Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst schenkt ihm deshalb die Pfaueninsel zwischen Potsdam und Berlin, damit er im Geheimen in seiner Zauberwerkstatt aus dem Feuer eine neue Welt erschaffen kann. Aus seinem Ofen entsteigt am Ende ein Glas, wie es zuvor kein Menschenauge je gesehen hatte: rot wie ein Rubin. Schnell wird es eines der begehrtesten Luxusgüter Europas.
Mitten im Barock geht Johannes Kunckel den Schritt von der Magie zur Chemie. Und schreibt damit Geschichte.
Florian Illies erzählt diese nun auf seine unnachahmliche Weise neu - voll Atmosphäre, voller Einfühlung in die Vergangenheit, voller Poesie und Witz.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Kurzmeinung: Ein vergnügliches Eintauchen in die Gedankenwelt eines vom Kurfürsten geförderten Pioniers, der umgeben ist von missgünstigen Höflingen.
Wie kein anderer lässt Florian Illies Menschen, die unsere Kulturgeschichte mitbestimmt haben, und deren Schicksale wieder aufleben. Sein Protagonist Kunckel ist Chemiker kein Alchemist. Er hat schon den Sprung vom Aberglauben zur Wissenschaft getan, nur die Außenwelt will noch nicht so recht mitziehen. Sie misstrauen seinen Künsten und vor allem gönnen sie ihm nicht die Nähe zum Kurfürsten, von deren Wohlwollen alle abhängig sind. Der seine Gunst vor allem aber auch über fremde Hugenotten ausschüttet, die wegen ihrer Religion verfolgt werden und aus dem Nachbarland ins vom Krieg verwüstete Brandenburg fliehen. Nicht uneigennützig will er, dass die talentierten französischen Handwerker sein Land wieder aufbauen und aufblühen lassen. In seinem neuen Buch mit dem Titel Träume aus Feuer, im neuen Pfaueninsel-Verlag erscheinen, erzählt Illies die Geschichte von Johannes Kunckel, der Unmögliches leisten soll und für seine Künste reich belohnt wird. Die Pfaueninsel in der Havel wird ihm geschenkt, um dort Gold herstellen, aber vor allem auch sein reines Kristallglas und das begehrte funkelnde Rubinglas.
Der Herrscher will ein zweites Murano mit Hilfe von Kunckel erschaffen. Doch die Glaswerkstatt ist beileibe nicht eingerichtet. Das soll Kunckel mit seinen Arbeitern selber bewerkstelligen. Es muss gerodet werden und gebaut. Deshalb muss auch eine Mühle errichtet werden, damit die Frauen der Mitarbeiter diese mit ausreichend Brot und Bier versorgen können. Alle Geheimnisse der Herstellung dürfen die Insel nicht verlassen und so sind die Arbeiter, die die Feueröfen am Laufen halten, mit ihren Familien auf der Insel gefangen. Eine harte Arbeit, unwirtliche Bedingungen und Missgunst überall. Kunckel träumt gegen alle Widerstände und stellt mit der Förderung des Fürsten traumhafte Meisterwerke aus Glas her.
Das Buch taucht ein in die Gedankenwelt des Mannes, der unter Druck neues erträumt und schafft. Illies zeichnet mit einer solch intensiven Erzählkraft einen Träumer, der voller Optimismus auf Fortschritt hofft, der in einer Welt des Umbruchs lebt, dass es einen Sog erzeugt. Man möchte Kunckel mit seinen Problemen nicht alleine lassen und muss einfach weiterlesen. Es ist Illies gelungen, den Barock und die Situation am Potsdamer Hof lebendig werden zu lassen. Und er zeigt auch, wie das Glück kippen kann, denn der Sohn des Fürsten ist ein ganz anderer als sein Vater. Kunckel ist jemand, der in einer kurzen Zeitspanne Großes leistet und die kurze Zeit ist einem als Leser durch das schmale Buch mit nur etwa 140 Seiten so nahe gebracht worden, dass einen eine tiefe Dankbarkeit erfüllt, es gelesen zu haben.
Bewertung
aus Vaihingen
5/5
20.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Aufstieg und Fall
Sich immer wiederholende Lebenserfahrung - überzogene Erwartungen, Euphorie, dann die große Enttäuschung, der tiefe Fall.
Von Glas zu Gold, von Gold zu Glas, von Armut zu Reichtum, von Reichtum zu Armut, von Unbekannt zu Ruhm, von Ruhm zu Verachtung, ............
