Aufmerksame Leser wissen bereits, wie sich die belesene und zielstrebige Isabella auf den historischen Weg gemacht hat, der sie eines Tages zur führenden Drachenforscherin der Welt machen würde. In diesem beeindruckend offenherzigen Nachfolger blickt Lady Trent auf die nächsten Schritte ihrer glorreichen (und gelegentlich skandalösen) Karriere zurück. Drei Jahre nach ihrer schicksalhaften Reise durch die abschreckenden Gebirge von Vystrana ignoriert Lady Trent gängige Konventionen und bricht zu einer Expedition auf, die sie auf den wilden, kriegszerrütteten Kontinent Erga führt. Dort liegt die Heimat solch exotischer Drachenarten wie die Grasschlangen der Savanne, Baumschlangen und die geheimnisvollste von allen, die legendären Sumpfwürmer der Tropen. Die Expedition gestaltet sich als schwierig. In Begleitung einer alten Freundin und einer Thronerbin auf der Flucht, muss sich Isabella drückender Hitze, gnadenlosen Fiebern, Palastintrigen, Klatsch und Tratsch und anderen Bedrohungen stellen, um ihre grenzenlose Faszination alles Drachen betreffende zu befriedigen. Selbst wenn sie dafür tief in den verbotenen Dschungel vordringen muss, der gemeinhin die Grüne Hölle genannt wird. Dort werden ihr Mut, ihr Einfallsreichtum und ihre wissenschaftliche Neugierde auf Proben gestellt, wie sie es bislang noch nicht erlebt hat.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Mir gefällt die komplette Aufmachung sehr. Der wissenschaftliche Aspekt, ihr rationales Denken, dass sie nicht diese 'Rette-mich'-Heldin ist, sondern die, die alles selbst wuppt. Auch die Darstellung kultureller Unterschiede in den unterschiedlichen Ländern, wie die Wege oft zurück zu den Drakoneer führen und die Entwicklung bezüglich der Drachenknochen. Man erkennt schon schön, in welche Richtung es gehen könnte. Wie sie auch immer 'Opfer' der hiesigen Aberglaubes wird, ist fast schon feierlich. Oder nervig? Schwer auszudrücken. Wundert mich nur etwas, warum sowas nur ihr passiert, obwohl sie doch ganz offensichtlich nicht allein ist. Ja, es wird erklärt, aber trotzdem xD
Yoshiko_neko_77
5/5
20.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Sympathische Frauenpower
Diese Fantasy-Autobiografie konnte mich auch mit dem zweiten Band vollends begeistern. Das Besondere ist einfach diese Mischung aus Wissenschaft, Gesellschaft und Geschlechterrollen. Es ist dementsprechend kein einfacher Abenteuerroman, sondern regt auch zum Nachdenken über die Selbstbestimmung der Frau in einer viktorianisch geprägten Zeit sowie über die Vor- und Nachteile der K○l○nisierung an.
