Eigentlich liebt Kleo Weihnachten, doch dieses Jahr will keine Stimmung aufkommen. Ohne ihren besten Freund Pedro muss sie mit Papa auf Geschenkesuche gehen – Einkaufsstress pur! Und überhaupt: Ist es nicht total schlecht für die Umwelt, Weihnachtsbäume zu fällen? Ihre neue Mission, ein baumfreies Weihnachtsfest durchzusetzen, beginnt in der Nachbarschaft. Aber im Gespräch mit den Hausbewohner*innen, lernt Kleo schnell, dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, das Fest zu feiern, und mindestens genauso viele Weihnachtsbäume. Ihre Vorsätze beginnen zu wackeln …
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Darf ein Weihnachtsbuch auch Traditionen und Bräuche kritisch hinterfragen oder erwartet ihr in einem Kinderbuch Idylle pur? Also genau das, was es in Wahrheit ja doch meist nicht ist. Ich persönlich bin ganz klar der Überzeugung, dass wir auch in diesen Büchern auf fragwürdige Bräuche eingehen dürfen, denn unsere Kinder sind clever und finden oft Lösungen, die wir Erwachsenen gar nicht auf dem Schirm haben. Es gehört eben einfach zu Weihnachten dazu:
Alle rennen kurz vor den Feiertagen genervt und gestresst durch die überfüllte Stadt, um auf den letzten Drücker noch Geschenke zu besorgen. Sie dekorieren mit Lametta und allem möglichen Firlefanz, um für eine weihnachtliche Atmosphäre zu sorgen. Und sie fällen Tannenbäume, um sie in ihren Wohnzimmern aufzustellen.
Aber müssen wir wirklich Bäume töten, nur um uns für ein paar wenige Tage am Duft ihrer Nadeln und an ihrem Anblick zu erfreuen? Nachdem Kleo mit ihrem besten Freund über die Abholzung der Regenwälder telefoniert hat, möchte sie sich zumindest für die hiesigen Bäume einsetzen.
'"Ich habe beschlossen, die Bäume zu retten.
Deshalb will ich, dass wir keinen Weihnachtsbaum haben."' (Buchzitat)
Und so macht sich das Mädchen direkt auf den Weg, auch ihre Nachbarn von diesem Vorhaben zu überzeugen. Doch die Reaktionen sind durchwachsen. Die einen haben schon längst ihren Nadelbaum im Wohnzimmer aufgestellt, andere wie die ältere Dame Frau Ferber würden sich gerne einen Christbaum zulegen, sind aber zu schwach, um ihn zu besorgen. Manche Nachbarn jedoch haben dieser Tradition schon längst den Rücken gekehrt und einen Dekobaum - selbst gebaut aus heimischem Holz - aufgestellt. Wieder andere sind auf Topfbäume mit Wurzel umgestiegen und pflanzen diese nach den Feiertagen im Wald ein.
Aber wird Kleo wirklich auf einen Weihnachtsbaum verzichten oder findet sie vielleicht sogar einen anderen Weg, der sogar alle Nachbarn zusammenführt?
Dieses Buch ist absolut gelungen und trotz kritischer Betrachtungsweise wird niemand mit erhobenem Zeigefinger an den Pranger gestellt. Stattdessen werden einfach verschiedene Wege aufgezeigt, diesen Brauch individuell zu interpretieren. Die Geschichte verleiht also ganz viel Weihnachtsfeeling und führt ganz unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Sichtweisen und Lebensstilen zusammen. Und dennoch stellen wir uns die Frage: brauchen wir wirklich einen Weihnachtsbaum oder sind wir offen, an unseren Traditionen ein klein wenig zu feilen? Wir haben uns in diesem Jahr beispielsweise für eine Topfpflanze entschieden, die nach den Feiertagen in unseren Garten zieht und die nächsten Jahren mit uns Weihnachten feiern darf.
LaLi
5/5
03.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Viele Wege zum Weihnachtsglück
Gleich zu Beginn macht Kleo eine unschöne Erfahrung damit, was „Weihnachtszeit“ auch bedeuten kann. Im Gedränge der Stadt, wo gefühlt alle durchdrehen, um Geschenke zu kaufen, werden sie und ihr Papa von einer vorbeistürmenden Frau mit vollen Einkaufstaschen gegen ein Schaufenster geschubst. Kleo versteht diesen Trubel nicht, doch ihre Eltern meinen nur, das gehöre zu Weihnachten dazu. Wenigstens kann das Videotelefonat mit ihrem besten Freund Pedro, der gerade seine Tante in Brasilien besucht, aufheitern. Doch als er vom Ausflug in den Urwald erzählt und wie dort Bäume gerodet werden, beschließt Kleo nach einem Alptraum, dass sie die Bäume retten will.