F. Illies fand in seinen Kapitelüberschriften dafür anschauliche, sich steigernde Formulierungen.
Übrigens: Im Württembergischen Landesmuseum im Alten Schloss in Stuttgart findet man eine Vitrine mit Exemplaren von Gold-Rubin-Glas. Sehr schön!
Florian Illies gelang eine feine Mischung von Traum und Realität, von Aberglaube und Wissenschaft. Wieder in elegantem, lockeren Stil.
Michael Malkemus
Thalia Book Circle Community
5/5
18.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Träume aus Feuer! Besser kann ein Titel nicht gewählt sein!
Aus dem Feuer kreiert Johannes Kunckel wunderbares Glas in nie zuvor gesehenen leuchtenden Farben!! Der alte Kurfürst ist ein Verfechter seiner Kunst und fördert den eigenwilligen Kunckel, wo es nur geht. Dieser dankt seinem verehrten Kurfürsten mit immer neuen, nie dagewesenen Kreationen der Glasbläserei. Doch ist dieser Roman “Träume aus Feuer” noch etwas anderes, das Träume einen hohen Aufwand bedingen, diese wahr werden zu lassen und einen Gönner oder Mäzen. Aber auf der anderen Seite den Neid und die Missgunst hervorbringt, derjenigen, welche nichts dergleichen vorzuweisen haben und ihren Neid in Zorn und Missgunst auf den Günstling ummünzen. Nur weil, Kunckel es schafft, immer wieder die Anforderungen des Kurfürsten oder seiner machtbewussten Frau, seien sie auch noch so ausgefallen, zu erfüllen. Wunderbar auch, der Anfang des Romans über den Eigenbrötler, in die Temperatureinheiten der Glasbläserkunst einzuteilen. Warm, Heiß und am Ende eben: zu Heiß! das heißt, nach dem Ableben des Kurfürsten sind die Missgünstigen auf der Siegerstraße. Heute weiß man um die Nachfolger des großen Kurfürsten zwar einiges, war doch Friedrich III als Friedrich I erster König in Preußen, doch war er den nachfolgenden Königen in Preußen nicht mal eine Fußnote wert. Das Glas von Kunckel, es glänzt indessen noch immer in den nie zuvor gesehenen Farben und ist auch bis dato unerreicht. Für mich ein wunderbar recherchierter und geschriebener Roman über den Barock und dessen Gepflogenheiten, ein Wermutstropfen allerdings gibt es - er ist mit 140 Seiten nicht gerade sehr lange….aber das ist Jammern auf höchstem Niveau.
Lilis Lesemomente
aus Garbsen
5/5
15.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Träume in Gold und Rubinrot.
Träume aus Feuer erzählt die Geschichte von Johannes Kunckel. Johannes Kunckel ist Alchemist und soll am Hof des Kurfürsten in Brandenburg Silber zu Gold umwandeln.
Irgendwann versteht auch der Kurfürst, dass Johannes Kunckel es wohl auch nicht fertigbringen wird, Silber in Gold zu verwandeln. Was aber Johannes Kunckel kann, ist erstklassiges Glas in Form zu bringen und rubinrot einzufärben. Dass Johannes dafür eher Gold verschwinden lässt, statt es zu produzieren - nun ja, ein bisschen Schwund ist immer.
Als großzügige Geste erhält Johannes Kunckel vom Kurfürsten die Pfaueninsel geschenkt. Mit der winzigen Auflage, dort weiterhin wundervolle Gläser herzustellen, die Infrastruktur auf der Insel zu errichten und einen kleinen Mitarbeiterstab zu beschäftigen. Die Neider bekommt Johannes on top.
Die Geschichte von Johannes Kunckel wird mit einem Augenzwinkern erzählt, hält sich aber an die historischen Tatsachen. Erzählendes Sachbuch - so könnte man es nennen. Die Geschichte liest sich sehr kurzweilig und ist auch gut zusammengefasst, so dass keine Längen entstehen.
Florian Illies schafft es mit seinem Erzählstil mich als Leserin bei den Fakten zu halten, ohne mich mit Informationen zu überborden. So vergeht die Zeit an der Seite von Johannes Kunckel viel zu schnell und ich hätte gern mehr erfahren über die Menschen auf der Pfaueninsel und am Hof des Kurfürsten.
Fazit
Träume aus Feuer ist für jeden, der einen unterhaltsamen Ausflug in die Vergangenheit an der Seite von Johannes Kunckel, Alchemist und Glasbläser, machen möchte. Ich habe die Geschichte sehr genossen.
