Rezension
"Chapeau! Ein radikales - und zugleich ein unendlich leises und zartes Buch: Die politisch instrumentalisierte "Genesung" des nach einem Unfall erinnerungsgestörten Ministerpräsidenten Urspring verstümmelt sein Menschsein bis zur Unkenntlichkeit. Und doch gelingt es ihm, dank der besonderen Zuwendung einer jungen Frau, zu einem neuen, selbstbestimmten Leben zu finden.
Joachim Zelters "Ministerpräsident": ein tiefgründiger Roman über Macht und Moral, geschrieben mit der unnachahmlichen sprachlichen Prägnanz und dem Esprit eines Ausnahmeschriftstellers."
Manfred Zach, Autor des Politromans "Monrepos oder Die Kälte der Macht"
"Unter den deutschsprachigen Romanciers ist Joachim Zelter einer der größten Stilisten. Beiläufig demonitiert er die politische Sprache und ihre nichstsagenden Floskeln, und zwar buchstäblich. Erschreckende ist, wie genau Zelter politische Realität abbildet und als wie austauschbar er selbst politisches Führungspersonal entlarvt. Die Welt der Politik setzt er gegen die Welt des Menschlichen. Zelters Sprache hingegen ist hochmusikalisch und glasklar. Quasi als Kontrapunkt zur politischen Leere, die mit Worthülsen kompensiert wird, erzählt Zelter ohne jedes überflüssige Wort, frei von jeder Attitüde, zugleich schlicht und komplex wie eine Komposition von Bach."
Matthias Kehle, Badisches Tagblatt
"Joachim Zelter geht es um die Sprache des Polit-Betriebs und um die Sprache, die einen Menschen ein Stück weit zu dem macht, was er ist. Eine tolle Lektüre!"
Hamburger Lokalradio
"Die gute Satire nämlich lässt den Leser glauben, dass all dies, so unwahrscheinlich es klingt, doch möglich und vielleicht sogar längst Wirklichkeit ist. Dass sie, in diesem Fall, auch prächtig unterhält, darf nicht vergessen werden."
Cicero
"Diese geschliffenen Sätze, dieser feinsinnige Humor, der so locker daher kommt, der aber oft bitterböse sein kann und der gekonnt die Phrasen von (Un)Menschen mit ein paar gezielten Worten bloß stellt, die ganze gekonnte Rhetorik, das ist der Joachim Zelter, wie man ihn von seinen Lesungen und Büchern kennt und schätzt."
Reutlinger Generalanzeiger
"Politik ist bei Zelter eine Welt des Scheins, der Propaganda, der bloßen Hülle ohne Inhalt. Natürlich ist das nichts Neues. Doch Zelter hat seine These witzig und raffiniert in Fiktion gegossen. Sein Kunstgriff ist simpel wie bestechend. Mit der Erfindung des tumben Toren Claus Urspring, der zur Marionette seiner Partei wird, kann sich Zelter genüsslich über die Hohlheit hermachen, die Politik nicht selten auszeichnet. [...] Joachim Zelter zieht den Leser mit Macht und mit zugleich großer Leichtigkeit durch seinen Erzählstrom. Es gibt keine Kapitel, atemlos gleiten die Sätze voran. Man glaubt de Erzähler flüstern zu hören, in der charakteristischen Zelter'schen Scheinnaivität, hinter der sich maliziöse Schärfe verbirgt."
Stuttgarter Zeitung
"Eine geistvolle Satire!"
Buchmarkt
"Der Ministerpräsident ist ein Buch über den Irrsinn des Politikbetriebs, in dem es um Öffentlichkeitswirkung, Wählerstimmen und Umfragewerte geht. Also um Schein statt um Sein. Ein Ewigkeitsthema. Und eine Ewigkeitsfigur: der Narr. Denn durch seinen Unfall und die dort erlittenen Defizite wird Urspring zumindest teilweise in den Stand eines Kindes versetzt, erhält auch ein gewisses Maß an amoralischer Anarchie. Das ist befreiend komisch. Das Sujet ist klar, die Geschichte übersichtlich, wie aus einem Guss erzählt. Diese Einfachheit ist neben dem traumsicheren Sprachgefühl der Trumpf dieses Romans. Er ist grobkörnig, aber sehr genau. Er überzeichnet, stellt heraus, schert sich wenig um Glaubwürdigkeit dort, wo sie ihm nicht wichtig erscheint, erlaubt sich hier sogar ab und an einen Spaß, als wollte er sagen: Habe ich nicht nötig. Dort wo es allerdings nötig ist, trifft er allerdings zielsicher, das ist sein Realismus, der Realismus eines Satirikers."
Schwäbisches Tagblatt
"Der Ministerpr