Seit sechs Jahren leitet der Ex-Agent Vikram Sandeep aus Delhi das Waisenhaus Dar-as-Salam in Kashmir. Nebenbei muss er sich ständig alter, rachsüchtiger Feinde aus seinen Armee-Zeiten erwehren. Als er kurz davor steht, einem von ihnen endlich das Handwerk zu legen, verschwinden innerhalb weniger Stunden seine Frau Sameera und sein bester Freund Raja Sharma spurlos. Damit beginnt ein nervenzerreißendes Drama, in dem Vikram Gefahr läuft, alles zu verlieren, was ihm je etwas bedeutet hat…
In der Kashmir-Saga erzählen Simone Dorra und Ingrid Zellner in sieben Bänden die Geschichte zweier in Freundschaft eng verbundener Familien in Indien und Kashmir. Sie erstreckt sich über vier Jahrzehnte und berichtet von großen Gefühlen, von spannenden Abenteuern, von Terror und Liebe in einem durch anhaltende Konflikte geschundenen Land.
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Auf dem Dal-See
Der frühe Septembermorgen war kühl. Über dem Wasser des Dal-Sees schwebte der Zabarwan-Berg wie ein gewaltiges weißes Traumbild vor einem blassblauen Himmel. Der Nebel hatte sich noch nicht aufgelöst; er trieb in dünnen Schwaden über die Wasseroberfläche. In einer stillen Bucht waren am Ufer mehrere Hausboote nebeneinander vertäut. Die meisten davon standen leer. Die Saison war so gut wie vorüber, die Sommertouristen hatten das Tal schon verlassen.
Auf einem dieser Hausboote öffnete sich eine Tür, und Sameera Sandeep trat hinaus auf das überdachte Deck. Sie trug eine warme Strickjacke über ihrem blauen Salwar Kameez, und das dunkle, rötlich schimmernde Haar fiel ihr offen bis auf den Rücken hinunter. Sie lehnte sich an das reich geschnitzte Geländer und legte eine Hand lose auf eine der Säulen, die das Baldachindach des Hausbootes stützten…
Ihre Gedanken wanderten ein paar Kilometer weiter…
Eckdaten
Band 4
Kashmir-Saga
19,99 €
ISBN: 978-3-7497-4071-0
tredition Verlag
Roman
2019
505 Seiten + 2 Seiten Personenverzeichnis + 11 Seiten Glossar + 2 Seiten Buchvorstellungen der Reihe
Cover
Es ist wie immer wunderschön! Wieder eine tolle Landschaft mit tollen Farben!
Inhalt
Seit sechs Jahren leitet der Ex-Agent Vikram Sandeep aus Delhi das Waisenhaus Dar-as-Salam in Kashmir. Nebenbei muss er sich ständig alter, rachsüchtiger Feinde aus seinen Armee-Zeiten erwehren. Als er kurz davor steht, einem von ihnen endlich das Handwerk zu legen, verschwinden innerhalb weniger Stunden seine Frau Sameera und sein bester Freund Raja Sharma spurlos. Damit beginnt ein nervenzerreißendes Drama, in dem Vikram Gefahr läuft, alles zu verlieren, was ihm je etwas bedeutet hat…
Autorinnen
In der Kashmir-Saga erzählen Simone Dorra und Ingrid Zellner in sieben Bänden die Geschichte zweier in Freundschaft eng verbundener Familien in Indien und Kashmir. Sie erstreckt sich über vier Jahrzehnte und berichtet von großen Gefühlen, von spannenden Abenteuern, von Terror und Liebe in einem durch anhaltende Konflikte geschundenen Land.
Meinung
Da diese wundervolle Reihe weitergeht, sollte ich mich eigentlich sehr darüber freuen, aber mir ging es zu der Zeit nicht allzu gut, weshalb das mit dem Lesen auch so lange gedauert hat… Aber ich habe es sehr genossen, wieder Teil der Leserunde zu dieser faszinierenden Reihe zu sein.
Es fängt idyllisch mit einem wohlverdienten Urlaub von Vikram, Sameera, Raja und Sita an. Nach den Ereignissen aus den bisher erschienen drei Bänden haben sie sich alle Ruhe und Entspannung verdient. Dabei wird ein kleiner Rückblick gewährt, damit auch die neuen Leser und Leserinnen direkt einsteigen können. Ein toller Schachzug der Autorinnen, denn auch ich konnte mein Gedächtnis wieder auffrischen.
Dass die Idylle aber nicht lange anhalten wird, war mir von vornherein klar. Dafür ist das schöne Kashmir leider zu vorbelastet mit Krieg und Konflikten. Auch in diesem Band wird der Leser nicht davon verschont. Hier taucht der letzte große Feind Vikram aus seinen Militärzeiten auf und treibt sein Unwesen. Und da die beiden Familien so eng miteinander verbunden sind, werden beide in diese Angelegenheit mitreingezogen. Aber dafür sind sie auch immer zur Stelle, wenn es darum geht, zu helfen. Ich finde das super und meine Liebe zu den beiden Familien wächst dadurch umso mehr!
