Das Buch rekonstruiert detailreich die Ereignisse um die Sprengung der Nord Stream-Pipeline, basierend auf Augenzeugenberichten, technischen Gutachten und internationalen Ermittlungsdokumenten. Dabei entsteht ein klares Bild: Es war ein gezielter Anschlag mit massiven Auswirkungen auf das weltpolitische Gefüge und mit Langzeitfolgen für die Umwelt. Es offenbart die fragilen Verflechtungen zwischen Energiepolitik, globalen Machtverhältnissen und strategischen Interessen und zeigt, wie schnell Frieden und geopolitische Stabilität auf dem Spiel stehen. Trotz umfangreicher Untersuchungen und zahlreicher Presseberichte blieb vieles im Dunkeln. Georg Tidl fragt: Wer sind die Drahtzieher? Welche Staaten und Akteure hatten das größte Interesse und warum zögert die Weltgemeinschaft, sie zur Rechenschaft zu ziehen? Wer trägt Verantwortung? Und wer bleibt unbehelligt? Dieses Buch richtet sich an alle, die echte Hintergründe statt Spekulationen suchen. Es liefert: fundierte Recherche statt Panikmache; klare politische Einordnung statt Propaganda; Antworten – soweit möglich – und Fragen, die zum Nachdenken auffordern.
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„Mit der vollen Inbetriebnahme von Nord Stream 1 im Oktober 2012 wurde die Bundesrepublik Deutschland zu einem zentralen Transitland des europäischen Gashandels. Nord Stream 1 versetzte Deutschland in die Lage, Marktmachtkontrolle über die Versorgungssicherheit anderer EU-Staaten sowie Großbritanniens auszuüben. Durch die deutsch-russischen Gasgeschäfte hatten auch deutsche Konzerne größere Chancen, sich am russischen Markt zu etablieren. Nord Stream bedeutete eine direkte und ungestörte Verbindung vom russischen zum westeuropäischen Markt. Gegenüber Landpipelines mussten für Nord Stream keine Transitgebühren gezahlt werden, die Pipeline wurde in internationalen Gewässern verlegt. Auch die illegale unentgeltliche Entnahme von Gas, ein Problem beim Transfer durch die Ukraine, fiel weg. Mit Nord Stream 2 wäre die Bundesrepublik Deutschland zur Drehscheibe für Gaslieferungen in die gesamt EU geworden und hätte damit ihre kontinentale Macht deutlich ausbauen können.“ (S. 85)
Kurz und prägnant fasst der österreichische Journalist Georg Tidl (*1948) hier wirtschaftliche Tatsachen zusammen, die von den selbsternannten Leitmedien angesichts der sich immer mehr zuspitzenden Wirtschaftskrise bewusst seit Jahren so nicht kommuniziert wurden. Die am 26. September 2022 erfolgte Sprengung war somit ein terroristischer Anschlag auf kritische deutsche Infrastruktur, dem eher zum Schein als mit dem wirklichen Ziel, die Täter und Auftraggeber zu überführen, nachgegangen wurde. So ist es auch wenig verwunderlich, dass die für ihr Fachgebiet Russophobie bekannten üblichen Verdächtigen schon Stunden nach der Tat Russland als Auftraggeber identifizieren wollten. Allerdings konnten nur die gutgläubigsten Konsumenten deutscher Print- und TV-Medien dem Gedanken folgen, dass ein Investor bewusst seine eigene Geschäftsgrundlage zerstört. Interessierte Kreise ließen sich schon einfacher jenseits des Atlantik und in Kiew identifizieren. Um diese Gedanken etwas zu kanalisieren entstand nun das Märchen von der gecharterten kleinen Jacht „Andromeda“, mit deren abenteuerlustiger Mannschaft die deutsche Öffentlichkeit weiter hinter die Fichte geführt werden sollte …
Georg Tidl fasst anhand zahlreicher Dokumente das Geschehen minutiös zusammen und dokumentiert anhand der gewaltigen Sprengungen, dass die Andromeda-Story von Grund auf absurd ist. Leider geht dem finalen Kapitel ab Seite 94 (2022 – Ein Wendepunkt für Europa) mit allgemeinen Unmutsäußerungen über die monströse Bürokratisierung der EU (teils heruntergebrochen bis zu Österreicher Finanzämtern) inhaltlich etwas die Luft aus, da diese nun wenig bis nichts mit dem eigentlichen Inhalt des Buches zu tun hat. Deutlichere Fragen zu Wissen und Weisungen des Kiewer Machthabers und seiner transatlantischen Freunde fehlen stattdessen.
Das Buch „NORD STREAM. Die Sprengung der alten Weltordnung“ aus dem Verlag Das Neue Berlin ist in einer Ära sich immer weitere einengender „Meinungsfreiheit“ ein interessantes und empfehlenswertes Zeitdokument.
Bewertung
aus Berlin
5/5
07.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Tatort Ostsee: Nord Stream und die Krise der Wahrheit
Mit »Nord Stream. Die Sprengung der alten Weltordnung« legt Georg Tidl ein schmales Buch vor, das gedanklich verdichtet eine zugespitzte Mischung aus investigativer Rekonstruktion, politischem Essay und historischer Tiefenschärfe-Analyse darstellt.
Während Politik, Leitmedien und transatlantische Expertenzirkel seit Jahren um die zentrale Frage herumschleichen – wer die Pipelines gesprengt hat und warum darüber bis heute nicht offen gesprochen wird – formuliert Tidl etwas, das im offiziellen Diskurs fast schon als Zumutung gilt: dass die Wahrheit möglicherweise politisch unerwünscht ist.
