Mars, Snickers, Happy Cherries - wenn Emma die Späti-Regale aufstockt, sieht sie nur eins: Kalorien. Ihr Studium hat sie abgebrochen, genauso wie den Kontakt zu ihrem Vater, der vermutlich irgendwo auf einer Parkbank seinen letzten Rausch ausschläft. Und auch Emma steht kaum einen Abend ohne Müller-Thurgau durch, die Tasse unter dem Tresen hilft ihr beim Vergessen. Ist doch tutto bene, oder? Nicht. Aber dann ist da plötzlich Ingrid: fünfzehn, rotzfrech und seit Neuestem Schülerpraktikantin im Späti. Nicht nur Udo, der einzig für Schokolade und Energydrinks hinter seinem Gaming-Computer hervorkriecht, mag die neunmalkluge Teenagerin auf Anhieb. Auch Emma lässt Ingrid bald unbedacht in ihr Herz. Unbedacht, denn jetzt muss sie ihre Probleme wirklich angehen - und die steigern sich exponentiell, als sie den Matrosen, der eigentlich Leo heißt, kennenlernt. Er will das, was sie seit Jahren scheut: eine Beziehung, mit allem, was dazugehört. Doch Emma wagt ja noch nicht mal, sich ein Tattoo stechen zu lassen, wie soll sie sich da zu so etwas Großem committen? Sich jemandem auch nur einen Spaltbreit zu öffnen, ist schon schwer genug.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Ele
aus xxx
3/5
10.08.2026
eBook (ePUB)
Nichts ist gut
Tutto bene, Hipster-Roman von Laura Wagner, EBook, DUMONT Verlag
Modern erzählter Roman in moderner Sprache
Emma hat mit ihrer Familie kaum Kontakt, die Mutter trifft sie an Weihnachten, vor allem mit dem Vater hat sie den Kontakt abgebrochen. Sie hat Essstörungen, ist alkoholabhängig und hat ihr BWL-Studium abgebrochen. Sie jobbt in einem Berliner Späti. Dort räumt sie Regale ein und verkauft Süßigkeiten und Softgetränke. Na, eben alles tutto bene. Da erscheint Ingrid, eine schlagfertige und mit allen Wassern gewaschene 15jährige, die dem Zocker, Energy-Drink-Trinker und Schoko-Junkie Udo und vor allem Emma zeigt, wie der Hase läuft.
Ganz langsam schleicht sie sich vor allem in Emmas Herz und das ist auch nötig, denn Emma alleine bekommt nicht einmal eine neue Beziehung, mit dem „Matrosen“ so richtig auf die Reihe.
Das Buch besteht aus kurzen intensiven Kapiteln. Geschrieben durchaus bildhaft, sehr flüssig, manchmal ging es mir etwas zu schnell. Vor allem in moderner Jugendsprache verfasst, vermischt mit Berliner Slang. Einige Worte und Bedeutungen musste ich nachschlagen, weil ich keine Ahnung hatte. Ja ich gebe zu es ist nicht meine Generation in der dieses Buch spielt, doch ein Buch in zeitloser Sprache kann bestehen, das wird in hundert Jahren noch verstanden, ich kann mir nicht vorstellen, dass etwas das heute cheesy oder goofy ist, in 100 Jahren nicht, nur noch belächelt wird. Es handelt sich also hier um ein Buch für eine kurze hippe Phase die in ein, zwei Jahren gar nicht mehr verstanden wird oder längst überholt ist. Ich könnte mir vorstellen, dass Leser, ab Generation Z aufwärts, das Buch schätzen, Ich bin wohl schon zu alt dafür.
Durchaus verstanden jedoch habe ich die Probleme der Protagonistin. Sie ist lebensunfähig, hält sich von ihrer Mutter weitestgehend fern, mit dem Vater hat sie vollständig gebrochen, was ich durchaus nachvollziehen kann. Sie säuft sich jeden Tag völlig zu, sie raucht zu viel, prokrastiniert und hat eine Essstörung. Sie ist nicht bindungsfähig, denn das macht sie sich selber kaputt, zum Glück gibt es da den „Matrosen“ der viel Verständnis und Einfühlungsvermögen für sie hat, denn kaum hat er mal keine Zeit, dann macht sie parallel mit dem Jäger rum. Manchmal habe ich mich gefragt wer die 15jährige ist, Emma oder Ingrid? Denn Ingrid schafft es, dass Emma ihr Leben nochmal resetten kann.
