„Steve Ayan verblüfft immer wieder mit Dingen, die wir eigentlich gar nicht über uns wissen wollen – aber sollten.“ - Eckart von Hirschhausen
Was darf man heute noch sagen? Eigentlich alles. Dennoch stellen sich viele Menschen genau diese Frage. Sie haben das Gefühl, man könne sich mit bestimmten Redeweisen oder Aussagen schnell den Mund verbrennen, werde für die falschen Ansichten geschasst und diffamiert. Stimmt das?
Tatsächlich laden manche den Appell zu gendergerechter, mitmeinender, antistigmatisierender oder respektvoller Sprache moralisch extrem auf. Die so erzeugte Scham soll bestimmte Aspekte und Argumente aus der Diskursarena ausschließen. Doch sie bewirkt eher das Gegenteil: Die Folgen sind Trotz und verhärtete Fronten. Letztlich dienen solche moralisierenden Vorhaltungen und das »Shaming« in sozialen Medien also nicht der Sache, sondern der Aufwertung des eigenen Egos. Es ist ein Spiel um Status und Zugehörigkeit. Andere wiederum, vor allem am rechten Rand des politischen Spektrums, reden Tabus bewusst herbei, um sich als Freiheitskämpfer zu inszenieren. Beides geht an der Realität vorbei und vergiftet die Debattenkultur. So entsteht eine Spirale aus Empörung und Tabubrüchen, die uns nicht weiterbringt.
Was wir stattdessen brauchen, ist mehr Mut zur gegenseitigen Zumutung, Klarheit im Argumentieren und ein ironisches Verhältnis zum Tabu.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Einblick darin warum unsere heutige Sprache so stark bewertet wird
Das Buch: „WAS MAS NOCH SAGEN DARF die neue Lust am Tabu „ist am 13.06.2022 erschienen und wurde vom Psychologen Steve Ayan geschrieben. Das Genre des Buches sortiert sich bei den Sachbüchern und Ratgebern ein, eine genauere Einordnung würde dem Inhalt nicht gerecht kommen. Der Autor befasst sich in dem Buch mit einem kulturpolitischen Thema.
Carl-Auer ist der Verlag welche dieses Buch veröffentlicht, der Carl-Auer Verlag gilt als der wichtigste deutschsprachige Verlag für systemische Therapie und Beratung sowie für Hypnotherapie.
Das Buch schließt sich einer bis jetzt dreiteiligen Bucher reihe an: Update Gesellschaft,
welche sich zur Aufgabe macht, die von Mathias Eckoldt (Herausgeber der Reihe) gesellschaftlich wichtigen Themen zu beleuchten und wie er sagt „alles, was bei Tageslicht gesagt werden sollte“ in kurzen Büchern aufzugreifen.
Der Autor zeigt an Hand von elf Kapiteln wie wir und warum wir auf umstrittene Themen so unterschiedlich und Teils eigen Reagieren.
Vorab ist zu sagen, dass meine Meinungen und Auffassungen des Buches subjektiv sind und ich mich mit dem Buch in Rahmen einer Unterrichtseinheit „Gender und Diversität“ befasst habe.
Das Buch bietet eine große Menge an Inhalt, eine Perfekt differenzierte Rezension bedarf weit mehr Zeit als ich für das lesen und bearbeiten des Buches hatte.
Schwerpunkt des Buches ist die Sensibilität, welche auf Themen und sprachliches formulieren aufgelegen ist.
Der Verfasser versucht im Buch die Verhaltensmuster der agierenden Person anhand von umschriebenen Modellen zu erläutern. Ohne dabei seine Meinung jemanden aufdrücken zu wollen.
Der Autor geht darauf ein, wie die eigene Haltung/ und der Nutzen sprachlicher Mittel Auswirkung auf das Bild von mir meinen Mitmenschen beeinflusst.
So verdeutlicht er, dass es kaum möglich ist, mit seiner Sprache und dem was man sagt keine Haltung zu haben. Egal was man sagt, es wirkt auf andere Menschen und löst in diesen Prozessen aus. So schreibt der Autor im Buch „Man kann sich nicht nicht zum Gendern verhalten“. Ein sehr deutlicher Aspekt, da wir hiermit ja tag täglich mit betroffen sind.
Wie zum Beispiel „mir gefallen die Lehrer hier“…
So enthält jedes Kapitel ein Thema in dem die Sprache der Nutzen und die Anfechter aus verschiedenen Sichten betrachtet werden.
Mir selber gefallen einige Kapitel mehr als andere und einige halte ich für wichtiger, kein davon scheint mir aber überflüssig.
Der Schreiber schaft es erstaunlich gut, keine der Seiten, Pro oder Kontra eines Themas zu verstärken und den anderen im Unrecht stehenzulassen.
Einerseits zeigt das eine Art, die professionell mit dem Thema umgeht, anderseits erhofft man sich einen gewissen Leitfaden, welcher einem hilft seine Ungewissheit zu lösen.
Wer hofft das ihn konkrete Handlungsempfehlungen an die Hand gelegt werden wird leider enttäuscht.
Mich würde es freuen zu jedem Kapitel noch ein Punkt mitzubekommen, wie man sein neues Wissen jetzt noch im Alltag integriert. Diese Absicht hat das Buch aber nicht. Ebenso würde das die angenehme Kompaktheit überschreiten.
Das letzte Kapitel greift aber nochmal konkreter, das alltäglich handeln und bewerten auf und gibt sinnvolle Denk Impulse und ergibt somit einen schönen abgerundeten Schluss.
Da das Buch bewusst aktuelle Themen aufgreift, liegt es nah, dass Gender und Diversität in jedem Kapitel ein wenn auch nicht direkter Schnittpunkt hat.
In der Beschreibung, warum Menschen Sprache und ihre Haltung dazu haben, zeigen sich viele Denkanstöße, dennoch wird mir als Leser klar, dass ich nach dem Buch nicht allwissend in dem Thema bin. Durch die ausdrucksstarke Knappheit der Kapitel bleiben zum Glück des neugierigen Lesers noch Fragen offen und regen zu nachdenken und weiterbilden an.
Als einziger mir noch fehlender Punkt, ist die strake Verdeutlichung, dass Gruppen, welche sprachliche Mittel radikal verfolgen und bewerten, teilweise auf fast schon Religiöse Sicht diese Mittel sich als Weltbild machen. Diesen Aspekt sollte man meines Erachtens nicht als unwesentlich belassen.
Ich kann jedem dieses Buch empfehlen und würde es auch als Lektüre in der Schule empfehlen. Da es den Anspruch hat neutral zu sein und unfassbar wahre und wichtige Weisheiten beinhaltet.
So schließe ich mit einem wichtigen Punkt des Buches: Man kann alles sagen, muss denn aber mit Reaktion und Bewertung rechnen.
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