Ein spannend intensiver und in seiner Feinfühligkeit radikal ehrlicher Text über Freundinnenschaften – über das, woran wir uns festklammern und was sich loszulassen lohnt. »Ich konnte den Roman nicht aus der Hand legen. Julia Rothenburg nimmt uns mit ins finstere Herz zerstörerischer Freundinnenschaften und zeigt, wie diese Beziehungen uns ein Leben lang prägen.« Julia Wolf Alice macht Schluss. Manche würden sagen, »es ist doch nichts«, sicher sogar wird Christin das gleich sagen. Aber nachdem, was mit Yv war – es ist zu viel. Alice arbeitet noch nicht lange als Erzieherin in einer Kita in Berlin, und ihre Kollegin Christin ist ihr auf Anhieb sympathisch. Zusammen zwischen klebrigen Händen, nervösen Eltern und Kindertränen, das schweißt zusammen – schneller und enger, als es Alice lieb ist. Sie muss das beenden, bevor es an alten Wunden rührt, wenn es nicht sogar schon zu spät ist. Das letzte Mal, als Alice eine Freundschaft zu eng wurde, ist noch nicht lange her. Der Umzug nach Berlin, der erste Job in einer Kita und die »geilste WG aller Zeiten« mit Mo, Reike und Yv. Doch was als intensive Freundschaft begann, eskalierte in der engen Vier-Zimmerwohnung mit den welligen Tapeten schnell. Damit sie Nähe wieder zulassen, ihre Ängste überwinden und heilen kann, muss Alice für sich einstehen. Aber das ist leichter gesagt, als getan …Julia Rothenburg schreibt über Freundinnenschaften, wie man es selten gelesen hat: fatal ehrlich, offen verletzlich und auf raue Art berührend. Wie wertvoll, prägend und alles überstrahlend diese Bindungen sein können, aber auch wie tief die Verletzungen sind, wenn Vertrauen missbraucht wird.»Ein Roman über die Sogkraft von Freundschaft. Schonungslos und so ehrlich erzählt, dass die Geschichte noch lange nachhallt.« Mascha Unterlehberg
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Dieses Buch fand ich sehr beeindruckend - als Freundin und Frau kenne ich solche Freundschaften auch.
Es geht um Alice und Christin, beide arbeiten in derselben Kita - befreunden sich schnell. Sie ziehen zusammen in eine WG, aber im Laufe der Zeit ändert sich etwas. Alles wird irgendwie kompliziert - und beklemmend. Christina verändert sich immer mehr, setzt Alice unter Druck, manipuliert sie und stellt sich immer als Opfer hin. Es geht um die wahnsinnige Kraft von Freundschaften - und die Macht, die Menschen über uns haben, in einer Freundschaft (ähnlich wie in einer Beziehung). Diese toxische Freundschaft kann eigentlich nicht standhalten, dass weiß Alice schnell - sie schafft es allerdings nicht sich zu lösen und dem sind Ende zu setzen. Oder doch?
Es geht nicht um Richtig und Falsch, das fand ich besonders gut - ich glaube, dass sich verschiedene Leserinnen auch unterschiedlich positionieren werden - nicht alle werden Alice verstehen, denke ich. Wie schwer es ist Grenzen zu setzen, wird in diesem Buch einmal mehr deutlich.
Wahnsinnig gut geschrieben, zieht einen in den Bann und bleibt!
Jürg K.
4/5
20.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eindrückliche Lebensgeschichte, wertvoll
Dieser Roman hat mich sehr schnell berührt, weil er eine Form von Nähe beschreibt, die gleichzeitig tröstlich und gefährlich ist. Alice ist eine Figur, die man sofort versteht. Sensibel, aufmerksam, aber zutiefst verunsichert, sobald Beziehungen zu eng werden. Ihre Arbeit in der Kita, die klebrigen Hände, die überforderten Eltern, die kleinen Dramen des Alltags dies schafft eine Atmosphäre, in der man sich schnell verbunden fühlt. Doch genau diese Nähe zu Christin wird für Alice zu viel. Man spürt, wie alte Wunden wieder aufbrechen, bevor sie selbst begreift, was sie da überrollt. Die Rückblenden zur WG in Berlin sind intensiv und beklemmend. Mo, Reike, Yv eine «geilste WG aller Zeiten», die sich als emotionaler Brennpunkt entpuppt. Die Enge der Wohnung, die Dynamiken, die kippen, die Freundschaft, die zu viel wird. Die Geschichte zeigt sehr eindringlich, wie schnell aus Verbundenheit Abhängigkeit werden kann und wie schwer es ist, Grenzen zu ziehen, wenn man selbst nicht weiss, wo sie liegen. Besonders stark ist die Darstellung von Alice innerem Kampf. Der Wunsch nach Nähe und gleichzeitig die panische Angst davor. Ihre Entscheidung, für sich einzustehen, wirkt nie pathetisch, sondern schmerzhaft real. Es ist ein Roman über Heilung, über Selbstschutz und darüber, wie schwer es ist, sich nicht wieder in Beziehungen zu verlieren, die einen überfordern. Für mich ist es ein sensibles, kluges und tief bewegendes Buch über Freundschaft, Trauma und den Mut, sich selbst ernst zu nehmen.