Die Personen sind allesamt ganz ok. Udo, Leo, Ali, mein Lieblingscharakter war Ingrid, die 15jährige die, der Mitte 20jährigen das Leben erklärt. Sie bekocht und an der Hand nimmt wie eine Mutti. Ja und Leo, der Matrose an dessen Stelle ich mir längst eine andere Freundin gesucht hätte.
Emma fand ich unsympathisch, chaotisch unselbständig und larmoyant.
Hatte das Buch schnell gelesen, Empfehlung für die o.g. Zielgruppe.
Von mir 2,5 wo nötig 3 Sterne
Magdalena
aus Köln
5/5
16.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lebensnah, authentisch, liebenswerte Charaktere
Tutto Bene von Laura Wagner ist ein rasant gut geschriebener, moderner Roman über eine junge Frau in Berlin, die sich mit ihren inneren Dämonen herumschlägt.
Emma arbeitet in einem Kreuzberger Späti, eine mit Wein gefüllte Tasse ist immer griffbereit. „Ich komm nicht klar. Warum sonst schütte ich mir täglich so viel Wein rein, Nikotin knockt mich in meinem Rauschen endgültig aus. Wenigstens kann ich auf diese Weise schnell einschlafen. Ich will nicht mehr an früher denken, nicht an Papa, nicht an Oma oder den viel zu schönen Chef von damals.“ (S. 118)
Ingrid, 15, macht im Späti ein Schülerpraktikum. Das Mädchen ist der Gegenpol zu Emma, sie kommt aus behüteten Verhältnissen, ihr Weg zum Medizinstudium scheint in Stein gemeißelt. Ingrid interessiert sich für ihre Mitmenschen und lässt auch bei Emma nicht locker.
„Ingrid. I. Wie Insel. Weißt du, dass du alles richtig machst? Weil du im Meer schwimmst und nicht untergehst, egal, was oder wer an dir zieht? Ich bin E. Ein Erdbeben. Alles geht immerzu verschütt. Ich gehe verschütt.“ (S. 215)
Wir erfahren, dass Emmas Eltern sich vor langer Zeit getrennt haben und ihr Vater sie immer wieder enttäuscht hat, vor Jahren schon hat sie den Kontakt zu ihm abgebrochen.
Emmas Liebesleben ist kompliziert. Über eine Dating App lernt sie Leo kennen, den sie Der Matrose nennt. Bevor es mit den beiden ernst wird, lässt sie sich auf ein Treffen mit Ben, dem Jäger, ein. „E.T. will nach Hause telefonieren, aber weiß die Nummer des Matrosen nicht. Der Akku ist leer, und wer will schon im Meer schwimmen, wenn er selbst ein Schwimmbad ist.“ (S. 207)
Ingrid wird zu Emmas Rettungsanker, sie rettet sie vor dem totalen Absturz in den Alkoholismus und hilft bei der Kommunikation mit Leo.
Wow! Ich bin nur so durch das Buch durchgerast! Ich habe Emma ins Herz geschlossen und mir gewünscht, dass sie ihr Leben ganz ohne Alkohol in den Griff bekommt. Mein absoluter Lieblingscharakter war Ingrid, die Emma in ihrer Weisheit an eine Schildkröte erinnert.
Ich habe Tutto Bene unheimlich gern gelesen und möchte euch diesen großartig geschriebenen, modernen Roman ans Herz legen. Ein bisschen hat er mich an Pause von Lena Kupke erinnert.
Bewertung
5/5
15.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Highlight!