Cornelia
Thalia Book Circle Community
5/5
14.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Träume in Gold und Rubinrot.
Träume aus Feuer erzählt die Geschichte von Johannes Kunckel. Johannes Kunckel ist Alchemist und soll am Hof des Kurfürsten in Brandenburg Silber zu Gold umwandeln.
Irgendwann versteht auch der Kurfürst, dass Johannes Kunckel es wohl auch nicht fertigbringen wird, Silber in Gold zu verwandeln. Was aber Johannes Kunckel kann, ist erstklassiges Glas in Form zu bringen und rubinrot einzufärben. Dass Johannes dafür eher Gold verschwinden lässt, statt es zu produzieren - nun ja, ein bisschen Schwund ist immer.
Als großzügige Geste erhält Johannes Kunckel vom Kurfürsten die Pfaueninsel geschenkt. Mit der winzigen Auflage, dort weiterhin wundervolle Gläser herzustellen, die Infrastruktur auf der Insel zu errichten und einen kleinen Mitarbeiterstab zu beschäftigen. Die Neider bekommt Johannes on top.
Die Geschichte von Johannes Kunckel wird mit einem Augenzwinkern erzählt, hält sich aber an die historischen Tatsachen. Erzählendes Sachbuch - so könnte man es nennen. Die Geschichte liest sich sehr kurzweilig und ist auch gut zusammengefasst, so dass keine Längen entstehen.
Florian Illies schafft es mit seinem Erzählstil mich als Leserin bei den Fakten zu halten, ohne mich mit Informationen zu überborden. So vergeht die Zeit an der Seite von Johannes Kunckel viel zu schnell und ich hätte gern mehr erfahren über die Menschen auf der Pfaueninsel und am Hof des Kurfürsten.
Fazit
Träume aus Feuer ist für jeden, der einen unterhaltsamen Ausflug in die Vergangenheit an der Seite von Johannes Kunckel, Alchemist und Glasbläser, machen möchte. Ich habe die Geschichte sehr genossen.
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5/5
04.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Wunder! Jedesmal aufs Neue wenn sich das Glas rot färbt
Sand - der Rohstoff aus dem hier alle Träume sind.
Nämlich der Traum vom Gold - aus dem dann das wunderbar leuchtende Rubinglas wurde.
In seiner unnachahmlichen Art erzählt Florian Illies die spannende Lebensgeschichte von Johannes Kunckel. Dieser sollte für den brandenburgischen Kurfürsten Gold erschaffen. Dafür schenkte der Kurfürst an Kunckel sogar die Pfaueninsel damit dieser im Geheimen arbeiten konnte. Und was hat Kunckel statt Gold erschaffen? Das wunderbar rot leuchtende und in ganz Europa begehrte Rubinglas.
Ein literarisches Kleinod!
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5/5
24.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Alchemist des Großen Kurfürsten
Florian Illies hat sich wieder selbst übertroffen. In „Träume aus Feuer" erzählt der Meister der historischen Erzählung die faszinierende Geschichte des Alchemisten Johannes Kunckel neu – und verwandelt dabei eine historische Fußnote in ein glänzendes Epos.
Auf der Pfaueninsel zwischen Potsdam und Berlin träumt Kunckel seinen großen Traum: Gold aus Feuer zu schaffen. Was als Wahnsinn beginnt, wird zur Wissenschaft. Aus seinem Ofen entsteigt ein Glas von solch rubinroter Schönheit, dass es ganz Europa in seinen Bann zieht – ein Luxusgut, das die Grenzen zwischen Magie und Chemie verwischt.
Illies gelingt das Kunststück, diese Transformation nicht nur zu dokumentieren, sondern sie zu erleben zu machen. Seine Prosa ist atmosphärisch dicht, voller Poesie und Witz, getragen von einer Einfühlung in die Vergangenheit, die nur große Erzähler beherrschen. Der Barock lebt auf jeder Seite.
Ein Buch über Träume, Obsession und den Moment, in dem die Menschheit die Magie in Wissenschaft verwandelt – kompakt, elegant, unvergesslich.