Heuer soll es keinen Weihnachtsbaum bei ihnen geben und sie will auch die anderen Hausbewohner:innen davon überzeugen. Auf ihrer kleinen „Mission“ erfährt sie, wie unterschiedlich Menschen mit dem Thema umgehen:
Toni hat einen Baum, der den ganzen Dezember bleibt.
Tom und Levi haben sich einen Holzdreiecksbaum aus heimischem Holz gebaut.
Familie Najjar hat einen Baum „aus dem Büro gerettet“.
Frau Feber schmückt einfach ihren großen Gummibaum.
In der WG von Linus, Alex und Jamika steht jedes Jahr ein Baum im Topf, der später eingepflanzt wird.
Und das ältere Ehepaar Brugger macht alles nur für die Enkel – Herr Brugger schenkt Kleo sogar eine Weihnachtskugel und ermutigt sie, ihren ganz eigenen Weg zu finden.
Am Ende erkennt Kleo, dass es viele Gründe für und gegen einen Baum gibt und dass jede Familie anders feiert. Schließlich findet sie die perfekte Lösung für ihre Familie: Sie schmücken einfach die Tanne im Innenhof! Mit schiefem Gesang, bunten Kugeln und der ganzen Nachbarschaft wird daraus ein wunderschönes gemeinsames Erlebnis.
Meine Meinung:
Mein Mann und ich tüfteln auch schon seit ein paar Jahren daran, wie wir unser Weihnachten nachhaltiger gestalten können. Als ich von diesem Buch hörte, war ich sofort begeistert. Schon die erste Doppelseite mit dem hektischen Einkaufstrubel trifft den Nerv unserer Zeit: so viel Konsum, so wenig Besinnlichkeit.
Besonders schön finde ich, dass das Buch nicht belehrend wirkt, sondern zeigt, wie unterschiedlich und individuell Nachhaltigkeit aussehen kann. Die vielen Perspektiven der Nachbar:innen haben mich wirklich berührt – jede Geschichte ist nachvollziehbar, und man merkt, dass es kein richtig oder falsch gibt.
Kleos Lösung fand ich einfach wunderbar: gemeinsames Schmücken, Gemeinschaft, Musik - all das, was das Herz des Festes ausmacht.
Die Illustrationen sind vielfältig, farbenfroh und unterstreichen die Stimmung perfekt.
Für mich ein ganz besonderes Weihnachtsbuch, das zum Nachdenken anregt, ohne den Zauber des Festes zu verlieren.
LeSEEgenuss / Lesendundspielenddurchleben)
aus Velden
5/5
28.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
ein tolles Bilderbuch für Vor- und Volkschüler*innen
Kleo ist dieses Jahr eher genervt vom Trubel der Weihnachtsmärkte. Er ist traurig, dass sein Freund so weit weg ist. Mit ihm kann er nur telefonieren, denn er lebt jetzt in Brasilien. Nach einem Telefonat mit ihm träumt er vom Wald und davon, wie schlimm es ist, wenn Bäume im Wald abgesägt werden. Er beschließt, dass Bäume in den Wald gehören und nicht ins Wohnzimmer. Seine Familie kann er überzeugen, aber er möchte mehrere darauf aufmerksam machen und zum Umziehen bewegen. Dabei erlebt er unterschiedliche Positionen, Argumente und Lösungen. Von einem gezimmerten Weihnachtsbaum für alle Jahre über den geschmückten Gummibaum bis hin zum Baum, den man aus der Arbeit gerettet hat, es gibt viele Möglichkeiten, mit der Problematik umzugehen und Kleo kann die verschiedenen Positionen verstehen. Und auch seine Familie findet eine schöne Lösung, dass die Familie trotzdem einen Baum schmücken kann....
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Wir haben selbst schon unterschiedliche Lösungen für das Problem ausprobiert und viele Varianten durchgespielt. Ich fand es gut, dass keine Lösung als die einzig richtige darstellt wird. Es werden viele Familienformen aufgenommen und auch eine muslimische Familie ist abgebildet. Das Buch hat mich sowohl von den Illustrationen als auch inhaltlich voll überzeugt!
Bewertung
1/5
15.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kein Weihnachtsbaum???
Es ist unglaublich, wie viele "Problematiken" man in ein Buch packen kann, das für Leseanfänger sein soll: Migration, 'Multi-Kulti', LGBTQ, chaotische Wohngemeinschaften, Probleme im Alter, Abholzung des Regenwaldes, Umweltaktivisten. Mittlerweile muss man wohl zudem begründen, was einen dazu bewegt, sich einen Weihnachtsbaum aufzustellen.
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