Vera Pohlmann, Anfang fünfzig und Marketing Managerin einer großen Agentur in München, mag sich gerade selbst nicht mehr. Ihre Kamera im Online-Meeting muss den Alterungsfilter aktiviert haben - über Nacht scheinen ihre Gesichtskonturen erschlafft. Allein ihr Körpergewicht zeigt einen Aufwärtstrend. In eben diesem Meeting verkündet ihr Chef vor laufender Teamkamera, dass ihr die Projektleitung des Internal Health Days weggenommen wird. Begründung: Vera ist zu alt. Als wäre dies nicht genug, erfährt sie am selben Tag vom plötzlichen Herztod ihres gleichaltrigen, diabeteserkrankten Arbeitskollegen. Auch privat steht Vera vor neuen Herausforderungen: Ihre Tochter Flora, 19 Jahre, plant ein Studium in Berlin. Ihr Sohn Raphael, 24 Jahre, wohnt längst nicht mehr daheim. Vera fühlt sich zurückgelassen. Während Flora spritzig mit Schönheitsbehandlungen experimentiert und ihrer Mutter zu Hormoncocktails rät, versucht Vera zu akzeptieren, dass mit ihren beiden Kindern die eigene Jugendlichkeit ausgezogen ist. Neue Perspektiven müssen her! Vera fasst einen Plan: Wenn schon alt werden, dann bitte schlank und gesund! Sie will ihren Körper in Sachen Fitness und Ernährung auf ein neues Level upgraden. Schließlich liegt Longevity längst im Trend. In ihrer jungen Praktikantin Melissa findet sie eine Verbündete in Sachen Selbstoptimierung, nur ihr Mann Ferdi zieht bei ihrer Challenge „Perfekt altern“ nicht mit …Ein feelgood-Roman über die große Frage in der Lebensmitte: Wie schaffen wir es, loszulassen und gelassen zu altern?
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Ein Buch für Frauen, die trotz Wechseljahre Spaß im Leben haben
Frau Boomer badet nackt von Tanja Samson, „Ein feelgood-Roman über die große Frage in der Lebensmitte: Wie schaffen wir es, loszulassen und gelassen zu altern?“ Der zweite Band der Boomer-Reihe von Tanja Samson erschien am 1. Juli 2026 im Hansanord-Verlag.
Band 1 „Von wegen Boomer“ hat mir bereits gut gefallen, Band 2 gefällt mir sogar noch besser, da hier Vera, die Frau des Boomers Ferdi, im Mittelpunkt steht.
Vera ist Anfang 50, sie hat zwei erwachsene Kinder und ist seit 30 Jahren mit Ferdi zusammen. Sie arbeitet vorwiegend mit jungen Leuten in ihren Dreißigern zusammen. Als ihr Lieblingskollege Tom an einem Herzinfarkt stirbt, kommt sie ins Grübeln. Tom war übergewichtig und alles andere als gesundheitsbewusst. Hätte er bei gesünderer Lebensweise länger gelebt?
Bei Vera machen sich die Wechseljahre bemerkbar, sie hat Schlafstörungen, kämpft mit überflüssigen Kilos, und ihre Konzentration lässt nach.
Veras Tochter Flora studiert und wohnt im nahegelegenen München, Mutter und Tochter tauschen sich über das heutige Schönheitsideal aus, nachdem Flora sich ihre ohnehin schon vollen Lippen hat aufspritzen lassen. Flora vermittelt ihrer Mutter den Kontakt zu einer auf Hormonersatztherapie spezialisierten Frauenärztin.
Gesundheits- und Fitnesstipps bekommt Vera von ihrer 22jährigen Praktikantin Melissa, die einen durchgetakteten Tagesablauf hat: Ölziehen, Hafermilchkaffee, Morgenmeditation, Yoga und Fitnessstudio mit Ausdauer- und Krafttraining im Wechsel. Alkohol ist selbstverständlich tabu.
Veras Nachbarin und Freundin Tessa bringt sie gerne vom Pfad der gesundheitsbewussten Lebensweise ab. Die beiden trinken gern ein frisch gezapftes Bier in der Kneipe nebenan oder ein Sektchen am nahegelegenen Seeufer, wo sie eines Nachts die Bekanntschaft zweier junger Männer machen, eine Begegnung, die eine Lawine von Ereignissen nach sich zieht...
Ich habe den Feelgood-Roman sehr gern gelesen, habe mich oft in Vera wiedererkannt. Das Thema Lippen aufspritzen kenne ich von Freundinnen meiner Tochter, und Veras Wechseljahresbeschwerden kommen mir auch bekannt vor. Das Ende mit der Familienfeier hat mir gut gefallen, es hat mir ein glückliches Lächeln aufs (nicht mehr junge :-) Gesicht gezaubert.