MarieOn
4/5
18.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Intensive Geschichte über Freundinnenschaft
Alice sitzt Christin gegenüber. Um sie herum bumst der Bass aus zu kleinen Lautsprechern. Stimmengewirr, Gläserklirren, Lachen. Sie dreht ihr Glas zwischen Daumen und Zeigefinger, etwas Bier schwappt über den Rand. Sie sieht Christin ins Gesicht und sagt, ich mach Schluss, steht auf, dreht sich um und schiebt sich an den Leuten vorbei zu den Toiletten. Die Toilettentür lässt sich schwer öffnen, sie stemmt sich dagegen, sie knallt hinter ihr zu und die Musik dringt nur noch dumpf in ihr Ohr. Alice schaut in den Spiegel, ihre Hände zittern, sie hält sich an der Keramik fest. Da waren ihnen ihre Worte um die Ohren geflogen. Seit der Sache mit Yv sind ihr Dinge wichtiger geworden, aber das kann Christin nicht wissen, weil Alice ihr nie davon erzählt hat. Sie weiß noch, wie Christin zurück in die Kita kam, sie hatte eine Auszeit genommen, nur deswegen hatte Alice den Job bekommen. Christin kam herein, lächelte und Alice wusste sofort, wer sie war. Durch den Trubel der Eltern, die ihren Kindern Jacke und Schuhe auszogen, beobachtete Alice sie. Dann ging sie langsam auf sie zu, seltsam zurückhaltend, aber die Hand ausgestreckt. Christin schloss sie gleich in die Arme und drückte sie an sich. „Wie war deine Auszeit“. Gut, sagte Christin. Das war ihre erste Lüge.
Mo und Reike waren zusammen verreist, als Alice die Wohnungstür aufschloss. Der Flur war dunkel und kahl. Eine der fünf Türen stand etwas offen. Durch den Spalt sah Alice diffuses Licht und einen bunten Teppich. Hallo, rief sie. Da kam sie auch schon aus ihrem Zimmer geschossen. Hey, ich bin Yv und du must Alice sein, strahlte sie. Sie setzten sich in die nahezu leere Küche auf Alice Koffer und lernten sich kennen. Die wenigen Tage, bis Alice ihre neue Stelle antrat, klapperten sie die Sperrmüllberge ab, fanden einen Holztisch, den sie dunkelblau lackierten, ein paar Stühle und einen fuchsiaroten Zweisitzer, der sich mit dem Rot der Wandfarbe im Flur biss. Yv warf sich stolz darauf und klopfte auf das zweite Sitzkissen, aber Alice ekelte sich vor ihrer Fantasie, die ihr vorspielte, welche Körperflüssigkeiten schon in den Bezug hineingesickert waren. Yv lachte laut. Alice mochte sie. Immer wenn sie in ihr neues Zuhause kam, kam Yv aus ihrem Zimmer geschossen. Sie sah Alice, hörte zu und war so … so intensiv. Erst als Mo und Reike von ihrer Reise zurückkamen und sich in ihren eigenen Zimmern einrichteten, begann Yv mit dem Türenknallen.
