"Der dunkelgrüne Sammet seines Rockes nahm sich selbst auf dem nächtlichen Schnee schön und edel aus; der schlanke Leib und die geschmeidigen Glieder, wohl geschnürt und bekleidet, alles sagte noch in der Erstarrung, am Rande des Unterganges, im Verlorensein: Kleider machen Leute!"
Gottfried Keller. Kleider machen Leute. Erstdruck in: Die Leute von Seldwyla, G. J. Göschen'sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1874. Vollständige Neuausgabe, 1. Auflage, Göttingen 2018. LIWI Literatur- und Wissenschaftsverlag
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Der Höhepunkt der deutschen Novellenliteratur. Mit diesem seinem letzten Werk hat Storm die krone auf sein fantastisches Lebenswerk gesetzt.
Die Geschichte von hauke haien und die gesamte tragik der menschlichen natur vor dem hintergrund der friesischen marschlandschaft.
Bewertung
5/5
18.01.2021
Hörbuch (CD)
Hörspiel
Dieses Hörspiel fördert einiges ab von seinem Hörer. Nicht nur das er aufmerksam zuhört, sondern auch, dass er nicht einschläft. Jetzt könnte man meinen, dass einschlafen bei einem Hörspiel etwas negatives ist, was aber durchaus nicht zutrifft. Einschlafen ist eine Art von Qualitätsbestätigung, um so mehr hat der Hörer Spass an der Geschichte. Ich kann das Hörspiel nur empfehlen.
Bewertung
aus Butzbach
5/5
18.01.2021
Hörbuch (CD)
Deutsche Literaturgeschichte für ältere Kinder spannend gemacht
Hier wird deutsche Literatur für Kinder (ab 8 würde ich sagen) schön spannend umgesetzt,ich wünschte es gäbe mehr davon! :-)
Bewertung
5/5
11.09.2020
Buch (Taschenbuch)
Eins meiner liebsten Dramen, auch...
Eins meiner liebsten Dramen, auch absolut zum reinen Lesevergnügen zu empfehlen! Aufgrund des Parabelcharakters bleibt es relevant und allgemeingültig. Schlauer Witz wird hier mit scharfer moralischer und gesellschaftlicher Kritik vereint - Hach, grandios!
Bewertung
aus Mainz
5/5
29.05.2020
Hörbuch-Download (MP3)
Solide umgesetzt, sehr spannend
Die verschiedenen Charaktere werden gut herausgearbeitet. Besonders die Getriebenheit des Hauke Haien wird mitreißend intensiv gesprochen. Der Duktus der Sprache ist der Zeit in der die Handlung spielt gut angepasst. Insgesamt spannend und finster, man kan das Hörspiel nicht unterbrechen.
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5/5
22.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein Herz gegen die Härte der Welt.
Ich bewundere das Stück "Der gute Mensch von Sezuan", weil es mich jedes Mal aufs Neue trifft und mir eine Frage stellt, der ich nicht ausweichen kann. Es berührt mich, wie Bertolt Brecht zeigt, dass Güte nichts Einfaches oder Romantisches ist, sondern etwas, das in der Realität beinahe zerbricht. Besonders diese Zerrissenheit von Shen Te lässt mich nicht los, weil sie sich so ehrlich und schmerzhaft wahr anfühlt. Gerade weil das Stück keine beruhigende Antwort gibt, sondern wie ein leiser, anhaltender Widerhall in mir weiterklingt, halte ich es für so außergewöhnlich relevant.
Was dieses Stück zu einem Meisterwerk erhebt, ist nicht allein seine kluge Konstruktion oder seine pointierte Gesellschaftsanalyse, sondern vor allem die radikale Konsequenz, mit der Brecht eine scheinbar einfache moralische Frage – wie kann ein Mensch gut sein? – in die widersprüchlichen Mechanismen einer kapitalistisch strukturierten Welt einspannt und dadurch unauflösbar macht. Schon die Ausgangssituation ist von einer fast parabelhaften Einfachheit: Drei Götter suchen auf der Erde nach einem guten Menschen und finden ihn in der Prostituierten Shen Te. Doch genau in dem Moment, in dem Güte anerkannt und belohnt werden soll, beginnt ihre Unmöglichkeit. Shen Tes Güte macht sie verwundbar, ausbeutbar, letztlich existenziell bedroht. Um zu überleben, erfindet sie die harte, geschäftstüchtige Maskenfigur Shui Ta – ein Alter Ego, das jene Grausamkeit verkörpert, die notwendig ist, um im System zu bestehen. Diese Doppelgestalt ist das dramaturgische Zentrum des Stücks und zugleich dessen philosophischer Kern: Der Mensch ist nicht einfach gut oder böse, sondern wird durch ökonomische Bedingungen gezwungen, sich zu spalten. Brecht führt damit sein Konzept des epischen Theaters auf eine besonders eindringliche Weise vor, indem er nicht Illusion erzeugt, sondern Distanz, nicht Identifikation, sondern Reflexion verlangt. Die Genialität des Dramas liegt gerade in dieser Dialektik: Es zeigt nicht, wie Moral funktioniert, sondern warum sie scheitert. Dabei ist der historische Kontext entscheidend. Brecht schrieb das Stück im Exil, vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise, des aufkommenden Faschismus und der globalen Verwerfungen, die der Kapitalismus im frühen 20. Jahrhundert hervorgebracht hatte. Seine Kapitalismuskritik ist dabei weder platt noch rein ideologisch, sondern in dramatische Situationen übersetzt, die den Zuschauer oder Leser zwingen, selbst Stellung zu beziehen. Die ökonomischen Verhältnisse erscheinen nicht abstrakt, sondern konkret: als Mieten, Schulden, Arbeitslosigkeit, Hunger. In dieser Welt wird Güte zu einem Luxus, den sich niemand leisten kann. Genau hier entfaltet das berühmte Zitat Shen Tes seine tragische Wucht: „Wie soll ich gut sein, wo alles so teuer ist? Gute Taten, das bedeutet Ruin!