Erstmals im Hörspiel: Der spannende Roman des Nobelpreisträgers, bekannt durch die berühmte Verfilmung mit James Dean
Es ist die Geschichte zweier ungleicher Brüder, die um die Liebe des Vaters buhlen und derselben Frau ins Netz gehen. Wir lauschen den Kämpfen des Adam Trask, hören vom Verrat seines Brudes Charles und seiner Frau Cathy, schlüpfen in die Köpfe der Söhne Caleb und Aron und fiebern am Totenbett der Versöhnung entgegen. Über 40 namhafte Schauspieler und Schauspielerinnen und meisterhafte Soundcollagen entführen uns ins Amerika des Wilden Westens bis zum Ersten Weltkrieg. Eine packende Hörspielinszenierung von Christiane Ohaus mit Thomas Loibl, Maja Schöne, Felix von Manteuffel und Matthias Bundschuh in den Hauptrollen sowie Ulrich Noethen als Erzähler und vielen bekannten Stimmen mehr. Produktion: Norddeutscher Rundfunk 2021
Hörspiel mit Ulrich Noethen, Thomas Loibl, Maja Schöne, Felix Manteuffel, Matthias Bundschuh, Nils Kahnwald, Thomas Niehaus, Samuel Weiss, Hedi Kriegeskotte, Vincent Redetzki, Jonas Nay
8 CDs, 9h 7min
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
12.06.2022
Hörbuch (CD)
Der ewige Kampf - Gut gegen Böse, Liebe gegen Hass, Ehrlichkeit gegen Lügen...
Ich war sehr gespannt auf die alte - biblische- Geschichte. Sie beginnt zu Zeiten des amerikanischen Bürgerkriegs 1917. Die Geschichte zweier Familien die über 3 Generationen immer wieder aufeinander treffen. Sie behandelt das ewige Thema, der Kampf zwischen den Söhnen, Halbbrüdern um die Liebe des Vaters, seine Anerkennung. Ein großer Kampf, auch innerhalb der Familie, es wird gekränkt, gehaßt, gerächt, gelogen... einer wird detr Vorteile wegen gegen den anderen ausgespielt.
Und doch hat Jeder die Möglichkeit sich freiwillig zu entscheiden - für das Gute oder Böse.
Die zentrale Figur hat eine komplizierte Kindheit, die Beziehung zum Bruder ist gestört.
Er verliebt sich, setzt alle Hoffnungen hinein, erkennt aber nicht das Böse in ihr, sieht sie durch eine rosarote Brille. Und wieder kämpft Gut gegen Böse und umgekehrt. Durch seine Eifersucht kommt es letztendlich zur Katastrophe mit vielen Verlierern.
Die Geschichte ist sehr spannend, interessant erzählt, dazu die passenden Sprecher mit unterlegte Musik... sehr empfehlenswert.
lesenbirgit
aus Verl
5/5
08.05.2022
Hörbuch (CD)
-tolles Hörbuch
Dieses Hörbuch beschreibt die Familien Geschiche der Trasks und der Hamiltons.
Es hat mich schon berührt wie sie zueinander stehen. Es wird von zwei Brüdern Aron und Caleb erzählt die irgendwie immer aneinander geraten.
Nun ja die Stimmen der Vorleser machen es zu einem Hörgenuss. Es ist immer gut wenn es gut gesprochen wird. Eigentlich ist es eine Tragödie es ist kein Paradies. Es ist ein hervorragender Roman der sehr gut inszeniert worden ist. Es lebt von den vielen Sprechern. Wer Amerika mag wird hier auf seine Kosten kommen.
