Albert Entwistle vermeidet so viel Kontakt wie möglich mit den Bewohnern der Kleinstadt Toddington, was als Postbote des Orts umsichtige Planung erfordert. Doch als er pensioniert wird und auch noch seine Katze stirbt, nimmt er seinen Mut zusammen und beschließt den Menschen nicht länger aus dem Weg gehen. Stück für Stück schließt er unerwartete Freundschaften und begibt sich mit deren Hilfe auf die mühsame Suche nach seiner Jugendliebe George. Ein zartes und einfühlsames Buch über den Mut, sich der Welt zu öffnen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Bewertung
5/5
13.11.2021
eBook (ePUB)
Warmherzig, charmant und liebevoll
Albert Entwistle ist einer jener Charaktere, die ich unglaublich gerne persönlich kennen lernen würde. Ein herzensguter Mensch, dem ich alles Glück der Welt vergönne.
Ich habe Matt Cains Roman unglaublich gerne gelesen, habe mit Albert gelacht, geweint und mich mit ihm über seine tolle Entwicklung gefreut.
Der 65-jährige Albert Entwistle lebt zusammen mit seiner über alles geliebten Katze Gracie in der britischen Kleinstadt Toddington, wo er auch als Postbote arbeitet. Das besondere daran ist, dass Albert eine Sozialphobie hat und menschliche Kontakte so gut wie möglich vermeidet. Und trotzdem liebt Albert seine Arbeit als Briefzusteller ungemein. Als dem liebenswerten Eigenbrötler jedoch kurz vor seinem 65. Geburtstag eröffnet wird, dass er in Rente gehen muss und dann auch noch seine geliebte Gracie stirbt, wird Alberts gut strukturiertes Leben völlig aus den Angeln gehoben, eröffnet ihm allerdings auch wundervolle neue Möglichkeiten.
Ach, was soll ich euch sagen. Ich hab einfach jede einzelne Zeile geliebt. Der Roman steckt trotz des etwas trüben Anfangs voller Wärme, Liebe und Hoffnung.
Durch zahlreiche Rückblenden in Alberts Kindheit und Jugend lernen wir ihn sehr intensiv kennen und lernen auch verstehen, wie er zu dem Mensch geworden ist, als der er sich im Heute präsentiert. Albert hatte es nie leicht im Leben und ich hätte ihn manchmal einfach nur gerne umarmt und ihm Trost und Wärme gespendet. Schon früh hat Albert gemerkt, dass er "anders" ist. Die Gefühle, die er für seinen besten Freund George hatte, gingen über das normale freundschaftliche Maß hinaus. Doch die Liebe war Albert und George im gesellschaftlichen System der 1970er Jahre verwehrt. Homosexualität war verpöhnt und die Menschen wurden gemieden und geächtet. Und so war Albert gezwungen den Kontakt zu George abzubrechen, was er nie verwunden hat.
Als Albert alte Briefe findet, weiß er plötzlich was er zu tun hat, wenn er nicht vereinsamen will. Er begibt sich auf die Suche nach seiner großen Liebe George und er öffnet sich der Welt, findet Freunde und wächst über sich hinaus. Man könnte das Buch auch als "Die Geburt des Albert Entwistle" bezeichnen. Nach und nach reißt Albert seine selbst aufgebauten Mauern ein und lässt wieder Freude in sein Leben. Auch wenn ich mich wiederhole, kann ich nur betonen, dass ich Alberts Entwicklung wahnsinnig gerne verfolgt habe, immer mit der Hoffnung vor Augen, dass er sei Glück findet und die Geister und Schatten der Vergangenheit hinter sich lässt.
Fazit
Das geheime Leben des Albert Entwistle ist ein absolutes Herzensbuch. Ich habe jede Zeile von Matt Cains Roman geliebt, bin mit Albert durch alle Höhen und Tiefen seines Lebens gegangen. Hab mit ihm geweint, gehofft und geliebt.
Das Buch steckt voller liebevoller Charaktere, Wärme und Hoffnung und zeigt, dass es nie zu spät für einen Neustart ist. Absolut lesenswert!
