Reigen Reloaded

Reigen Reloaded

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Arthur Schnitzlers "Reigen" wurde 1920 in Berlin uraufgeführt und löste einen der größten Theaterskandale des 20. Jahrhunderts aus. 100 Jahre später lädt Barbara Rieger zu einem kollaborativen Projekt: eine Adaption der zehn Reigen-Dialoge in Prosa. Fünf Autorinnen und fünf Autoren lassen sich von Schnitzlers Vorlage inspirieren, reagieren in einer Art Stille-Post-Verfahren auf die Episode der VorgängerIn und haben dabei nur eine Vorgabe: jeweils eine Figur für den nächsten Text am Leben zu lassen.
Wie lassen sich sexuelle Begegnungen literarisch darstellen? Welche Rolle spielen Machtpositionen dabei? Können Frauen heute ihr Begehren offener zeigen als noch vor 100 Jahren? Barbara Rieger gibt Anstoß zu einem Denkprozess, der nie an Aktualität verlieren wird.
Mit Texten von Daniela Strigl · Gertraud Klemm · Gustav Ernst · Daniel Wisser · Bettina Balàka · Michael Stavaric · Angela Lehner · Martin Peichl · Barbara Rieger · Thomas Stangl ·Petra Ganglbauer
Mit dem Originaltext von Arthur Schnitzler

Barbara Rieger, geboren 1982 in Graz. Studium in Wien. Absolventin der Leondinger Akademie für Literatur. Lebt und arbeitet als Autorin und Schreibpädagogin (BÖS) in Wien und im Almtal (Oberösterreich). Betreibt seit 2013 gemeinsam mit Alain Barbero den trilingualen Literatur- und Fotoblog "Café Entropy", aus dem die Bücher "Melange der Poesie" (2017) und "Kinder der Poesie" (2019) hervorgingen. Bei K&S erschienen auch ihre Romane "Bis ans Ende, Marie" (2018) und "Friss oder stirb" (2020).

Details

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

08.02.2021

Herausgeber

Barbara Rieger

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Erscheinungsdatum

08.02.2021

Herausgeber

Barbara Rieger

Verlag

Verlag Kremayr & Scheriau

Seitenzahl

256 (Printausgabe)

Dateigröße

3032 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783218012690

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Schnitzlers Klassiker im modernen Gewand

Schmiesen am 04.04.2021

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"Ich weiß gar nichts von dir, aber die Finger wissen, die Haut weiß." Arthur Schnitzlers "Reigen" löste einen Skandal aus, als es 1920 in Berlin uraufgeführt wurde. Es geht um die Schnelllebigkeit des Sexes, um die Promiskuität aller Gesellschaftsklassen, und Schnitzler nahm kein Blatt vor den Mund. Ähnlich halten es die 10 Autoren und Autorinnnen, die Schnitzlers Drama das erste Mal in einer Prosafassung adaptieren. Schnitzlers scharfe Beobachtung der unterschiedlichen Klassen und sexuellen Begegnungen wird von den AutorInnen hervorragend in unsere moderne Zeit transzendiert. Dabei verlieren sie weder den Ur-Text aus den Augen, noch karikieren oder verzerren sie die Modernität, nur um dem Original nahe zu sein. Die Steigerung des Reigens lässt sich als Veränderung in der sexuellen Begegnung erkennen. Die ersten beiden Geschichten handeln von rohem, gewalttätigem Sex, die Grenze zwischen Einvernehmen und Vergewaltigung wird von männlicher Seite klar überschritten. In den folgenden Geschichten übernehmen die Frauen das Ruder und lassen einen Mann schon auch mal unbefriedigt zurück. Weiter steigert es sich zum einvernehmlich, erotisch-abstoßenden Verkehr mit sehr jungen Frauen. Und am Ende wird der Sex transzendiert, philosophiert und überhöht - und bleibt doch nur Sex. Egal, welcher Schicht, welchem Geschlecht, welcher Bildungsklasse die "HeldInnen" angehören, Nähe gibt es nicht über das Körperliche hinaus. Namen sind Schall und Rauch, Treue ist ein dehnbarer Begriff, und mit dem Sex versucht ein jeder und eine jede, einen Verlust oder einen Mangel zu kompensieren. Denn Liebe gibt es irgendwo, in einem anderen Leben, mit einem anderen Namen, aber niemals bei den Personen, die miteinander im Bett landen. Jede/r AutorIn findet für seinen/ihren Part im Reigen eine eigene Erzählstimme. Gertraud Klemm hält sich für die Darstellung des Telefonsexes von Leonie und Josh auch an das Kurzformat des geschriebenen Dialogs. Gustav Ernsts Text ist auch ein Dialog, aber eingebettet in eine reale Situation, ohne den Vermittler Smartphone zwischen den Menschen. Daniel Wisser hält es in seinem Text ganz ähnlich, sodass der Übergang zwischen den beiden Geschichten vor allem auf der inhaltlichen Ebene zu finden ist - denn Mia ist bei Wisser eine andere als noch bei Ernst. Im hinteren Drittel schlägt der Ton dann um - weniger bodenständig, mehr poetisch sind die Texte von Peichl, Rieger und Stangl. Atemlose Satzfetzen, verworrene Gedanken, tiefergehende Gespräche. Aber auch dabei läuft alles auf das Körperliche hinaus, darüber kann das "schöne Gerede" nicht hinwegtäuschen. Petra Ganglbauer schlägt den Bogen zurück zu Schnitzler, als sich Ober- und Unterschicht im gleichen Bett vorfinden, und die Oberschicht entrüstet ist - primär über sich selbst. Schnitzlers Text im Anhang verleiht dem Leseerlebnis die nötige Tiefe und Bandbreite. Viel vom Ur-Text hat seinen Eingang in die neuen Erzählungen gefunden, wenn auch vielleicht an anderen Stellen als im Original. Namen, Motive und ganze Passagen werden zitiert, manchmal sogar von den Figuren selbst. Die Beziehungskonstellationen sind beinahe exakt wie im Original. Da merkt man, dass die AutorInnen sich intensiv mit Schnitzlers Text beschäftigt haben. Die Kreativwerkstatt im Flüsterpost-Format hat sich als voller Erfolg entpuppt. Der Klassiker wird so in die moderne Zeit geholt, ohne ihm untreu zu werden. Und die Lesefreude wird dadurch noch gesteigert, dass das Buch haptisch und optisch erstklassig gestaltet ist. Ein Schatz für jedes Klassiker-Regal. Chapeau!