Im ersten Band war Isabella noch sehr jung, aber schon von diesem unbändigen Wissensdurst getrieben, mehr über Drachen zu erfahren. Nach ihrem ersten Abenteuer sind nun drei Jahre vergangen und die nächste Expedition steht kurz bevor. So erfahren wir von den familiären und gesellschaftlichen Problemen, die ihr selbstbestimmtes Leben verurteilen und sie in das enge Korsett der Erwartungen an eine ehrbare Frau zwängen. Dieser Abschnitt, bevor die Expedition begann, war etwas trocken, aber wichtig, um als Leser Isabellas Stellung in ihrem Umfeld zu begreifen. Doch als das eigentliche Abenteuer begann, war es wieder voller Spannung und Abenteuer. Zum Glück hat sie unter all denen, die sie ablehnen, auch Unterstützer. Auch eine andere junge Dame schließt sich, ermutigt durch Isabellas Mut zur Eigenständigkeit, ihr und Mr. Wilker an, den wir schon im ersten Band kennenlernen durften. Diesmal geht es in die "Grüne Hölle", ein unwirtliches tropisches Sumpfgebiet voller gefährlicher Insekten, Tiere, Drachen und Krankheiten. Aber auch politische Machenschaften und Unruhen sorgen für die nötige Unterhaltung. Das Worldbuilding ist atemberaubend und intensiv, und man merkt, dass die Autorin in Anthropologie, Archäologie und Völkerkunde sehr bewandert ist, wie es zum Ende des Buches erwähnt wird. Aber auch der Charakter und die Persönlichkeit von Isabella sind etwas ganz Besonderes. In ihrer tœdlichen Umgebung blüht sie regelrecht auf und stellt sich jeder Gefahr und jedem noch so mächtigen Mann. Geht es jedoch um ihre Mutter oder die adlige Gesellschaft ihrer Heimat, versetzt es sie in Angst. Sie sieht es als Ehre an, von einem Drachen gebissen worden zu sein, und trägt die Narbe mit Stolz - genau wie die für die damalige Zeit unsittlichen Hosen. Man muss sie und ihren trockenen, intelligenten Humor einfach lieben, mit dem sie ihre Memoiren erzählt und dabei mit einem kritischen Auge auf die vornehme Gesellschaft blickt, die ihr so vieles unterstellt hat. Ihr Kampf, in dieser Welt als Wissenschaftlerin und nicht als verrücktes Weib wahrgenommen zu werden, blitzt immer wieder in ihrer Erzählung auf, was alles noch unmittelbarer macht. Und doch merkt man unter all ihrer Stärke ihre Verletzlichkeit, die sie jedoch mit ihrer Rationalität zu bekämpfen weiß.
Ich liebe diese Mischung aus spannendem Abenteuer, wissenschaftlicher Neugier und gesellschaftskritischen Themen, die sich ganz selbstverständlich durch die Geschichte ziehen. Isabella ist einfach eine außergewöhnliche Protagonistin, die mit ihrer Intelligenz, ihrem Mut und ihrem trockenen Humor immer wieder begeistert. Wer Fantasy mit Tiefgang, starken Charakteren und einer einzigartigen Welt voller Drachen und Gefahren sucht, sollte Lady Trents Memoiren unbedingt eine Chance geben. Ich freue mich jetzt schon darauf, Isabella auf ihrer nächsten Expedition begleiten zu dürfen.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
25.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Die Fortpflanzung der Sumpfwyrme
Nach ihrer 1. Expedition, während der ihr Ehemann starb, hatte sich Lady Trent sehr zurückgezogen. Doch jetzt zieht es sie zu einer neuen Expedition. Diesmal will sie die Drachenarten Ergas erforschen, über die nur wenig bekannt ist. Die Reise wird erheblich abenteuerlicher und auch gefährlicher, als sie es geplant hat. Sie gewinnt dabei nicht nur Freunde.
Marie Brennan führt die fiktive Autobiografie ihrer Protagonistin, die in Band 1 („Die Naturgeschichte der Drachen“) begann, mit diesem Band fort. Wie schon im Vorgänger bildet die Drachen-Thematik und damit der Fantasy-Aspekt in dieser Fantasy-Pentalogie eher den Hintergrund für eine ansonsten eher typische Abenteuer-Geschichte. Während die Heimat der Protagonistin eindeutig an das Großbritannien des 9. Jahrhunderts angelehnt ist und das Ziel der 1. Expedition an die Regionen östlich des Mittelmeeres und das russische Zarenreich erinnerten, dient diesmal eindeutig Afrika als Vorbild für den Kontinent Erga, auf dem hier der Großteil der Handlung spielt. Stand die Protagonistin in der Handlung von Band 1 noch meist unter Aufsicht beziehungsweise Schutz der männlichen Expeditionsteilnehmer, darf sie in diesem Band auch über längere Strecken solo ohne Anwesenheit ‚zivilisierter‘ Männer auftreten. Dabei werden auch Themen angesprochen, die in der Literatur meist übergangen werden. Auch wenn der Fantasy-Aspekt erneut eher eine Nebenrolle spielt, darf man wohl auf die ausstehenden 3 Bände dieser Reihe gespannt sein.
