Knusper, knusper, knäuschen ... Mutter weiß, was du getan hast!
Die zwanzigjährige Margaret, genannt Mae, lebt mit ihren Eltern und ihrem Bruder Jonathan am Rande des verbotenen Waldes. Der ist von Magie durchdrungen, flüstern die Leute, und wer damit in Berührung kommt, verliert den Verstand! Als Mae, die nicht an Dorflegenden glaubt, eines Tages einem halb verhungerten Jungen aus dem Wald begegnet, passiert das, wovor sich alle fürchten: Sie gerät in Kontakt mit dem durch Magie veränderten Gebiet. Daraufhin wird sie in den Wald verbannt, und Jonathan folgt ihr - wie früher, als er sie "Gretel" nannte. Im Wald scheint es tatsächlich nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Was heute wahr scheint, ist morgen verzerrt. Realität und düstere Träume verschwimmen miteinander. Dann stoßen Mae und Jonathan tief im Unterholz auf die Hütte einer Frau, die sich Mom nennt. Und das Grauen beginnt ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Recensio
Thalia Book Circle Community
5/5
26.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Düstere Märchenadaption mit guter Portion Horror
Was passiert, wenn ein bekanntes Märchen in ein düsteres Gewand gehüllt wird? Mit Gretel verleiht Stefanie Lasthaus dem Grimmschen Märchen einen neuen, unheimlichen Anstrich und entführt uns in eine Welt voller Hunger, Misstrauen und dunkler Magie.
Mae und ihr Bruder Jonathan leben mit ihren Eltern in einem Dorf, das von Armut und Hunger gezeichnet ist. Doch nicht nur der tägliche Kampf ums Überleben macht den Menschen das Leben schwer: Seit zwei mächtige Magier den Wald mit ihrer Magie verseucht haben, wird dieser vom Militär streng bewacht. Als Mae durch ein Missgeschick selbst mit der Magie in Berührung kommt, wird sie kurzerhand in den verbotenen Wald verbannt. Jonathan lässt seine Schwester nicht allein und folgt ihr in eine Welt, in der hinter jeder Ecke das Böse lauern könnte.
Schon der Prolog verspricht eine düstere Atmosphäre, die sich durch die gesamte Geschichte zieht. Der flüssige Schreibstil sorgt dafür, dass man schnell in die Handlung eintaucht und mit Mae und Jonathan mitfiebert. Besonders ihre Suche nach Nahrung und Schutz sowie das Misstrauen, mit dem sie von einer ungewöhnlichen Gemeinschaft aufgenommen werden, sorgen für Spannung.
Die Geschichte bleibt zunächst mysteriös und nimmt zunehmend Fahrt auf, als die Geschwister gezwungen sind, Hilfe zu suchen. Dabei setzt Lasthaus auf eine unheimliche Grundstimmung und geschickt platzierte Horrorelemente, ohne sich sklavisch an die bekannte Märchenvorlage zu halten. Stattdessen entwickelt sie ihre ganz eigene Version, in der die ursprüngliche Geschichte dennoch klar erkennbar bleibt.
Auch das Ende weiß zu überraschen: Mit einem gelungenen Twist setzt die Autorin einen überzeugenden Schlusspunkt, der die Geschichte noch einmal aufwertet.
Fazit: Gretel ist eine düstere Märchenadaption, die mit einer beklemmenden Atmosphäre, spannenden Wendungen und einer guten Portion Horror überzeugt. Wer bekannte Märchen gerne von ihrer dunklen Seite erlebt, sollte diesem Buch eine Chance geben. Mir hat es jedenfalls richtig gut gefallen!
Bewertung
3/5
03.11.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Verwirrung im Wald!
. Wenn du Lust auf eine herrlich verworrene Neuinterpretation von „Hänsel und Gretel“ hast, könnte „Gretel“ genau das Richtige für dich sein. Aus dem bekannten Märchen wird ein düsteres Gruselmärchen, das mir zwar keinen Schauer über den Rücken gejagt, mich aber dennoch bestens unterhalten hat, sofern man über den einen oder anderen erzählerischen Makel großzügig hinwegsieht.
Also, worauf wartest du noch?
Wage dich hinein in den verwunschenen Wald …
Und ich hoffe, du findest auch wieder hinaus.
3,5 ⭐️
. Aber worum geht es genau…
Die zwanzigjährige Margaret,
genannt Mae, lebt mit ihrer Familie am Rande eines verbotenen, von Magie durchdrungenen Waldes.