Fazit: Die mehrfach ausgezeichnete Autorin Julia Rothenburg hat in ihrem zweiten Roman die tragische Tiefe einer Frauenfreundschaft ausgeleuchtet. Alice kennt die besten Freundinnen Mo und Reike aus Schulzeiten. Sie hatte sie aus der Ferne bewundert, aber nie etwas mit ihnen zu tun gehabt. Als Alice ein Zimmer sucht, stellt eine ehemalige Klassenkameradin den Kontakt zu Mo her. Reike, Mo, Alice und Yv ziehen zusammen in eine Vier-Zimmer-Wohnung. Die feinfühlige, sensible Yv reagiert eifersüchtig auf die Freundschaft zwischen Mo und Reike, sie möchte Mo ganz für sich beanspruchen. Die konfliktscheue Alice gerät dazwischen und hört sich Yvs Leid an. Yvs psychische Instabilität führt dazu, dass sich niemand mehr ungezwungen bewegt, aus Angst, Yv zu provozieren. Doch Yv insistiert und bricht Alices Vertrauen, bis die Idee von Freundinnenschaft zum Albtraum wird. Du meine Güte hat mich die Geschichte mitgerissen. Alle Charaktere sind intensiv gezeichnet. Die unbekümmerte Mo, die einfach nur ihr Ding machen will, die bodenständige Reike, die die Dinge gerne klärt, die harmoniesüchtige Alice, die keine Grenzen setzen kann und die Grenzgängerin Yv. Hilflos lässt die Autorin mich dabei zuschauen, wie Alice rumeiert in dem Versuch, es jedem recht zu machen und sich kleinmacht. Die Erfahrungen in der WG sitzen bei Alice tief, ihr Misstrauen ist groß. Aus Gründen gibt sie einer neuen Freundschaft keine Chance. Ich fand Alice Entwicklungsschritt großartig, die nach dieser Erfahrung Richtung Selbstschutz tendiert. Die Geschichte wird aus Alice Sicht erzählt, im Grunde aus einer öffentlichen Toilette heraus. Zu Anfang fand ich schwierig, Vergangenheit (Mo, Reike, Yv) versus Gegenwart (Christin) auseinanderzuhalten. Das ist aber mein einziger Wermutstropfen an dieser ansonsten nervenaufreibenden Geschichte.
Julia
4/5
15.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Über Freundinnenschaft
Raus bist du noch lange nicht hat auf wunderbare, berührende Weise Freundinnenschaft behandelt. Mit alle ihren Höhen und Tiefen konnte ich mich hier in vielen Punkten wiederfinden. Der Schreibstil hat mir auch ganz gut gefallen. Bin gespannt, was von der Autorin in Zukunft noch so erscheinen wird!
wal.li
Thalia Book Circle Community
3/5
16.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Klammerblues
Vor einiger Zeit ist Alice nach Berlin gekommen, erster Job, erste Wohnung, erste WG. Am Anfang war alles sehr entspannt. Doch irgendwann begannen die Probleme insbesondere mit ihrer Mitbewohnerin Yv. Yv, die sich ihren Namen selbst gewählt hat. Manchmal fühlt sich Yv zurückgesetzt und schiebt Alice die Verantwortung zu. Die beiden anderen Mitbewohnerinnen versuchen neutral zu bleiben. Wegen der unangenehmen Situation fühlt sich Alice in der WG immer unwohler. So sehr, dass sie beschließt, es ist besser auszuziehen. Endlich hat sie eine Bleibe für sich alleine. In der neuen Kita lernt sie Christin kennen und hofft, dass es besser läuft.
Frauenfreundschaften können etwas besonderes sein oder auch nicht. Und Alice macht mit Yv eine oder auch nicht Erfahrung, die sie doch sehr prägt. Sowas möchte sie nicht noch mal. Dennoch ist ihr Christin sympathisch. Wie soll sie sich verhalten? Misstrauisch ist sie schon, aber sie will auch nicht abweisend wirken. Ein wenig geht Alice auf Christin zu, sie ist aber sehr nervös. Bei der kleinsten Kleinigkeit wird sie zurück weichen. Nur nicht noch so eine Freundschaftspleite. Das mit Yv hat ihr echt gereicht.
Rosarot und himmelblau, dazu ein weißes Wölkchen. Sollen diese Butzenscheiben eine Warnung sein? Ansonsten könnte man an einen schönen Sommerroman denken. Das haut beim lesen allenfalls am Anfang hin. Wenn man so langsam durchschaut, was Yv für eine ist und wie das auf Alice wirkt, ist es irgendwie nicht mehr so lustig. Dann hängt es vielleicht auch von der eigenen Stimmung ab, wie der Roman ankommt. Hätte man lieber die sommerliche Geschichte, kann es etwas schwieriger werden. Wenn man bereit ist, sich damit zu befassen wie Frauen mitunter miteinander umgehen, dann hat man hier genau den richtigen Denkanstoß. Vielleicht kann man auch über eigene vergangene Freundschaften reflektieren und einiges besser nachvollziehen. Ein schön geschriebener Roman, der sicher Manche ins Herz trifft.
3,5 Sterne
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4/5
14.09.2026
eBook (ePUB 3)
Freundinnenschaft
Julia Rothenburg schreibt über Freundinnenschaft - das Schöne und das Schlechte. Protagonistin Alice reflektiert ihre kurzen, aber turbulenten und intensiven Freundinnenschaften zu Yv und Christin und die Frage, wo Alice für sich Grenzen setzen muss.
Die tiefgehenden Emotionen treten über den fast poetischen Schreibstil der Autorin hervor und ziehen einen sofort mit. Ein schöner, authentischer Blick auf Freundinnenschaft.
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