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Produktbild: Brandmauer

Brandmauer Wie umgehen mit der AfD?

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19,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

11035

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.08.2026

Herausgeber

Stefan Aust + weitere

Verlag

Herder

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

19,5/12,5/2,1 cm

Gewicht

270 g

Farbe

Wollweiß / Rot

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-451-03897-6

Beschreibung

Portrait

Stefan Aust (geboren 1946 in Stade) ist ein deutscher Journalist und Bestseller-Autor. Besondere Aufmerksamkeit erlangten seine Aufarbeitung des „Baader-Meinhof-Komplexes“ sowie seine – auch filmischen - Arbeiten zur deutschen Wiedervereinigung. 1988 gründete Aust die Produktionsfirma Spiegel TV, deren Chefredakteur und Geschäftsführer er bis 2008 war. Von 1994 bis 2008 war Aust zugleich Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel. Er war von 2014 bis 2024 Herausgeber der Tageszeitung Die Welt und  bis September 2016 ihr Chefredakteur. Auch sein letztes Buch (gemeinsam mit Adrian Geiges) wurde ein Bestseller: „Xi Jinping – der mächtigste Mann der Welt“. Im August 2026 wurde er mit dem Ehrenpreis des Bayerischen Buchpreises für sein Gesamtwerk ausgezeichnet..Rafael Seligmann, geb. 1947 in Tel Aviv, ist einer der bekanntesten jüdischen Autoren Deutschlands. Der Historiker und Journalist verfasste zahlreiche Romane und zeitgeschichtlichen Analysen und kommentiert für verschiedene Medien das Tagesgeschehen. Er war mehrfach Chefredakteur und Herausgeber.

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Verkaufsrang

11035

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.08.2026

Herausgeber

Verlag

Herder

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

19,5/12,5/2,1 cm

Gewicht

270 g

Farbe

Wollweiß / Rot

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-451-03897-6

Herstelleradresse

Herder Verlag GmbH
Hermann-Herder-Str. 4
79104 Freiburg
DE

Email: kundenservice@herder.de

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  • BK

    3/5

    20.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Im Denken braucht Demokratie möglichst wenige Brandmauern.

    Je mehr ich lese, desto deutlicher erkenne ich ein merkwürdiges Muster: Auch dieses Buch errichtet eine Brandmauer – nicht gegen Menschen oder Parteien, sondern gegen bestimmte Fragen. Über Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt, Rechtsextremismus und die Gefahren politischer Polarisierung wird ausführlich gesprochen. Das ist legitim und teilweise erhellend. Doch ausgerechnet dort, wo eine kritische Auseinandersetzung mit dem Islam als religiösem, politischen und kulturellen Ordnungssystem beginnen müsste, wird die Analyse auffallend vorsichtig. Problematische Quellen, historische Entwicklungen und mögliche Spannungen zwischen religiösen Normen und einer säkularen, liberalen Gesellschaft werden kaum grundsätzlich untersucht. Stattdessen bleibt es häufig bei allgemeinen Appellen zu Toleranz und Integration sowie bei der Hoffnung auf einen Reformislam. Doch wie stark ein solcher Reformislam innerhalb der muslimischen Bevölkerung tatsächlich verankert ist, wäre gerade eine der Fragen, die genauer untersucht werden müssten. Damit wird für mich ein entscheidender Punkt ausgeklammert. Die Brandmauer ist schließlich nicht im luftleeren Raum entstanden. Ein erheblicher Teil des politischen Streits dreht sich um Migration, Integration, Islam und die Frage, wie viel kulturelle Veränderung eine Gesellschaft verkraftet oder überhaupt akzeptieren will. Viele Menschen wählen Parteien jenseits der CDU/SPD nicht deshalb, weil diese Fragen für sie bedeutungslos wären, sondern weil sie sich Sorgen machen. Gerade daraus müsste doch die interessante Frage entstehen: Warum gelingt es den etablierten Parteien offenbar immer weniger, diese Sorgen politisch aufzunehmen, ohne sie entweder zu moralisieren oder dem rechten Rand zu überlassen? Wer über die Brandmauer schreibt, müsste deshalb auch untersuchen, was sich auf ihrer anderen Seite an Wählerstimmen sammelt und warum. Es genügt nicht, Extremismus zu beschreiben und anschließend den demokratischen Zusammenhalt zu beschwören. Man muss auch jene gesellschaftlichen Konflikte betrachten, von denen die AfD politisch profitiert. Dazu gehört die Frage, ob bestimmte islamische Vorstellungen von Religion, Familie, Geschlechterrollen, Meinungsfreiheit oder dem Verhältnis von Religion und Staat tatsächlich mit einer liberalen Gesellschaft kollidieren – und wenn ja, in welchem Umfang. Diese Frage ist weder islamfeindlich noch extremistisch. Sie ist zunächst eine empirische und politische Frage. Gerade hier hätte ich von Aust und Seligmann mehr erwartet: weniger Absicherung des demokratischen Konsenses und mehr intellektuelles Risiko. Eine Brandmauer kann politisch begründet werden. Sie darf aber nicht zur Denkgrenze werden. Denn wenn bestimmte Fragen bereits deshalb gemieden werden, weil die möglichen Antworten unangenehm sein könnten, schützt man nicht die Demokratie – man nimmt ihr einen Teil ihrer wichtigsten Fähigkeit: den offenen Streit über die Wirklichkeit. So bleibt bei mir nach der Lektüre ein Widerspruch zurück: Das Buch will erklären, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt erhalten werden kann, behandelt aber eines der Felder, auf denen dieser Zusammenhalt tatsächlich verhandelt wird, nur mit großer Vorsicht. Wer Ursachen verstehen will, bleibt deshalb unbefriedigt. Eine Demokratie braucht Grenzen gegenüber ihren Feinden. Im Denken aber braucht sie das Gegenteil: möglichst wenige Brandmauern.

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