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Produktbild: Cedrick

Cedrick Der Preis der Zugehörigkeit

Aus der Reihe Altneuland
3

22,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

21.05.2026

Verlag

Kanon Verlag Berlin

Seitenzahl

164

Maße (L/B/H)

21,9/14/1,9 cm

Gewicht

322 g

Auflage

1

Übersetzt von

Markus Lemke

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9856821-2-6

Beschreibung

Rezension

»Ein poetisches und eindringliches Werk, das aus neuer, unersetzbarer Perspektive einfängt, was die israelische Gesellschaft in den vergangenen zwei Jahren durchlebt hat.« Dror Mishani

»Gish Amit wirft einen äußerst kritischen Blick auf die prekären Lebens- und Arbeitsverhältnisse vieler nichtjüdischer Migranten in Israel.« SWR Kultur

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

21.05.2026

Verlag

Kanon Verlag Berlin

Seitenzahl

164

Maße (L/B/H)

21,9/14/1,9 cm

Gewicht

322 g

Auflage

1

Übersetzt von

Markus Lemke

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9856821-2-6

Herstelleradresse

Kanon Verlag Berlin GmbH
Belziger Straße 35
10823 Berlin
DE

Email: info@kanon-verlag.de

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  • Buch_im_Koffer

    aus Münster

    5/5

    06.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der höchste Preis für Zugehörigkeit

    'Cedrick ist also tot. Das erste Gefühl ist sonderbar, ist mehr Erstaunen als Bedauern. Und gleich darauf der Gedanke: das ist eine starke Geschichte. Die ich aufschreiben muss.' Und so kommt es, dass der Lehrer, Dozent und Schriftsteller Gish Amit sich auf die Spuren seines ehemaligen Schülers Cedrick begibt. Cedrick Garin wurde als Soldat im Einsatz in Gaza getötet. Als Kind philippinischer Arbeitsmigranten besuchte er den Philosophie-Kurs von Amit, geriet aber dann auf die schiefe Bahn. Das Militär sollte für ihn die Rettung sein – das Zeichen der Anerkennung Israels, die der junge Mann so sehr ersehnt hatte. Für diese Anerkennung, für die Zugehörigkeit zu Israel, hat er den höchsten Preis gezahlt. Gish Amit spricht mit ehemaligen Klassenkamerad:innen von Cedrick, mit seiner jungen Witwe, mit seinen Eltern. Er spricht über Träume, Hoffnungen, Verzweiflung und Unverständnis. Und auch er selbst steuert als Lehrer an einer Schule für jüdische, arabische und geflüchtete Schüler:innen viel Hintergrundwissen bei. Heraus kommt dabei das Bild eines jungen, freundlichen und hilfsbereiten Mannes, der versuchte, seinen Weg zu meistern, trotz all der Hindernisse, die ihm als „Migrantenkind“ in den Weg gelegt wurde. In einem Land, das auf seine Arbeitsmigrant:innen angewiesen ist, diese aber nur unter stärkstem Druck und Repressalien duldet, solange sie benötigt werden. Mit entsprechenden Konsequenzen für alle Beteiligten. Amits erzählendes Sachbuch, übersetzt von Markus Lemke, hat mich sehr berührt. Und es ist dabei gar nicht so sehr Cedricks Geschichte. Die allein ist schon berührend genug. Es ist vielmehr der Einblick in die israelische Gesellschaft und den Umgang mit den vielen legalen und illegalen Arbeitsmigrant:innen und deren Kindern; eine Perspektive, die ich so noch nicht kannte. Amit meistert eindringlich und gekonnt den Spagat zwischen neutralen Fakten und emotionalen Geschichten. Er zitiert offizielle Statistiken und verbindet diese mit den Geschichten von Cedricks Familie und Freund:innen. Er bemüht Zahlen und überträgt diese in konkrete Schicksale, Berufe (allen voran die Pflege!), zerplatzte Träume. Er lässt Betroffene zu Wort kommen, die sonst offensichtlich keine Stimme haben, nicht gehört werden. Tragisch, traurig, in Teilen leider nahezu pessimistisch. Ein Text, der so politisch ist, ohne dabei direkt über Politik zu sprechen. Sehr lesenswert.

  • Turbulenzen.und.so

    aus Berlin

    4/5

    10.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Was ist das Leben eines philippinischen Soldaten im Gazakrieg wert?