„Das Unglücklichsein lohnt nur eine Weile. So lange, bis es anfängt, uninteressant zu sein.“ (S. 15)
Emma arbeitet im Späti, trinkt viel lieber Wein als vernünftig zu essen und hat mit Menschen ungefähr so viel am Hut wie ich mit freiwilligem Frühaufstehen. Nähe? Lieber nicht. Gefühle? Bloß keine. Und sie selbst? Tja … mit sich kommt sie eigentlich noch am wenigsten klar.
Dann steht plötzlich Ingrid als Praktikantin im Laden und bringt mit ihrer offenen, frechen Art ordentlich Bewegung in Emmas ziemlich überschaubares Leben. Und ausgerechnet der Matrose, der Emma eigentlich viel zu gut gefällt, macht das emotionale Chaos auch nicht gerade kleiner.
Ich mochte Emma unglaublich gern. Nicht, weil sie immer sympathisch oder unkompliziert wäre. Nein, eher das Gegenteil war der Fall. Sie ist manchmal sperrig, manchmal anstrengend und vor allem ziemlich gut darin, andere Menschen auf Abstand zu halten. Aber genau dadurch wirkte sie für mich so echt. Hinter ihrer manchmal ruppigen Fassade steckt so viel Unsicherheit und Verletzlichkeit, dass ich sie zwischendurch am liebsten einfach gern in den Arm genommen hätte.
Überhaupt habe ich alle Charaktere sehr gemocht. Ingrid, die weise 15-Jährige, Udo, die augenscheinlich verkrachte Existenz und Leo, der Verletzliche. Die Personen und die kleinen Dinge sind es, die das Buch für mich so besonders machen. Keine riesigen Dramen an jeder Ecke, sondern Gespräche, Begegnungen, schräge Situationen und diese ganz normalen Momente, in denen man sich selbst plötzlich ein bisschen wiedererkennt.
Der Schreibstil hat mir dabei richtig gut gefallen. Locker, modern, manchmal herrlich trocken und dann wieder so feinfühlig, dass es direkt ins Herz geht. Ich habe mehr als einmal geschmunzelt und mindestens genauso oft gedacht: Oh Emma … bitte mach jetzt nicht schon wieder so einen Quatsch.
Und während man Emma dabei begleitet, wie sie ganz langsam aus ihrem Schneckenhaus herauskommt, stellt sich irgendwann diese ziemlich interessante Frage: Was bedeutet eigentlich „normal“? Und warum versuchen wir überhaupt ständig, irgendwo hineinzupassen?
Ich habe das Buch wirklich verschlungen und hätte mich problemlos noch ein gutes Stück länger mit Emma, ihren Gedanken und diesem kleinen Späti-Universum beschäftigen können. Das Ende kam leider viel zu schnell, aber trotzdem bin ich glücklich damit. Meiner Meinung nach wäre alles andere unglaubwürdig gewesen.
Für mich war diese Geschichte eine richtig schöne Mischung aus Humor, leisen Tönen, etwas Tragik und ganz viel Menschlichkeit. Ein Buch, das mich zum Lachen gebracht, mich gleichzeitig ziemlich berührt hat und bei dem ich am Ende tatsächlich das Gefühl hatte, Emma ein kleines bisschen zu kennen.
Mein Fazit: Eine wunderbar eigenwillige Protagonistin, eine Geschichte mit ganz viel Herz und genau der richtigen Portion Humor. Wenn ihr Geschichten mögt, die nicht laut sein müssen, um etwas auszulösen, dann solltet ihr Emma, Ingrid und Leo unbedingt kennenlernen.
Bewertung
5/5
15.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Späti, in dem ich sofort Stammgast wäre
Ich mochte das Buch sofort. Dieses Späti-Setting ist einfach großartig. Am liebsten hätte ich mich hinter einer Zeitschrift versteckt und den ganzen Tag Emma, Ingrid & Co. beim Reden zugehört. Die Dialoge sind herrlich sarkastischen und trocken, sodass ich mehr als einmal schmunzeln musste.