Mich haben die Ereignisse in diesem Band zum großen Teil sehr mitgenommen. Viele unschöne Dinge werden thematisiert, aber so realistisch, dass ich sogar einige Tränen vergossen habe. So viel Leid mussten die Vier schon einstecken und dieser Band bildet dabei keine Ausnahme. Aber bei all dem Negativen gibt es auch die kleinen, schönen Dinge wie zuzusehen, wie die ehemaligen Waisenkinder langsam flügge werden und ihren eigenen Weg gehen oder die tolle Überraschung, die auf Sameera und Vikram wartet.
Ganz ehrlich? Dieser Band ist eine reine Achterbahnfahrt der Gefühle und wieder ein sehr gelungenes Werk von den beiden Autorinnen! Ich kann die Fortsetzung kaum abwarten und hoffe dennoch, dass Vikram, Sameera, Raja und Sita bald ihren wohlverdienten Frieden finden werden. Die Geschichte ist spannend, emotional und ein wahrer Lesegenuss!
,5 von
Bewertung
aus Villingen-Schwenningen
5/5
16.10.2021
Buch (Taschenbuch)
Freud und Leid im Waisenhaus Dar-as-Salam
Die Zeit bleibt auch im Waisenhaus nicht stehen und aus Kindern werden Leute. Die Autorinnen schildern einzelne wichtige Momente im Leben der Bewohner und zeichnen damit ein buntes und lebendiges Bild sowohl der Ereignisse im Waisenhaus als auch der politischen Situation in Kashmir.
Besonders deutlich wurde für mich die prekäre Lebenssituation der Frauen und Mädchen. Ihnen wird der Zugang zu Bildung verwehrt und sie werden von einem Teil der Männer als Freiwild betrachtet. So wird eine von Vikrams Schützlingen entführt und vergewaltigt, eine andere beinahe das Opfer eines Säureanschlages. Hinzu kommen die religiösen Konflikte zwischen Hindu und Moslem. Dadurch bieten gerade Vikram, der Hindu ist und Sameera als Christin eine Angriffsfläche, da die Kinder in ihrem Waisenhaus Moslem sind. Ihr größter Feind , der korrupte Polizeichef Nikam, nutzt die aufgeheizte Stimmung, um vielleicht eine Schließung des Heimes zu erreichen.
Besonders dramatisch werden die Ereignisse, als Vikram beschuldigt wird mit Drogen zu handeln und seine Schützlinge körperlich zu misshandeln. Ich habe im Verlauf der Geschichte öfters vor Wut die Fäuste geballt, ob der haltlosen Anschuldigungen und der NIedertracht einiger Beteiligter.
Diesem Sumpf aus Bosheit stellen die Autorinnen die Bewohner des Dar-as-Salam und ihre Freunde gegenüber. Besonders berührt hat mich die beständige und vorbehaltlose Liebe zwischen Vikram und Sameera und die Freundschaft zu Raja. Raja ist der verlässliche Fels in der Brandung, der nichts unversucht lässt, um Vikram zu helfen, obwohl er um oder vielleicht gerade auch weil er um dessen dunklen Seiten weiß.
Ein weiterer großer Pluspunkt des Romans ist, dass die Figuren nicht eindimensional dargestellt werden. Jede hat ihre Ecken und Kanten und überrascht mich durch unvorhergesehene Reaktionen.
Was ich an diesem Buch und an der ganzen Reihe liebe, ist, dass ich völlig in eine für mich exotische Welt eintauche , in der ich dennoch auf Bekanntes stoße und mich dadurch heimisch fühlen kann. Die Figuren sind so lebendig, dass ich meine, ich müsse sie wirklich kennen. Genauso gut gefällt mir, dass aktuelle Probleme und die politische Lage in Kashmir Eingang in die Geschichte finden, ohne plakativ oder moralisierend zu wirken.
Bewertung
aus Lichtenstein
5/5
16.10.2021
Buch (Taschenbuch)
Das war knapp
Sofort war man beim Lesen wieder gefangen von der besonderen Atmosphäre des Buches, gleich wieder mitten im Geschehen und konnte dabei gut abschalten. Wie in einer völlig anderen Welt gleitet man durch die Seiten, trifft die bekannten Protagonisten wieder, die schon fast alte Freunde sind. Vikram, Sameera und Raja sind in die Jahre gekommen, müssen bald von ihren fordernden Aufgaben abgelöst werden. Aber das ist nicht so einfach. Viele Hürden wollen genommen werden.
Leider kommen auch einige unangenehme Zeitgenossen hinzu, gegen die es sich zu wehren gilt. Aber in einer Gemeinschaft, in der Freundschaft, Zusammenhalt und Ehrlichkeit noch zählen, ist es auf Dauer kein wirkliches Problem.
Eine Reise in exotische Gefilde, die wieder schön war.
