Philip Roth erzählt die Geschichte eines Lebens, wie es normaler nicht sein könnte und das uns gerade deswegen besonders berührt. Von der ersten schockierenden Konfrontation mit dem Tod in den Sommerferien seines Helden über die familiären Wirren und die beruflichen Erfolge in seinem Erwachsenenleben als Designer in einer Werbeagentur bis hin zu der Zeit, als ihm die eigenen Gebrechen zusetzen. Er ist der Vater zweier Söhne aus erster Ehe, die ihn verachten, und einer Tochter aus einer späteren Ehe, die ihn vergöttert. Er liebt, hasst und neidet und muss am Ende erkennen, dass er das wirklich große Glück nie erreicht hat.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Roth in Höchstform - und mit dem Tod persönlich! Ein grandioses Buch über das eigene Ich, das Untergehen in der Masse und die Vergänglichkeit der Zeit!
Bewertung
4/5
31.08.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein wunderbares kleines literarisches...
Ein wunderbares kleines literarisches Werk.
Phillip Roth schreibt sehr beeindruckend über das Leben, die Vergänglichkeit des menschlichen Körpers sowie über die Gebrechlichkeit im Alter.
Mich hat dieser Titel sehr angesprochen und kann empfehlen, es einmal gelesen zu haben.
Bewertung
aus Thun im Kanton Bern
5/5
25.12.2023
eBook (ePUB)
ein ewig gleicher Werdegang
Ein älterer Mann, ein Jedermann, schaut auf sein Leben zurück, auf seine Eltern, seine Frau, seinen Bruder, seine Kinder und seine vielen Liebschaften. Ist seine Lebensgeschichte gescheitert, eine Art Trümmerhaufen? Oder ist es das Leben, so wie es sich für jedermann abspielt, mit Höhen und Tiefen, aber letztlich ein ewig gleicher Werdegang. Ein wunderbares, unterhaltsames Buch, in dem vieles erzählt wird, ohne dass etwas wirklich passiert.
Luisa Andrä
aus Neuss
5/5
01.10.2009
Buch (Taschenbuch)
Es trifft jeden!
Ein Mensch stirbt. Und was bleibt? Eine Lebensgeschichte, die uns alle trifft, denn sie beschreibt ein zu normales Leben. Dabei Höhen und Tiefen, ohne zu sehr in die Tiefe zu gehen. Dieser Jedermann hat die erste Begegnung mit dem Tod in den Jugendjahren. So zieht sich eine Krankheit nach der anderen durch sein Leben, windet sich in seinem Körper, beschert ihm immer wieder schwere Operationen. Doch was ihn mehr noch leiden lässt, sind seine Gedanken: ein wenig bedeutungsvolles Leben, drei gescheiterte Ehen mit Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sinnlose Tätigkeiten im Alter und letztendlich die Angst vor dem Nichts.Was den Menschen ein Leben lang bewegt ist hier in Kürze beschrieben. Der beklemmende Weg ins Nichts zerrt an des Lesers nerven, kann man sich doch allzu gut damit identifizieren - schließlich wird hier gezeigt, was wir alle sind: vergänglich. Treffende Sprache, ein Thema, dass uns alle betrifft. Und was bleibt letztendlich? Lesen!
R. Funk
5/5
12.10.2008
Buch (Taschenbuch)
Jedermann und die Vergänglichkeit
Jedermann, ein Durchschnittsbürger der gehobenen Mittelschicht, wird nach drei gescheiterten Ehen, einer längeren Krankheitsgeschichte mit implantierten Bypässen und Stents und einsamen Jahren in einem Rentnerghetto mit Anfang siebzig beerdigt.
Sein Name bleibt dem Leser unbekannt. Die Rückblende auf sein Leben beginnt mit seiner Kindheit, in der er als Neunjähriger erstmals mit dem Tod konfrontiert wird: im Krankenhaus, in dem sein Bettnachbar, ebenfalls ein Junge, nach einer Magenoperation stirbt. Aus dem zuverlässigen Knaben, der für seinen Vater, der einen Juwelierladen besitzt, Diamanten im Umschag per Bus zum Goldschmied bringt, wird ein erfolgreicher Art Director in einer New Yorker Werbeagentur, zu dessen Welt Shootings, Reisen, Models und Sex gehören.
Als Jedermann kurz vor dem Ende seines Lebens steht, muss er sich eingestehen, dass er seine Familien zerstört, drei Kinder einer intakten Kindheit beraubt und sich schließlich von seinem älteren, immer hilfsbereiten Bruder entfremdet hat, auf den er neidisch wurde. Neidisch auf dessen Erfolge als Investmentbanker, dessen intakte, langjährige Ehe, die vier prächtige Söhne hervorbrachte, dessen Sportlichkeit und unverwüstliche Gesundheit. Nur zu Nancy, seiner geschiedenen Tochter aus zweiter Ehe, hat er eine starke Bindung. Seine gerade gereiften Pläne, mit ihr und ihren Kindern zusammenzuziehen, zerschlagen sich, da ihre Mutter einen Schlaganfall erlitten hat und nun ihrerseits mit Nancy zusammen wohnen soll.
Kurz vor seinem letzten OP-Termin, den er nicht überleben sollte, begibt er sich zum Friedhof, auf dem seine Eltern begraben liegen, in der Vorahnung, dass er selbst bald hier beerdigt wird. Roth schildert meisterhaft die Begegnung mit dem Totengräber, der Jedermann genau sein makaberes Handwerk erklärt. Die 100 Dollar Trinkgeld sind zwar für den letzten Dienst dieses Mannes an seinen Eltern, aber wohl auch im Hinblick auf die bevorstehende eigene Beerdigung gedacht.
Der Roman erzählt von Scheitern und Reue, vom Altwerden, vom Verlust der Gesundheit und vom Nicht-akzeptieren-Wollen des eigenen Todes. Das erstaunliche ist, dass es der Autor geschafft hat, ein solches Jedermann-Leben auf nur 170 Buchseiten umfassend zu beschreiben.
Philip Roth ist einer der ganz Großen der Weltliteratur. Dass der vielfach ausgezeichnete Autor den Literaturnobelpreis nicht bekommen hat, ehrt ihn, wenn man sich so manchen bizarren Missgriff des Nobelpreiskomitees in den letzten Jahren vor Augen führt. Ein solch bedeutender Schriftsteller soll sich nicht in eine Reihe mit Jelinek, Pinter oder LeClezio stellen dürfen.
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