Emma trägt ziemlich viele Päckchen mit sich herum. Sie hat ihr Studium abgebrochen, kämpft mit einer Essstörung, versucht ihre Vergangenheit irgendwie auszublenden und hat das Gefühl, Glück gar nicht verdient zu haben. So stejt sie sich leider oft selbst im Weg, obwohl sie Menschen wie Leo, den sie gerade kennengelernt hat, eigentlich längst in ihr Leben lassen möchte. Durch die Rückblicke erfahren wir nach und nach mehr über ihre Beziehung zu ihrem Vater, wodurch vieles von dem, was sie denkt und tut, nachvollziehbarer wird. Ich habe Emma wirklich gern begleitet und ihr von Herzen gewünscht, dass sie ihren Weg findet.
Mein Highlight war aber ganz klar Ingrid. Sie ist fünfzehn, sagt immer genau das, was sie denkt, hat auf alles eine Antwort und bringt mit ihrer direkten, leicht besserwisserischen Art alle um sich herum durcheinander. Ich musste so oft über ihre Sprüche lachen. Gleichzeitig hat auch sie es nicht immer leicht. So eine Figur bleibt einfach im Kopf.
In der Datstellung der Esstörung habe ich tatsächlich einiges von meinem früheren Ich wiedererkannt. Manche Gedanken mögen von außen irrational wirken, für Betroffene fühlen sie sich aber erschreckend echt an. Das fand ich sehr authentisch beschrieben.
Überhaupt schafft es das Buch, ernste Themen mit einer Leichtigkeit zu erzählen, ohne ihnen ihre Bedeutung zu nehmen. Beim "König der Löwen" musste ich direkt grinsen. Das war nämlich auch mein erster Kinofilm.
Für mich ein Roman mit tollen Figuren, viel Herz, trockenem Humor und einem Setting, in dem ich sofort wieder Zeit verbringen würde.
Bewertung
5/5
13.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Großartig
Emma arbeitet im Späti. Ihre Tage erträgt sie nur mit viel Wein, da muss man auch nicht so viel essen. Denn das mag Emma auch nicht so gern. Das kann man kontrollieren, das eigentliche Leben nicht ganz so gut. Von anderen Menschen hält sie meistens nicht so viel. Aber eigentlich kann sie sich selbst kaum ertragen. Als Ingrid zum Praktikum im Späti antritt, verändert sich Emma. Mit ihrer frechen und schlagfertigen Art, muss Emma sie einfach mögen. Und dann ist da noch der Matrose, den Emma mehr mag, als ihr lieb ist. Denn plötzlich kommen ganz komische Gefühle in ihr hoch, mit denen sie nun gar nicht umgehen kann.
Was für ein großartiger Roman war das bitte? Emma hab ich sofort ins Herz geschlossen. Ich wollte sie einfach nur in den Arm nehmen. Diese verlorene Seele, die niemanden nah an sich heranlässt. Es könnte sie ja jemand sehen und davor hat sie Angst. Der Schreibstil ist modern und auf den Punkt. Ich hätte dieses Buch ewig weiterlesen können. Manchmal komisch, ironisch und so lebensnah. Feinfühlig wurden die Charaktere beschrieben. Emma ist so echt, so tief verletzlich. Das hat mich schon sehr berührt. Diese vielen alltäglichen Momente, Gespräche, Unsicherheiten sind so liebevoll geschrieben. Und genau diese Momente und Gedanken, zeigen dem Leser die Entwicklung von Emma. Ihr großer Wunsch ist es, normal zu sein. Aber was ist das eigentlich? Und so leicht wie es aussieht, ist es auch nicht. Das Ende kam viel zu plötzlich. Und das Buch lässt mich mit einer großen Frage zurück. Gibt es bitte Fortsetzung???
Berührend, komisch, tragisch. Großartig geschrieben, tolle Story. Ich bin großer Fan. Dieses Buch müsst ihr unbedingt lesen.
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5/5
06.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein besonderes Debüt
Emma leidet unter Bindungsängsten und betäubt Frust und Probleme gerne mit Alkohol. menschen hält sie gerne auf Distanz bis sie auf die rotzfreche Schülerpraktikantin Ingrid trifft.
Schwere Kost mit Leichtigkeit und viel Wortwitz erzählt.
Tolles Buch, ich vergebe gerne auch sechs Sterne !