Fredhel
aus Deutschland
5/5
04.11.2021
eBook (ePUB)
Postbote, drei Monate bis zur…
Postbote, drei Monate bis zur Rente, geliebte Katze plötzlich verstorben, einsames Weihnachtsfest. Das ist die Ausgangssituation, ab der ein Leser Anteil nehmen kann am Leben von Albert Entwistle. Er droht in eine tiefe Depression zu versinken, vor allem, wenn er sein vergangenes Leben Revue passieren lässt. Seine Eltern haben ihn nie richtig geliebt. Trotzdem hat er seine Mutter bis zu ihrem Tod gepflegt. Albert hat keine sozialen Kontakte, keine familiären Verbindungen. Genauso will er es haben, denn er trägt ein Geheimnis mit sich, für das er sich zu Tode schämt: Keiner darf erfahren, dass er sich zu Männern hingezogen fühlt. Als junger Mann musste er sich auf Druck von außen von seiner großen Liebe trennen. Es war ein traumatisches Erlebnis, das ihn für immer prägte und einsam gemacht hat. Jetzt am Tiefpunkt seines Lebens rafft er sich auf. Er verstellt sich nicht länger und erfährt von allen Seiten Zuspruch. Wirklich, die Handlung ist tatsächlich so kitschig rosa, wie diese minimalistische Zusammenfassung andeutet. Man leidet mit Albert, ist wütend über seine egoistischen Eltern und fiebert mit, ob seine Nachforschungen erfolgreich sein werden. Und freut sich mit ihm über jede Person, die seinen neuen Freundeskreis erweitert. Man sieht einen verklemmten, unscheinbaren Mann voller Schuldgefühle innerhalb von drei Monaten aufblühen; einen Mann, der positiv einen neuen Lebensabschnitt beginnt. Manchmal braucht man so ein emotionales Buch, das nur positive Signale sendet. Vielleicht gibt das auch anderen Menschen den Mut, etwas an ihrem Leben zu verändern, egal in welchem Alter, anstatt verpassten Gelegenheiten hinterher zu trauern. Absolute Leseempfehlung!
brauneye29
aus Wachtendonk
5/5
11.09.2021
eBook (ePUB)
Es ist nie zu spät
Zum Inhalt:
Albert versucht so wenig wie möglich Kontakt zu seinen Mitmenschen zu haben, was sich als Postbote schon enorm schwierig gestaltet. Als er dann jedoch pensioniert wird und auch noch seine geliebte Katze stirbt, nimmt er sein Herz in die Hand und sucht Kontakt. Und am wichtigsten ist es ihm seine Jugendliebe George wiederzufinden.
Meine Meinung:
Was für ein herzerwärmendes Buch das doch ist. Gleich am Anfang schließt man Albert in sein Herz und im Verlauf des Buches wird diese Liebe immer größer. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und auch die Botschaft. Denn es ist nie zu spät, seine Leben zu ändern und zu tun, was einem wichtig ist. Der Schreibstil hat mir auch sehr gut gefallen, das Buch liest sich sehr flott weg. Ich hätte gerne noch weiter Albert auf seinem Weg begleitet, weil die Figur einfach liebenswert ist.
Fazit:
Es ist nie zu spät
rea
aus Berlin
5/5
07.09.2021
eBook (ePUB)
Ein wundervoller Roman
In „Das geheime Leben des Albert Entwistle" erzählt Matt Cain die Geschichte des schüchternen Postboten Albert Entwistle.
Albert lebt sein ganzes Leben bereits in Toddington und ist zufrieden mit seinem Leben, bis ihn ein Brief seiner Chefin den Boden unter den Füßen weg zieht. Albert soll an seinem 65. Geburtstag, also in drei Monaten, in den Ruhestand gehen. Dies bedeutet einen immensen Umbruch in seinem Leben. Und als dann an Weihnachten auch noch seine geliebte Katze Gracie stirbt, wird ihm seine Einsamkeit so richtig bewusst und er muss an seine
große Liebe George denken, den er bis heute nicht vergessen konnte.
Kurzerhand beschließt er sich auf die Suche nach seiner Jugendliebe zu machen und findet auf diesem Weg viel Liebe und Freunde.
Matt Cain erzählt eine wundervolle Geschichte über Einsamkeit, Freundschaft, und Liebe, aber auch über die Ängste anders zu sein. Ich habe Albert Entwistle sehr gerne auf seinem Weg begleitet. Er war mir von Anfang an sehr sympathisch und ist mir im Laufe des Romans immer mehr ans Herz gewachsen.
Der Schreibstil des Autors ist locker leicht und sehr einfühlsam und herzlich. Man ist von Anfang an Teil der Geschichte und fliegt nur so durch die Seiten. Ein wirklich wunderbarer Roman.
Ni La
aus Düsseldorf
5/5
05.09.2021
eBook (ePUB)
Aus dem Leben erwacht
Der Klappentext gib den Inhalt sehr gut wieder und ich war begeisert von diesem sanft startenden Buch. Langsam lernt der Leser Albert kennen, ohne das es dabei langweilig wird. Der Autor beschraenkt sich rein auf die Fakten, aber dennoch bekommt man eine guten Einblick in das triste Leben des Postboten und man ahnt *leicht spannungssteigernd* das Albert doch irgendein Geheimnis aus der Kindheit mit sich herumschleppt. Leider ist es wieder die gerne genommene Elternbeziehung, die hier prägend für de Geschichte ist. Aber diesmal ist es okay und auch wichtig für die Geschichte und Alberts Lebenswendung.
Das Ende ist zwar vorhersehbar, aber dennoch habe ich mitgefieber und auf ein HappyEnd gehofft.
Die restlichen Charakere gefiehlen mir auch. Nicht zu schwulstig, verblühmt, affektiert oder gekünstelt. Alle wirkten echt und authentisch.
EIn rundum schönes Buch. Leicht zu Lesen mt Rührung und Tiefgang.Klare Leseempfehlung.
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