Thomas Bridges wächst als Ziehsohn eines britischen Missionars am südlichen Ende Südamerikas auf, unter den Kindern der Yamana. Fasziniert von der reichen Welt und Sprache dieses Volkes, beginnt er, obsessiv ihre Wörter aufzuschreiben. Diese wertvolle Sammlung, sein Buch, wird ihm Jahrzehnte später gestohlen und fällt dem deutschen Völkerkundler Ferdinand Hestermann in die Hände. Hestermann spürt, dass er es mit einem einmaligen Schatz zu tun hat. Er verschreibt ihm sein Leben. Als in den 1930er Jahren die Nationalsozialisten beginnen, Bibliotheken zu plündern, begibt er sich auf eine gefährliche Reise, um das Buch in Sicherheit zu bringen.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Der Schweizer Schriftsteller Michael Hugentobler schreibt mit dichtem poetischem Stil.
In seinem Roman „Feuerland“ fächert er Fakten über die Leben des Missionar und Sprachforscher Thomas Bridged und dem Völkerkundler Ferdinand Hestermann gekonnt auf.
Es ist eine raffinierte Geschichte.
Der Autor schreibt fiktiv, allerdings gab es die beiden Wissenschaftler wirklich und teilweise waren deren Geschichten real. Aber der Autor hat ihnen dann noch fiktive Situationen zugeschrieben,
Bridges hat ein yamanaisches Wörterbuch in Patagonien geschrieben. Dieses Buch ist der Mittelpunkt des Romans.
Feuerland ist ein interessantes Werk, das lesenswert ist.
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4/5
12.04.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die unglaubliche Geschichte eines Wörterbuches
Normalerweise ist die Lektüre von Wörterbüchern zwar eine erkenntnisreiche, jedoch ziemlich trockene Angelegenheit. Dass diese jedoch die Fähigkeit haben das Leben von Menschen entscheidend zu beeinflussen, ist ein seltenes Ereignis. Doch es ist möglich, wie uns Michael Hugentobler in seinem Roman beweist.
‘Feuerland‘ ist die spannende Geschichte eines Wörterbuches und dem Schicksal seiner Besitzenden. Durch Zufall kommt der Ethnologe Ferdinand Hestermann in den Besitz eines handgeschriebenen Wörterbuches über die Sprache der Yamana. Einem rätselhaften Volk, welches an der Südspitze Südamerikas, dem berühmt berüchtigten Feuerland lebt(e). Durch schier unglaubliche Tricks rettete Hestermann das Buch vor den Nazis und erbaute in der Schweiz eine Bibliothek für Bücher, welche auf den roten Listen der deutschen Verbrecher standen und durch diese instrumentalisiert werden sollten.
Michael Hugentobler ist mit ‘Feuerland‘ ein besonderer Roman gelungen, der nicht nur Freund*innen unbekannter Sprachen in seinen Bann zieht. Mitreißend und mit sprachlicher Leichtigkeit erzählt er von der Macht eines Buches und seiner Wirkung auf den Verlauf der Historie. Zwar ist die Geschichte fiktiv, sie basiert jedoch auf den realen Biografien der hier in Erscheinung getretenen Persönlichkeiten. Und auch das Buch der Yamana existiert wirklich, denn es befindet sich in den heiligen Hallen der altehrwürdigen British Libary. Ein lesenswerter Roman, der zwar etwas zu parataktisch geschrieben und trotzdem voller literarischer Poesie ist.
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