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5/5
26.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
So liebenswert wie chaotisch! Herzklopfen von der ersten bis zur letzten Seite!
Der genialst, hinreißendste, witzigste, chaotischste und selbstkritischste Liebesroman, den ich je gelesen habe!
Emma arbeitet und lebt quasi in einen Späti in Berlin und hofft, mit Hilfe ihrer Dating-App ihren Prinzen und mit ihm den Sprung in ein anderes, besseres Leben zu finden. Als dieser tatsächlich vor ihr steht, geht alles maximal schief. Ohne die frühreife Praktikantin Ingrid und den liebenswürdigen Nerd von nebenan und Dauerkunde Udo würde die Geschichte zu keinem guten Ende kommen.
Eine Hymne auf die Freundschaft durch dick und dünn und auf den Glauben an die große eine Liebe!
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5/5
19.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sardonismus im Späti
Dieser Roman erzählt von der Schwierigkeit, immer wieder an sich selbst zu scheitern - und dem Mut, dennoch nicht unterzugehen. Protagonistin Emma fragt sich, warum alle außer ihr das 'Glücklich-Sein' beherrschen, während sie sich selbst im Weg steht. Das frustriert und schmerzt uns Lesende gleichermaßen.
Wortgewandt und humorvoll geschrieben, vermittelt der Roman trotz seiner schweren Thematik ein Gefühl von Hoffnung und bleibt dabei stets authentisch. Von mir eine absolute Empfehlung!
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5/5
16.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zwischen den Regalen
Ich war noch nie in Berlin in einem Späti. Nach diesem Buch kam es mir vor, als hätte ich dort schon die eine oder andere Nachtschicht verbracht :-) Es ist der Arbeitsplatz von Emma, die nach abgebrochenem Studium ziellos unterwegs ist und Ingrid, 15-jährig, die ein Schülerpraktikum absolviert und ein erstaunlich feines Gespür für ihr Umfeld besitzt. Eine Geschichte zwischen Müller-Thurgau, der Suche nach Nähe und vielen Gefühlen. Die Sprache so ungeschliffen, dass ich mich gelegentlich wie eine Touristin im eigenen Sprachraum fühlte. Herrliche Figuren, ein Lesevergnügen mit Überraschungseffekt.
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5/5
13.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hart, aber zärtlich
Dieses Buch hat Wumms: sprachlich mitreißend, außergewöhnlich und explosiv, inhaltlich mit leichten Schwächen, die aber leicht zu ignorieren sind.
Für Emma besteht das Leben nach dem Abbruch ihres Studiums aus den Schichten im Späti und der innigen Beziehung zu Müller-Thurgau. Den trinkt sie nicht nur zuhause, sondern auch bei der Arbeit, heimlich, aus einer Kaffetasse unter dem Tresen. Eigentlich will Emma nur vergessen, am liebsten alles. Vor allem aber ihren Vater, den Säufer, der einmal jemand war und dann plötzlich niemand mehr. Keine verlässliche Größe und ein Vorbild schon gar nicht. Mit Ingrid hat sie dabei so gar nicht gerechnet. Als die fünfzehnjährige im Späti ein Schülerpraktikum absolviert, bringt sie mit ihrer Schlaumeierei nicht nur den Einsiedler Udo auf Vordermann. Auch Emma muss dran glauben. Wie gut, denn als Leo auftaucht, der Matrose, wird es wirklich Zeit, dass sie ihr Leben auf die Reihe bekommt, denn der Matrose ist es wert, auf jeden Fall!
Das Buch hat Schlagkraft und das Zeug dazu, einen wirklich umzuhauen. Emmas Geschichte ist hart und ihrem Alltag kann man manchmal nur schwer mit aushalten. Am liebsten möchte man sie schütteln, aber dafür gibt es ja Ingrid. Die, das muss ich leider sagen, vielleicht etwas zu erwachsen geraten ist. Sprachlich auf jeden Fall ein Highlight: hier verschmelzen Poesie und Gossenslang zu einer ganz außergewöhnlichen Kombination. Ich mochte es sehr!
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