Gerne spreche ich eine Leseempfehlung insbesondere für Mütter von erwachsenen Kindern aus, sie werden sich wiedererkennen und das Buch schmunzelnd und zufrieden zuklappen.
Bewertung
3/5
09.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Wichtige Themen, lockerer Stil, aber eine überzeichnete Protagonistin und distanzierte Figuren erschwerten mir den Zugang.
Tanja Samsons Feelgood-Roman »Frau Boomer badet nackt« greift wichtige Themen auf, die in Romanen noch immer viel zu selten Raum bekommen: das Empty-Nest-Syndrom, die Veränderungen während der Wechseljahre, Selbstoptimierung und die Auseinandersetzung mit dem Älterwerden.
Vera Pohlmann ist Anfang fünfzig. Ihre Kinder werden selbstständig, ihre Tochter Flora zieht bald nach Berlin, und auch im Job wird ihr bewusst, dass das Alter einer Frau eine Rolle spielen kann. Gleichzeitig kämpft Vera mit Falten, Gewichtszunahme, Hitzewallungen und Gedächtnisproblemen. Der unerwartete Tod eines gleichaltrigen Kollegen führt ihr außerdem vor Augen, dass Gesundheit und ein langes Leben nicht selbstverständlich sind.
Vera beschließt, ihr Älterwerden selbst in die Hand zu nehmen. Fitness, gesunde Ernährung, Hormoncocktails und der Longevity-Trend sollen ihr zum „perfekten Altern“ verhelfen. Unterstützung erhält sie dabei von ihrer jungen Praktikantin Melissa, während Ehemann Ferdi ihren Aktionismus eher gelassen beobachtet.
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht. Der Schreibstil ist locker, humorvoll und angenehm flüssig. Auch das Setting – München und das Umland als Schauplatz der Handlung – wird stimmig in die Geschichte eingebunden.
Mit Vera hatte ich allerdings über weite Strecken Schwierigkeiten, da ich sie als anstrengend und überzogen empfand. Einzig Ferdi wurde mir im Laufe der Geschichte zunehmend sympathischer. Doch leider kamen mir auch die übrigen Figuren nur wenig nahe.
Deshalb legte ich zwischenzeitlich das Buch für einige Tage beiseite. Als ich es wieder aufgriff, konnte ich der Handlung problemlos folgen und stellte erfreut fest, dass sich auch bei Vera eine Entwicklung vollzog.
Insgesamt ist »Frau Boomer badet nackt« ein humorvoller Roman über eine wichtige und aktuelle Thematik. Die Figuren konnten mich zwar nicht vollständig überzeugen, dennoch bietet die Geschichte Denkanstöße und regt dazu an, die eigenen Vorstellungen vom Älterwerden zu hinterfragen.
Bewertung
aus Oberursel
5/5
04.09.2026
eBook (ePUB)
Veras Longevity-Projekt
Der Klappentext klang witzig, das Cover lässt Summervibes aufkommen, und auch den Buchtitel fand ich cool :-) Ich war also positiv gespannt.
Der Klappentext und die Verlagsankündigung verraten eigentlich auch schon ziemlich, was uns als Leser erwartet. Wir haben eine sehr sympathische Hauptdarstellerin, Vera, knappe ü50, und Vera ist in den Wechseljahren. Diese setzen ihr über Nacht mehr zu, als sie erwartet hätte. Neue Pölsterchen lassen grüßen, Schlaflosigkeit und Energielosigkeit stressen, die Fitness war auch schon mal besser, und ihr Umfeld scheint sie nur noch als alte Frau wahrzunehmen….hiermit geht ein Gruß an eine Gesellschaft im Jugendwahn raus…..und Vera beschließt: so kann es nicht weitergehen. Longevity heißt das neue Lebensprojekt, und das familiäre Umfeld – im Speziellen Gatte Ferdi – darf gleich mitmachen, ob er will oder nicht. Spoiler: er will eher nicht.
Ich spoiler jetzt eher nicht viel weiter, der Roman fasst nur knappe 230 Print-Seiten, und ich komme mal gleich zu meinem Leseeindruck und meinen Gedanken dazu.
Erst mal zu den grundsätzlich positiven Dingen: Frau Samson schreibt richtig gut. Es macht Freude, ihren Roman zu lesen, sie hat Witz, sie schreibt flüssig und locker, und ich glaube, die Thematik liegt ihr auch am Herzen. Ihre Protagonisten sind lebendig, das Buch liest sich richtig flott und gut weg.
