leon Bromberger. Sie sind die einzigen Überlebenden ihrer Familie. Nachdem ihr Sohn Bärel geboren wurde, scheint ihr Familienglück perfekt. Doch dann trifft Klara zufällig im Park auf eine schwangere Frau, sie erkennt in ihr augenblicklich ihre ehemalige KZ-Oberaufseherin Liliput. Eine Welt bricht für Klara zusammen. Sie steht unter Schock. Leon sieht nur einen Ausweg, Klara muss sich ihren Schmerz und ihre qualvolle Vergangenheit buchstäblich von der Seele schreiben. Zeile um Zeile füllen sich die Seiten... Minka Pradelski hat mit ihrem Roman "Es wird wieder Tag" eine bewegende Familiengeschichte geschrieben. Auf einfühlsame Art und Weise erzählt sie vom Schicksal jüdischer Familien während und nach dem Zweiten Weltkrieg und gibt ihnen mit Klara, Leon und Bärel ein Gesicht. Einen Großteil des Buches nimmt dabei Klaras schreckliche Zeit auf der Flucht und im Lager ein. Sie schildert aber auch eindrucksvoll den Versuch Klaras und Leons sich in der Nachkriegszeit wieder ein normales Leben aufzubauen. Doch was ist ein normaler Alltag, wenn überall die Täter ungeschoren weitermachen können, als wenn nichts geschehen wäre. Gerade das hat die Beklemmung, die ich beim Lesen über soviel Grauen und Unrecht verspürt habe, noch verstärkt. Diese umfassende Erzählweise, also die Geschichte nach dem Ende des Krieges noch weiterzuerzählen, hat mir besonders gut gefallen. In vielen Büchern zu diesem Thema erfährt man nicht mehr, was aus den Geretteten geworden ist und das finde ich immer schade. Absolut neu war für mich der Einstieg in die Thematik des Buches aus der Perspektive des Säuglings Bärel. Das war zunächst gewöhnungsbedürftig, passt aber. Mit seinen glasklaren Bemerkungen trifft er so einiges messerscharf auf den Punkt. Minka Pradelski hat mit diesem beeindruckenden, spannenden und aufwühlenden Buch ein beeindruckendes Zeichen gegen das Vergessen gesetzt.

4/5

Zeichen gegen das Vergessen

Lesendes Federvieh aus München am 10.11.2020
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges heiraten Klara und Leon Bromberger. Sie sind die einzigen Überlebenden ihrer Familie. Nachdem ihr Sohn Bärel geboren wurde, scheint ihr Familienglück perfekt. Doch dann trifft Klara zufällig im Park auf eine schwangere Frau, sie erkennt in ihr augenblicklich ihre ehemalige KZ-Oberaufseherin Liliput. Eine Welt bricht für Klara zusammen. Sie steht unter Schock. Leon sieht nur einen Ausweg, Klara muss sich ihren Schmerz und ihre qualvolle Vergangenheit buchstäblich von der Seele schreiben. Zeile um Zeile füllen sich die Seiten... Minka Pradelski hat mit ihrem Roman "Es wird wieder Tag" eine bewegende Familiengeschichte geschrieben. Auf einfühlsame Art und Weise erzählt sie vom Schicksal jüdischer Familien während und nach dem Zweiten Weltkrieg und gibt ihnen mit Klara, Leon und Bärel ein Gesicht. Einen Großteil des Buches nimmt dabei Klaras schreckliche Zeit auf der Flucht und im Lager ein. Sie schildert aber auch eindrucksvoll den Versuch Klaras und Leons sich in der Nachkriegszeit wieder ein normales Leben aufzubauen. Doch was ist ein normaler Alltag, wenn überall die Täter ungeschoren weitermachen können, als wenn nichts geschehen wäre. Gerade das hat die Beklemmung, die ich beim Lesen über soviel Grauen und Unrecht verspürt habe, noch verstärkt. Diese umfassende Erzählweise, also die Geschichte nach dem Ende des Krieges noch weiterzuerzählen, hat mir besonders gut gefallen. In vielen Büchern zu diesem Thema erfährt man nicht mehr, was aus den Geretteten geworden ist und das finde ich immer schade. Absolut neu war für mich der Einstieg in die Thematik des Buches aus der Perspektive des Säuglings Bärel. Das war zunächst gewöhnungsbedürftig, passt aber. Mit seinen glasklaren Bemerkungen trifft er so einiges messerscharf auf den Punkt. Minka Pradelski hat mit diesem beeindruckenden, spannenden und aufwühlenden Buch ein beeindruckendes Zeichen gegen das Vergessen gesetzt.

Unsere Kund*innen meinen

Es wird wieder Tag

von Minka Pradelski

4.5/5.0

2 Bewertungen

0 Bewertungen filtern

  • Es wird wieder Tag