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Produktbild: Melde dich mal wieder!

Melde dich mal wieder! Wenn erwachsene Kinder ihre Eltern meiden. Woran es liegt - was Sie jetzt tun können

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22,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

07.02.2024

Verlag

Humboldt Verlag

Seitenzahl

200

Maße (L/B/H)

21,7/14,6/1,9 cm

Gewicht

449 g

Farbe

Lichtgrau / Grau

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8426-1629-5

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

07.02.2024

Verlag

Humboldt Verlag

Seitenzahl

200

Maße (L/B/H)

21,7/14,6/1,9 cm

Gewicht

449 g

Farbe

Lichtgrau / Grau

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8426-1629-5

Herstelleradresse

Humboldt Verlag
Hans-Böckler-Allee 7
30173 Hannover
DE

Email: buchvertrieb@schluetersche.de

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  • Bewertung

    2/5

    01.10.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Wertvoller Ansatz, greift mir aber deutlich zu einseitig

    Das Buch enthält wichtige Gedanken: Eltern müssen akzeptieren, dass erwachsene Kinder eigene Werte, Lebensentwürfe, Partner und Entscheidungen haben. Kinder gehören ihren Eltern nicht. Beziehung braucht Wertschätzung, Interesse, Zurückhaltung und die Bereitschaft, die eigene Perspektive zu hinterfragen. Für Eltern, die noch stark in Besitzdenken, Pflichtvorstellungen oder alten Erziehungsmustern verhaftet sind, kann dieses Buch deshalb ein hilfreicher Anstoß sein. Was mir allerdings massiv fehlt, ist die zweite Seite der Beziehung: Erwachsene Kinder sind ebenfalls erwachsene Menschen. Auch sie gestalten Beziehung mit. Auch sie tragen Verantwortung für Kommunikation, Respekt, Konfliktfähigkeit und die Art, wie sie mit ihren Eltern umgehen. Im Buch bleibt die Verantwortung aus meiner Sicht fast vollständig bei den Eltern. Der Satz „Dein Kind wird immer dein Kind bleiben“ kann emotional verständlich sein, wird hier aber für mich problematisch, wenn daraus eine dauerhafte Einseitigkeit entsteht: Eltern sollen verstehen, warten, aushalten, reflektieren, sich zurücknehmen. Die Entwicklung des erwachsenen Kindes bleibt dabei erstaunlich wenig im Blick. Aus psychologischer Sicht finde ich das zu kurz gedacht. In der Transaktionsanalyse etwa geht es ausdrücklich darum, aus alten Rollen herauszuwachsen und Kommunikation aus dem Erwachsenen-Ich heraus zu ermöglichen. Ein erwachsenes Kind ist irgendwann nicht mehr nur Kind im Familiensystem, sondern ein erwachsener Mensch, oft selbst Partner, Elternteil, berufstätig, entscheidungsfähig. Dazu gehört auch die Fähigkeit, Konflikte auf Augenhöhe auszutragen oder zumindest Beziehung nicht dauerhaft über Abwehr, Rückzug oder einseitige Schuldzuweisung zu organisieren. Was mich zusätzlich stört: Die Konfliktfähigkeit des erwachsenen Kindes wird indirekt weiterhin den Eltern zugeschrieben. Nach dem Motto: Wenn dein Kind heute nicht gut kommunizieren, sich nicht auseinandersetzen oder keine Konflikte austragen kann, dann musst du als Elternteil noch genauer hinschauen, was du falsch gemacht hast. Das greift mir deutlich zu kurz. Eltern prägen, ja. Aber sie sind nicht die einzigen Entwicklungsbedingungen eines Menschen. Peergroups, Schule, Partnerschaften, gesellschaftliche Normen, Medien, Arbeitswelt, Temperament, eigene Entscheidungen und spätere Lebenserfahrungen wirken mit. „Die Welt erzieht mit“ – und irgendwann gehört zur Erwachsenenentwicklung auch, die eigene Beziehungs- und Konfliktfähigkeit nicht dauerhaft an die Eltern zurückzudelegieren. Besonders deutlich wurde mir diese Einseitigkeit an der Frage, was Eltern tun sollen, wenn sie den Partner oder die Partnerin des erwachsenen Kindes schwierig finden. Im Buch wird vor allem beschrieben, dass das erwachsene Kind dann zwischen den Stühlen sitze: Es liebe die Eltern und zugleich den Partner oder die Partnerin. Das stimmt natürlich. Aber Eltern sitzen in solchen Konstellationen oft genauso zwischen den Stühlen. Auch sie müssen Loyalitäten, Grenzen, Werte, Enttäuschungen und familiäre Spannungen sortieren. Diese Perspektive kommt mir deutlich zu wenig vor. Ich vermisse in diesem Buch eine moderne Beziehungsperspektive, die beide Seiten ernst nimmt. Eltern sollen ihre Macht, ihre Projektionen und ihre Erwartungen reflektieren. Zugleich dürfen Eltern erwachsenen Kindern auch zumuten, selbst in Beziehungskompetenz hineinzuwachsen. Respekt meint hier keine alte Gehorsamslogik, keine Ehrfurcht und keine Unterordnung. Gemeint ist ein erwachsener, wechselseitiger Umgang: zuhören, antworten, klären, Grenzen benennen, Verantwortung übernehmen. Für Eltern mit sehr traditionellen Vorstellungen kann das Buch hilfreich sein, weil es Besitzansprüche und alte Pflichtbilder infrage stellt. Für Menschen, die bereits differenziert über Bindung, Autonomie und erwachsene Beziehung nachdenken, bleibt es mir zu schmal. Es verschiebt die Balance zu stark auf die Elternseite und lässt zu wenig Raum für die Frage, was erwachsene Kinder zu einer gelingenden Beziehung beitragen müssen. Mein Fazit: ein wichtiges Thema, einige wertvolle Impulse, aber psychologisch und beziehungsdynamisch aus meiner Sicht zu einseitig.

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