Wer sich zum ersten Mal in Triest auf der weiträumigen Piazza dell’ Unità d’Italia umschaut, könnte leicht einen falschen Eindruck bekommen. Mit seinen Palästen, den überladenen Fassaden, der großzügigen Öffnung hin zum Meer verheißt der inoffizielle Hauptplatz eine elegante Stadt mit mondänem Flair. Doch abseits der Piazza ist die Realität eine völlig andere. Triest offenbart sich – im Unterschied zu Venedig oder Florenz – nicht auf den ersten Blick. Die Hafenstadt mit ihrem morbiden Charme verlangt Zeit, will erforscht, verstanden, durchschaut werden. Die Besucherin darin zu begleiten ist das Ziel dieses Buches – indem es alle Geheimnisse lüftet: die historischen Orte und ihre zum Teil dunkle, in vielen Fällen noch aufzuarbeitende Vergangenheit gleichermaßen wie das spannende architektonische Erbe der Stadt. Aber auch die stimmigsten Badeplätze, die angesagtesten Orte für den abendlichen Aperitif und die besten Lokale für Spaghetti mit Vongole oder für Geselchtes mit Sauerkraut …
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Ich kenne Triest recht gut und finde in diesem Buch immer gute Anregungen, neue Seiten der Stadt zu entdecken. Faszinierend! Inspiriert geschrieben. Gute Tipps. Die Karten könnten grafisch besser sein, aber notwendig zum Erforschen der Stadt sind sie nicht.
Bewertung
5/5
13.07.2023
Buch (Taschenbuch)
Sehr wertvoller Begleiter
Ein absolut kurzweiliges Lesevergnügen für Diejenigen, die Trieste schon einige Male besucht haben und Details erfahren wollen. Es hat mich sehr bereichert und viele Fragezeichen gelöst.
Manfred Fürst
aus Kirchbichl
5/5
28.07.2022
Buch (Taschenbuch)
Nur für Fortgeschrittene
Ist jetzt Triest die südlichste Stadt des Nordens oder die nördlichste des Südens? Wenn die stürmische Bora von Norden die Stadt in Eiseskälte erstarren lässt, dann ist Triest eine Stadt des Nordens. Zeit, um in eines der vielen Buffets zu flüchten, zu einer warmen Jota, dieser nahrhaften Suppe aus Sauerkraut, Bohnen, Kartoffeln und Geselchtem. Richtig gelesen, Sauerkraut gehört in jeden Triester Wurstkessel, wem nach Pasta ist, der muss seine Destination schnell ändern.
Triest Geschichte und ihr gesamtes Wesen ist wie die Küche geprägt nicht nur von der Zerrissenheit zwischen Norden und Süden, zwischen mitteleuropäischer und mediterraner Identität, sondern auch zwischen Osten und Westen, an deren politischer Grenze man hier jahrzehntelang lag, mit starken Einflüssen aus dem Balkan einerseits und aus dem nahen Venedig andererseits. Mal abgesehen von der jahrhundertlangen Herrschaft der Habsburger, die Triest zum wichtigsten Hafen des Mittelmeerraum für die österreichisch-ungarische Marine machte, war die Stadt Zentrum des italienischen Irredentismus und mit der Machtübernahme der Faschisten unter Mussolini verlor Triest seine Autonomie und wurde italianisiert; Kroaten und Slowenen wurden vertrieben. Nach dem zweiten Weltkrieg verlor Italien die Gebiete von Istrien und Teile von Dalmatien. 300.00 Menschen verließen ihre ehemalige Heimat und ließen sich in Triest nieder. Wie sich die Geschichte umdrehte. Nicht alle Flüchtlinge wurden freundlich aufgenommen. (Die deutschen Flüchtlinge aus Ostpreußen können ebenfalls ein Lied davon singen.)