Schnitzlers Klassiker im modernen Gewand

Schmiesen am 04.04.2021
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"Ich weiß gar nichts von dir, aber die Finger wissen, die Haut weiß." Arthur Schnitzlers "Reigen" löste einen Skandal aus, als es 1920 in Berlin uraufgeführt wurde. Es geht um die Schnelllebigkeit des Sexes, um die Promiskuität aller Gesellschaftsklassen, und Schnitzler nahm kein Blatt vor den Mund. Ähnlich halten es die 10 Autoren und Autorinnnen, die Schnitzlers Drama das erste Mal in einer Prosafassung adaptieren. Schnitzlers scharfe Beobachtung der unterschiedlichen Klassen und sexuellen Begegnungen wird von den AutorInnen hervorragend in unsere moderne Zeit transzendiert. Dabei verlieren sie weder den Ur-Text aus den Augen, noch karikieren oder verzerren sie die Modernität, nur um dem Original nahe zu sein. Die Steigerung des Reigens lässt sich als Veränderung in der sexuellen Begegnung erkennen. Die ersten beiden Geschichten handeln von rohem, gewalttätigem Sex, die Grenze zwischen Einvernehmen und Vergewaltigung wird von männlicher Seite klar überschritten. In den folgenden Geschichten übernehmen die Frauen das Ruder und lassen einen Mann schon auch mal unbefriedigt zurück. Weiter steigert es sich zum einvernehmlich, erotisch-abstoßenden Verkehr mit sehr jungen Frauen. Und am Ende wird der Sex transzendiert, philosophiert und überhöht - und bleibt doch nur Sex. Egal, welcher Schicht, welchem Geschlecht, welcher Bildungsklasse die "HeldInnen" angehören, Nähe gibt es nicht über das Körperliche hinaus. Namen sind Schall und Rauch, Treue ist ein dehnbarer Begriff, und mit dem Sex versucht ein jeder und eine jede, einen Verlust oder einen Mangel zu kompensieren. Denn Liebe gibt es irgendwo, in einem anderen Leben, mit einem anderen Namen, aber niemals bei den Personen, die miteinander im Bett landen. Jede/r AutorIn findet für seinen/ihren Part im Reigen eine eigene Erzählstimme. Gertraud Klemm hält sich für die Darstellung des Telefonsexes von Leonie und Josh auch an das Kurzformat des geschriebenen Dialogs. Gustav Ernsts Text ist auch ein Dialog, aber eingebettet in eine reale Situation, ohne den Vermittler Smartphone zwischen den Menschen. Daniel Wisser hält es in seinem Text ganz ähnlich, sodass der Übergang zwischen den beiden Geschichten vor allem auf der inhaltlichen Ebene zu finden ist - denn Mia ist bei Wisser eine andere als noch bei Ernst. Im hinteren Drittel schlägt der Ton dann um - weniger bodenständig, mehr poetisch sind die Texte von Peichl, Rieger und Stangl. Atemlose Satzfetzen, verworrene Gedanken, tiefergehende Gespräche. Aber auch dabei läuft alles auf das Körperliche hinaus, darüber kann das "schöne Gerede" nicht hinwegtäuschen. Petra Ganglbauer schlägt den Bogen zurück zu Schnitzler, als sich Ober- und Unterschicht im gleichen Bett vorfinden, und die Oberschicht entrüstet ist - primär über sich selbst. Schnitzlers Text im Anhang verleiht dem Leseerlebnis die nötige Tiefe und Bandbreite. Viel vom Ur-Text hat seinen Eingang in die neuen Erzählungen gefunden, wenn auch vielleicht an anderen Stellen als im Original. Namen, Motive und ganze Passagen werden zitiert, manchmal sogar von den Figuren selbst. Die Beziehungskonstellationen sind beinahe exakt wie im Original. Da merkt man, dass die AutorInnen sich intensiv mit Schnitzlers Text beschäftigt haben. Die Kreativwerkstatt im Flüsterpost-Format hat sich als voller Erfolg entpuppt. Der Klassiker wird so in die moderne Zeit geholt, ohne ihm untreu zu werden. Und die Lesefreude wird dadurch noch gesteigert, dass das Buch haptisch und optisch erstklassig gestaltet ist. Ein Schatz für jedes Klassiker-Regal. Chapeau!

