Comic-Legende Garth Ennis (The Boys, Preacher, Hellblazer) ist einer der wichtigsten Autoren in der Historie von Marvels Punisher. Jetzt kehrt Ennis für eine neue Story über den Antihelden zurück! Wir schreiben des Jahr 1971. Mitten im Vietnamkrieg wird Colonel Nick Fury vom Vietcong im Dschungel gefangen genommen. Für die CIA ist das ein Problem, da kaum jemand so viel über ihre streng geheimen Operationen weiß wie Fury. Deshalb wird Captain Frank Castle von der CIA und seinem Vorgesetzten in Saigon mit einer klaren Mission betraut: Castle soll Fury finden - und eliminieren!
Liebe Leserinnen und Leser,
ich mag den Punisher, besonders von Garth Ennis und besitze auch die bei Panini erhältlichen 4 Omnibusse (eine absolute Empfehlung!). Daher war es zumindest für mich klar, dass ich die neueste Story von Ennis mit Burrows (als Zeichner) lesen wollte.
Garth Ennis neigt zu einer durchaus expliziten Gewaltdarstellung. Wer das nicht mag, der sollte den Punisher, speziell von Ennis, eher meiden. Die bisherigen Geschichten sind in meinen Augen insgesamt wesentlich kompromissloser und heftiger. Dieses Paperback hat durchaus seine brutalen Momente, aber sie wirken in der Summe ein bisschen mehr aufgesetzt. Das liest sich jetzt etwas komisch, gerade wo doch der Punisher mit Gewalt nicht geizt, aber die Story Mission Fury ist in meinen Augen eine fließend lesbare Geschichte, wo der Gewaltgrad gar nicht so entscheidend war oder ist.
Bei fast jedem der 6 Kapitel gibt es am Ende einen brutalen Aufhänger, der Panini dazu auch verleiten hat lassen, den Band als Leseempfehlung mit 18 Jahren herauszubringen.
Die Story selbst liest sich wirklich gut. Die Rahmenhandlung ist ja schnell erzählt, denn Colonel Fury wird von den Vietcongs entführt. Fury weiß Dinge, die nicht nach außen dringen dürfen. Das CIA hat daraufhin Frank Castle beauftragt ihn zu eliminieren. Alte Weggefährten tauchen auf (Letrong Giap) und machen den Comic quasi richtig heimelig für “Veteranen“ des Punishers. Castle versucht nun in Hanoi an Fury ran zukommen. Durch Phuong Thuy Tram und Bian (ihr lernt sie noch kennen) nimmt der Comic noch einmal richtig Fahrt auf.
Wie bereits erwähnt ist der Comic durchaus gewalttätig, aber die Gewalt ist in meinen Augen eher etwas Stilmittel um die Rahmenbedingungen zu zeigen. Die Gewalt ist auch für die Geschichte sicherlich nicht unangebracht, denn wir befinden uns ja mitten im Krieg, aber sie nimmt nicht Überhand, so wie es in der Vergangenheit bei den Ennis Bänden durchaus vorkam.
Das Ende ist in jedem Fall krass, richtig krass. Mehr muss man dazu nicht sagen.
Die Zeichnungen sind genau richtig gewählt, nicht zu detailliert, genau richtig. Burrows hat einen recht kantigen Stil, der es auf den Punkt bringt. Selbst am Hintergrund kann man gut erkennen, wo man sich befindet, sprich man fühlt sich nicht nur von der Geschichte, sondern auch von den Bildern total abgeholt.
Wäre ich jetzt kein Punisher Fan, was würde ich dem Band geben? Genauso 5 Punkte, wie ich es auch als Fan gebe, denn der Band unterhält sehr gut. Der Band ist abschließend und für die Geschichte ist das auch absolut nachvollziehbar, denn bei dem Ende muss man nichts drauf setzen. Dennoch wünsche ich mir weitere Comics von Ennis zum Thema Punisher. Sein Ansatz sagt mir am meisten zu, aber das mag ja jeder für sich entscheiden.
Nun wünsche ich Euch noch viel Spaß mit dem Band.
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