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5/5
10.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein kleines Buch von großer Leuchtkraft
Ach ich komme mal wieder ins Schwärmen. Jedes gute Buch, so denke ich, ist eine leise Verabredung mit einem fremden Leben, doch manche sind mehr als das: Sie öffnen eine Tür, durch die Licht fällt, obwohl sie von Vergänglichkeit erzählen. Sie führen uns in Zeiten, die längst verstummt sind, und lassen Herzen schlagen, die seit Jahrhunderten aufgehört haben zu schlagen. Wenn Literatur ihre schönste Gestalt erreicht, verwandelt sie Staub in Gegenwart, Namen in Gesichter und Geschichte in Empfindung. Ja ich bin begeistert, geradezu elektrisiert von diesem Werk. Als ich Träume aus Feuer aufschlug, hielt ich zunächst nur ein schmales kleines Buch in den Händen. Ich hatte dieses schmale Buch erstaunlich lange aufgeschoben. Immer wieder griff ich nach einem anderen Roman, als müsse "Träume aus Feuer" noch warten. Vielleicht, weil wir oft glauben, große Leseerlebnisse müssten in großen Büchern stecken. Wie sehr ich mich irrte, wurde mir schon nach den ersten Seiten bewusst. Wenige Stunden später bereits hatte ich das Gefühl, einen Menschen verloren und zugleich gefunden zu haben. Selten hat mich ein so kleines Werk mit einer derart stillen Wucht erfüllt. Florian Illies gelingt hier etwas, das nur wenigen Schriftstellern gelingt: Er schreibt nicht über die Vergangenheit. Er lässt sie atmen wie ich finde.
Im Mittelpunkt steht Johann Kunckel, Alchemist, Forscher, Glasmacher, Visionär – und vor allem ein Mensch, dessen Sehnsucht größer ist als die Welt, in der er lebt. Schon dieser Gedanke trägt eine kaum auszuhaltende Schönheit in sich. Kunckel glaubt an Möglichkeiten, die seinen Zeitgenossen wie Zauberei erscheinen. Er sucht das vollkommene Glas, experimentiert mit Farben, mit Feuer, mit Stoffen, die sich jeder Berechenbarkeit widersetzen. Er arbeitet in einer Epoche, in der Wissenschaft und Magie noch dieselbe Sprache sprechen. Zwischen Rauch und Schmelzöfen, zwischen Hoffnungen und Fehlschlägen verfolgt er einen Traum, der weit über das Materielle hinausweist. Denn eigentlich sucht Kunckel nicht bloß eine Formel. Er sucht den Augenblick, in dem der Mensch die Welt berührt und sie für einen flüchtigen Moment schöner macht.
Gerade darin liegt die tiefe Tragik seiner Geschichte. Kunckel ist einer jener Menschen, die stets einen Schritt zu früh geboren werden. Die Welt braucht ihre Ideen, erkennt aber ihre Größe erst, wenn ihre Stimmen längst verklungen sind. Während andere sich mit dem Möglichen zufriedengeben, lebt Kunckel von dem, was noch nicht existiert. Seine Beharrlichkeit ist bewundernswert und schmerzhaft zugleich. Denn jeder Erfolg scheint bereits den Keim des nächsten Verlustes in sich zu tragen. Höfe wechseln ihre Gunst, Mächtige verlieren ihr Interesse, Feuer vernichtet, was Feuer hervorgebracht hat. Immer wieder muss Kunckel neu beginnen. Und doch bleibt da dieser unerschütterliche Glaube an das Gelingen. Vielleicht ist genau das die größte Form menschlicher Würde: nicht der Erfolg, sondern die Weigerung, den Traum aufzugeben.
Florian Illies erzählt diese Geschichte mit einer Eleganz, die sich jeder Übertreibung verweigert. Seine Sprache drängt sich nie auf, und gerade deshalb entfaltet sie einen solchen Zauber. Jeder Satz wirkt sorgfältig geschliffen, als wäre auch er durch Feuer gegangen. Illies besitzt die seltene Fähigkeit, historische Genauigkeit mit poetischer Leichtigkeit zu verbinden. Seine Bilder entstehen nicht aus opulenten Ausschmückungen, sondern aus präzisen Beobachtungen. Ein Funke im Ofen, das Schimmern geschmolzenen Glases, der Rauch über einer Werkstatt – plötzlich werden solche Details zu Symbolen einer ganzen Existenz. Man liest nicht bloß über Kunckel. Man steht neben ihm, spürt die Hitze auf der Haut und die Hoffnung in seinen Händen.