MaWiOr
aus Halle
5/5
04.10.2021
Hörbuch (CD)
Die episodenreiche Familiensag…
Die episodenreiche Familiensaga des amerikanischen Nobelpreisträgers John Steinbeck ist im kalifornischen Salinas-Tal zwischen dem Bürgerkrieg und dem Ende des Ersten Weltkriegs angesiedelt. In vier Teilen und 55 Kapiteln wird die Geschichte zweier Familien über drei Generationen verfolgt. Da ist zunächst die Geschichte der armen Hamiltons und der wohlhabenden Trasks, die Geschichte der ungleichen Brüder Charles und Adam, der Prostituierten Cathy Ames sowie ihrer beiden Zwillingssöhne Aron und Caleb. Steinbeck ging es hier nicht um Sozialkritik, sondern um allgemeine menschliche Themen, um die Problematik von Verantwortung und Versuchung – eine „story of good and evil“. So wird das Schicksal zweier Generationen von dem alttestamentlichen Kain-Abel-Konflikt be-herrscht. Eifersüchtig darauf, dass sein Vater seinen Bruder Adam vorzieht, versucht Charles diesen zu töten. In der nachfolgenden Generation ist es Caleb, der verzweifelt um die Liebe und Achtung seines Vaters Adam kämpft und den Tod seines Zwillingsbruders Aron verschuldet. Viel zur Popularität des Romans hatte die Verfilmung durch den Regisseur Elia Kazan (1955) mit James Dean in der Hauptrolle beigetragen, die jedoch nur das letzte Drittel des Romans filmisch umsetzte. Nun liegt im Hörverlag auf 8 Audio-CDs eine Hörspielfassung (Dauer ca. 9 Std.) von Christiane Ohaus vor, die auch Regie führte. Es ist eine Produktion des Norddeutschen Rundfunks. Für die Hörspielfassung, die auch mit vielen instrumentalen Musikstücken der amerikanischen Komponistin Stephanie Nilles untermalt wird, konnten bekannte SprecherInnen gewonnen werden – von Ulrich Noethen (als Erzähler) bis Thomas Loibl, von Maja Schöne bis Felix von Manteuffel. Das umfangreiche Booklet bietet neben Informationen zur Produktion und einigen Beteiligten auch einen Text („Making of „Jenseits von Eden““) zur Realisierung des Hörspielprojektes von Christiane Ohaus. Dazu den lesenswerten Essay „„Jenseits von Eden“ – Achtet auf Lee, den chinesisch-amerikanischen Diener!“ von Paul Ingendaay. Eine wunderbare Hörspielfassung, die mit dem klassischen Roman der Weltliteratur in einer modernen, zeitgenössischen Form bekannt macht. Ein sehr empfehlenswerter Hörgenuss.
Tim
5/5
05.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Augenöffnend und zutiefst menschlich
Timschal - Dieses Wort wird man nach der Lektüre von John Steinbecks „Jenseits von Eden“ so schnell definitiv nicht vergessen, es gräbt sich in die Haut und formt die eigene Identität um. Voller großer und kleiner Weisheiten erörtert der Autor in seinem kolossalen Roman die Natur von Gut und Böse, die Natur der Sünde selbst. Verpackt wird dies in einen ungemein mitreißenden Roman, der sich trotz seiner mehr als 700 Seiten flüssig liest. Dabei fällt vor allem die Detailverliebtheit des Autors auf, bei kleinen Beschreibungen der Natur oder der Geschichte, bei seinen ungemein komplexen Charakteren, bei jedem Wort, das durchdacht und wohlplatziert wirkt. Alles in allem ein absolutes Meisterwerk, einer der besten Romane, die ich je gelesen habe.
Bewertung
Book Circle Community
5/5
05.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein episches Meisterwerk über das Wesen von Gut und Böse
John Steinbeck hat mit “Jenseits von Eden” ein Werk geschaffen, das mich von der ersten Seite an komplett mitgerissen hat. Es ist selten, dass ein Klassiker so lebendig, aktuell und emotional packend wirkt.
Charaktere, die man nicht vergisst
Was diesen Roman so besonders macht, ist die Tiefe der Charakterzeichnung. Steinbeck erschafft Figuren, die so detailliert und vielschichtig sind, dass sie einem noch lange nach dem Lesen im Kopf bleiben:
Kate (Cathy): Eine der beeindruckendsten Schurkinnen der Weltliteratur! Sie ist eiskalt, manipulativ und brillant geschrieben. Es ist fast erschreckend, wie sehr sie die Handlung dominiert.
Samuel Hamilton: Ein absoluter Herzensmensch. Seine Weisheit und Güte bilden einen wunderbaren Gegenpol zur restlichen Tragik der Geschichte.
Charles Trask: Der „böse“ Bruder ist eine faszinierende Studie über Eifersucht und die Sehnsucht nach Anerkennung.
Atmosphäre pur
Die Beschreibung des Salinas Valley in Kalifornien ist meisterhaft. Man spürt förmlich den Staub der USA jener Zeit, riecht den Regen und sieht das weite Tal vor sich. Die Atmosphäre ist so dicht, dass man das Gefühl hat, selbst Teil dieser Familiensaga über Generationen hinweg zu sein.
Fazit: Ein gewaltiges Epos über Schicksal, freie Entscheidung und die ewigen Kämpfe innerhalb einer Familie. Wer tiefgründige Charaktere und eine starke Kulisse sucht, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Ein absolutes Highlight!
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5/5
10.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Von der Dunkelheit, die uns innewohnt, und dem Licht, das wir wählen können.