Ich fand allerdings speziell so in der ersten Hälfte des Romans ist nicht so wirklich viel passiert, außer das Vera eine Bestandsaufnahme gemacht hat, die für sie selbst gefühlt recht negativ ausgefallen ist. Dafür haben wir als Leser eine erschreckende Gesellschaft im Jugendwahn präsentiert bekommen, wie ich sie tatsächlich nicht ganz so krass wahrnehme – und ich bin mit 55 Jahren auch nicht weit weg von Vera. Wahrscheinlich lebe ich in einer anderen Blase…..Und ja, die Autorin nutzt Witz und Humor als Stilmittel, um uns diese Probleme vorzuhalten, das gelingt ihr auch gut, aber manchmal bleibt einem trotzdem ein wenig das Lachen im Halse stecken. Also ich fand es schon krass, wie locker-flockig Veras Tochter mit ihren Anfang, Mitte 20 Schönheits- OPs als komplett normal empfindet, an sich herumschnipseln und doktoren lässt, und diese Einstellung, die Wechseljahres-gestresste Mama braucht einfach ein paar Hormone, und dann ist die Welt wieder supi – na ja, das hat mich echt etwas erschreckt.
Allerdings, wenn ich social Medias durch-scrolle, dann gebe ich der Autorin schon wieder Recht……
Okay, im zweiten Teil wird es eher ich sage einmal handlungsbasierter, wir lernen Veras Familie näher kennen, wir sind mit Vera und Freundin Tessa beim nächtlichen Nacktbaden am See (und das ist echt eine witzige Story!), und es gibt diverse Irrungen und Wirrungen in amourösen Verstrickungen. Das grosse Überthema ist weiterhin Veras Weg der Selbstoptimierung, aber dank Tessa und Ferdi kommt es auch zu einer Katharsis, und Vera schafft es, auch mit ü50 wieder Spaß, Spontanität und Genuss in ihr Leben zu lassen. Irgendwo auf dem Longevity-Weg darf man diese Dinge ja auch noch platzieren :-)
Ich bin ein wenig zwiegespalten. Der Roman war schon witzig, und wir haben mit viel Humor ein paar ernste Themen präsentiert bekommen, aber der Tiefgang war mir persönlich dann etwas zu wenig. Ja, Vera merkt dann irgendwann selbst, wenn es too much ist mit Fitnesstracking, Ernährungsumstellung, und vor allem dem ständigen Kreisen der Gedanken um die Gesundheit und den eigenen Alterungsprozess. Ja, sie entspannt sich wieder ein wenig – behält ein paar wichtige Veränderungen bei (ich bin selbst durchaus ein Freund von gesundem Lebenstil), und wird sich auch der wirklich wichtigem Dinge im Leben wieder bewusst, aber genau von diesem Weg, von dieser Katharsis hätte ich mir einfach etwas mehr erwünscht. Wenn man schon diese Thematik als den roten Faden seines Romans aussucht, dann hätte ich mir einfach ein wenig mehr dazu erhofft.
Aber sei es drum. Amazon hat das Buch unter „Humor“ eingruppiert; die Autorin selbst wird vorgestellt als jemand, die „kleine Alltagserlebnisse humorvoll zu Familienkolumnen verarbeitet“, und nun, again, das stimmt durchaus, und irgendwo hat mich das Buch ja auch abgeholt und unterhalten.
Von daher gebe ich 4,5 Sterne von 5, und könnte mir auch durchaus dieses Buch gut verfilmt vorstellen. Ein paar Szenen sind echt extrem lustig, und man hat generationenübergreifend Charaktere mit Identifikationspotential.
Und das Ganze bietet Stoff, um sich drüber zu unterhalten – so soll es sein mit Büchern, oder?
Bewertung
5/5
21.06.2026
eBook (ePUB)
Ein echtes Lesevergnügen!
Das Besondere an diesem Buch ist, dass man als Leser*in von der ersten Seite an mitgenommen wird. All die kleineren und größeren Fragen und Probleme des Lebens, die in den Gesprächen und Gedanken entwickelt werden, kommen einem bekannt vor. Es ist frappierend, wir einem das eigene (Familien)leben gespiegelt wird. Aber trotz der durchaus ernsten Themen erzählt die Autorin immer amüsant und kurzweilig. Man folgt der Story mit Vergnügen, grinst häufig beim Lesen, muss manchmal aber auch ein bisschen schlucken. Ich habe es verschlungen! Und weil so viel Lebensweisheit in dem Buch steckt, die ich nicht nur mir, sondern auch anderen zukommen lassen möchte, habe ich es u.a. meiner Tochter geschenkt. Ich bin sicher, sie wird es lieben!
Bewertung
5/5
10.06.2026
eBook (ePUB)
witzig, geistreich und lebensklug
Absolut empfehlenswert!
Wenn ein Alien auf die Erde käme und den aktuellen Zeitgeist der Spezie Mensch einfangen wollte - er bräuchte nur dieses Buch zu lesen. Tolle Charaktere, tolle Story.
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