Wortgewaltig, flott zu lesen, spannendes Projekt

Bewertung am 28.03.2021

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

10 Schiftsteller:innen schreiben einen Reigen sexueller Begegnungen, kleine Geschichten, die wie ein Fackellauf immer eine der Personen der letzten Geschichte zur Neuen mitnimmt. 1903 wurde „Der Reigen“ von Arthur Schnitzler geschrieben. Es gab einen Aufruhr, erotische Begegnungen, die mit klarer Moralfreiheit stattfanden. Die geltenden Werte von ehelicher Treue, Verdammung der Prostitution, kein Sex ohne Ehe, Keuschheit als Ehre sind in all diesen Begegnungen durchbrochen. Das Ganze ist munter flockig geschrieben. Lässt sich leicht und schnell lesen und hallt doch nach. Obwohl kurz, sind die Personen prägnant, allein durch ihre Beschreibung wie das süße Mädel, der junge Herr, der eigenen Persönlichkeit beraubt, aber irgendwie in die Allgemeingültigkeit hinübergerutscht. Im neuen Reigen nun werden die 10 Szenen nicht als Theaterstück, sondern als Prosa geliefert. Und es sind 10 Schriftsteller:innen, die sich jeweils eine Person übergeben, die in der nächsten Szene eine der Hauptrollen spielt. Eine ganz wunderbare Idee. Optisch ist das Buch ein Genuss – ein fest gebundenes Buch in knalligem Lila mit grafischen schwarz-weiß-Mustern, die sich auch zwischen den einzelnen modernen Szenen wiederholen, es ist eine Freude, in diesem Buch zu blättern. Witzig finde ich auch diesen rosalilafarbenen Ton für die Seiten des Originals von Schnitzler. Also optisch und haptisch ganz großes Kino! Auch die Auswahl der Schriftsteller:innen – sehr, sehr gut. Sie sind durch die Bank wortgewaltig und sprachgewandt, eine wirkliche Freude. „Ihr Blick, ein dunkles Strahlen (in ihn hinein, durch ihn hindurch, um ihn herum durch den ganzen Raum voller unsichtbarer Grenzen)“ Thomas Stangl „Der Mond hat Löcher, weil wir so oft hineingegriffen haben.“ Barbara Rieger „Unter ihrem Mantel wartet ein Gewitter“ Martin Peichl Sätze, die mir beim Lesen Vergnügen bereiten, mich zum Schnurren bringen, so klar und plastisch sind die Bilder. Was ich ein bisschen vermisst habe – Schnitzlers Stücke setzen sich mit der Sexualmoral seiner Zeit auseinander. Die heutigen greifen da für mich ein wenig zu kurz. Ich will wissen, wie ist das heute, wir haben diesen einfachen Kodex nicht mehr, fremdgehen ist igitt, als Jungfrau in die Ehe anstrebenswert, das ist so in dieser Einfachheit vorbei. Für mich bietet unsere Gesellschaft heute subtilere Fragen, wenn wir „fremdgehen“ geht es um die Art wie wir das miteinander leben. Wenn wir Sex ohne Ehe haben, geht es nicht nur um die Ausschließlichkeit, sondern auch darum, uns immer wieder neu füreinander zu entscheiden. Und da sind die Szenen – allerdings auch wie bei Schnitzler, also sehr originalgetreu, ausnahmslos Begegnungen von Menschen, die sich nicht wirklich begegnen, die sich verstellen, die einer Erfüllung hinterherlaufen, die sie selbst nicht mehr als erreichbar empfinden. Insgesamt also ein wirklich sehr empfehlenswertes Buch und vielleicht schreibt mir ja mal jemand noch eines zu meinen Wünschen nach Auseinandersetzung….