Natürlich überlässt es die Autorin auch diesmal wieder ihrer Protagonistin, ihre Abenteuer im autobiografischen Stil zu erzählen. Auch einige Illustrationen von Todd Lockwood sind wieder vorhanden.
Fazit:
Lady Trent zieht es diesmal an ein eindeutig afrikanisch geprägtes Expeditions-Ziel, um die dortigen Drachen zu erforschen.
Rina
aus Mannheim
4/5
06.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Wieder eine interessante Reise
Auch der zweite Band hat mir insgesamt gut gefallen. Ich war wieder gerne mit Isabella und Lord Hilford auf Forschungsreise. Dieses Mal ging es in den Dschungel, wo natürlich wieder nach Drachen geforscht wurde, aber auch kleine Verletzungen schnell gefährlich werden konnten.
Wie schon im ersten Band ist die Geschichte eher ruhig und langsam erzählt, was mir grundsätzlich gut gefällt. Dieses Mal war es mir allerdings stellenweise etwas zu langsam. Auf dieser Forschungsreise lernen wir außerdem viele neue Charaktere und Völker kennen, teilweise mit ziemlich komplizierten Namen. Das hat mich gelegentlich etwas aus dem Lesefluss gebracht.
Bei Isabella hatte ich dieses Mal etwas gemischtere Gefühle. Ich mag, dass sie für ihre Zeit sehr fortschrittlich und selbstbestimmt ist- das macht für mich auch einen großen Reiz der Reihe aus. Gleichzeitig fand ich die Darstellung der erfolgreichen Naturwissenschaftlerin, die mit dem Thema Familie wenig anfangen kann, stellenweise etwas klischeehaft. Trotzdem mag ich sie als Charakter und bin auf jeden Fall gespannt, wie sie sich im weiteren Verlauf der Reihe noch entwickeln wird.
lauras_garden_of_books
4/5
02.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Auf in die „Grüne Hölle“
„Aber ich versichere Ihnen, dass ich all diese Dinge überlebt habe. Wahrscheinlich werden Sie es auch überleben, von ihnen zu lesen.“ (S.8)
Lady Trents Worte in Gottes Ohren - denn die zweite Forschungsreise von ihr führt uns in die „Grüne Hölle“, in die Sümpfe vom Mouleen; wir werden mit ihr durch den tropischen Dschungel mit all seinen Gefahren wandern, uns Blutegel vom Körper reißen müssen, mit jeglicher Art von lästigen Insekten und großen Spinnen klarkommen und ein Gelbfieber überstehen müssen. Die Expedition und die Forschungsarbeit wird uns in einen politischen Kampf der dort ansässigen Stämme hineinziehen und uns zu der Erkenntnis führen, dass Wissenschaft und Politik sich nicht voneinander trennen lassen.
Die für mich atemberaubendsten Geschehnisse sind die rund um die ‚Insel im Wasserfall‘ und wie Lady Trent zur ‚Sasoumin‘ wird - zur Frau, die fliegt!
Auch dieser zweite Roman der Reihe war wieder eine interessante Mischung aus sachlichem Forschungsbericht und hochspannenden Abenteuern, die alle getragen werden von der unglaublichen Willensstärke einer Frau, sich zu behaupten, und ihren Weg im Namen der Gerechtigkeit zu gehen!
„Man gebe mir lieber Drachen. Deren Verhalten verstehe ich weitaus besser als das meiner Mitmenschen. Wir machen unsere Welt viel zu kompliziert. (S. 113)
Ergänzt mit den wunderschönen schwarz-weiß-Zeichnungen wird all dies prächtig zum Leben erweckt.
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