Seither bemüht sich Triest eine italienische Stadt zu sein und ist stolz auf ihre ausgegrabenen „römischen“ Wurzeln. Nun profitiert Triest auch von der ewigen Rivalin Venedig, das einzelne Kreuzfahrtschiffe „durchlässt.“
Triest, die Stadt des Kaffees. Die Türken hätten 1683 einige Säcke Kaffee vor den Toren Wiens zurückgelassen und das soll die Geburtsstunde des Wiener Kaffeehauses gewesen sein und damit wurde Triest der wichtigste Umschlagplatz für Kaffee: Cittá del Caffè mit der weltweit bekannten Rösterei Illy. Aber nicht wie bleichgesichtige Nordländer „un caffé“ bestellen, sondern in Triest heißt es „un capo in b“ oder „caffé latte.“
Wem es im Sommer in der Stadt zu heiß ist, dem empfehlen die Autoren eine Fahrt mit der „Blauen Tram“ (wenn sie denn wieder fährt), dem geheimen Wahrzeichen von Triest hinauf auf den Karst nach Opicina, auf 350 Höhenmeter über Triest, dann in eine der Buschenschanken auf dem Karstplateau mit dem phantastischen Ausblick auf die Stadt und den Golf von Triest. Der Habsburger-Kaiser Josef II. hatte im Jahr 1784 seine berühmte „Zirkularverordnung“erlassen, die es den Weinbauern erlaubte, ihren Wein an bestimmten Tagen im Jahr direkt zu verkaufen und auszuschenken. Ursprung für die lokale Variante des Heurigen bzw. der Buschenschank/Osmice/Osmize. Auf der anderen Seite der Grenze in Slowenien, damals in Jugoslawien mit seinem sozialistischen Wirtschaftssystem, war kein Platz für Privatinitiativen. Zu verkosten sind Wein, harte Eier, Proschutto und Salumi. Zentrum des Weinbaus am Karst ist Prepotto, den die Triester auch das „Saint Émilion“ des Karsts nennen. Es ist in Friaul-Julisch Venetien eine der führenden Weißweinregionen Italiens. Die Besonderheit ist der „Orange Wein“, ein mazerierter Weißwein.
Architektonisch ist Triest eine wahre Fundgrube, die sich dem „Fortgeschrittenen“ in vielen „Spaziergängen“ durch die Stadt erschließt. Vom Alten Hafen zum Neuen Hafen, vorbei an den zahlreichen Badeanstalten, rund um die „Sacchetta“ und durch den Bezirk SanVito; bis zum heutigen Triest mit seinen „brualistischen“ Wohnmaschinen.
Ein Muss ist der Besuch des Museo Revoltella.
Georges Desrues und Erich Bernard geben mit ihrem einzigartigen Triest-Portrait einer großartigen Stadt Impressionen von deren unbekannten Seiten.
Streiflicht
5/5
03.12.2021
Buch (Taschenbuch)
Ab nach Triest!
Sicherlich kennen viele jede Menge Städte in Italien, Triest aber nicht. Ich finde, die Stadt ist aber zu Unrecht ein bisschen verkannt. Wer dieses Buch hier gelesen hat, wird auf jeden Fall sofort losreisen wollen und auf den Spuren von Triest für Fortgeschrittene wandeln wollen.
Was mir an dem Buch gefallen hat? Alles! Und ganz besonders - natürlich neben den inspirierenden Inhalten - die Aufmachung! Ich mag die bunten Seiten mit den vielen Info-Elementen, die ansprechenden Bilder und die informativen Texte, die sich schnell und gut lesen lassen. Und die soviel Lust auf die Stadt machen. Man findet auf jeder Seite Interessantes und möchte sofort die Koffer packen. Meine Highlights waren die Kapitel zum Essen und um den Kaffee. Aber auch alles andere war wirklich interessant und gut aufgemacht.
Ein ganz außergewöhnlicher Reiseführer der besonderen Art! Einfach gut!
Streiflicht
5/5
03.12.2021
Buch (Taschenbuch)
Ab nach Triest! Sicherlich…
Ab nach Triest! Sicherlich kennen viele jede Menge Städte in Italien, Triest aber nicht. Ich finde, die Stadt ist aber zu Unrecht ein bisschen verkannt. Wer dieses Buch hier gelesen hat, wird auf jeden Fall sofort losreisen wollen und auf den Spuren von Triest für Fortgeschrittene wandeln wollen. Was mir an dem Buch gefallen hat? Alles! Und ganz besonders - natürlich neben den inspirierenden Inhalten - die Aufmachung! Ich mag die bunten Seiten mit den vielen Info-Elementen, die ansprechenden Bilder und die informativen Texte, die sich schnell und gut lesen lassen. Und die soviel Lust auf die Stadt machen. Man findet auf jeder Seite Interessantes und möchte sofort die Koffer packen. Meine Highlights waren die Kapitel zum Essen und um den Kaffee. Aber auch alles andere war wirklich interessant und gut aufgemacht. Ein ganz außergewöhnlicher Reiseführer der besonderen Art! Einfach gut!
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