Wortgewaltig, flott zu lesen, spannendes Projekt

Bewertung am 28.03.2021
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

10 Schiftsteller:innen schreiben einen Reigen sexueller Begegnungen, kleine Geschichten, die wie ein Fackellauf immer eine der Personen der letzten Geschichte zur Neuen mitnimmt. 1903 wurde „Der Reigen“ von Arthur Schnitzler geschrieben. Es gab einen Aufruhr, erotische Begegnungen, die mit klarer Moralfreiheit stattfanden. Die geltenden Werte von ehelicher Treue, Verdammung der Prostitution, kein Sex ohne Ehe, Keuschheit als Ehre sind in all diesen Begegnungen durchbrochen. Das Ganze ist munter flockig geschrieben. Lässt sich leicht und schnell lesen und hallt doch nach. Obwohl kurz, sind die Personen prägnant, allein durch ihre Beschreibung wie das süße Mädel, der junge Herr, der eigenen Persönlichkeit beraubt, aber irgendwie in die Allgemeingültigkeit hinübergerutscht. Im neuen Reigen nun werden die 10 Szenen nicht als Theaterstück, sondern als Prosa geliefert. Und es sind 10 Schriftsteller:innen, die sich jeweils eine Person übergeben, die in der nächsten Szene eine der Hauptrollen spielt. Eine ganz wunderbare Idee. Optisch ist das Buch ein Genuss – ein fest gebundenes Buch in knalligem Lila mit grafischen schwarz-weiß-Mustern, die sich auch zwischen den einzelnen modernen Szenen wiederholen, es ist eine Freude, in diesem Buch zu blättern. Witzig finde ich auch diesen rosalilafarbenen Ton für die Seiten des Originals von Schnitzler. Also optisch und haptisch ganz großes Kino! Auch die Auswahl der Schriftsteller:innen – sehr, sehr gut. Sie sind durch die Bank wortgewaltig und sprachgewandt, eine wirkliche Freude. „Ihr Blick, ein dunkles Strahlen (in ihn hinein, durch ihn hindurch, um ihn herum durch den ganzen Raum voller unsichtbarer Grenzen)“ Thomas Stangl „Der Mond hat Löcher, weil wir so oft hineingegriffen haben.“ Barbara Rieger „Unter ihrem Mantel wartet ein Gewitter“ Martin Peichl Sätze, die mir beim Lesen Vergnügen bereiten, mich zum Schnurren bringen, so klar und plastisch sind die Bilder. Was ich ein bisschen vermisst habe – Schnitzlers Stücke setzen sich mit der Sexualmoral seiner Zeit auseinander. Die heutigen greifen da für mich ein wenig zu kurz. Ich will wissen, wie ist das heute, wir haben diesen einfachen Kodex nicht mehr, fremdgehen ist igitt, als Jungfrau in die Ehe anstrebenswert, das ist so in dieser Einfachheit vorbei. Für mich bietet unsere Gesellschaft heute subtilere Fragen, wenn wir „fremdgehen“ geht es um die Art wie wir das miteinander leben. Wenn wir Sex ohne Ehe haben, geht es nicht nur um die Ausschließlichkeit, sondern auch darum, uns immer wieder neu füreinander zu entscheiden. Und da sind die Szenen – allerdings auch wie bei Schnitzler, also sehr originalgetreu, ausnahmslos Begegnungen von Menschen, die sich nicht wirklich begegnen, die sich verstellen, die einer Erfüllung hinterherlaufen, die sie selbst nicht mehr als erreichbar empfinden. Insgesamt also ein wirklich sehr empfehlenswertes Buch und vielleicht schreibt mir ja mal jemand noch eines zu meinen Wünschen nach Auseinandersetzung….

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Reigen Reloaded

von Barbara Rieger

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