Leseigel
aus Villingen
5/5
16.10.2021
Buch (Taschenbuch)
Freud und Leid im Waisenhaus…
Freud und Leid im Waisenhaus Dar-as-Salam Die Zeit bleibt auch im Waisenhaus nicht stehen und aus Kindern werden Leute. Die Autorinnen schildern einzelne wichtige Momente im Leben der Bewohner und zeichnen damit ein buntes und lebendiges Bild sowohl der Ereignisse im Waisenhaus als auch der politischen Situation in Kashmir. Besonders deutlich wurde für mich die prekäre Lebenssituation der Frauen und Mädchen. Ihnen wird der Zugang zu Bildung verwehrt und sie werden von einem Teil der Männer als Freiwild betrachtet. So wird eine von Vikrams Schützlingen entführt und vergewaltigt, eine andere beinahe das Opfer eines Säureanschlages. Hinzu kommen die religiösen Konflikte zwischen Hindu und Moslem. Dadurch bieten gerade Vikram, der Hindu ist und Sameera als Christin eine Angriffsfläche, da die Kinder in ihrem Waisenhaus Moslem sind. Ihr größter Feind , der korrupte Polizeichef Nikam, nutzt die aufgeheizte Stimmung, um vielleicht eine Schließung des Heimes zu erreichen. Besonders dramatisch werden die Ereignisse, als Vikram beschuldigt wird mit Drogen zu handeln und seine Schützlinge körperlich zu misshandeln. Ich habe im Verlauf der Geschichte öfters vor Wut die Fäuste geballt, ob der haltlosen Anschuldigungen und der NIedertracht einiger Beteiligter. Diesem Sumpf aus Bosheit stellen die Autorinnen die Bewohner des Dar-as-Salam und ihre Freunde gegenüber. Besonders berührt hat mich die beständige und vorbehaltlose Liebe zwischen Vikram und Sameera und die Freundschaft zu Raja. Raja ist der verlässliche Fels in der Brandung, der nichts unversucht lässt, um Vikram zu helfen, obwohl er um oder vielleicht gerade auch weil er um dessen dunklen Seiten weiß. Ein weiterer großer Pluspunkt des Romans ist, dass die Figuren nicht eindimensional dargestellt werden. Jede hat ihre Ecken und Kanten und überrascht mich durch unvorhergesehene Reaktionen. Was ich an diesem Buch und an der ganzen Reihe liebe, ist, dass ich völlig in eine für mich exotische Welt eintauche , in der ich dennoch auf Bekanntes stoße und mich dadurch heimisch fühlen kann. Die Figuren sind so lebendig, dass ich meine, ich müsse sie wirklich kennen. Genauso gut gefällt mir, dass aktuelle Probleme und die politische Lage in Kashmir Eingang in die Geschichte finden, ohne plakativ oder moralisierend zu wirken.
Claudia
aus Barsinghausen
5/5
09.10.2021
Buch (Taschenbuch)
In die Zukunft
Die Geschichte um das Dar-as-Salam, das Kinderheim in Kashmir geht mit dem mittlerwei-le sechsten Band der Reihe weiter. Der ehemalige Agent Vikram Sandeep muss mit seiner Frau Sameera und seinem Freund Raja weiter um den Fortbestand des Hauses kämpfen. Denn der intrigante Polizeichef Nikam will Vikram und das Dar-as-Salam unbedingt zu Fall bringen.
In diesem Band geht es zeitlich auch in die Zukunft und die ersten Pflegekinder werden erwachsen, verlassen das Heim, dass ihnen so viel Halt in der Kindheit gegeben hat.
Zeiten der Ruhe wechseln sich mit Zeiten des Kampfes ab. Es wird wieder klar wie viel Kraft und Hilfe man bei guten Freunden und familiären Verhältnissen findet.
Ich kann gar nicht richtig glauben, dass es schon der sechste Roman der Kashmir-Saga ist. Die verschiedenen Charaktere sind mir regelrecht ans Herz gewachsen und die Zeit mit ihnen vergeht immer wie im Flug.
Mir gefällt die Mischung in den Büchern sehr gut. Es wird so viel angesprochen, von der Situation in Kashmir, Freundschaft, Liebe, Gefahr, Intrigen, Kampf. Die ganze Bandbreite des Lebens, besonders in Kashmir, wird erzählt. Die Protagonisten, die wirklich Stärke be-weisen und füreinander einstehen, ein gemeinsames Ziel verfolgen und auch zu ihren Schwächen stehen. Einfach gelungen.
Der Schreibstil der beiden Autorinnen ist wirklich gut und toll zu lesen. Sie ergänzen sich einfach super. Auch beim inzwischen sechsten Band hat die Reihe in keiner Form nachge-lassen, was man bei anderen Reihen durchaus erleben kann.
Ich könnte hier noch ganz viel über „Flug mit dem Wind“ schreiben, doch ob das der Ge-schichte gerecht wird? Und das Buch soll ja selber erlesen werden. Ich kann nur eine volle Leseempfehlung aussprechen.
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