    Gish Amit erzählt die Geschichte seines ehemaligen Schülers Cedrick Garin, der viel zu jung als Soldat im Gaza-Krieg ums Leben kommt und als Nationalheld gefeiert wird. Cedrick ist philippinischer Herkunft. Filipinos bilden die größte Gemeinschaft ausländischer Arbeitskräfte in Israel. Sie werden gebraucht, leben aber oft als Menschen zweiter Klasse. Gish Amit dröselt diese Diskrepanz zwischen Benachteiligung und Heldenstatus auf, in dem er Cedricks Biografie erzählt. Dabei geht er nicht chronologisch vor. Es wirkt, als schreibe er die Gedanken auf, die ihm gerade im Kopf herum schwirren bzw. die Fakten, die er gerade herausbekommen hat. Er nähert sich Cedrick mithilfe seiner Familie und ehemaligen Mitschüler:innen an und setzt so Stück für Stück ein Bild von diesem jungen Mann zusammen, der als Migrant abgestempelt, kurz auf die schiefe Bahn gerät und dann doch seinen Platz im Leben findet, der ihm zu früh wieder genommen wird. Cedrick bleibt mir trotz allem fremd und distanziert, vielleicht ist das vom Autor so gewollt. Ich spüre mehr Nähe zu einigen Mitschüler:innen und Cedricks Mutter und Vater. Interessant finde ich die Passagen zu den migrationspolitischen Hintergründen. Und ich merke, ich weiß viel zu wenig über Israel und bekomme wieder einmal das Gefühl, dass in den Medien teilweise sehr einseitig berichtet wird. Eine weitere spannende Anekdote ist die Geschichte von Rose Fostanes, die der Autor hier verknüpft und somit das Schicksal der Filipinos in Israel veranschaulicht. Rose Fostanes arbeitet als Altenpflegerin in Israel und gewinnt die erste X-Factor Staffel in Israel. Sie veröffentlicht ein Album und verschwindet kurze Zeit später wieder von der Bildfläche. Heute lebt sie vermutlich wieder auf den Philippinen. Der Autor versucht sie ausfindig zu machen, kann aber keinen Kontakt herstellen. Im Niedriglohnsektor arbeitend, kurz gefeiert als Star, aber keine Chance auf eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung bzw Einbürgerung. Gish Amit schreibt kritisch über das System, das gefällt mir gut und doch fiel es mir insgesamt schwer, dem schmalen Buch (nur 160 Seiten) konstant zu folgen. Dies ist kein Roman, es ist eine Aufarbeitung eines jungen Lebens und auch ein wenig eine Zwisprache des Lehrers und Bürger Israels Gish Amit mit sich selbst. Es bietet einen anderen, einen erweiterten Blick auf Israel (und den Gazakonflikt) und kann daher eine Bereicherung sein.

  • Lust_auf_literatur

    3/5

    14.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Cedrick

    “Cedrick ist also tot. Das erste Gefühl ist sonderbar, ist mehr Erstaunen als Bedauern. Und gleich darauf der Gedanke: das ist eine starke Geschichte.” Und diese Geschichte will der israelische Lehrer, Dozent und Schriftsteller Gish Amit erzählen. In einer Zeitung liest er von im Gazastreifen getöteten Soldaten und erkennt einen Namen sofort wieder: er hatte Cedrick Garin als Lehrer an einer Schule für Kinder von Arbeitsmigrant*innen im Fach Philosophie unterrichtet. Er fragt sich, was ein Kind philippinischer Einwanderer dazu bewogen hat, in die Armee einzutreten. Gish Amit spricht mit Cedricks ehemaligen Klassenkamerad*innen, seiner jungen Witwe und seinen Eltern und beschreibt die Lebensrealitäten von marginalisierter Arbeitsmigrant*innen wie Cedrick. Amit zeigt an vielen anderen Menschen und Beispielen, wie Israel mit eingewanderten Menschen umgeht, die es eigentlich wegen ihrer Arbeitskraft im Land braucht und doch nur notgedrungen duldet. Immigranten aus den Philippinen ohne israelische Staatsbürgerschaft, wie die Eltern von Cedrick, arbeiten sehr oft in der Altenpflege oder als Reinigungskräfte. Amit erzählt von seinen Schüler*innen, die bereits als junge Erwachsene keine Perspektive für sich in Israel sehen. “Mich hat sehr traurig gemacht, dass sie keine Träume haben, dass ihre Phantasie so begrenzt ist, hat mich geschmerzt, denn ich meine, in diesem Alter sollten Kinder überreichlich Träume haben.” Mich hat dieser Einblick in diesen Aspekt der israelischen Gesellschaft, den ich so vorher noch nicht kannte, sehr interessiert. Zwar stand in Amits erzählendem Sachbuch gar nicht so sehr die Rekonstruktion von Cedricks Leben im Vordergrund, doch es ist Dreh- und Angelpunkt seiner verschiedenen Geschichten. Und es endet mit einem pessimistischen Schluss, der mir irgendwie folgerichtig erscheint und mich sehr nachdenklich macht, was Amit damit intendiert.

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