Als sie dort einem halb verhungerten Jungen begegnet, geschieht das Unvorstellbare…Mae kommt mit der Magie in Berührung und wird daraufhin in den Wald verbannt. Ihr Bruder Jonathan folgt ihr.
Doch im Wald verschwimmen Realität und Albtraum. Was heute wahr erscheint, kann morgen schon völlig verzerrt sein und dann nimmt das Grauen seinen Lauf …
. In „Gretel“ erleben wir die Geschichte aus Maes Perspektive. Doch was sie wahrnimmt, entspricht nicht zwangsläufig der Wirklichkeit und so verschwimmen immer wieder die Grenzen zwischen Wahrheit, Einbildung und Wahnsinn.
. An ihrer Seite spielt auch ihr Bruder Jonathan eine zentrale Rolle. Im Laufe der Geschichte begegnen uns zudem weitere Figuren, die das Geschehen entscheidend prägen. Die Charaktere sind durchaus solide gezeichnet, allerdings konnte mich keiner von ihnen so richtig für sich gewinnen. Mir fehlte schlicht die emotionale Bindung, um wirklich mit ihnen mitzufiebern. Umso mehr rückte für mich die Welt in den Vordergrund, in der sich die Figuren bewegen.
Diese Welt, die Lasthaus erschafft, ist durchaus faszinierend…
düster, verwunschen und durchzogen von allerlei Märchenklischees. An manchen Stellen wurde mir davon allerdings etwas zu viel aufgetischt.
. Auch die Handlung braucht zunächst eine Weile, um in Fahrt zu kommen. Gerade als Kenner von „Hänsel und Gretel“ glaubt man zu wissen, wohin die Reise führt. Doch irgendwann hat mich die Geschichte schließlich gepackt, insbesondere, als ich aufgehört habe, alles mit meinem gesunden Menschenverstand hinterfragen zu wollen. Denn erst dann entfaltet diese märchenhafte Welt ihr volles Potenzial. Das Finale und vor allem das endgültige Ende haben für mich einiges wieder wettgemacht. Mehr möchte ich an dieser Stelle allerdings nicht verraten. Nur so viel…
Ich frage mich bis heute, ob ich vielleicht etwas zu viel in diese Geschichte hineininterpretiere oder ob tatsächlich mehr dahintersteckt.
. So sehr mich die Geschichte gegen Ende auch mitreißen konnte, einen kleinen Wermutstropfen gab es dennoch…
Ich hatte mir deutlich mehr
Horrorelemente erhofft! Der große Schreckmoment blieb aus und auch explizite Gewalt- oder Todesbeschreibungen sucht man vergeblich. Statt eines waschechten Horrormärchens erwartet einen hier eher eine unheimliche Märchenreise voller böser Geister, Hexen und düsterer Geheimnisse. Die Atmosphäre ist zwar unheilvoll, doch der erhoffte Schrecken wollte sich bei mir nicht wirklich einstellen.
. Auch sprachlich konnte mich das Buch leider nicht vollständig überzeugen. Zwar liest es sich angenehm flott, doch stellenweise empfand ich den Schreibstil als etwas verwirrend. Die häufigen, abrupten Szenenwechsel trugen zusätzlich dazu bei, dass ich gelegentlich den Faden verlor. Vielleicht ist genau das beabsichtigt, schließlich erleben wir die Ereignisse durch Maes Augen und bewegen uns gewissermaßen in ihrem Kopf. Dennoch empfand ich diese Erzählweise mitunter als etwas störend.
. Nichtsdestotrotz hatte ich meinen Spaß in diesem verwunschenen Wald und unter seinen ebenso sonderbaren wie zwielichtigen Bewohnern. Trotz kleinerer Schwächen konnte mich die Geschichte vor allem mit ihrem Finale und den offenen Fragen, die sie zurücklässt, versöhnen. Märchenliebhaber, die Freude an düsteren Neuinterpretationen haben, könnten hier durchaus auf ihre Kosten kommen.
„Gretel“ ist für mich eines dieser Bücher,
bei denen man sich erst selbst durch den märchenhaften Irrgarten schlagen muss,
um herauszufinden, was man davon hält. Und vielleicht ist genau das sein größter Reiz.
Die 20jährige Margaret lebt mit ihrer Familie am Rande eines magischen, verbotenen Waldes. Nach der Begegnung mit einem hungernden Jungen aus dem Wald gerät Margaret mit der verbotenen Zone in Berührung und wird dorthin verbannt – ihr Bruder folgt ihr freiwillig; im Wald verschwimmen Realität und Albtraum…
Dunkles Märchen, mystisch, spannend und speziell – Realität und Wahn überlagern, man ist gefesselt beim Lesen!
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