Wer "Jenseits von Eden" noch nicht gelesen hat, sollte dies unbedingt nachholen. Denn was Steinbeck hier geschaffen hat, ist weit mehr als ein großer Roman: Es ist ein tiefes, universelles Werk über das Menschsein in all seinen Facetten.
Welch ein Meisterwerk! Steinbeck entfaltet ein Epos, dessen Größe sich an der Kühnheit seiner Fragen bemisst: Was ist der Mensch, wenn er weder durch seine Herkunft noch durch seine Verfehlungen endgültig festgelegt ist? Selten ist über das Böse, die Freiheit und die Möglichkeit moralischer Erneuerung so anschaulich, psychologisch durchdrungen und philosophisch unerschrocken geschrieben worden.
Schon die ersten Seiten verraten die besondere Qualität dieses Erzählers. Wenn Steinbeck sich an die Gräser und verborgenen Blumen seiner Kindheit erinnert, an den Geruch der Jahreszeiten und die sonnenbeschienenen Hänge des Gabilan-Gebirges, ist das weit mehr als eine Landschaftsschilderung. Hier spricht ein Bewusstsein, das begriffen hat, dass die Welt nicht erst durch unsere Begriffe Bedeutung erhält. Sie ist voller Beziehungen, bevor wir sie benennen können. Die Erinnerung bewahrt nicht bloß Bilder, sondern eine ganze sinnliche Ordnung des Daseins. Steinbecks Prosa rettet das scheinbar Nebensächliche vor dem Verschwinden. Man liest diese Passagen nicht, um möglichst rasch zur Handlung zu gelangen. Sie sind bereits Teil jener eigentlichen Handlung, die sich im Inneren des Lesers vollzieht.
Aus dieser sinnlichen Fülle entwickelt Steinbeck eine Geschichte, deren Zentrum eine der ältesten Konstellationen der abendländischen Überlieferung bildet: den Bruderzwist. Die Geschichte von Kain und Abel wird nicht einfach ins Kalifornien des späten neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts versetzt. Sie wird zum Versuch, die moralische Grundspannung menschlicher Existenz neu zu vermessen. Warum scheint sich das Unheil von einer Generation auf die nächste zu übertragen? Weshalb wird elterliche Liebe zur Quelle jener Verletzungen, die Kinder später anderen zufügen? Und warum kann ein Mensch gerade dort grausam werden, wo er am dringendsten geliebt werden möchte?
Cal und Aron sind dabei keine sauber voneinander geschiedenen Verkörperungen des Bösen und des Guten. Aron flüchtet sich in ein idealisiertes Bild der Welt, während Cal unter dem Verdacht leidet, im Innersten verdorben zu sein. Der eine möchte die Wirklichkeit von allem befreien, was seine Reinheit bedroht; der andere beobachtet sich mit quälender Aufmerksamkeit und entdeckt in sich, was er am meisten fürchtet. Darin liegt eine der großen psychologischen Einsichten des Romans: Nicht nur das Böse kann den Menschen zerstören, sondern auch sein Bedürfnis, sich selbst für unschuldig zu halten. Wer die eigene Unschuld um jeden Preis bewahren muss, kann an der Wirklichkeit zerbrechen. Wer dagegen seine dunklen Regungen wahrnimmt, ist ihnen deshalb noch lange nicht ausgeliefert.
Hier berührt der Roman seine kühnste philosophische Dimension. Steinbeck beschreibt das Böse nicht als fremde Substanz, die von außen in einen ansonsten unversehrten Menschen eindringt. Er denkt es als Möglichkeit, die in uns angelegt ist. In dem Bild vom geheimen Sumpf, dessen „schwimmendes Gezücht“ am Gitter emporzuklettern versucht, verdichtet sich eine ganze Anthropologie. Das Gitter steht für die Grenze zwischen Impuls und Handlung, zwischen einer Regung, die wir in uns entdecken, und einer Tat, für die wir Verantwortung übernehmen. Diese Grenze ist nicht unverrückbar. Menschen sind nicht deshalb gut, weil sie das Böse nicht kennen, sondern weil sie sich zu dem verhalten, was in ihnen möglich ist. Steinbeck verweigert uns den Trost, das Ungeheuer ausschließlich im anderen suchen zu dürfen. Die entscheidende Frage lautet nicht, ob wir mit dem Bösen verwandt sind, sondern was wir aus dieser Verwandtschaft machen.