“ Dieser Satz ist deshalb so erschütternd, weil er eine moralische Selbstanklage enthält, die zugleich eine Anklage des Systems ist. Shen Te erkennt, dass ihr Scheitern nicht aus einem Mangel an gutem Willen resultiert, sondern aus der Unvereinbarkeit von ethischem Anspruch und ökonomischer Realität. Das Tragische liegt also nicht in einer individuellen Schuld, sondern in einer strukturellen Zwangslage. Anders als in der klassischen Tragödie gibt es keine Katharsis im Sinne einer Läuterung durch Einsicht, sondern eher eine Ernüchterung: Die Welt bleibt unverändert, die Widersprüche bestehen fort. Besonders raffiniert ist dabei, wie Brecht die Götter inszeniert. Sie erscheinen zunächst als moralische Instanz, als Garanten einer höheren Ordnung, erweisen sich jedoch als hilflos und letztlich ignorant gegenüber den realen Bedingungen menschlichen Lebens. Ihre Unfähigkeit, eine praktikable Lösung zu finden, entlarvt die Idee einer von oben verordneten Moral als illusionär. Damit unterläuft Brecht nicht nur religiöse Gewissheiten, sondern auch jede Form naiver Ethik, die die materiellen Grundlagen des Handelns ignoriert. Die offene Schlussform des Stücks, die berühmte Aufforderung an das Publikum, selbst eine Lösung zu finden, ist kein bloßer dramaturgischer Kunstgriff, sondern Ausdruck eines zutiefst politischen Theaterverständnisses. Brecht verweigert die Antwort, weil jede einfache Antwort eine Lüge wäre. Gerade darin liegt die nachhaltige Wirkung des Stücks: Es entlässt sein Publikum nicht in die beruhigende Gewissheit, sondern in eine produktive Unruhe. Dass „Der gute Mensch von Sezuan“ auch heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat, ist beinahe beunruhigend. In einer Welt, in der soziale Ungleichheit, Prekarisierung und ökonomischer Druck weiterhin das Leben vieler Menschen bestimmen, wirkt Shen Tes Dilemma erschreckend vertraut. Die Frage, ob moralisches Handeln unter kapitalistischen Bedingungen überhaupt möglich ist, hat nichts an Brisanz verloren. Im Gegenteil: Sie stellt sich vielleicht dringlicher denn je. Brechts Stück zwingt dazu, über die Bedingungen von Menschlichkeit nachzudenken, und legt offen, dass diese Bedingungen nicht naturgegeben, sondern gemacht sind – und damit prinzipiell veränderbar. Stilistisch besticht das Drama durch eine Mischung aus Lakonie und poetischer Verdichtung. Die Sprache ist klar, oft scheinbar schlicht, doch gerade in dieser Schlichtheit entfaltet sie eine große Präzision. Lieder und Zwischentexte brechen die Handlung auf, kommentieren sie, schaffen Distanz und eröffnen neue Perspektiven. Diese Verfremdungseffekte sind kein Selbstzweck, sondern dienen der Erkenntnis: Sie verhindern das bloße Mitfühlen und fördern das Mitdenken. Brechts Kunst besteht darin, Emotion und Analyse so miteinander zu verschränken, dass keine von beiden dominiert. Man fühlt mit Shen Te – und erkennt zugleich die Mechanismen, die ihr Leid hervorbringen. Genau diese doppelte Bewegung macht das Stück zu einem Meisterwerk. Es ist nicht nur ein Drama über eine einzelne Figur, sondern ein Experiment über die Möglichkeit von Moral in einer unmoralischen Welt. Wer „Der gute Mensch von Sezuan“ liest oder sieht, wird nicht nur mit einer Geschichte konfrontiert, sondern mit einer Frage, die sich nicht abschütteln lässt. Und vielleicht ist es genau diese Unabschließbarkeit, diese Weigerung, einfache Antworten zu liefern, die die eigentliche Genialität des Stücks ausmacht.
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5/5
25.03.2019
Buch (Taschenbuch)
Als Lektüre in der Schule eine...
Als Lektüre in der Schule eine lehrreiche und willkommene Abwechslung!!
Wie kann man Moral, das Leben und den Kapitalismus vereinbaren?
Jeder sollte Brecht gelesen haben!
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3/5
15.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Spannende und interessante Idee, nur leider etwas flach.
Storm hatte in dieser Geschichte über Hauke Hayen und seinen Lebensweg zum Deichherren eigentlich interessante Ideen. Dennoch fand ich es sehr flach, vor allem die Charaktere waren eher unauffällig und schon ab einer der ersten Szenen in denen Hauke vorgestellt wurde, war er mir unsympathisch... Durch das Buch wurde er etwas sympathischer, aber irgendwie auch nicht, weil nichts wirklich tiefgründig war. Ich hätte es mir auch etwas schauriger gewünscht, nachdem in der ersten Szene vom ersten Erzähler berichtet wird den Schimmelreiter gesehen zu haben. Was ich außerordentlich gut an der Novelle fand, war die narrative Umsetzung. Wir haben eine kurze Rahmenhandlung, in der jemand davon berichtet die Geschichte erzählt bekommen zu haben und in diese Erzählung steigen wir ein. Dort begibt sich der Erzähler auf eine Reise und sieht den merkwürdigen Schimmelreiter. In einem Gasthof bekommt dieser dann die Geschichte von Hauke erzählt. Super gemacht, nur leider etwas flach.
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