Dabei liegt die eigentliche Größe dieses Buches vielleicht gerade in seiner Zartheit. Es schreit niemals nach Bedeutung. Es vertraut darauf, dass Schönheit leise sein darf. In einer Zeit, in der viele Romane ihre Leser mit dramatischen Wendungen und spektakulären Effekten überwältigen wollen, erinnert Träume aus Feuer daran, dass die größte Erschütterung oft aus der Stille entsteht. Dieses Buch kennt den Wert der Andeutung. Es lässt Lücken, in denen sich das eigene Mitgefühl entfalten kann. Man beginnt unmerklich, Kunckels Hoffnungen zu teilen, seine Niederlagen als eigene zu empfinden und sich über kleinste Erfolge zu freuen, als hinge das eigene Herz an ihnen.
Besonders berührt hat mich die Art, wie Illies den Traum selbst zum eigentlichen Protagonisten macht. Feuer wird hier nicht nur zur Naturgewalt oder zum Werkzeug, sondern zum Sinnbild menschlicher Sehnsucht. Es wärmt und zerstört, erschafft und verschlingt, spendet Licht und hinterlässt Asche. In diesem Feuer erkennt man das Leben selbst. Jeder Mensch trägt einen solchen inneren Brand in sich, einen Wunsch, der größer ist als Vernunft, Bequemlichkeit oder Sicherheit. Kunckel lebt für diesen Wunsch. Vielleicht ist seine Geschichte deshalb so zeitlos. Sie erzählt von einem Forscher des Barock und handelt doch von jedem Menschen, der jemals an etwas geglaubt hat, das anderen unmöglich erschien.
Dass Illies all dies in einem so schmalen Band unterbringt, grenzt an ein kleines Wunder. Kaum eine Seite wirkt zufällig, kaum ein Satz überflüssig. Dieses Buch besitzt jene kostbare Dichte, die man sonst eher aus der Lyrik kennt. Es verlangt nicht nach Hast, sondern nach Hingabe. Man möchte innehalten, einzelne Formulierungen noch einmal lesen, weil sie mehr nachklingen, als sie zunächst preisgeben. Nach der letzten Seite bleibt kein Gefühl der Vollendung zurück, sondern jenes seltene, kostbare Schweigen, das nur große Literatur hervorzurufen vermag. Es ist das Schweigen, in dem man das Buch langsam schließt und noch einen Moment auf dem Umschlag verweilt, als könne man den Zauber dadurch festhalten.
Vielleicht ist genau das das größte Geschenk dieses wunderbaren kleinen Werkes: Es erzählt nicht nur die Geschichte Johann Kunckels. Es erinnert uns daran, dass die Menschheit immer von jenen gelebt hat, die gegen alle Wahrscheinlichkeit träumten. Von Menschen, die im Feuer nicht bloß Gefahr sahen, sondern die Möglichkeit von Schönheit. Florian Illies hat ihnen mit "Träume aus Feuer" ein Denkmal gesetzt, das weder aus Stein noch aus Bronze besteht, sondern aus Sprache. Und Sprache ist, wenn sie so glüht wie hier, vielleicht das dauerhafteste Material überhaupt. Dieses Buch verlässt einen nicht, wenn man es beendet hat. Es glimmt weiter, leise und unaufhörlich, wie eine Glut, die tief unter der Asche verborgen liegt und deren Wärme noch lange zu spüren ist.
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5/5
02.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Aufstieg und Fall des Hofalchemisten Johannes Kunckel
Auch der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm träumt von der sagenhaften Herstellung von Gold. Doch sein Hofalchemist Kunckel soll ihm vor allem wertvolles Glas herstellen, um dringend benötigte Einnahmen zu generieren. Dass er ihm als Dank die Pfaueninsel und weitere Privilegien schenkt, ruft am Hof Neid und Missgunst hervor, was nicht ohne Folgen für Kunckel bleibt.
Florian Illies versteht es, den Leser mit seiner klaren poetischen Sprache in diese lang vergangene Zeit hineinzuversetzen. Man rudert mit Kunckel auf der Havel und spürt die vergiftete Atmosphäre am Hof mit all den Neidern und Intriganten. Ein wunderbares Kabinettstück!
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5/5
27.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zwischen Alchemie und Aufklärung
Florian Illies gelingt es erneut, akribische Recherche mit einem tollen Erzählstil zu verbinden. Aus dem Leben des Alchemisten und Glasmachers Johannes Kunckel entsteht eine ebenso kluge wie unterhaltsame Erzählung über Macht, Erfindergeist und die ewige Sehnsucht, das Unmögliche möglich zu machen. Illies macht komplexe Zusammenhänge mühelos verständlich und lässt historische Figuren ganz nah erscheinen, was für ein schönes Lesevergnügen sorgt.
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