Wenn Steinbeck Engel und Teufel als menschliche Erfindungen begreift, ohne ihre Bedeutung aufzulösen, ist das bezeichnend. Wir haben diese Gestalten erfunden, weil wir Kräfte wiedererkennen, die wir an uns selbst erfahren, aber nur schwer ertragen. Wer einen Menschen zum Teufel erklärt, entzieht ihn dem Bereich des Verstehbaren. Wer ihn zum Engel erhebt, macht ihn zu einem Wesen, an dem jede menschliche Erfahrung scheitern muss. Steinbeck hält dagegen an der Widersprüchlichkeit fest. Seine Figuren dürfen widersprüchlich sein, weil der Mensch es ist. Ihre Größe liegt nicht in moralischer Makellosigkeit, sondern darin, dass sie unsere Urteile infrage stellen.
Die biblische Tiefenschicht des Romans führt schließlich zu dem hebräischen Wort timshel, das zum Angelpunkt einer ganzen Lebensauffassung wird: „Du kannst“. Nicht du musst, nicht du wirst, sondern du kannst. In dieser Verschiebung liegt eine philosophische Revolution. Aus der Vorherbestimmung wird eine offene Zukunft. Die Geschichte Kains, der seinen Bruder Abel erschlägt, erscheint nicht länger als Beweis unabwendbarer menschlicher Verderbtheit. Sie wird zur Frage, ob der Mensch trotz seiner Herkunft, seiner Neigungen und seiner bisherigen Taten anders handeln kann. Steinbeck verteidigt die Freiheit, ohne die Schwere der Schuld zu verharmlosen. Freiheit bedeutet nicht, dass jede Entscheidung folgenlos wäre. Sie bedeutet, dass der Mensch nicht vollständig mit dem identisch ist, was er getan hat. Besonders eindringlich verkörpert Lee, der chinesisch-amerikanische Hausangestellte der Familie Trask, diesen Gedanken. Er ist weit mehr als der kluge Beobachter am Rande des Familiengeschehens. In ihm begegnen sich philosophische Neugier und menschliche Anteilnahme. Seine Auseinandersetzung mit der Kain-und-Abel-Geschichte zeigt, dass die Frage nach der Freiheit keine abstrakte Gelehrtenfrage bleibt. Sie entscheidet darüber, wie wir einander ansehen. Wenn Cal glaubt, durch seine dunklen Impulse bereits verurteilt zu sein, braucht er keine moralische Belehrung, sondern die Erkenntnis, dass sein Selbstbild kein Urteilsspruch sein muss. Lee eröffnet ihm die Möglichkeit, sich anders zu verstehen. In einer Welt, die Menschen auf Herkunft und Fehler festlegt, ist das eine beinahe revolutionäre Geste.
Darin liegt auch die Tragik des Brüderkonflikts. Es geht nicht allein um Eifersucht oder die ungleiche Verteilung väterlicher Liebe, sondern darum, ob wir uns selbst nur durch die Augen anderer erkennen können. Cal möchte geliebt werden, fürchtet aber, niemals genügen zu können. Aron schützt sein idealisiertes Selbstbild vor einer Wirklichkeit, die es erschüttern könnte. Beide sind Gefangene ihrer Vorstellungen. Steinbeck zeigt, wie zerstörerisch Liebe werden kann, wenn sie zur moralischen Beglaubigung gerät: Wer sich geliebt fühlt, glaubt, gut zu sein; wer zurückgewiesen wird, hält sich für schlecht. Doch Zuneigung ist kein Gericht und Zurückweisung kein metaphysischer Beweis.
Man könnte Jenseits von Eden als Familienchronik, Gesellschaftsroman oder philosophische Untersuchung der Willensfreiheit lesen. Keine dieser Bezeichnungen reicht allein aus. Steinbeck lässt seine Gedanken aus der Handlung hervorgehen, bindet seine Reflexionen an menschliche Schicksale und lässt seine Figuren niemals vollständig in einer Idee aufgehen. Seine psychologische Tiefenschärfe zeigt sich darin, dass er nicht bloß erklärt, warum Menschen handeln. Er macht spürbar, wie sie in jene inneren Zustände geraten, aus denen ihre Handlungen hervorgehen.
Am Ende bleibt mehr als die Erinnerung an eine große Familiensaga. Es bleibt die Zumutung, den Menschen weder zu entschuldigen noch vorschnell zu verurteilen. Steinbeck schenkt uns keinen unschuldigen Menschen, zu dem wir zurückkehren könnten, und keine moralische Ordnung, in der jede Schuld ihren eindeutigen Platz findet. Er schenkt uns etwas Schwierigeres: die Möglichkeit, den Menschen als ein Wesen zu begreifen, das seine Abgründe kennt und dennoch nicht auf sie festgelegt ist. Wir müssen das Böse verstehen, ohne es zu verklären, und die Schuld ernst nehmen, ohne den Schuldigen für immer auf sie zu reduzieren.
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