Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
31.12.2026
Herausgeber
Judith Froese + weitereVerlag
Mohr SiebeckSeitenzahl
220
Maße (L/B)
23,2/15,5 cm
Auflage
1
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-16-201059-9
Für die demokratische Selbstbestimmung und die Legitimierung staatlicher Herrschaftsausübung sind Wahlen zentral. Demokratie erschöpft sich jedoch bekanntlich nicht in diesen. So schreibt das Bundesverfassungsgericht der Meinungsfreiheit eine „schlechthin konstituierende" Bedeutung für die Demokratie zu. Angesichts einer geringen Wahlbeteiligung, des Erstarkens extremer Kräfte und eines vielfach diagnostizierten sinkenden Vertrauens in Parlament und Regierung, stellt sich für die Rechtswissenschaft die zunehmend virulente Frage, wie und wodurch Demokratie jenseits des Wahlakts gewährleistet werden kann, welche Herausforderungen und Grenzen insofern bestehen.
Der vorliegende Sammelband nimmt zum einen die Gesellschaft einschließlich der Intermediäre als Ort freier demokratischer Willensbildung in den Blick, die aber zugleich staatlicher Lenkung und Regelung unterworfen ist. In den unterschiedlichen Bereichen - von der politischen Bildung, über die Schulen, Universitäten, Kunst und Kultur, Medien und Rundfunk - besteht ein Spannungsverhältnis zwischen Autonomie und staatlicher Intervention, die die einzelnen Beiträge bereichsspezifisch ergründen. Zum anderen befassen sich die Beiträge vor dem Hintergrund der gegenwärtig diagnostizierten „Krise der Repräsentation" mit dem Auseinanderfallen von Wahlrecht und tatsächlichen Betroffenheiten. Angesichts einer (auch) menschenrechtlichen Begründung der Demokratie erscheint es zunehmend erklärungsbedürftig, warum das Wahlrecht weiterhin den volljährigen Staatsangehörigen vorbehalten bleibt und nicht auf alle ausgeweitet wird, die dauerhaft in Deutschland leben oder den Entscheidungen der Staatsgewalt unterworfen sind. Beteiligungsformen jenseits der Parlamente wie insbesondere Beiräte, Gremien und die Judikative suchen dieses Defizit auszugleichen, sehen sich aber ihrerseits Bedenken ausgesetzt, namentlich mit Blick auf das Demokratieprinzip und den Gewaltenteilungsgrundsatz.
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