Der österreichische Journalist und Historiker Georg Tidl ist kein schriller Verschwörungserzähler. Im Gegenteil. Gerade deshalb trifft sein Buch so empfindlich. Denn Tidl argumentiert nicht mit hysterischer Empörung, sondern mit Dokumenten, Aussagen, technischen Abläufen und politischen Widersprüchen. Und je genauer man ihm folgt, desto deutlicher wird: Die offizielle Erzählung der vergangenen Jahre zerfällt an ihren eigenen Ungereimtheiten.
Die Stärke dieses Buches liegt darin, dass es die Nord-Stream-Sprengung nicht als isolierten Sabotageakt behandelt, sondern als historische Zäsur. Mit der Explosion der Pipelines wurde nicht nur eine Energieverbindung zerstört, sondern die Geschäftsgrundlage der alten Bundesrepublik: billiges russisches Gas gegen deutsche Industrieproduktion. Die Ostsee-Explosion markiert das Ende jener deutschen Nachkriegsillusion, wonach Handel automatisch Frieden stifte. Tidl beschreibt präzise, wie Deutschland wirtschaftlich entkernt und geopolitisch auf Linie gebracht wurde – und wie erstaunlich widerstandslos große Teile der politischen Klasse dabei zusahen.
Besonders stark ist das Buch dort, wo es die Absurditäten der öffentlichen Debatte offenlegt. Die berühmte „Andromeda“-Geschichte liest sich bei Tidl wie das, was sie vermutlich immer war: ein geopolitisches Märchen für Erwachsene. Eine kleine Segeljacht mit Hobbytauchern soll unter NATO-Überwachung in 80 Metern Tiefe mehrere massiv gesicherte Röhren gesprengt haben? Tidl zerlegt diese Version mit technischer Detailkenntnis und gesundem Menschenverstand. Die Beschreibungen der notwendigen Tauchausrüstung, der Sprengstoffmengen und der Bedingungen am Meeresboden machen klar, warum selbst professionelle Taucher diese Erzählung für grotesk halten.
Dabei wird das eigentlich Erschreckende sichtbar: Nicht die Tatsache, dass Regierungen lügen könnten – das ist so alt wie die Politik selbst. Erschreckend ist die demonstrative Lust vieler westlicher Medien, offenkundige Widersprüche gar nicht mehr ernsthaft prüfen zu wollen. Seymour Hershs Recherchen wurden reflexartig diskreditiert, obwohl selbst Kritiker einräumen mussten, dass zentrale Fragen unbeantwortet blieben. Tidl erinnert daran, dass Victoria Nuland offen erklärte, man sei „sehr zufrieden“, dass Nord Stream 2 nun „ein Haufen Metall am Meeresboden“ sei. Man stelle sich für einen Moment vor, ein russischer Minister hätte nach einem Anschlag auf westliche Infrastruktur einen vergleichbaren Satz gesagt. Die Empörungsindustrie wäre wochenlang im Daueralarm gelaufen.
Genau diese Doppelmoral ist das eigentliche Thema des Buches. Tidl beschreibt eine westliche Öffentlichkeit, die sich noch immer für kritisch hält, aber längst gelernt hat, zwischen erlaubten und unerlaubten Fragen zu unterscheiden. Wer Zweifel anmeldet, landet schnell in jener modernen Quarantänezone aus „Desinformation“, „Narrativ“ und „Verschwörungstheorie“. Das Buch zeigt eindrucksvoll, wie stark politische Wahrheit inzwischen von geopolitischen Interessen abhängt.
Tidl macht keinen Hehl daraus, dass er den offiziellen Verlautbarungen misstraut.
»Nord Stream« ist ein Buch über den Zustand Europas, über die politische Selbstentmündigung Deutschlands und über eine Öffentlichkeit, die ihre kritischste Fähigkeit verloren hat: den Mut, naheliegende Fragen zu stellen. Gerade darin liegt seine Sprengkraft.
Bewertung
5/5
13.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Die Drahtzieher werden aufgedeckt
Nordstream. Ein Name, der mittlerweile der Vergangenheit angehört.
Doch genau da setzt der Journalist Tidl an, der sich als Zeithistoriker sieht und diese riesige, weltgeschichtliche Unternehmung genauer analysiert. Gerade jetzt
- findet er – ist der richtige Moment, um den Fall gründlich aufzuarbeiten. Nachdem die großen gesellschaftlichen Debatten und Meinungen versiegt sind, ist es an der Zeit, die Wahrheit über die Sprengungen herauszufinden. Die große Frage ist und bleibt doch: Wer hatte da seine Finger mit im Spiel und weshalb? Tidl hat gut recherchiert und schreibt aufschlussreich über die Hintergründe. Es wird deutlich, weshalb Nordstream auch heute noch eine Rolle spielt, obwohl es Gefahr läuft, unter all den neuen welterschütternden Konflikten unterzugehen. Wir dürfen nicht vergessen: die Sprengung geschah vor allem anderen, sie war der Beginn einer neuen geopolitischen Ordnung.
Manuela404
5/5
09.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Spannend, informativ, schockierend
Ich fand Nord Stream – Die Sprengung der alten Weltordnung überraschend fesselnd. Obwohl es ein Sachbuch ist, liest es sich stellenweise fast wie ein spannender Bericht über ein Ereignis, das unsere Gegenwart stark prägt. Besonders beeindruckt hat mich, wie anschaulich die komplexen politischen Zusammenhänge erklärt werden. Man merkt beim Lesen, wie viel auf dem Spiel steht – politisch, wirtschaftlich und auch gesellschaftlich.
Ein Buch, das informiert und schockiert, gleichermaßen.
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